Forschen im Feld der Alphabetisierung und Grundbildung. Ein Werkstattbuch (eBook)
247 Seiten
Waxmann Verlag GmbH
978-3-8309-7463-5 (ISBN)
Mit der Frage, was aus (ehemaligen) Teilnehmerinnen und Teilnehmern an Alphabetisierungskursen geworden ist, welche möglichen Veränderungen sich mit dem Besuch eines Alphabetisierungskurses für die Alltags- und Lebensbewältigung ergeben, wie sie diese Veränderungen selbst wahrnehmen, inwiefern von einer „Nachhaltigkeit“ der Kurse gesprochen werden kann, setzt sich die „Verbleibsstudie“ auseinander, in der fünf Teilprojekte in qualitativen wie quantitativen Zugängen die aktuelle Lebenssituation von Kursteilnehmer/innen erhoben und analysiert haben. In diesem Band gewähren sie einen reflektierten, teilweise selbstkritischen und mehrperspektivischen Einblick in die konkrete Forschungspraxis. Neben der Beschreibung des Feldzugangs und der dabei aufgetretenen Schwierigkeiten gibt es umfassende Beschreibungen zur Lebenslage von Kursteilnehmenden, zur Akzeptanz diagnostischer Instrumentarien sowohl bei Kursleitenden als auch -teilnehmenden, zur biographischen Bedeutsamkeit des Kursbesuchs, zum Zusammenhang zwischen Kursbesuch und Lernfortschritten, zum Einfluss regionaler Besonderheiten sowie Überlegungen zur Umsetzung der Erkenntnisse in der Alphabetisierungspraxis.
Das Buch wendet sich an Erziehungswissenschaftler/innen und Praktiker/innen, die im Feld der Alphabetisierung/Grundbildung tätig sind.
An der Verbleibsstudie sind folgende Partner beteiligt:
Humboldt-Universität zu Berlin/TNS Infratest Sozialforschung München, Leibniz Universität Hannover, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, Universität Hamburg/TU Chemnitz, Deutscher Volkshochschulverband e.V. Bonn
Inhalt 6
Forschen im Feld der Alphabetisierung und Grundbildung – zur Einführung in das Werkstattbuch 10
1. Zur Konzeption und Zielsetzung des Werkstattbuchs 10
2. Zum Aufbau des Werkstattbuches 12
3. Ausblick 18
I Akzeptanzstudie im Hinblick auf eine erwachsenengerechte Diagnostik 20
Akzeptanz von Diagnostik in Grundbildungskursen der Volkshochschulen 22
1. Einbettung der Akzeptanzstudie in die Verbleibsstudie 22
2. Theoretische und empirische Zugriffe zu Literalität und Alpha-Levels 23
3. Kompetenz und Kompetenzdiagnostik: Mündigkeitsorientierter Kompetenzbegriff 26
4. Diagnostik und ihre Akzeptanz: ein polarisiertes Feld 27
5. Einsatzfelder von Diagnostik in der Erwachsenenbildung 29
6. Forschungsfeld: Kursleiter/innen-Befragung (n=212) 30
7. Gegenargumente gegen die Studie 30
8. Fazit: dreifache Überzeugungsaufgabe 32
Literatur 33
Diagnostik nicht ohne Kursleiter/innen 36
Einleitung 36
1. Warum eine Kursleiter/innen-Befragung an deutschen Volkshochschulen? 36
2. Theoretische Vorüberlegungen zu den Begriffen Diagnostik und Akzeptanz 37
3. Partizipative Konstruktion des Fragebogens 43
4. Erhebung der Daten 44
5. Bevorzugte Diagnostik von VHS-Kursleiter/inne/n 46
6. Rückblick 51
Literatur 52
Deskriptive Ergebnisse der Akzeptanzstudie: Die Kursleiter/innen-Befragung 54
1. Diagnostik und Berufserfahrung: Wie viele Jahre haben Sie insgesamt bislang als Kursleiter/in in der Alphabetisierung gearbeitet? 54
2. Diagnostik im Verhältnis zur Kurssingularität, Kurspluralität und Kurskumulation: Wie viele Alphabetisierungskurse geben Sie in diesem Semester? 54
3. Diagnostik im Verhältnis zur Teilnehmendenzahl: Und wie viele Teilnehmer/innen unterrichten Sie in Ihren Alphabetisierungskursen in diesem Semester insgesamt? 55
4. Durchführung und Planung von Diagnostik: Haben Sie bei den Teilnehmer/inne/n in Ihren Alphabetisierungskursen in diesem Semester bereits Lernstandsdiagnostik durchgeführt bzw. haben Sie das noch vor? 55
5. Ergebnisverbleib bzw. Datenhoheit bei der Diagnostik: Nachdem Sie die Lernstandsdiagnosen durchgeführt haben, wo verbleiben die Ergebnisse? 56
6. Einstellungsakzeptanz: Wie ist Ihre Meinung zum Einsatz von Lernstandsdiagnostik? 56
7. Bekanntheit und Einsatz diagnostischer Instrumente: Bitte geben Sie für jedes der aufgelisteten Instrumente an, ob Sie es einsetzen, ob Sie es kennen, aber nicht einsetzen oder ob es Ihnen nicht bekannt ist 57
8. Alternative Diagnostik: Führen Sie, abgesehen von den in der letzten Frage aufgezeichneten Diagnostikinstrumenten, Lernstandsdiagnosen vielleicht auf eine andere Art und Weise durch? 58
9. Gründe der Ablehnung und Zustimmung: Bitte geben Sie an, ob die folgenden Aspekte zum Einsatz von Diagnosematerial auf Sie voll und ganz, eher, eher nicht oder gar nicht zutreffen (1=trifft voll zu, 4= trifft überhaupt nicht zu) 59
10. Einsetzbarkeit der Ergebnisse von Diagnostik: Denken Sie nun einmal daran, wie die Ergebnisse von Lernstandsdiagnostik verwendet werden sollten (Skala: 1=sehr wichtig, 4=völlig unwichtig, Angaben in Klammern sind Mittelwerte) 59
11. Sind Sie in dieser Volkshochschule … (es folgt eine Aufzählung der Beschäftigungsformen) 60
12. Haben Sie einen oder mehrere der folgenden beruflichen Abschlüsse? 60
13. Haben Sie eine oder mehrere pädagogische Ausbildungen? 60
14. Haben Sie schon einmal an einer Weiterbildung zum Thema „Lernstandsdiagnostik“ teilgenommen? 61
15. Bitte geben Sie zuletzt noch Alter und Geschlecht an 61
Literatur 61
‚E.DI-regional‘ – ein Werkstattbericht über forschungsspezifische Annäherungen an regionale Besonderheiten 64
1. Auf dem Weg zu zeithistorischen und dialektalen Besonderheiten in den Regionen 65
2. Regionale Besonderheiten 71
Literatur 75
II AlphaPanel: Studie zur Lebenssituation bei Teilnehmenden an Grundbildungskursen 78
AlphaPanel: Repräsentative Befragung von Teilnehmenden in Alphabetisierungskursen 80
1. Vorbemerkung 80
2. Abgrenzung der Zielpersonengruppe für Panelwelle 1 im AlphaPanel 81
3. Vorgehen bei der Befragung: Konzeption der Kontaktaufnahme mit den Zielpersonen 82
4. Stichprobe der Panelwelle 1 im AlphaPanel 85
5. Zusammenfassung 88
Literatur 88
Lernende Analphabetinnen und Analphabeten 90
1. Alphabetisierung ist keineswegs nur ein Problem von Personen mit Migrationshintergrund 92
2. Die Teilnahme an Alphabetisierungskursen erstreckt sich meist über längere Zeit, häufig über mehrere Jahre 92
3. Das Ausgangsniveau der Lese- und Schreibfähigkeiten bei Eintritt in den Kurs ist breit gestreut 92
4. Der Kursbesuch erfolgt überwiegend aus freien Stücken 93
5. Die Altersstruktur der Kursteilnehmenden hat ihren Schwerpunkt in den mittleren Altersgruppen 93
6. Unter den Kursteilnehmenden sind etwas mehr Männer als Frauen 94
7. Bei jedem zweiten Kursteilnehmenden gibt es einen Hintergrund der Lese- und Schreibschwäche, in dem gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Behinderungen eine Rolle spielen 94
8. Die Kursteilnehmenden sind in der überwiegenden Mehrzahl ehemalige Sonderschüler/innen 94
9. Nur eine Minderheit der Kursteilnehmer/innen verfügt über eine berufliche Ausbildung 95
10. Ein unerwartet hoher Anteil der Kursteilnehmer/innen war oder ist erwerbstätig 95
11. Das Arbeitsplatzprofil: überwiegend niedrige Qualifikationsanforderungen und Einkommen 96
12. Die mangelnde Lese- und Schreibfähigkeit führt zu erheblichen Einschränkungen der Handlungsmöglichkeiten im Alltag 96
13. Die private Situation der Kursteilnehmenden ist relativ häufig dadurch gekennzeichnet, dass sie allein leben 97
14. Unter den Motiven für eine Kursteilnahme spielen neben konkreten berufs- und alltagsbezogenen Zielen allgemeinere Bedürfnisse persönlicher Entfaltung eine wichtige Rolle 98
15. Die Kursteilnehmer/innen entwickeln eine hohe Bindung an den Kurs 98
Resümee und Ausblick 98
Literatur 100
Berufliche und soziale Teilhabe funktionaler Analphabetinnen und Analphabeten 102
Vorbemerkungen zur Stichprobe 102
1. Schul- und Berufswege funktionaler Analphabet/inn/en 102
2. Zur sozialen Lebenssituation der Kursteilnehmer/innen 104
3. Zur Kursteilnahme 107
4. Zusammenfassung und Ausblick 110
Literatur 111
Retrospektive Deutungen von Brüchen im Schriftspracherwerb 112
1. Analphabetismus/Illiteralität – Annäherungen an einen Forschungsgegenstand 113
2. Lese-Rechtschreib-Störung (LRS) – Begriffsbestimmung und konstitutive Merkmale 116
3. Theorien zum Schriftspracherwerb und mögliche Störungen des Prozesses 116
4. Ursachen der Lese-Rechtschreib-Störung und mögliche Zusammenhänge mit Analphabetismus 118
5. Prävalenz, Komorbidität und Prognose der Lese-Rechtschreib- Störung 119
6. Ausgewählte Befunde zur Gruppe der erwachsenen Lernenden mit LRS aus dem AlphaPanel 120
7. Beschreibung der Gruppe mit LRS/Legasthenie aus dem AlphaPanel 121
8. Schul- und Arbeitsbiografisches und Kursteilnahme 121
Literatur 124
III Interdependenzen von Schriftsprachkompetenz und Aspekten der Lebensbewältigung 128
Die qualitative Basisbefragung der Interdependenzstudie 130
1. Fragestellung und Untersuchungsdesign der Interdependenzstudie 130
2. Alphabetisierungskurse als Forschungsfeld 131
3. Methodische Vorarbeiten zum Feldzugang 133
4. Feldzugang 134
5. Analyse ausgewählter sozialstatistischer Daten 137
6. Fazit 140
Literatur 141
Förderdiagnostische Verfahren im Bereich der Schriftsprache als Reflexionsinstrumente 144
1. Förderdiagnostische Verfahren als Grundlage einer dialogischen Diagnostik 144
2. Der Einsatz der Hamburger Schreibprobe als Reflexionsinstrument 145
3. Darstellung und Erläuterung zweier Fallbeispiele 149
4. Hinweise zur Förderung und Vorteile für Lerner/innen und Lehrer/innen 158
Literatur 160
Veränderungen der Schriftsprachverwendung durch die Teilnahme an VHS-Kursen 162
1. Einleitung 162
2. Methodische Vorüberlegungen zur Auswertung der Interviews 162
3. Exemplarische Darstellung eines Kategorienbaumes 165
4. Subjektiv erlebte Veränderungen durch die Kursteilnahme – Zusammenfassung der Hypothesen 170
Literatur 173
IV Qualitative Biographiestudie zur Lebenssituation (ehemaliger) Teilnehmerinnen und Teilnehmer 174
Kurs ohne Übergang? Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Alphabetisierungskursen 176
1. Qualitative Verbleibsstudie: Forschungsfrage und Erkenntnisinteresse 176
2. Der Alphabetisierungskurs als Ausgangspunkt für Forschung 177
3. Der Alphabetisierungskurs als biographische Konstante 178
4. Interviews mit (ehemaligen) Teilnehmenden an Alphabetisierungskursen – zur Sampling-Strategie der qualitativen Verbleibsstudie 180
5. „Dauerteilnehmer/innen“, Rückkehrer/innen und Medienprofis – aktuelle und ehemalige Teilnehmer/innen an Alphabetisierungskursen 181
6. Die Nach-Kurs-Zeit als (fast) blinder Fleck 189
Literatur 189
Zwischen Prominenz und Passivität – Reflexionen zur Interviewsituation 192
1. Die Interviewerhebung am Kursort 193
2. Das Interview als teilnehmende Beobachtung 194
3. Die Erwartungshaltung der Befragten 195
4. Der Erstkontakt zwischen Interviewerin und Erzählperson 197
5. Die passiven Erzählpersonen 198
6. Die prominenten Erzählpersonen 200
7. Abschließende Überlegungen 202
Literatur 203
„Also das lass ich mir dann auch nicht nehmen“ – der Fall „Martha“ 204
1. Projektbeschreibung 204
2. Forschungsdesign des Teilprojekts Qualitative Biographiestudie 205
3. Rekonstruktion der Fallgeschichte „Martha“ 209
Literatur 214
Alphabetisierung als Feld der Erwachsenenbildung? 216
1. Einleitung 216
2. Felderfahrungen und erste Datenanalyse als Ausgangspunkt unserer Überlegungen zur Kursleiter/in-Teilnehmer/innen-Beziehung 217
3. Die pädagogische Beziehung und ihre Implikationen im professionellen Handeln 219
4. Fazit und Ausblick 224
Literatur 225
V Alphabetisierung und biographische Entwicklung – Praxisentwicklung auf der Grundlage empirischer Erkenntnisse 226
„Biographisches Arbeiten in der Grundbildung“ 228
1. Biographisches Arbeiten – zwei Konzepte 229
2. Über den Umgang mit der individuellen Biographie funktionaler Analphabet/inn/en: ein Problemaufriss 231
3. Die Kursleitenden-Fortbildung „Biographisches Arbeiten in der Grundbildung“ 234
Literatur 236
Die Volkshochschulen, der Forschungstransfer und das Recht auf Alphabetisierung 238
Autorinnen und Autoren 244
| Sprache | deutsch |
|---|---|
| Themenwelt | Geisteswissenschaften |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Erwachsenenbildung | |
| ISBN-10 | 3-8309-7463-9 / 3830974639 |
| ISBN-13 | 978-3-8309-7463-5 / 9783830974635 |
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