Das Geheimnis des gelben Zimmers (eBook)
261 Seiten
Null Papier Verlag
978-3-96281-493-9 (ISBN)
Gaston Louis Alfred Leroux (6. Mai 1868-15. April 1927) war ein französischer Journalist und Schriftsteller. Weltbekannt ist er vor allem durch seinen Roman 'Das Phantom der Oper'
Gaston Louis Alfred Leroux (6. Mai 1868–15. April 1927) war ein französischer Journalist und Schriftsteller. Weltbekannt ist er vor allem durch seinen Roman "Das Phantom der Oper"
Erstes Kapitel – in dem man anfängt, nichts zu begreifen
Zweites Kapitel – Erstes Auftreten Joseph Rouletabilles
Drittes Kapitel – Ein Mensch huscht wie ein Schatten durch die Fensterläden
Viertes Kapitel – Das Schloss »Le Glandier« – Rouletabille sagt Herrn Darzac einen Satz, der seine Wirkung tut
Fünftes Kapitel – Im Schloss
Sechstes Kapitel – Ein blondes Frauenhaar
Siebentes Kapitel – Der Untersuchungsrichter vernimmt Fräulein Stangerson
Achtes Kapitel – Reporter und Detektiv
Neuntes Kapitel – »Heute gibt's nur Fleisch vom Schlächter«
Zehntes Kapitel – Frédéric Larsan erklärt, auf welche Weise der Mörder das Gelbe Zimmer verlassen konnte
Elftes Kapitel – Der Stock Frédéric Larsans
Zwölftes Kapitel – Und nochmals der geheimnisvolle Vers
Dreizehntes Kapitel – »Heute Abend erwarte ich den Mörder«
Vierzehntes Kapitel – In der Falle – Auszug aus dem Tagebuche Joseph Rouletabilles
Fünfzehntes Kapitel – Die Wundergalerie
Sechzehntes Kapitel – Ein Frühstück im Wirtshaus »Zum Wartturm«
Siebzehntes Kapitel – Auf der Lauer
Achtzehntes Kapitel – Ein rätselhafter Toter
Neunzehntes Kapitel – Rouletabille kennt die beiden Hälften des Mörders
Zwangzigstes Kapitel – Rouletabille geht auf Reisen
Einundzwangzigstes Kapitel – Joseph Rouletabille steht in vollem Ruhme da
Zweiundzwangzigstes Kapitel – Des Rätsels Lösung
Dreiundzwangzigstes Kapitel – Das Geheimnis Fräulein Stangersons
Erstes Kapitel – in dem man anfängt, nichts zu begreifen
Nicht ohne eine gewisse Erregung beginne ich die seltsamen Abenteuer Joseph Rouletabilles hier zu erzählen. Er hatte sich das bisher so dringend verbeten, dass ich schon gänzlich daran verzweifelte, jemals eine der merkwürdigsten Detektivgeschichten veröffentlichen zu können. Ich glaube auch, die Öffentlichkeit hätte nie die ganze Wahrheit über den erstaunlichen Fall des Gelben Zimmers erfahren, wenn nicht kürzlich ein Abendblatt einen von Unwissenheit strotzenden oder vermessen hinterlistigen Artikel gebracht hätte, als Professor Stangerson zum Ritter der Ehrenlegion ernannt und dadurch wieder »aktuell« wurde. Durch diesen Artikel ist die schreckliche Geschichte wieder aufgerührt worden, die Joseph Rouletabille so gern vergessen hätte.
Das Gelbe Zimmer! Wer erinnert sich heute noch dieser Affäre, um die vor vielen Jahren so viel Tinte floss! Man vergisst so schnell in Paris. Die ganze Welt beschäftigte sich monatelang mit jenem düsteren Problem – das düsterste, meines Wissens, das jemals den Scharfsinn unserer Polizei, das Gewissen unserer Richter auf die Probe gestellt hat.
Was niemand entdecken konnte, hat der junge, erst achtzehnjährige Rouletabille, damals ein kleiner Reporter an einer großen Zeitung, gefunden. Doch als er dem Gerichtshof den Schlüssel zu diesem Geheimnis gab, sagte er noch nicht die ganze Wahrheit. Er brachte nur vor, was das scheinbar Unerklärliche erklären, was einen Unschuldigen retten konnte. Über alles andere schwieg er. Heute erst sollen die Freunde, die sich für Joseph Rouletabille interessieren, mehr erfahren, zum Teil aus seinem eigenen Munde. Ich beginne ohne weitere Vorrede mit der Darstellung der Tatsachen, wie sie am Tage nach dem Drama des Schlosses Le Glandier die Welt kennenlernte.
Am 25. Oktober erschien unter den »Letzten Nachrichten« die folgende Notiz im »Temps«:
Ein furchtbares Verbrechen ist in Glandier, an der Grenze des Sainte-Geneviève-Waldes oberhalb Epinay-sur-Orge, im Hause des Professors Stangerson verübt worden. Heute Nacht, während der Hausherr in seinem Laboratorium arbeitete, hat man versucht, Fräulein Stangerson, die in einem Zimmer neben dem Laboratorium schlief, zu ermorden. Die Ärzte können nicht dafür einstehen, Fräulein Stangerson am Leben zu erhalten.
Man stelle sich die Aufregung vor. Die gebildete Welt nahm bereits zu dieser Zeit ein bedeutendes Interesse an den Arbeiten des Professors Stangerson und seiner Tochter. Diese Arbeiten waren die ersten Versuche in der Strahlungslehre, die später das Ehepaar Curie zur Entdeckung des Radiums führten. Auch die Theorie Stangersons über die »Struktur der Materie« wurde viel diskutiert. Seine Denkschrift war noch nicht in der Akademie verlesen; das kam erst später. Aber schon zu jener Zeit war der Name Stangerson weltberühmt. Das erklärt den Eifer, mit dem sich die Zeitungen der Angelegenheit annahmen. Folgender Artikel mit der Überschrift: »Ein übernatürliches Verbrechen« erschien im Matin.
»Hier die einzigen Details«, so schreibt der anonyme Redakteur des Matin, »die wir über das Verbrechen im Schlosse Le Glandier erfahren konnten. Die Verzweiflung, in der sich Professor Stangerson befindet, die Unmöglichkeit, irgendeine Auskunft aus dem Munde des Opfers zu erhalten, haben unsere Forschungen ebenso erschwert wie die gerichtliche Untersuchung. Bisher kann man sich nicht die geringste Vorstellung von den Vorgängen im Gelben Zimmer machen, wo Fräulein Stangerson im Nachtgewande, röchelnd, auf dem Fußboden ausgestreckt, gefunden wurde. Es ist uns aber gelungen, Vater Jacques, einen alten Diener der Familie Stangerson, zu interviewen. Vater Jacques, wie man ihn in der ganzen Gegend nennt, hat gleichzeitig mit dem Professor das Gelbe Zimmer betreten. Dieses Zimmer grenzt an das Laboratorium. Das Laboratorium und das Gelbe Zimmer befinden sich in einem Pavillon im Hintergrunde des Parks, ungefähr dreihundert Meter von dem Schlosse entfernt.
›Es war halb eins‹, so erzählte er uns; ›ich war im Laboratorium, wo Herr Stangerson noch arbeitete, als das Unglück geschah. Ich hatte den ganzen Abend aufgeräumt und Instrumente gereinigt und wartete nun darauf, dass Herr Professor das Laboratorium verlassen möchte, damit auch ich zu Bett gehen konnte. Fräulein Mathilde hatte mit ihrem Vater bis Mitternacht gearbeitet; als die Kuckucksuhr im Laboratorium Mitternacht schlug, ist sie aufgestanden, hat Herrn Stangerson geküsst und ihm gute Nacht gewünscht. Zu mir hat sie gesagt: Gute Nacht, Vater Jacques! und dann hat sie die Tür des Gelben Zimmers geöffnet. Wir hörten, wie sie die Tür zuschloss und den Riegel vorschob; ich musste ordentlich lachen und sagte zum Herrn: Das Fräulein schließt sich ein. Gewiss hat sie Angst vor dem Tier Gottes! Der Herr hat mich gar nicht gehört, so vertieft war er in seine Arbeit. Aber wie eine Antwort kam von draußen ein grässliches Miauen, in dem ich das Geschrei dieser Teufelsbestie erkannte, die man bei uns das Tier Gottes nennt; es war so schauerlich, dass mir eine Gänsehaut über den Rücken lief. Wird es uns heute Nacht wieder stören, dachte ich; denn ich muss Ihnen sagen, dass ich bis Ende Oktober oben auf dem Boden des Pavillons über dem Gelben Zimmer schlafe, bloß damit das Fräulein nicht die ganze Nacht allein hier hinten im Park bleibt. Es ist so eine Idee vom Fräulein, solange die schöne Jahreszeit dauert, im Pavillon zu wohnen; da gefällt es ihr gewiss besser als im Schloss. Die ganzen vier Jahre, seit der Pavillon steht, richtet sie sich jedes Mal hier ein, wenn es Frühling wird. Wenn es dann wieder Winter wird, zieht das Fräulein ins Schloss zurück, denn im Gelben Zimmer ist kein Kamin.‹
Wir waren also im Pavillon, Herr Stangerson und ich. Wir machten gar kein Geräusch. Er war an seinem Schreibtisch beschäftigt. Ich saß auf einem Stuhl, da ich mit meiner Arbeit fertig war. Ich lege dem Umstande große Bedeutung bei, dass wir kein Geräusch machten, denn deshalb hat der Mörder sicher geglaubt, wir wären fort. Plötzlich, während der Kuckuck halb eins rief, drang ein verzweifeltes Geschrei aus dem Gelben Zimmer. Es war die Stimme des Fräuleins: Mörder! Mörder! Hilfe! Im gleichen Augenblicke knallten...
| Erscheint lt. Verlag | 1.7.2025 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Krimis bei Null Papier | Krimis bei Null Papier |
| Mitarbeit |
Fußnoten: Jürgen Schulze |
| Übersetzer | M. Douhin-Hirschberg, Jürgen Schulze |
| Verlagsort | Neuss |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Historische Romane |
| Literatur ► Krimi / Thriller / Horror ► Historische Kriminalromane | |
| Schlagworte | Eiffelturm • Fantomas • Jules Verne • Krimi • Louis de Funes • Moriarty • Paris • Sherlock Holmes |
| ISBN-10 | 3-96281-493-0 / 3962814930 |
| ISBN-13 | 978-3-96281-493-9 / 9783962814939 |
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