Die große Verwechslung
Pomaska-Brand (Verlag)
978-3-943304-76-3 (ISBN)
Ein der Norm angepasstes Geschlechterrollenverhalten wird mit Heterosexualität gleichgesetzt, ein abweichendes mit Homosexualität. Doch haben Geschlechtsidentität, Geschlechterrollenverhalten und sexuelle Orientierung überhaupt etwas miteinander zu tun? Oder gehen wir hier einer ganz großen Verwechslung auf den Leim?
Viele Menschen ignorieren die fließenden Übergänge sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität und definieren sich über eine eng gefasste Gruppenidentität, die keine Abweichung zulässt. Nicht nur das heterosexuelle, sondern auch das schwule/lesbische Selbstverständnis kann zur dogmatischen "Weltanschauung" mutieren und zur Diskriminierung oder Ausgrenzung "abweichender" Orientierungen führen. Dem entgegen stellt AlberTina Lang die Vision einer Freiheit, in der jeder Mensch seine individuelle Form der Identität und Sexualität lebt.
Ausgehend von einer Begriffsklärung und Begriffskritik beleuchtet die Autorin das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Autobiografische Erfahrungen nach ihrem Coming-Out als Transidentin geben den Hintergrund für eine Kritik an der Geschlechterrollenordnung und stellen die Alleingültigkeit des dualistischen Geschlechtermodells in Frage. An zahlreichen Beispielen macht sie die Willkür vieler geschlechtlicher Ein- und Zuordnungen deutlich. Eine Betrachtung der "großen Verwechslung" in den gegenwärtigen Musik- und Jugendkulturen sowie im (Männer-)Fußball mündet in die Frage: Hat sich das traditionelle männliche Rollenbild verschärft? Haben Männer einen Nachholbedarf in emanzipatorischer Rollenüberwindung?
Einige historische Ausführungen untersuchen und kommentieren die Beteiligung bedeutender Sexualwissenschaftler (Ulrich, Hirschfeld, Kinsey, Amendt, Haeberle) an der Entstehung, aber auch der Kritik der "großen Verwechslung". Die Autorin kann viele Fragen klären und einen Kreis schließen zwischen persönlicher Erfahrung und gesellschaftswissenschaftlicher Analyse.
AlberTina Lang wurde in Ludwigshafen am Rhein geboren. In Saarbrücken absolvierte sie ein Studium der Germanistik, Soziologie und Philosophie. Ein Schwerpunkt ihres Interesse ist die Gender-Forschung geworden. Die Autorin erlebt ihre eigene Transidentität im Spannungsfeld zwischen Geschlechterrollenzwängen und vorgegebenen Denk- und Sprachmustern, die das Trennende der Geschlechter betonen und ein verbindendes „Sowohl als auch“ nicht zulassen. Sie plädiert dagegen für Gefühl und Verstand, Rationalität und Spiritualität und für die Anerkennung der Gradverschiedenheiten und fließenden Übergänge in der Vielfalt der Geschlechtsidentitäten. AlberTina Lang, die sich mit einem geschlechteroffenen großen „T“ im Vornamen schreibt, möchte Brücken bauen und sieht sich heute als vermittelnde Instanz im „Geschlechterkrieg“. Dass sie gleichzeitig bereit ist, gegen jegliche Form von Geschlechterterror kompromisslos einzutreten, steht dazu nicht im Widerspruch.
| Erscheinungsdatum | 04.08.2016 |
|---|---|
| Verlagsort | Schalksmühle |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 140 x 205 mm |
| Gewicht | 320 g |
| Einbandart | kartoniert |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Soziologie ► Gender Studies |
| Sozialwissenschaften ► Soziologie ► Makrosoziologie | |
| Sozialwissenschaften ► Soziologie ► Spezielle Soziologien | |
| Schlagworte | Crossdressing, Androgynität • Geschlechterrolle / Geschlechterbeziehung • gesellschaftliche Gruppen • Gruppenidentität • Individosexualität • sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität • Transvestiten und Transsexuelle |
| ISBN-10 | 3-943304-76-0 / 3943304760 |
| ISBN-13 | 978-3-943304-76-3 / 9783943304763 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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