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Der integrale Weg zur Ganzheit (eBook)

Raum für Wachstum, Einheit und Lebensfreude finden

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025
479 Seiten
Kösel-Verlag
978-3-641-32612-8 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Der integrale Weg zur Ganzheit - Ken Wilber
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Das Opus Magnum des großen integralen Philosophen
Ken Wilbers neuestes Buch ist ein praktischer Leitfaden für den Weg zu radikaler und vollständiger menschlicher Ganzheit, der die Weisheit der Spiritualität, Psychologie, Schattenarbeit, Wissenschaft und integralen Theorie und Praxis verbindet. Dieser Weg führt über die Stationen des Aufwachens, Aufwachsens, Aufmachens, Aufräumens und Auftauchens.

Wilber erklärt, wie wir die integrale Theorie für eine Transformation unserer Persönlichkeit und unseres Alltagslebens nutzen können, um 1) präsenter zu sein, 2) unsere spirituelle Achtsamkeit zu steigern, 3) Gefühle wie Glückseligkeit und Liebe zu erhöhen, vertiefen oder erweitern. Wilber verwendet dazu verschiedene Praktiken, die wir direkt in unser Leben integrieren und auf diese Weise Ganzheit wirklich begreifen können.

'Ken Wilber ist ein wahrer Visionär. Er bietet einen Perspektiven verändernden Ansatz, um zu einem Leben in Fülle zu gelangen.' Tony Robbins, Spiegel-Bestsellerautor

'Ken Wilber hat einen außergewöhnlichen Ratgeber für alle spirituellen-aber-nicht-religiösen Leser*innen geschrieben. Ein Kompass, der uns den Weg zu unserer spirituellen Entwicklung weist.' Diane Musho Hamilton, Autorin

  • Das neue Buch des großen integralen Philosophen
  • Wilbers Lebenswerk in Buchform


Ken Wilber, geb. 1949, ist amerikanischer Philosoph und gilt als Hauptvertreter der Transpersonalen Psychologie sowie als einer der genialen, interdisziplinären Denker unserer Zeit. In über 20 Büchern gibt er durch seine beeindruckenden Konzepte, Forschungen und Modelle immer neue Impulse zu einem erweiterten, visionären Denken und Handeln.

1
Aufwachen – Eine Einführung

Fangen wir mit der mitreißenden Ganzheit des Aufwachens an. Es ist eine unabdingbare Grundvoraussetzung für alle, die sich eine tiefe und umfassende, ja absolute Erfahrung der Ganzheit wünschen. Das Aufwachen ist nach meiner Einschätzung von größerer und tieferer Bedeutung für den Lauf der Menschheitsgeschichte gewesen als jede andere Erfahrung, die wir je gemacht haben. Vor dem Hintergrund, dass »die Masse der Menschen ein Leben in stummer Verzweiflung« führt, wie Henry David Thoreau formulierte, bietet sich das Aufwachen als etwas an, das alle Menschen in Ost und West nutzen können, die sich ein authentischeres, ein vitales, erleuchtetes oder eben erwachtes Leben wünschen, dem ein absoluter oder höchster Sinn innewohnt, weil es unmittelbar an den Grund des Seins angeschlossen ist – eindeutig kein Mythos, sondern unmittelbare Erfahrung.

Dieses Erwachen ist den Menschen seit Jahrtausenden bekannt, seine Ursprünge liegen vielleicht sogar zwanzigtausend Jahre zurück bei den Schamanen der Frühzeit, die auf ihren Reisen in die Ober- und Unterwelten schon so etwas wie spirituelle Erweckungserfahrungen machten und das erlebten, was heute als »nonduale« Ganzheit bezeichnet wird. Im Laufe der weiteren Entwicklung der Menschheit durchliefen wohl auch diese spirituellen Erweckungserfahrungen eine Entwicklung, die zu einer tieferen und vielgestaltigeren Form der Spiritualität führten.

Was ich jetzt über verschiedenartige spirituelle Erfahrungen sagen werde (ich könnte auch die altmodische Bezeichnung »religiöse Erfahrung« im Sinne einer überwältigenden Erfahrung von Ganzheit beibehalten), wird Ihnen vielleicht sehr abgehoben, wenn nicht gar überzogen erscheinen, und ich kann Sie hier nur bitten, einfach erst einmal wohlwollend mitzugehen und möglichem Argwohn oder Widerwillen gegenüber solchen Vorstellungen nicht sofort stattzugeben. Was die Einschätzung solcher Erweckungserfahrungen angeht, sind die Menschen mit der Zeit auf profunde Methoden der Bestätigung oder Zurückweisung gestoßen. Solche »spirituellen, aber nicht religiösen« Erfahrungen begründen eine Art innere Wissenschaft, die nicht einfach so auf Treu und Glauben oder gar als Dogma akzeptiert werden soll, sondern sich stets auf unmittelbare Erfahrung und Evidenz beruft, sodass niemand aufgefordert wird, etwas zu glauben, was nicht durch eigene Erfahrung zweifelsfrei bestätigt wurde. Ich werde Ihnen im weiteren Verlauf Beispiele für diese wissenschaftliche Verifikation vorstellen. Sie werden nicht angehalten werden, sich etwas zu eigen zu machen, was Sie nicht wirklich selbst erlebt haben.

Im Augenblick und im Zuge der Einführung in die Thematik des Aufwachens gilt es nur festzuhalten, dass die verschiedenen spirituellen Systeme der Welt im Laufe der Jahrhunderte und Jahrtausende in immer tiefere, weitere und höhere Sphären der spirituellen Erfahrung vorgedrungen sind. Wir haben uns dabei zunehmend umfassendere spirituelle Bewusstseinszustände erschlossen und jeder Mensch hatte die Möglichkeit, selbst herauszufinden, was es mit diesen immer höheren Zuständen auf sich hatte, sofern er sich nur der entsprechenden und erforderlichen Experimente und Praktiken dieser inneren Wissenschaft bediente.

Grundsätzlich hatte der Weg des Aufwachens oder Erwachens ein einziges Hauptziel. Er ging vom durchschnittlichen Bewusstseinsstand »normaler« Menschen aus, dem der Ruf vorausging, engstirnig, beschränkt, voller Brüche und darüber hinaus mit Leiden, Ängsten und Zerrissenheit behaftet zu sein – eine Verfassung, für die man das Gefühl eines »gesondert existierenden Ichs« verantwortlich machte, das auch als »Ich-Kontraktion«, als »illusorisches Ich«, als »gefallenes Ich«, als »Ich-Traum« oder einfach als »Ego« bezeichnet wird –, und das alles ist nicht gerade schmeichelhaft gemeint. Das Ziel des Aufwachens durch experimentelle Praktiken wie Meditation, Kontemplation und Yoga bestand darin, das Bewusstsein von etwas Beschränktem und beklemmend Engem über etliche Stadien der Öffnung, Weitung und Befreiung in wahre Ganzheit zu verwandeln, in reines nonduales Bewusstsein einer höchsten Einheit, das heißt in kósmisches4 Bewusstsein, also die vollkommene Einheit mit dem gesamten Universum. Diese Ganzheit war nicht einfach ein religiöser Glaube oder ein theologisches Dogma, also nichts, was man einfach zu glauben hatte, sondern es war unmittelbare persönliche Erfahrung, etwas, das man zu sehen bekam, wenn man sich auf die innerlichen Experimente der Meditation oder Kontemplation einließ. (Da Meditation in erster Linie eine Praxis des direkten Gewahrwerdens und kein mythisches Glaubenssystem ist, verwende ich sie beispielhaft für etwas, das »spirituell, aber nicht religiös« ist.) Es geht hier ganz entschieden um Erfahrung und nicht um Erklärung (Letztere wird in den meisten Meditationsformen eher zum Problem als zur Lösung gezählt).

Wenn wir uns unter diesen meditativen oder kontemplativen Systemen der Welt umsehen, stellen wir fest, dass die meisten detaillierte »Landkarten« der höheren spirituellen Territorien angelegt haben und den Suchenden sehr genau beschriebene Experimente bereitstellen, mit denen sie schrittweise zur Erfahrung dieser höheren Zustände gelangen können. Dieser Weg der spirituellen Entwicklung und Verwirklichung wird »Erleuchtung«, »Erweckung« oder einfach »Aufwachen« genannt und ist ein Weg zur Verwirklichung der Ganzheit, den wir in praktisch allen großen Systemen der Meditation, der Kontemplation, des Yoga oder auch des kontemplativen Gebets in den großen Weisheitstraditionen finden.

Beachten Sie, dass wir hier nicht von Gottheiten sprechen, also nicht beispielsweise von einem alten Mann, der irgendwo im Himmel thront und unser Denken und Tun überwacht. Wir sprechen nicht von magischen oder mythischen Geschichten, religiösen Überzeugungen oder Wundern – nichts dergleichen. Wir sprechen von einem Bewusstseinszustand, einer unmittelbaren Erfahrung, bei der man sich eins mit dem gesamten Universum fühlt, eins mit allem Endlichen und Unendlichen, allem Manifestierten und Nichtmanifestierten. Diese Erfahrung nennen wir »Aufwachen«, »Bewusstsein der höchsten Einheit«, »nonduales Bewusstsein«, »göttliche Einheit« oder der »Eine Geschmack«. (Im Zen wird das »Satori« genannt. Ich werde das Wort hier immer wieder mal verwenden.) Und so unglaublich es für westliche Menschen klingen mag, die in aller Regel noch nie davon gehört haben, die Zeugnisse für diese Art von absolutem Bewusstsein sind sehr überzeugend und nicht von der Hand zu weisen. (Dazu weiter unten mehr.) Wenn Sie sich für Ihre spirituellen Überzeugungen oder generell für Ihre Überzeugungen etwas vollkommen Beweiskräftiges als Basis wünschen, dann ist es dies.

Der Weg des Erwachens ist in der gesamten Weltgeschichte die einzige Disziplin, die je von sich behauptet hat, sie habe eine höchste Wahrheit zum Gegenstand. Es hat jederzeit und überall relative Wahrheiten in Hülle und Fülle gegeben und die Wege der Befreiung (das heißt die Weisheitstraditionen, die unmittelbar und ausdrücklich mit dem Aufwachen befasst sind) bestritten diese relativen Wahrheiten nicht, die später von den Naturwissenschaften – also von Physik, Chemie, Biologie, Astronomie und so weiter – bestätigt wurden. Alle diese akademischen Disziplinen waren in den Weisheitstraditionen anerkannt und geachtet. Aber es ging hier um relative Wahrheiten (und sie erhoben auch nicht den Anspruch, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein). Sie waren mit der Realität der relativen Sphäre von Raum und Zeit befasst, die sich mit der Zeit wandelt und entwickelt. Beim Aufwachen jedoch, so der Anspruch, geht es nicht um relative, sondern um letzte oder höchste Wahrheit. Und höchste Wahrheit bezieht sich nicht auf bestimmte Formen des Seins, sondern auf das Sein schlechthin, auf den Grund des Seins, der raumlos und deshalb unendlich, der zeitlos und deshalb ewig ist, ein grundloser Grund, der absolut allen relativen Wahrheiten zugrunde liegt, aber selbst keine relative Wahrheit ist und deshalb kein Gegenstand einer Naturwissenschaft sein kann. Dieser Grund des Seins erschließt sich nur der inneren Wissenschaft der Meditation. Es herrschte Einmütigkeit darüber, dass in der tiefen Erweckungserfahrung keine relative, sondern tatsächlich eine absolute höchste Wahrheit sichtbar wurde.

Als eine Art Randnotiz: Ich würde sagen, dass mindestens neunzig Prozent der mir persönlich bekannten Menschen mit einer echten Satori-Erfahrung – darunter Ärzte, Anwälte und promovierte Geisteswissenschaftler, aber auch Kellnerinnen, Gastronomiehilfskräfte und Gärtner – das Gefühl hatten, einer höchsten Wahrheit begegnet zu sein oder zumindest etwas erlebt zu haben, was ihnen als absolute, letzte Wirklichkeit erschien. Diese Menschen selbst beschreiben ihr Aufwachen als »die sicherste Gewissheit, die ich je erlebt habe«, als etwas »unüberbietbar Reales«, als »vollkommen unabweisbar« und »höchst sinnhaltig« oder »zeitlos und unwandelbar«, um nur einige der häufigsten Beschreibungen anzuführen. Wie das bei Ihnen aussieht, werden wir im weiteren Verlauf sehen, aber halten Sie sich bewusst, dass wir später zu ganz realen Übungen kommen werden, die Ihnen ein Aufwacherlebnis ermöglichen, und Sie werden dann selbst bestimmen können, ob das Erlebte für Sie von »höchster« oder »letzter« Realität ist oder irgendwie anders bezeichnet werden muss. Fest steht aber: Wenn wir im Rahmen unserer Beschäftigung mit der Großen Ganzheit davon ausgehen, dass es ein echtes Aufwachen oder Erwachen gibt, sprechen wir von der einzigen...

Erscheint lt. Verlag 25.6.2025
Übersetzer Jochen Lehner
Sprache deutsch
Original-Titel Finding Radical Wholeness
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Esoterik / Spiritualität
Schlagworte eBooks • Integrales Bewusstsein • Integrales Denken • Integrales Wissen • Metaphysik • Neues Denken • Persönliches Wachstum • Philosophie • Selbsterkenntnis • Selbstfindung • Spiritualität • spirituelle Bücher • Spirituelle Praxis • Vierquadrantenmodell
ISBN-10 3-641-32612-5 / 3641326125
ISBN-13 978-3-641-32612-8 / 9783641326128
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