Feeling Family
Queere Relationalität und Temporalität
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Gleichgeschlechtliche Paare haben in den letzten Jahren in vielen Ländern das Recht erlangt, eine Ehe bzw. eine eingetragene Partnerschaft einzugehen. Auch in Bezug auf die rechtliche Lage von sogenannten „Regenbogenfamilien“ hat es einige Veränderungen gegeben – so ist etwa gleichgeschlechtlichen Paaren in Deutschland und der Schweiz die Stiefkindadoption leiblicher Kinder innerhalb einer eingetragenen Partnerschaft erlaubt, in Österreich ist darüber hinaus auch die gemeinsame Adoption eines fremden Kindes möglich.
Diese (rechtliche) Anerkennung kann als Ausdruck eines vermehrten Einschlusses gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in herrschende Normalitätsvorstellungen gesehen werden. Yv E. Nay interpretiert das Aufkommen von „Regenbogenfamilien“ jedoch vor allem auch im Sinne eines Feeling Family, d. h. einer Sehnsucht, sich in neoliberalen Zeiten der Flexibilisierung, Privatisierung und Individualisierung einer vagen Normalität angehörig zu fühlen.
Auf der Basis von knapp 40 Interviews mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, transgender oder queeren Personen (kurz: LGBTQ) mit Kind(ern) arbeitet Nay heraus, dass diese Entwicklung jedoch zweischneidig ist. Es zeigt sich eine widersprüchliche Gleichzeitigkeit von einerseits einer Erweiterung bestehender Vorstellungen von Familie sowie andererseits neuen Grenzziehungen zwischen „Normalität“ und „Abweichung“, z. B. durch rassisierte Ausschlüsse und körpernormierende oder klassenspezifische Unterscheidungen. Nay analysiert diese multiplen Verquickungen und setzt sie zugleich in Beziehung zu den historischen Vorläufern dieser nur teilweise neuartigen Vorstellung von Familie.
Diese (rechtliche) Anerkennung kann als Ausdruck eines vermehrten Einschlusses gleichgeschlechtlicher Lebensweisen in herrschende Normalitätsvorstellungen gesehen werden. Yv E. Nay interpretiert das Aufkommen von „Regenbogenfamilien“ jedoch vor allem auch im Sinne eines Feeling Family, d. h. einer Sehnsucht, sich in neoliberalen Zeiten der Flexibilisierung, Privatisierung und Individualisierung einer vagen Normalität angehörig zu fühlen.
Auf der Basis von knapp 40 Interviews mit Lesben, Schwulen, Bisexuellen, transgender oder queeren Personen (kurz: LGBTQ) mit Kind(ern) arbeitet Nay heraus, dass diese Entwicklung jedoch zweischneidig ist. Es zeigt sich eine widersprüchliche Gleichzeitigkeit von einerseits einer Erweiterung bestehender Vorstellungen von Familie sowie andererseits neuen Grenzziehungen zwischen „Normalität“ und „Abweichung“, z. B. durch rassisierte Ausschlüsse und körpernormierende oder klassenspezifische Unterscheidungen. Nay analysiert diese multiplen Verquickungen und setzt sie zugleich in Beziehung zu den historischen Vorläufern dieser nur teilweise neuartigen Vorstellung von Familie.
Yv E. Nay ist Postdoc-Fellow am Institute for Cultural Inquiry (ICI) Berlin und SNSF-Fellow am Gender Institute der London School of Economics and Political Science (LSE). Nay forscht und lehrt in den Bereichen Geschlechtertheorien, Queer Theory, Affekttheorien, Trans* Studies und Familienforschung.
| Erscheinungsdatum | 30.06.2017 |
|---|---|
| Verlagsort | Wien |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 130 x 200 mm |
| Einbandart | Paperback |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Soziologie ► Gender Studies |
| Sozialwissenschaften ► Soziologie ► Mikrosoziologie | |
| Sozialwissenschaften ► Soziologie ► Spezielle Soziologien | |
| Schlagworte | Deutschland • Europäische Geschichte • Gleichgeschlechtlich • LGBTQ • Österreich • rechtliche Anerkennung • Regenbogenfamilie • Regenbogenfamilie / Queere Familie • Schweiz • Sexualität, Partnerschaft und Gesellschaft, allgem • Soziale Diskriminierung und Gleichbehandlung • Soziologie: Familie und Beziehungen • Stiefkindadoption |
| ISBN-10 | 3-902902-51-5 / 3902902515 |
| ISBN-13 | 978-3-902902-51-1 / 9783902902511 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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