Piano ohne Noten (eBook)
120 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-23129-0 (ISBN)
Jane Wishart, passionierte Hobby-Pianistin, erwarb ihre Unterrichtserfahrung als Dozentin in den USA und in der Schweiz, wo sie ab 2004 im Bildungsmanagement tätig war. Janes Devise lautet: Lernen muss Spass machen, alle Sinne ansprechen und den Menschen ins Zentrum stellen. In PIANO OHNE NOTEN ist sie diesem Grundsatz definitiv treu geblieben.
Jane Wishart, passionierte Hobby-Pianistin, erwarb ihre Unterrichtserfahrung als Dozentin in den USA und in der Schweiz, wo sie ab 2004 im Bildungsmanagement tätig war. Janes Devise lautet: Lernen muss Spass machen, alle Sinne ansprechen und den Menschen ins Zentrum stellen. In PIANO OHNE NOTEN ist sie diesem Grundsatz definitiv treu geblieben.
Kapitel 2
TONLEITER UND TONART
Melodie und Harmonie
Grosse und kleine Schritte
Quintenzirkel
Stufen statt Noten
Transponieren
Fit fürs Piano
Self-Check
Tonleiter und Tonart
Melodie und Harmonie
Wer nicht nur vom Blatt abspielen, sondern auch das freie Pianospiel erlernen möchte, muss nicht nur sein Gehör schulen, sondern sich auch mit Basis-Kenntnissen der Harmonielehre befassen.
Das grundlegende Verständnis musikalischer Zusammenhänge ist für das Harmonisieren einer Melodie unabdinglich und garantiert daneben unzählige «Aha-Erlebnisse». Die Harmonisierung eines Musikstücks, das einmal kompliziert und unkoordiniert erschien, wird plötzlich zum gemütlichen Quasi-Spaziergang.
Jegliche Klavierbegleitung basiert nämlich auf logischen musikalischen Gesetzmässigkeiten. Dein Ziel soll die praktische Anwendung sein, weshalb du dich nur rudimentär mit der Theorie auseinandersetzen solltest. Melodische Regeln sind am verständlichsten, wenn sie, wie im folgenden Lied, in praktische Beispiele eingebettet sind.
Der allzeit beliebte Geburtstagssong «Happy Birthday» soll hier als Beispiel dienen. Auch wenn du glaubst, «Happy Birthday» sehr gut zu kennen, solltest du dich nochmals mit der melodischen Struktur, dem Aufbau, den Parallelen und Wiederholungen vertraut machen. Markiere die für dich wichtigen Stellen, sodass es dir leichter fällt, den Song fürs Pianospiel im Gedächtnis zu speichern.
Diese anfängliche Analyse ist wichtig, erleichtert sie doch das Verständnis der Melodie. Auf diese Weise bewegst du dich weg vom sturen Auswendiglernen und hin zum kreativen Reproduzieren deines Songs.
Es gibt unterschiedliche Lerntypen und folglich auch ganz verschiedene Arten, sich den Aufbau eines Stücks zu merken. Es bleibt dir überlassen, ob du zur Melodie eine Zeichnung erstellen, eine Geschichte erfinden oder den Song logisch analysieren möchtest!
So oder ähnlich könnte deine Analyse der Struktur aussehen:
In «Happy Birthday» wiederholt sich die kleinste musikalische Einheit, genannt Motiv, mehrmals. Das Motiv besteht aus dem Teilsatz «Happy Birthday to You». Die ersten beiden Teile sind fast gleich, abgesehen davon, dass zwischen «day» und «to» beim ersten Motiv eine aufsteigende Quarte (IV) und beim zweiten eine Quinte (V) liegt. Im dritten Motiv liegt zwischen «happy» und «birthday» eine Oktave (VIII), die dann bis zum Ende des Takts in Terz-Schritten wieder abfällt. Nach Benennung des Geburtstagskinds wird im letzten Motiv «Happy Birthday to you» wiederholt, und zwar in Abwärtsrichtung bis hin zum Grundton C.
Der Grundton C am Ende des Lieds weist, wie üblich, auf die Tonart hin, also auf C-Dur.
Die Tonart erkennt man aber nicht nur am letzten Ton des Songs. Wer bereits ein gutes Gehör hat oder damit experimentieren will, kann einen anderen Weg gehen, und zwar den Weg über das Heraushören des Grundtons. Diesen findet man, indem man einem Song konzentriert zuhört und den einen Ton summt, der durch das ganze Stück hindurch harmonisch klingt. Bei einem Lied in C-Dur wäre das also das C. Probiere es! Es funktioniert!
Als Pianospieler musst du den Ton jedoch auf dem Klavier finden. Drücke also, während du die Melodie mitsummst, auf die 8 Tasten einer Tonleiter und du wirst bei einem Ton regelrecht steckenbleiben. Voilà – die Tonart ist gefunden! Um diese Methode zu beherrschen, braucht es etwas
Übung, die aber unglaublich Spass macht. Wenn man den einen Ton, der dem Lied zugrunde liegt, einmal gefunden hat, ist das Erfolgserlebnis garantiert. Für den Anfang mag es jedoch leichter sein, die letzte Note auf dem Notenblatt zu suchen. Welchen Weg du gehst, um die Tonart zu ermitteln, bleibt natürlich ganz allein dir überlassen.
Wer einmal die Tonart eines Musikstücks kennt, kann darauf relativ einfach eine Begleitmelodie aufbauen. Ohne Kenntnis der Tonart ist das nicht möglich.
Zur Harmonisierung einer Melodie musst du dich daher zwingend mit dem Thema «Tonart» befassen, angefangen mit der einfachsten, der C-Dur-Tonleiter, wie im Folgenden dargestellt:
DIE 7 STAMMTÖNE EINER C-DUR-TONLEITER SIND:
| IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM |
| IM INTERNATIONALEN RAUM |
WICHTIG ZU WISSEN:
• Vor allem bei moderneren Stücken aus dem englischsprachigen Raum wirst du der Note B fürs deutsche H und der Note B fürs deutsche B regelmässig begegnen. Hier gilt es aufzupassen und gegebenenfalls umzudenken!
• In diesem Buch wird mit der internationalen Notenbezeichnung gearbeitet, denn die meisten gängigen Songs werden auf diese Weise dargestellt. Im Zuge der Globalisierung werden Notenschriften regelmässig über den Atlantik ausgetauscht, weshalb man sich, vor allem bei Pop, Jazz, Blues oder Folksongs, auf die einfachere Variante aus dem englischen Sprachraum geeinigt hat.
• Wie international üblich, werden in diesem Buch auch alle Noten mit Vorzeichen vereinfacht und einheitlich dargestellt. Mit einem nachgestellten # werden Töne um eine halbe Note erhöht bzw. mit um eine halbe Note erniedrigt. Beispiel: «fis» wird international als F#, «es» als E bezeichnet.
Meist wird die Tonleiter mit 8 Stammtönen angegeben, also bei C-Dur inklusive des Grundtons C der nächsthöheren Tonleiter. Versuch die C-Dur-Tonleiter zu singen und es wird verständlich, warum die 8. Note dazu genommen wird. Es wird dir nämlich schwerfallen, beim vorletzten Ton, dem B aufzuhören.
Warum? Weil das B der sogenannte Leitton ist, denn er leitet – fast zwangsläufig – zum Grundton hin. Erst wenn die Tonleiter mit dem Grundton, der Tonika, nicht nur begonnen, sondern auch beendet wird, klingt sie fürs Ohr vollständig.
Grosse und kleine Schritte
Um die im Westen gebräuchliche diatonische Tonleiter mit 7 + 1 Ton zu verstehen, lohnt sich ein kleiner Ausflug in die Musiktheorie.
Wenn du in einer Oktave alle Tasten – egal ob schwarz oder weiss – zählst, dann kommst du auf eine Tonleiter mit 12 Tönen. In dieser chromatischen Tonleiter gibt es ausschliesslich Halbtonschritte. Vielleicht hast du schon von der 12-Ton-Musik gehört, mit der zeitgenössische Komponisten gerne experimentieren? Ein interessanter Ansatz, den du aber vernachlässigen kannst, denn die chromatische 12-Tonleiter ist fürs Harmonisieren unbedeutend und wird im Folgenden kein Thema sein.
Die Norm bildet seit Jahrhunderten unsere diatonische Tonleiter mit 7 Stammtönen. Hierauf basieren Theorie und Praxis der allermeisten Musikstücke und auf dieser Tonleiter wirst du die Akkorde für die Begleitung vieler Melodien aufbauen.
Unsere Tonleiter, die auf 7 Stufen beruht, hat allerdings eine Tücke. Die Schritte von einem Ton zum nächsten sind nicht immer gleich gross. In unserem abendländischen Tonsystem gibt es sowohl Ganzton- als auch Halbtonschritte.
Wo nun befinden sich innerhalb einer Tonleiter die Ganz- und die Halbtonschritte? Das lässt sich am besten am Beispiel einer C-Dur-Tonleiter mit nur weissen Tasten veranschaulichen. Bei der C-Dur-Tonleiter sind auf dem Piano die Halbton- und Ganztonschritte sozusagen integriert. Da, wo zwei weisse Tasten direkt nebeneinanderliegen, befinden sich in C-Dur die Halbtonschritte.
Übrigens ist das Piano für die visuelle Darstellung von Ganz- und Halbtonschritten perfekt, weshalb Musikstudenten aller möglichen Instrumente zum besseren Verständnis der Tonleiter gern aufs Piano zurückgreifen.
In der Praxis sieht die C-Dur-Tonleiter auf der Klaviertastatur so aus: Von C zu D ist es ein Ganztonschritt, denn dazwischen liegt eine schwarze Taste. Genauso verhält es sich von D zu E. Von der Taste E zum F oder vom B zum C sind es dagegen Halbtonschritte, denn hier befinden sich zwei weisse Tasten nebeneinander, ohne eine dazwischenliegende schwarze Taste.
Spiel die C-Dur-Tonleiter auf deinem Keyboard und schau dir jeweils die Folgetaste an. Folgt direkt eine weisse Taste oder liegt eine schwarze Taste dazwischen?
• Die Anordnung der Tasten auf dem Klavier entspricht übrigens der Anordnung der Ganz- und Halbtonschritte. Es gibt erst zwei schwarze, gefolgt von drei schwarzen Tasten – analog zwei Ganztonschritte gefolgt von drei Ganztonschritten. Dazwischen und am Schluss der Tonleiter liegt ein...
| Erscheint lt. Verlag | 1.2.2021 |
|---|---|
| Illustrationen | Gabi Hangartner |
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater |
| Technik | |
| Schlagworte | Akkorde • Akkordfolgen • Akkordpiano • Angänger • Anleitung • Begleiten • Beispiele • digital • EASY • einfach • einfach erklärt • Einschlaflieder • e-klavier • eklavier • ePiano • E-Piano • Folkssongs • freies Spielen • Freizeit • gute Nacht • Happy Birthday • Illustrationen • Improvisation • Improvisieren • Keyboard • Kinderlieder • Klavier • Klavier lernen • Klavier spielen lernen • Lernerlebniss • Liedbeispiele • Musik • Musizieren • Notenblatt • Party • Partytrick • Piano • Pianoeinlage • Pianospiel • Show • simpel • Spaß • Tasten • üben • Übung • Unterhaltung • Volkslieder • Weihnachtslieder |
| ISBN-10 | 3-347-23129-5 / 3347231295 |
| ISBN-13 | 978-3-347-23129-0 / 9783347231290 |
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