Palästina
Zambon Verlag & Vertrieb
978-3-88975-156-0 (ISBN)
InhaltsverzeichnisVorwort des Verlegers1. Der Ort2. Die ältere Geschichte3. Die osmanische Zeit 4. Die zionistische Einwanderung Die Zukunft der JudenPalästina und der Zionismus - Die Ansichten der englischen Juden Die angekündigte TragödieAbschließende Empfehlungen der King-Crane-Kommission zu PalästinaDie Bodenlegende 5. Widerstand und Revolte der Palästinenser gegen die Besatzung 6. Der Volksaufstand 1936-19397. Die zionistische Enklave Haj Amin al-HusseiniDie Praxis des Terrorismus8. Der Teilungsplan 9. NakbaDeir YassinGeschichten einzelner DörferDie ethnische Säuberung in Palästina (1948-1949)Der Ursprung des FlüchtlingsproblemsRamla und LyddaErinnerungen an eine verlorene KindheitEine beispielhafte Geschichte10. Auswirkungen der NAKBADie Besetzung Gazas 195611. Ganz Palästina besetzen 1967 - Nach dem Krieg am JordanMythen zum SechstagekriegDie Palästinensische Nationalcharta 1968Rede von George Habbash vor amerikanischen, englischen und deutschen Journalistenim Hotel Jordan in Amman, 12. Juni 1970Bertrand Russell: Gegen die Scheinheiligkeit12. Die IntifadaWie die Intifada begannUnabhängigkeitserklärung des Staates Palästina 15. November 198813. Nach Madrid14. Von der Gründung der PA bis zur zweiten Intifada Wie die Mossad es schafft, palästinensische Informanten zu gewinnen Absolutes Verbot Folter und Misshandlungen an palästinensischen GefangenenB'Tselem- und HaMoked-Bericht (Mai 2007)15. Aufteilen und annektieren. Der Sieg der Hamas 16. Vom Angriff auf Libanon bis zum angriff auf Gaza Blockaden, Checkpoints, Absperrungen: das tägliche LebenGaza Juli 2009: Der Herd der Katastrophe glüht weiterhinBibliographische Hinweise ANHANGI Ein weiteres Opfer des Zionismus: Das internationale Recht.Israel: Kann ein ethnischer/konfessioneller Staat demokratisch sein?II Die Kolonisierung der GebieteIII Das Wasserproblem IV Die Friedensstifter und ihre FeindeV Jüdische StimmenA) Die jüdische Opposition in Israel und in der Diaspora gegen die Unterdrückung der Palästinenser B) Löscht den Namen meines Grossvaters in Yad VashemC) Philosemitische Deutsche und "antisemitische" Juden? D) Wir feiern den Geburtstag Israels nichtE) Zorn und Hoffnung F) Sie haben mir einen Stern gestohlen
VORWORT DES VERLEGERS Der vorliegende fünfte Band der Reihe “Verbrechen gegen die Menschlichkeit” ist im Anschluss an die vorhergehenden, die in chronologischer Reihenfolge die Themen Auschwitz, Hiroschima, Vietnam und Lateinamerika behandelten, nun Palästina gewidmet. Die Entscheidung, Palästina in eine Reihe aufzunehmen, die mit Auschwitz beginnt, war für uns nicht einfach. Einige Leser werden, und dies in gutem Glauben, mit unserer Wahl nicht einverstanden sein. In der Tat ist ein Teil der öffentlichen Meinung geneigt, jedes von Israel begangene Verbrechen (Vertreibungen, Enteignungen von Häusern, Grund und Boden, Massenexekutionen, Gefängnisstrafe für zehntausende Palästinenser)* im Namen eines durchaus gerechtfertigten Schuldgefühls hinzunehmen, das jeder in Europa angesichts der furchtbaren Verbrechen, die der Nazifaschismus an den Juden begangen hat, hegen sollte. Die fast automatische Solidarität mit Israel ist jedoch kein spontaner Akt. Sie wird von einer Propaganda erzeugt, mit der die verschiedenen Medien die Bürger überhäufen. Sie basiert zudem keineswegs auf vernünftigen politischen und ethischen Überlegungen, die allein zu gerechten Entscheidungen führen können, sondern auf emotionalen und nicht selten interessengeleiteten Entscheidungen. Aufgrund einer skurrilen Ironie der Geschichte sind es heute gerade dieselben ökonomischen Kräfte, welche in der Vergangenheit die kriminellen Unternehmungen des Faschismus unterstützt hatten, die jetzt enthusiastisch und widerspruchslos die Rolle des „Philosemiten“ spielen und den Staat Israel durch eine unablässige und betäubende Kampagne der von ihnen kontrollierten Medien unterstützen. Es soll ins Gedächtnis gerufen werden, dass gerade diese fragwürdigen Herren in den 1930er Jahren den Nationalsozialisten grünes Licht zu ihren rassischen Verfolgungsprogrammen gegeben hatten und als Gegenleistung das Versprechen, ihre Privilegien zu verteidigen und „die Kommunisten auszulöschen“, erhielten. Der Gedanke, dass die Palästinenser keinerlei Verantwortung für die nationalsozialistische Vernichtung tragen, müsste zu der unmittelbaren Schlussfolgerung führen, dass man sie nicht für die vom Nationalsozialismus in Europa begangenen Verbrechen bezahlen lassen darf. Die nach Palästina ausgewanderten Juden und späteren Bürger des Staates Israel haben das jedoch getan und tun es noch immer. Die nationalsozialistische Vernichtung der Juden und Zigeuner schlicht wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen „Rasse“ ist ein Verbrechen, das in Europa entstanden ist. Sowohl die Mörder als auch die Opfer sind Europäer. Indem sich Israel zum Rächer dieser Verbrechen gegenüber den unschuldigen Palästinensern erhebt, begeht es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit: Seit nunmehr 60 Jahren vertreibt Israel ununterbrochen die Palästinenser von ihrem Land und aus ihren Häusern und macht das Leben derjenigen, die Widerstand leisten, unmöglich. Die nach Palästina ausgewanderten Juden haben mit der interessengeleiteten Mitwisserschaft Europas und der Vereinigten Staaten von Amerika einen jüdischen Staat gegründet, der alle diejenigen ausschließt und diskriminiert, die keine Juden sind, und der zudem überaus mächtig geworden ist, was Bewaffnung, Reichtum und politischen Einfluss betrifft. Er bestimmte und bestimmt die politischen und militärischen Entscheidungen der größten Weltmacht, der Vereinigten Staaten von Amerika, und genießt die Komplizenschaft Europas bei seinem von Verachtung und Unterdrückung gegenüber dem palästinensischen Volk geprägten kolonialen Verhalten - ein koloniales Verhalten in der schlimmsten europäisch-amerikanischen Tradition der Eroberung, Unterwerfung und Ausbeutung. Die ungerechteste aller Absurditäten stellt die Rechtfertigung dar, die angenommen wurde, um die Vertreibung der ursprünglichen palästinensischen Bevölkerung aus ihrem Land zu verteidigen: Die Juden „kehren“ in das Land „zurück“, das Gott einst ihren Vätern verheißen hatte, und vergessen dabei, dass die Nachfahren dieser „Väter“ in einer gewissen Weise ausgerechnet die Palästinenser (sic!) sind. Und dieses alles nur, weil es, wenn es wahr ist, dass nach der Zerstörung des Tempels viele in Gefangenschaft gerieten, deportiert wurden und emigrieren mussten, es ebenso wahr ist, dass die Mehrheit der Juden in Palästina blieb, wo sie allmählich größtenteils in der arabischen und muslimischen Bevölkerung, die aus dem Süden kam, aufging (vgl. dazu die hochbrisante Publikation von Shlomo Sand, Die Erfindung des jüdischen Volkes, Propyläen, 2010). Abgesehen von der Überlegung, dass die große Mehrheit der jüdischen Siedler in Palästina überhaupt nicht religiös war, hält eine solche wörtliche Auslegung der Bibel weder ethischen Betrachtungen noch der modernen Exegese stand. Die Schaffung des „jüdischen“ Staates ist von den strengsten Gelehrten der „heiligen“ Schriften nicht hingenommen worden, J. Leibowitz beispielsweise wies sie wegen der an der ursprünglichen Bevölkerung begangenen Schuld und wegen der für ihn nicht annehmbaren Unterordnung des Judaismus als Religion unter die Politik des jüdischen Staates zurück. Die Schaffung des Staates Israel ist vielmehr von einem modernen Begriff des Nationenstaats abgeleitet. Der Nationalismus wurde benutzt, um die furchtbarsten Blutbäder zu rechtfertigen. Der Nationen-Götze dominierte selbst die fortschrittlichsten ethischen und politischen Ideen des Liberalismus und des Sozialismus. Mit der Gründung und Entfaltung des jüdischen Staates haben die jüdischen Nationalisten nicht nur ein Verbrechen an Dritten begangen, sondern zugleich den besten Teil der spirituellen jüdischen Tradition zerstört: den kosmopolitischen und pazifistischen Internationalismus. Wir sind angesichts des neonationalsozialistischen und neofaschistischen Phänomens des Antisemitismus, das sich in verschiedenen europäischen Ländern zeigt (Deutschland, Frankreich, Italien und andere), äußerst besorgt, aber wir sind uns auch im Klaren, dass das national-rassistische Verhalten des israelischen Establishments, das die Palästinenser verfolgt und die eigene Jugend mit der Erziehung zur Waffengewalt und zur Verachtung der Mitbürger und palästinensischen Nachbarn korrumpiert, in jeder Hinsicht mit dem Antijudaismus vergleichbar ist. Mit diesem Buch haben wir uns vorgenommen, einige der verbrecherischen Handlungen des israelischen Establishments an den Palästinensern und an Israel selbst zu dokumentieren. Wir sind überzeugt, dass ein genaues Studium der historischen Wahrheit vielen dazu dienen kann, sich ein eigenes ethisches und politisches Urteil zu bilden, das nicht an das Herrschaftsinteresse der Mächtigen gebunden ist. Wir hoffen zudem dazu beizutragen, die jüdischen Bewohner Palästinas zu bewegen, sich endlich auf eine zivile Art und Weise in die Gemeinschaft der Länder einzugliedern, von denen sie umgeben sind, indem sie ihnen dieselbe Menschenwürde und dieselben bürgerlichen und politischen Rechte zugestehen: Wenn sich dies verwirklichen ließe, könnte das Zusammenleben in Zukunft freundschaftlich werden, wie es in den vergangenen Jahrhunderten vor dem Entstehen des Zionismus gewesen ist. Doch dafür muss der Zorn besänftigt werden, den die israelische Politik hervorgerufen und für 60 Jahre genährt hat. Die Verachtung, die viele israelische Juden für ihre palästinensischen Nachbarn empfinden, muss sich in Reue und in eine aufrichtige Bitte um Vergebung umwandeln. Unser Buch wendet sich auch an die Juden in der Diaspora und fordert sie dazu auf, die politisch und kulturell untragbare Realität des heutigen Israels zu betrachten, und an jeden anderen, der glaubwürdige und sachliche historische Informationen zu den Ereignissen in Palästina sucht. Informationen, die frei von den herrschenden propagandistischen Verformungen sind, bilden eine unverzichtbare Voraussetzung für die Feststellung der jetzt absoluten politischen Priorität: Gerechtigkeit und Frieden für das palästinensische Volk. Nur das Bezahlen eines solchen „Preises“ wird es Israel erlauben, seiner gegenwärtigen, überaus traurigen kulturellen Abdrift ein Ende zu setzen, die es in den Abgrund einer immer gewalttätigeren und unmenschlicheren Wahrnehmung der Existenz reißt. * Mehr als 40 % der männlichen erwachsenen Palästinenser sind für kurze oder lange Zeit in israelischen Gefängnissen inhaftiert gewesen.
VORWORT DES VERLEGERSDer vorliegende fünfte Band der Reihe "Verbrechen gegen dieMenschlichkeit" ist im Anschluss an die vorhergehenden, die inchronologischer Reihenfolge die Themen Auschwitz, Hiroschima,Vietnam und Lateinamerika behandelten, nun Palästina gewidmet.Die Entscheidung, Palästina in eine Reihe aufzunehmen, diemit Auschwitz beginnt, war für uns nicht einfach. Einige Leserwerden, und dies in gutem Glauben, mit unserer Wahl nicht einverstandensein. In der Tat ist ein Teil der öffentlichen Meinunggeneigt, jedes von Israel begangene Verbrechen (Vertreibungen,Enteignungen von Häusern, Grund und Boden, Massenexekutionen,Gefängnisstrafe für zehntausende Palästinenser)* im Nameneines durchaus gerechtfertigten Schuldgefühls hinzunehmen, dasjeder in Europa angesichts der furchtbaren Verbrechen, die derNazifaschismus an den Juden begangen hat, hegen sollte.Die fast automatische Solidarität mit Israel ist jedoch kein spontanerAkt. Sie wird von einer Propaganda erzeugt, mit der dieverschiedenen Medien die Bürger überhäufen. Sie basiert zudemkeineswegs auf vernünftigen politischen und ethischen Überlegungen,die allein zu gerechten Entscheidungen führen können,sondern auf emotionalen und nicht selten interessengeleitetenEntscheidungen.Aufgrund einer skurrilen Ironie der Geschichte sind es heute geradedieselben ökonomischen Kräfte, welche in der Vergangenheitdie kriminellen Unternehmungen des Faschismus unterstützthatten, die jetzt enthusiastisch und widerspruchslos die Rolle des"Philosemiten" spielen und den Staat Israel durch eine unablässigeund betäubende Kampagne der von ihnen kontrollierten Medienunterstützen.Es soll ins Gedächtnis gerufen werden, dass gerade diese fragwürdigenHerren in den 1930er Jahren den Nationalsozialistengrünes Licht zu ihren rassischen Verfolgungsprogrammen gegebenhatten und als Gegenleistung das Versprechen, ihre Privilegienzu verteidigen und "die Kommunisten auszulöschen",erhielten.Der Gedanke, dass die Palästinenser keinerlei Verantwortungfür die nationalsozialistische Vernichtung tragen, müsste zu derunmittelbaren Schlussfolgerung führen, dass man sie nicht fürdie vom Nationalsozialismus in Europa begangenen Verbrechenbezahlen lassen darf. Die nach Palästina ausgewanderten Judenund späteren Bürger des Staates Israel haben das jedoch getanund tun es noch immer. Die nationalsozialistische Vernichtungder Juden und Zigeuner schlicht wegen ihrer Zugehörigkeit zueiner anderen "Rasse" ist ein Verbrechen, das in Europa entstandenist. Sowohl die Mörder als auch die Opfer sind Europäer.Indem sich Israel zum Rächer dieser Verbrechen gegenüber denunschuldigen Palästinensern erhebt, begeht es ein Verbrechen gegendie Menschlichkeit: Seit nunmehr 60 Jahren vertreibt Israelununterbrochen die Palästinenser von ihrem Land und aus ihrenHäusern und macht das Leben derjenigen, die Widerstand leisten,unmöglich. Die nach Palästina ausgewanderten Juden haben mitder interessengeleiteten Mitwisserschaft Europas und der VereinigtenStaaten von Amerika einen jüdischen Staat gegründet,der alle diejenigen ausschließt und diskriminiert, die keine Judensind, und der zudem überaus mächtig geworden ist, was Bewaffnung,Reichtum und politischen Einfluss betrifft. Er bestimmteund bestimmt die politischen und militärischen Entscheidungender größten Weltmacht, der Vereinigten Staaten von Amerika,und genießt die Komplizenschaft Europas bei seinem von Verachtungund Unterdrückung gegenüber dem palästinensischenVolk geprägten kolonialen Verhalten - ein koloniales Verhaltenin der schlimmsten europäisch-amerikanischen Tradition der Eroberung,Unterwerfung und Ausbeutung. Die ungerechteste allerAbsurditäten stellt die Rechtfertigung dar, die angenommenwurde, um die Vertreibung der ursprünglichen palästinensischenBevölkerung aus ihrem Land zu verteidigen: Die Juden "kehren"in das Land "zurück", das Gott einst ihren Vätern verheißen hatte,und vergessen dabei, dass die Nachfahren die
| Erscheint lt. Verlag | 16.3.2011 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Verbrechen gegen die Menschlichkeit |
| Mitarbeit |
Anpassung von: Katja Fischer, Anita Leiße |
| Übersetzer | Dr. Antje Foresta Niederberger |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 250 x 320 mm |
| Gewicht | 2115 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Zeitgeschichte |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Schlagworte | Bildband • Ethnische Säuberung • Ethnische Säuberung in Palästina • Flüchtlinge • Gaza • George Habbash • HAMAS • Intifada • Israel • Mossad • Naher Osten • Nahostkonflikt • Nakba • Palästina • Palästina; Politik/Zeitgesch. • Palästina; Politik/Zeitgeschichte • Palästinenser • Sechstagekrieg • Widerstand (polit.) • Zionismus |
| ISBN-10 | 3-88975-156-3 / 3889751563 |
| ISBN-13 | 978-3-88975-156-0 / 9783889751560 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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