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Pilot Patrick (eBook)

Mein glamourös-unglamouröses Leben als Jetset-Pilot
eBook Download: EPUB
2020 | 1. Auflage
224 Seiten
Riva Verlag
978-3-7453-1168-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Pilot Patrick -  Patrick Biedenkapp
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Heikle Manöver, kuriose Fluggäste und andere Turbulenzen Der Star-DJ, der die gesamte Flugcrew spontan auf sein Konzert in Rom einlädt. Der Geschäftsmann, der sich die vergessenen Zigarren mit dem Privatjet einfliegen lässt. Oder der Öl-Multi, bei dem die Stewardessen zu Pavarotti-Arien auf allen vieren durch die Kabine kriechen müssen. Es gibt nichts, was Pilot Patrick in seinem Job noch nicht erlebt hat. Deutschlands bekanntester Flugkapitän nimmt uns mit auf einen vergnüglichen Trip an die schönsten Orte der Welt und erzählt uns, wie er seinen Traum vom Fliegen wahr gemacht hat, was wirklich gegen Flugangst hilft und was man beachten sollte, wenn man selbst Pilot werden möchten. Von wilden Partynächten an der Côte d?Azur bis zu Sex über den Wolken - Pilot Patrick gewährt uns einen exklusiven Blick hinter die sonst verschlossenen Türen des internationalen Jetsets und lüftet außerdem ein Geheimnis, das bislang immer mit ihm geflogen ist.

Patrick Biedenkapp, besser bekannt als Pilot Patrick, ist seit 2010 Berufspilot. Nachdem der 31-jährige Wahl-Berliner fast sieben Jahre lang einen Business-Jet geflogen ist, fliegt er heute für eine große internationale Airline. Über 750.000 Instagram-Follower und mehr als 150.000 YouTube-Abonnenten machen Pilot Patrick zu Deutschlands bekanntesten Flugkapitän.

Patrick Biedenkapp, besser bekannt als Pilot Patrick, ist seit 2010 Berufspilot. Nachdem der 31-jährige Wahl-Berliner fast sieben Jahre lang einen Business-Jet geflogen ist, fliegt er heute für eine große internationale Airline. Über 750.000 Instagram-Follower und mehr als 150.000 YouTube-Abonnenten machen Pilot Patrick zu Deutschlands bekanntesten Flugkapitän.

KAPITEL
1


EINMAL GLAMOUR, BITTE – EIN GANZ »NORMALER« ERSTER ARBEITSTAG


 

Die Sache mit dem Glamour hatte ich mir definitiv anders vorgestellt.

Pilot für ein privates Flugunternehmen – das war doch ein Job, der täglich neue Abenteuer versprach. Einblicke in das Leben der Reichen und Schönen, der Stars und Sternchen: Brad Pitt und Angelina Jolie, Tom Ford oder Karl Lagerfeld würden sich von mir nach Nizza, London oder Paris fliegen lassen. Tägliche Begegnungen mit dem Jetset, mit dem Who is Who der Gesellschaft – und auch wenn ich nur ihr Pilot sein würde, wäre es doch ganz bestimmt aufregend und immer wieder neu. So in etwa hatte ich mir meinen ersten Job nach der Ausbildung ausgemalt.

Schöne, hochwertige Dinge hatten auf mich schon immer eine beinahe magische Anziehungskraft. Und in der Privatfliegerei, so viel war klar, würde ich den Menschen begegnen, die sich diese Dinge leisten konnten. Denn wer das nötige Kleingeld hat, ein Flugzeug anzumieten, um mal eben für ein Shopping-Wochenende von einem Kontinent auf den nächsten zu jetten, in dessen Leben findet Glamour auch sonst seinen Platz. Auf den weniger abwechslungsreichen Arbeitsalltag bei einem der vielen Anbieter von Linienflügen hatte ich damals eher keine Lust. Ich wollte lieber »die Prominenz« fliegen, um so ein bisschen in ihre Welt hineinschnuppern zu können. Irgendwie sexy würde er sein, mein erster Job, davon war ich überzeugt.

Mein erster Einsatz war dann aber – irgendwie ernüchternd. Es waren ein paar Wochen vergangen, seit ich meinen Arbeitsvertrag bei einem Berliner Anbieter für Privatfliegerei unterschrieben hatte. Direkt danach hatte dann erstmal das Warten begonnen. Zunächst darauf, dass man mir bei der zuständigen Behörde endlich meine Lizenz ausstellte. Als ich diese dann endlich in den Händen hatte, wartete ich darauf, dass man mich im neuen Dienstplan berücksichtigen würde. Und schließlich war es dann ganz unverhofft und plötzlich so weit. Frühmorgens um halb sieben hatte das Handy mich aus dem Schlaf geklingelt. Ein Copilot sei erkrankt, nun müsse sofort Ersatz her. Wie schnell ich am Flughafen sein könnte? Ich ließ es auf einen Versuch ankommen. Ziemlich planlos warf ich in den Koffer, was mir zwischen die Finger geriet. Man hatte mir nicht sagen können, wie lang wir unterwegs sein würden, also wusste ich auch nicht, was ich unterwegs alles brauchen würde. Im Eiltempo bügelte ich meine Uniform – nur um mich auf dem Weg zum Flughafen die ganze Zeit über zu fragen, ob ich vor dem Verlassen der Wohnung auch wirklich das Bügeleisen ausgeschaltet hatte. Sicherlich ist das einer der Gedanken, mit dem sich in solch einem Moment sehr viele Menschen plagen. Eigentlich ist klar, dass wir uns grundlos sorgen – in aller Regel haben wir nur zu viel Zeit zum Grübeln. Und das wird nicht unbedingt besser, wenn man erstmal im Flieger sitzt. Mein Platz würde diesmal allerdings im Cockpit sein, was mich ganz bestimmt schnell auf andere Gedanken bringen würde. (Die Wohnung stand noch, als ich später wieder nach Hause kam. Das Bügeleisen hatte ich ausgeschaltet.)

Am General Aviation Terminal (kurz: GAT) des Flughafens Berlin-Schönefeld traf ich den Rest der Crew. Wir waren zu dritt: der Kapitän, eine polnische Stewardess und ich. Die Stewardess sah ich auf meinem Weg zum Flugzeug einen vollgepackten Discounter-Einkaufswagen über das Rollfeld bugsieren. Offenbar hatte man sie beauftragt, Getränke etc. für den Flug zu besorgen. Aber auch wenn ich Champagnerflaschen im Einkaufswagen entdecken konnte, bot das Ganze kaum ein glamouröses Bild. Auch der Hangar, vor dem das Flugzeug stand, wirkte eher trostlos. Die Maschine selbst, eine Cessna vom Typ Citation XLS, war allerdings deutlich mehr als zehn Millionen wert.

Der Kapitän gehörte offenbar zu der Sorte Mensch, die einen Sprung ins kalte Wasser für die beste Art halten, Schwimmen zu lernen: Er erklärte mich ohne Umschweife zum PF, also zum pilot flying, was (wie man sich denken kann) bedeutet, dass ich derjenige sein würde, der die Maschine steuert, während der Kapitän in einem solchen Fall die Aufsicht übernimmt. Für mich wäre das Teil des sogenannten Line Trainings, bei dem man alle Abläufe des konkreten Flugbetriebs kennenlernt. Aber dass es gleich beim ersten Flug so sein sollte, überraschte mich dann doch etwas. Natürlich würde der Kapitän mich im Bedarfsfall anweisen und unterstützen; er wusste ja auch, dass das mein erster Einsatz für die Firma war. Trotzdem kam die ganze Sache für mich unerwartet und fühlte sich wie ein großer Vertrauensvorschuss an. Ich war stolz und aufgeregt zugleich.

Von Berlin ging es – zunächst planmäßig ohne Passagiere – nach Zürich. Das machte das »Lampenfieber« etwas erträglicher. Natürlich wusste ich, was zu tun war, nachdem ich meinen Platz rechts im Cockpit eingenommen hatte. Die Abläufe hatte ich während meiner Ausbildung immer und immer wieder geübt. Dennoch war all das ungewohnt für mich. Ich saß nicht im guten alten Flugsimulator, bei dem ich im Zweifelsfall mal eben »Pause« hätte drücken können. Es ging nicht, wie in der Ausbildung zumeist, darum, das richtige Verhalten in einer Notsituation durchzuspielen. Es handelte sich um einen gewöhnlichen Flug von A nach B, und so etwas hatte ich bisher, wenn überhaupt, nur ohne Passagiere und Crew geübt. Außerdem waren wir spät dran – unsere VIP-Kundin würde bald in Zürich landen. Dort galt es den Flieger nun hinzusteuern. Die Privatfliegerei ist keine Branche, in der die Anbieter sich Unpünktlichkeit leisten können. Kurzum: Es ging jetzt darum, mein Können unter Beweis zu stellen. Fehler waren nicht erlaubt, und ich war entsprechend nervös. Aber ich fand mich im Cockpit gut zurecht. Alle Checks liefen nach Plan, die Maschine gehorchte meinen Handgriffen und Befehlen. Und schließlich hatten wir, meine Damen und Herren, unsere vorgesehene Flughöhe erreicht und nahmen Kurs auf Zürich.

Kleine Superstars und riesige Mengen Fleischbällchen


Am Flughafen Zürich machten wir die Maschine für den eigentlichen Einsatz startklar. Ein üppiges Catering stand zudem in der GAT bereit. Unsere Kundin, eine reiche Polin – genauer gesagt: die Tochter eines sehr reichen Polen –, ließ allerdings auf sich warten. Na schön, ich hatte wenigstens schon die erste Promi-Sichtung hinter mir: Die Lady mit der blonden Löwenmähne, die ich etwas unbeholfen aus einem anderen Privatflugzeug klettern sah, war die kolumbianische Popsängerin Shakira. »Kann die nicht laufen?«, hatte ich mich noch gefragt. Auf den ersten Blick hätte man meinen können, sie sei nicht mehr ganz nüchtern, wie sie da über das asphaltierte Vorfeld zum Terminal taumelte. Bei genauerem Hinsehen stellte ich fest, dass ihr Hauptproblem wohl die riesigen Plateausohlen waren, die unter ihren Schuhen klebten (und mit denen sie immerhin locker über die 1,70-Meter-Grenze kam, obwohl sie in Wirklichkeit gerade mal 1,57 Meter groß ist). In Sachen Schuhmode war die Gute vielleicht nicht ganz up to date, aber immerhin: Ein kurzer Blick auf einen Weltstar am ersten Arbeitstag war mir dank ihr vergönnt. Baff war ich außerdem über die Berge von Gepäck, mit denen Shakira reiste. Massenweise Koffer und Taschen wurden hinter ihr aus dem Flugzeug gehievt. Die Maschine war ebenfalls eine Cessna Citation XLS, also bekam ich auch gleich eine Ahnung davon, was mich in Zukunft erwartete. Das Ein- und Ausladen des Gepäcks würde nämlich Aufgabe der Crew sein.

Wir waren bereit für den Weiterflug nach Warschau. Wer sich aber nicht blicken ließ, war unsere Kundin. Zusammen mit dem Kapitän und der Stewardess wartete ich auf die Dame, die mir meinen ersten glamourösen Einsatz verschaffen sollte. Das Catering sah schon mal vielversprechend aus. Die Kundin hätte die Crew gleich mit versorgen können. Bergeweise Häppchen, optisch ansprechend aufbereitet, Fleischbällchen zum Beispiel. Außerdem Canapés, eine Auswahl unterschiedlicher Salate, jede Menge Obst, zu kleinen Kunstwerken geschnitzt. All das für nur eine Person und einen 90-minütigen Flug. Ich musste mich schon etwas zurückhalten, um nicht gleich selbst zuzugreifen. Der Champagner, der ebenfalls kistenweise ins Flugzeug gekarrt worden war, war für uns natürlich ohnehin tabu.

Schließlich ein Anruf von OPS, der Flight Operation: Der Flug würde an diesem Tag ausfallen. Zwar war ich derjenige, der seinen ersten Einsatz absolvierte, aber der Anfängerfehler, der zur Stornierung des Auftrags geführt hatte, war von der Kundin begangen worden: Als sie ihren Anschlussflug in Zürich gebucht hatte, hatte sie diesen für denselben Tag bestellt wie ihren Flug aus New York. Dass dieser erste Flug aber über Nacht stattfand und mehr als acht Stunden dauerte, hatte sie nicht berücksichtigt. Der Anschlussflug würde...

Erscheint lt. Verlag 13.10.2020
Verlagsort München
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Airbus • Airline • Berlin • Berufspilot • Besatzung • Captain • Chefpilot • Chefsteward • Chefstewardess • Cockpit • Condor • Deutsch • Deutscher • die Reichen • Die Schönen • First Officer • Fliegen • Flug • Flugbegleiter • Flugbegleiterin • Flüge • Flughafen • Flugkapitän • Fluglinie • Fluglizenz • Flugzeug • Freiheit • influencer • Jetset • Kabinenchef • Liebe • Lufthansa • luxuriös • Luxus • Milliardär • Milliardäre • Millionär • Millionäre • Party • Privatjet • Privatpilot • Purser • Reich • Reichtum • Reise • Reisen • Ryanair • Sex • Sexy • Social Media • Steward • Stewardess • Strand • Traummann • Traummänner • Über den Wolken • Unterwegs • Urlaub • Vagabond • vagabonding • Vielflieger • Vorbild • Weltenbummler • Weltreise • Weltweit • Wie werde ich Pilot
ISBN-10 3-7453-1168-X / 374531168X
ISBN-13 978-3-7453-1168-6 / 9783745311686
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