Lernstrategien im Fernstudium
Diplomica (Verlag)
978-3-95850-501-8 (ISBN)
In engem Zusammenhang mit der Selbstregulation des Lernens steht auch das Wissen über und der Einsatz von Lernstrategien. Um neues Wissen aufnehmen und erfolgreich selbstreguliert lernen zu können, ist daher ein Repertoire an Lernstrategien notwendig, das auch adäquat eingesetzt werden kann. In der vorliegenden Arbeit wird der Fokus auf die Untersuchung von Lernstrategien während des Fernstudiums - also im Rahmen des selbstregulierten Lernens - gelegt, um einen Beitrag zur Förderung, Entwicklung und Vermittlung von Selbstregulationskompetenzen der Studierenden zu leisten und dadurch die notwendige Voraussetzung für lebenslanges Lernen zu schaffen.
Zu diesem Zweck wird eine Umfrage zur Erhebung von Lernstrategien in Hinblick auf Muster selbstregulierten Lernens im Fernstudium untersucht.
Textprobe:
Kapitel 1, Selbstreguliertes Lernen (SRL):
Der rasche Wandel - verbunden mit schnellem technischen Fortschritt, Globalisierung und wachsender Informationsflut - stellen den Menschen vor immer neue Herausforderungen und verlangen die stetige Bereitschaft zur Weiterentwicklung und beruflichen Qualifizierung. Diese Umstände weisen der Selbstlernfähigkeit der Menschen eine entscheidende Bedeutung zu und zeigen die Notwendigkeit lebenslangen Lernens (LLL) auf. Lernende sollten ihren Wissenstand nicht mehr ausschließlich über die Vermittlung von Experten erweitern, sondern sich eigenverantwortlich neue Wissensinhalte erarbeiten (Pickl, 2004), um ihr Wissen, ihre Fähigkeiten sowie Qualifikationen stets aktuell zu halten. Im individuellen Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt werden in erster Linie jenen Personen Chancen auf dem Arbeitsmarkt eingeräumt, die die Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen (SRL) besitzen.
Bereits der Schule kommt dabei die entscheidende Aufgabe zu, jene Kompetenzen und Fähigkeiten der Schüler zu fördern, die die Voraussetzung für selbstreguliertes Lernen darstellen. Die Ergebnisse der von der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) im Jahr 2003 durchgeführten PISA-Studie (Programm for International Student Assessment) legen nahe, dass das nur mittelmäßige Abschneiden der deutschen Schüler auf mangelnde Selbstregulationskompetenzen zurückgeführt werden kann (OECD, 2004). Als Konsequenz des mangelhaft gelegten Fundaments muss auch von schwach ausgeprägten Selbstlernkompetenzen von Studierenden ausgegangen werden. Aber gerade bei Lernenden im tertiären Sektor - insbesondere im DistancE-Learning - wird die Fähigkeit zur Selbstregulation erwartet und vorausgesetzt (Schmitz, 2001).
Aber was genau ist nun unter dem Begriff selbstreguliertes Lernen zu verstehen? 1.1, Begriffsbestimmung:
Der Begriff selbstreguliertes Lernen (SRL) wird sehr heterogen verwendet. Die Begriffe selbstorganisiertes Lernen , selbstbestimmtes Lernen und selbstgesteuertes Lernen sind nicht genau davon abgegrenzt und werden teilweise synonym verwendet (vgl. Boekaerts, 1999; Friedrich & Mandl, 1997; Schmitz, 2006).
Nach Weinert (1982) werden Lernformen als selbstgesteuert bezeichnet, bei denen der Handelnde die wesentlichen Entscheidungen, ob, was, wann, wie und woraufhin erlernt, gravierend und folgenreich beeinflussen kann (Weinert, 1982, S. 102).
Auch Schiefele und Pekrun (1996) betonen die Selbstständigkeit des Lernens: Selbstreguliertes Lernen ist eine Form des Lernens, bei der die Person in Abhängigkeit von der Art ihrer Lernmotivation selbstbestimmt eine oder mehrere Selbststeuerungsmaßnahmen (kognitiver, metakognitiver, volitionaler oder verhaltensmäßiger Art) ergreift und den Fortgang des Lernens selbst überwacht (Schiefele & Pekrun, 1996, S. 258).
Boekaerts (1999) versteht unter SRL die Aneignung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Einstellungen, welche von einem Lernkontext in den anderen sowie von einer Lernsituation in den Kontext von Freizeit und Arbeit transferiert werden können. Sie verknüpft dabei SRL eng mit dem Bereich der Lernstrategien.
Das selbstregulierte Lernen nach Zimmerman (2000) bezieht sich auf eigenständig entwickelte und geplante Gedanken, Gefühle sowie Handlungen einer Person, die zur Erreichung von persönlichen Zielen in regelmäßigen Zeitabständen angepasst werden. Er untersucht dabei die Bedeutung der Motivation.
Die OECD (2000) versteht unter SRL die Fähigkeit, Wissen, Fertigkeiten und Einstellungen zu entwickeln, die zukünftiges Lernen fördern und erleichtern und vom ursprünglichen Lernkontext auf andere Lernsituationen übertragen werden können. Selbstreguliertes Lernen wird dabei als ein zielorientierter Prozess des aktiven und konstruktiven Wissenserwerbs aufgefasst, bei dem kognitive und motivational-emotionale Komponenten eine bedeutende Rolle einnehmen.
| Zusatzinfo | m. 18 Abb. |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 155 x 221 mm |
| Gewicht | 5 g |
| Themenwelt | Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Erwachsenenbildung |
| Schlagworte | E-Learning • Fernstudium • Lernverhalten |
| ISBN-10 | 3-95850-501-5 / 3958505015 |
| ISBN-13 | 978-3-95850-501-8 / 9783958505018 |
| Zustand | Neuware |
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