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Die Rettung der Welt

Entspannungspolitik im Kalten Krieg 1950-1991

(Autor)

Buch | Softcover
375 Seiten
2016
Campus (Verlag)
978-3-593-50616-6 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Die Rettung der Welt - Wilfried Loth
CHF 48,95 inkl. MwSt
Im Kalten Krieg standen sich sowjetkommunistische Parteidiktaturen und westliche Demokratien unversöhnlich gegenüber. Zugleich mussten die Verantwortlichen beider Seiten darauf bedacht sein, einen Krieg zu verhindern - denn er wäre mit Atomwaffen geführt worden und hätte mit der Vernichtung der Menschheit zu enden gedroht. Bemühungen zum Abbau der Konfrontation, zur Sicherung einer friedlichen Austragung des Systemgegensatzes und zur Stärkung der Kooperation zwischen Ost und West gab es daher seit Beginn des Ost-West- Konflikts, immer wieder unterbrochen von Spannungsschüben, von Abkapselung und Verhärtung. Auf der Grundlage neuer Quellen verdeutlicht Wilfried Loth, wie die Entspannungspolitik zur Überwindung des Kalten Kriegs und zum Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums führte. Er zeigt die Mechanismen auf, die den Abbau des Eisernen Vorhangs ermöglichten, und analysiert das Handeln der wesentlichen Akteure dieses weltgeschichtlichen Konflikts.
Im Kalten Krieg standen sich sowjetkommunistische Parteidiktaturen und westliche Demokratien unversöhnlich gegenüber. Zugleich mussten die Verantwortlichen beider Seiten darauf bedacht sein, einen Krieg zu verhindern - denn er wäre mit Atomwaffen geführt worden und hätte mit der Vernichtung der Menschheit zu enden gedroht. Bemühungen zum Abbau der Konfrontation, zur Sicherung einer friedlichen Austragung des Systemgegensatzes und zur Stärkung der Kooperation zwischen Ost und West gab es daher seit Beginn des Ost-West- Konflikts, immer wieder unterbrochen von Spannungsschüben, von Abkapselung und Verhärtung. Auf der Grundlage neuer Quellen verdeutlicht Wilfried Loth, wie die Entspannungspolitik zur Überwindung des Kalten Kriegs und zum Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums führte. Er zeigt die Mechanismen auf, die den Abbau des Eisernen Vorhangs ermöglichten, und analysiert das Handeln der wesentlichen Akteure dieses weltgeschichtlichen Konflikts, der noch bis in unsere Gegenwart nachwirkt.

Wilfried Loth ist emeritierter Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Duisburg-Essen.

Inhalt
Prolog: Helsinki, 1. August 19759
1.Koreakrieg und Stalin-Noten21
Aufrüstung in West und Ost22
Die Note vom 10. März 195227
Die Reaktion des Westens35
Stalins Wende37
2.Tauwetter und Blockbildung43
Berijas Pläne43
Churchills Initiative49
Ulbrichts Rettung51
Das Ende der Provisorien57
3.Entspannung im Kalten Krieg69
Der "Geist von Genf"70
Abrüstung und Wiedervereinigung74
Das Berlin-Ultimatum85
Von Camp David nach Paris91
4.Chruschtschow und Kennedy97
Der Weg zum 13. August98
Fragmentarischer Dialog105
Das Kuba-Abenteuer111
Heißer Draht und Teststoppabkommen121
5.Visionen auf dem Weg127
Von Chruschtschow zu Breschnew127
Vietnam-Krieg und Wettrüsten132
De Gaulle und die deutsche Frage137
Prager Frühling und Breschnew-Doktrin144
6.Die Zeit der Verträge151
Brandts Weg nach Moskau151
Berlin-Regelung und SALT-Vertrag160
Entspannung in Aktion166
Erste Rückschläge173
7.Der Niedergang der Entspannung181
Jackson, Helsinki und Angola181
Von Ford zu Carter187
Der Gipfel von Wien194
Entspannung in Europa200
Der Entschluss zur "Nachrüstung"205
8.Dunkle Zeiten213
Einmarsch in Afghanistan214
Carters Kurswechsel217
Reagan und die Friedensbewegung222
Deutsch-deutscher Dialog und Polen-Krise229
Das Ende der Verhandlungen239
9.Das Ende des Kalten Krieges245
Das neue Denken245
Schwieriger Start250
Gorbatschows Offensive254
Durchbruch in Washington259
Kooperation und Perestroika264
10.Revolutionen und Friedensschlüsse275
Die Auflösung der sowjetischen Parteidiktatur275
Die Demokratisierung der "Volksdemokratien"280
Die deutsche Wiedervereinigung286
Friedensregelungen295
Der Zerfall der Sowjetunion298
Bilanz: Die Angst und die Wege der Freiheit309
Nachwort315
Anmerkungen317
Abkürzungen347
Quellen und Literatur349
Personenregister365
Sachregister371

»In Zeiten, in denen intensiv darüber diskutiert wird, ob der Begriff Kalter Krieg das gegenwärtige Verhältnis zwischen dem Westen und Russland angemessen beschreibe, kommt dieses Buch gerade recht. [...] Loth [erzählt] elegant und mit vielen anschaulichen und prägnanten Zitaten wichtiger Akteure.« Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung, 05.12.2016»Wilfried Loth [ist] einer der besten Kenner des Kalten Krieges« Gregor Schöllgen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2016»Wilfried Loth [hat] ein relevantes, lesenswertes Buch zur Entspannungspolitik geschrieben. Es legt die postrevisionistische Interpretation des Kalten Krieges, nach der dieser Epochenkonflikt vor allem von Fehlperzeptionen angetrieben worden sei, nochmals prägnant dar.« Arvid Schors, H-Soz-Kult, 17.01.2017»Insgesamt eine dichte, fundierte und interessante Darstellung, die sehr empfohlen werden kann.« Rolf Badstübner, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 24.04.2017»Loths Buch ist eine gelungene Zusammenfassung der Geschichte der Entspannungspolitik im 20. Jahrhundert, die sowohl interessante Fakten aus den Beziehungen zwischen Ost und West neu aufbereitet als auch den Kalten Krieg in eine weltpolitische Dimension stellt.« Detlef Nakath, Neues Deutschland, 19.10.2016»Ein aufschlussreiches, spannendes Buch.« Johannes Loy, Westfälische Nachrichten, 11.05.2017

»In Zeiten, in denen intensiv darüber diskutiert wird, ob der Begriff Kalter Krieg das gegenwärtige Verhältnis zwischen dem Westen und Russland angemessen beschreibe, kommt dieses Buch gerade recht. […] Loth [erzählt] elegant und mit vielen anschaulichen und prägnanten Zitaten wichtiger Akteure.« Werner Bührer, Süddeutsche Zeitung, 05.12.2016

»Wilfried Loth [ist] einer der besten Kenner des Kalten Krieges« Gregor Schöllgen, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2016

»Wilfried Loth [hat] ein relevantes, lesenswertes Buch zur Entspannungspolitik geschrieben. Es legt die postrevisionistische Interpretation des Kalten Krieges, nach der dieser Epochenkonflikt vor allem von Fehlperzeptionen angetrieben worden sei, nochmals prägnant dar.« Arvid Schors, H-Soz-Kult, 17.01.2017

»Insgesamt eine dichte, fundierte und interessante Darstellung, die sehr empfohlen werden kann.« Rolf Badstübner, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 24.04.2017

»Loths Buch ist eine gelungene Zusammenfassung der Geschichte der Entspannungspolitik im 20. Jahrhundert, die sowohl interessante Fakten aus den Beziehungen zwischen Ost und West neu aufbereitet als auch den Kalten Krieg in eine weltpolitische Dimension stellt.« Detlef Nakath, Neues Deutschland, 19.10.2016

»Ein aufschlussreiches, spannendes Buch.« Johannes Loy, Westfälische Nachrichten, 11.05.2017

Prolog: Helsinki, 1. August 1975
Die Zeremonie dauerte 17 Minuten. Am 1. August 1975, nachmittags kurz nach 17 Uhr Ortszeit, unterzeichneten 35 Staats- und Regierungschefs aus Europa, den USA und Kanada in der Finlandia-Halle im Zentrum von Helsinki die Schlussakte der "Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa", in einer Kurzformel KSZE genannt. Da das Protokoll die Delegationsleiter in alphabetischer Reihenfolge nach der französischen Bezeichnung der Teilnehmerländer platziert hatte, an einem langen, leicht gerundeten Tisch gegenüber dem Auditorium, leisteten die Repräsentanten der beiden deutschen Staaten ("Allemagne") als erste ihre Unterschrift, zunächst Bundeskanzler Helmut Schmidt und dann der Erste Sekretär der SED, Erich Honecker. Weiter ging es mit US-Präsident Gerald Ford ("Amérique") und dem österreichischen Bundeskanzler Bruno Kreisky ("Autriche"). Während ein Regierungschef nach dem anderen das in grünes Leder gebundene, 100 Seiten umfassende Dokument unterschrieb, jeder auf einer neuen Seite, herrschte im Saal gespannte Stille, unterlegt vom Blitzlichtgewitter der Fotografen. Nachdem als letzter der jugoslawische Präsident Josip Broz Tito ("Yougoslavie") seinen Namen unter das Dokument gesetzt hatte, erklärte der gastgebende finnische Staatspräsident Urho Kekkonen den Unterzeichnungsakt für beendet. Die Delegierten erhoben sich von ihren Sitzen, lang anhaltender Beifall setzte ein, dann schloss Kekkonen die Konferenz mit einem Appell an die Teilnehmerstaaten, die in der Schlussakte festgehaltenen Absichtserklärungen auch in die Tat umzusetzen.
Damit fand ein Unternehmen seinen vorläufigen Abschluss, auf das die Sowjetunion lange Jahre vergeblich hingearbeitet hatte. Im Januar 1954 hatte der damalige sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow zum ersten Mal eine Europäische Sicherheitskonferenz vorgeschlagen, die eine Lösung der Streitfragen europäischer Sicherheit auf der Grundlage des Status quo der Nachkriegsordnung bringen sollte. 1965 hatte der Warschauer Pakt dazu aufgefordert, in einer gemeinsamen Konferenz "Maßnahmen zu erörtern, die die kollektive Sicherheit in Europa gewährleisten".1 1966 hatte er seinen Vorschlag mit Anregungen zum Rückzug der Militärbündnisse sowie zur wissenschaftlichen, technologischen und kulturellen Zusammenarbeit verbunden. 1969, im "Budapester Appell" des Politisch-Beratenden Ausschusses der Warschauer Pakt-Staaten, war betont worden, dass diese Zusammenarbeit der europäischen Staaten "unabhängig von ihrer Gesellschaftsordnung" und "auf der Grundlage der Gleichberechtigung, der Achtung der Unabhängigkeit und der Souveränität der Staaten"2 erfolgen solle.
Der Westen hatte sich zu einer solchen Konferenz aber erst bereitgefunden, nachdem die Bundesrepublik Deutschland in den Verträgen von Moskau und Warschau 1970 den Verzicht auf Gewaltanwendung und die Anerkennung der Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen in Europa mit der Sowjetunion und der Volksrepublik Polen bilateral geregelt hatte und 1971 auch eine Berlin-Regelung gefunden worden war, die den Status quo der westlichen Enklave inmitten der DDR sicherte. Außerdem hatten die Westmächte durchgesetzt, dass über einen zentralen Aspekt der europäischen Sicherheit separat verhandelt wurde: die Reduzierung der Truppenbestände in Mitteleuropa, über die die betroffenen Staaten der NATO und des Warschauer Pakts seit 1973 auf der Konferenz über "Mutual Balanced Force Reduction" (MBFR) in Wien verhandelten.
Als die Tagesordnung der KSZE im Winter 1972/73 festgelegt wurde, hatten die Westmächte darüber hinaus erreicht, dass nicht nur Fragen der Sicherheit und der Zusammenarbeit im wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und technischen Bereich behandelt wurden, sondern auch Fragen der Freizügigkeit, der Erleichterung der Kontaktmöglichkeiten zwischen Ost und West, humanitäre Probleme und eine Verbesserung des Informationsflusses. In dem Schlussdokument, das den Staats- und Regierungschefs im Sommer 1

Erscheinungsdatum
Verlagsort Weinheim
Sprache deutsch
Maße 142 x 214 mm
Gewicht 470 g
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Schlagworte Abrüstung • Atomares Wettrüsten • Aufrüstung • Belarus • Blockbildung • Bundesrepublik • DDR • Deutsche Demokratische Republik • Deutschland • Entspannung (Politik) • Entspannungspolitik • Frankreich • Friedensbewegung • Großbritannien • Helsinki-Prozess • Kalter Krieg • Konflikt • Koreakrieg • Krieg • KSZE • Nachrüstung • Ostblock • Ostpolitik • Ostverträge • Ost-West-Konflikt • Russland • Rüstung • Sowjetunion • UdSSR • Ukraine • USA • Vereinigte Staaten • Weißrußland • Zeitgeschichte nach 1945
ISBN-10 3-593-50616-5 / 3593506165
ISBN-13 978-3-593-50616-6 / 9783593506166
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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