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Aufbrüche und Umbrüche

Lebensbedingungen und Lebenslagen behinderter Menschen in den v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel von den 1960er bis zu den 1980er Jahren
Buch | Hardcover
432 Seiten
2018
Aschendorff (Verlag)
978-3-7395-1029-3 (ISBN)
CHF 39,95 inkl. MwSt
Auch in der "Behindertenhilfe" prägten Aufbrüche und Umbrüche die Jahre von 1960 bis 1990. Waren die Einrichtungen für Menschen mit geistigen Behinderungen, Epilepsie oder psychischen Erkrankungen bis dahin häufig "totale Institutionen", änderte sich nun unter den Vorzeichen der "Normalisierung" ihr Charakter. Neue Berufs- und Statusgruppen drangen in die bis dahin nach außen abgeschotteten "Heimwelten" vor. Gegen den zähen Widerstand altgedienter Kräfte verwirklichten sie Konzepte der "Verselbstständigung" geistig behinderter Menschen. In diesem Spannungsfeld gewannen die Bewohnerinnen und Bewohner neue Freiräume, sich aus ihrer unverschuldeten Unmündigkeit zu befreien und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Hans-Walter Schmuhl, Prof. Dr. Geboren 1957 in Oberhausen. Studium: Geschichtswissenschaft, Germanistik und Latein in Bochum und Bielefeld. Freiberuflicher Historiker, apl. Professor an der Universität Bielefeld und stellvertretender Leiter des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal-Bethel. Forschungsschwerpunkte: Geschichte des Nationalsozialismus, Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, Diakoniegeschichte, Stadtgeschichte und Urbanisierungsforschung. Mitherausgeber der Reihe »Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal / Bethel« www.idsg-bielefeld.de Ulrike Winkler, Dr. Geboren 1966 in Bad Kreuznach. Studium: Politik-, Rechts- und Erziehungswissenschaft in Marburg. Freiberufliche Politikwissenschaftlerin. Veröffentlichungen zur Diakoniegeschichte, Zeitgeschichte und Sozialgeschichte. www.schmuhl-winkler.de

Geleitwort • 9

A. Einleitung • 19

B. Theoretische Vorüberlegungen • 29
Disability History • 29
Heime als »totale Institutionen« • 34
Ein Modell für die Diakoniegeschichte? • 41
Der Umbruch der 1960er bis 1980er Jahre • 45
Heime als »soziale Felder« • 52
Der Habitus des »Heimbewohners« • 61

C. Lebenswelt Heim • 67
Räume zum Leben • 67
»Geschlossene« und »offene« Räume • 79
Der eigene Besitz • 85
Kleidung • 89
Haustiere • 93
Essen und Trinken • 94
Geld • 102
Hygiene, Gesundheitsvorsorge, Medikamente • 107
Betriebsabläufe und Tagesstruktur • 113
Gottesdienst und Konfirmation • 116
Freizeit • 121
Alltagskonflikte • 132
Gewaltverhältnisse • 135
Beziehungen zum Personal • 146
Die Verlegung in ein anderes Haus • 151
Neue Handlungsoptionen • 162
Die Diskussion um die Heimbeiräte166
Die Bildung von Heimbeiräten • 172
Heimbeirat konkret • 176
Schritte nach draußen • 179
Die Tücken der Verselbstständigung • 183

Konkretisierung I: Langer Kampf um die eigenen vier Wände • 190

D. Arbeit und Entgelt • 199
Arbeit im Verständnis der Diakonie • 199
Die »Werkstatt für Behinderte« • 202
Arbeit und Beschäftigung • 212
Arbeits- und Urlaubszeiten • 215
»Arbeitsprämien« • 217
Arbeit auf der »Frauenseite« • 222
Die »bedauernswerten, schwächsten Kranken«? • 226
Die Intensivierung der industriellen Fertigung • 229
»Bezugsfremde« vs. »lebenspraktische« Beschäftigung • 232
Arbeitszufriedenheit, Stress und Langeweile • 234
Die Dienststelle »Arbeits- und Berufsfindung« • 244
Zukunftserwartungen 1974 • 248
Ein neues Verständnis von »Arbeit« • 250
Die Diskussion um die Personalentwicklung • 251
Der VegsB und die »Freien Kräfte« • 255
Zeit für einen »Umbruch« • 257
Zivildienstleistende • 260
Personalgewinnung durch Bildungsangebote • 261

Konkretisierung II: Konflikte im Haus Saron • 272

E. Frauen und Männer • 285
Die Empfehlungen des VeEgsB Januar 1974 • 289
Das Symposium des VeEgsB September 1974 • 293
Die Tagung »Sexualität bei Behinderten« November 1974 • 304
Die Tagung »Sexualität bei Behinderten« Dezember 1974 • 308
Die Einstellung der Mitarbeiter • 310
»Ein Zimmer zur Verfügung gestellt« • 314
Befragungen von Behinderten • 316
Die Debatte um die Sterilisierung • 318
Geschlechtertrennung im alten Bethel • 325
Die »Sexwelle« schwappt nach Bethel über • 327
Ein früher Vorstoß von ärztlicher Seite 1969 • 329
Die Diskussion um die Eheschließung 1973 • 334
Eine Standortbestimmung 1973 • 339
Die Richtlinien zur »Begegnung der Geschlechter« 1975 • 344
Konflikte in Haus Pniel 1976–1979 • 349
Konflikte in Haus Tabor 1981–1985 • 354
Der Bau des Hauses »Neue Heimat« 1983–1986 • 359
Friedrich v. Bodelschwingh III und ein neues Sterilisationsgesetz • 363
Die Sterilisierungsdebatte 1984–1986 • 367
Die Betheler Leitlinien 1986–1988 • 370
»Kinderwunsch und Elternschaft« • 376
Die Perspektive der Bewohnerinnen und Bewohner • 378
»Doing Gender« oder »Doing Difference«? • 383

Konkretisierung III: Die Sprechmotettengruppe • 386

F. Schlussbetrachtung • 399

Literaturverzeichnis • 406
Personenregister • 422

Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Schriften des Instituts für Diakonie- und Sozialgeschichte an der Kirchlichen Hochschule Bethel ; 29
Verlagsort Bielefeld
Sprache deutsch
Maße 170 x 250 mm
Gewicht 995 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Geisteswissenschaften Geschichte Regional- / Ländergeschichte
Geisteswissenschaften Religion / Theologie Christentum
Schlagworte 1960 bis 1969 n. Chr. • 1970 bis 1979 n. Chr. • 1980 bis 1989 n. Chr. • Behinderte • Bethel • Bethel (Anstalt) • Bielefeld • Bielefeld; Religion • Geschichte: Ereignisse und Themen • Heim • Lutherische Kirchen • Nordrhein-Westfalen
ISBN-10 3-7395-1029-3 / 3739510293
ISBN-13 978-3-7395-1029-3 / 9783739510293
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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