Selbsthilfe bei Long Covid (eBook)
224 Seiten
Riva Verlag
978-3-7453-1893-7 (ISBN)
Dr. Nicolas Barizien ist Sportmediziner und Reha-Spezialist. Als Leiter der Rehabilitationsmedizin am Krankenhaus Foch in Suresnes entwickelte er ein Long-Covid-Programm, das Patienten hilft, ihre Symptome zu lindern und wieder voll im Leben zu stehen. Dr. Barizien berät als Mitglied des Expertengremiums für Long Covid die französische Gesundheitsbehörde von Île-de-France. Dr. Laurent Uzan ist Kardiologe und Sportmediziner in Paris. Er leitet den Studiengang Sportkardiologie an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière und praktiziert am Institut Médical Sport Santé IMSS in Paris. Gemeinsam mit Dr. Nicolas Barizien entwickelte er ein Rehaprogramm gegen Long Covid. Er hat bereits einen Ratgeber zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschrieben. Marie-Pierre Samitier ist als Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2, beim Radio und der Tageszeitung Le Figaro tätig. Als Autorin schrieb sie bereits mehrere Bücher zu Gesundheitsthemen.
Dr. Nicolas Barizien ist Sportmediziner und Reha-Spezialist. Als Leiter der Rehabilitationsmedizin am Krankenhaus Foch in Suresnes entwickelte er ein Long-Covid-Programm, das Patienten hilft, ihre Symptome zu lindern und wieder voll im Leben zu stehen. Dr. Barizien berät als Mitglied des Expertengremiums für Long Covid die französische Gesundheitsbehörde von Île-de-France. Dr. Laurent Uzan ist Kardiologe und Sportmediziner in Paris. Er leitet den Studiengang Sportkardiologie an der Universitätsklinik Pitié-Salpêtrière und praktiziert am Institut Médical Sport Santé IMSS in Paris. Gemeinsam mit Dr. Nicolas Barizien entwickelte er ein Rehaprogramm gegen Long Covid. Er hat bereits einen Ratgeber zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschrieben. Marie-Pierre Samitier ist als Journalistin beim öffentlich-rechtlichen Fernsehsender France 2, beim Radio und der Tageszeitung Le Figaro tätig. Als Autorin schrieb sie bereits mehrere Bücher zu Gesundheitsthemen.
EINLEITUNG
Im Winter 2019 erreichen dramatische Informationen aus der chinesischen Stadt Wuhan Europa. Eine neue Atemwegserkrankung zwingt China dazu, in Rekordzeit neue Krankenhäuser zu bauen. Wie benommen schaut Europa mitleidig zu, wie das, was sich zur größten Pandemie des 21. Jahrhunderts entwickeln wird, seine italienischen Nachbarn überrollt: Covid-19.
Fassungslos blicken wir auf dieses Szenario, das einem Katastrophenfilm zu entstammen scheint. Viele von uns vertrauen mit einer Prise Nationalstolz darauf, das Virus werde nicht über die Alpen gelangen. Doch ab Februar 2020 verkündet das Fernsehen immer beunruhigendere Nachrichten. Bald ist ganz Europa betroffen, und am 22. März tritt in Deutschland ein Corona-Lockdown in Kraft, nachdem der französische Staatschef bereits um 20 Uhr des 16. März einen generellen Lockdown verhängt hatte. So etwas war noch nie da gewesen.
Herkunft eines Killers
Was ist dieses berüchtigte Coronavirus oder SARS-CoV-2, das im Winter 2019 in der chinesischen Provinz Hubei auftaucht und die ganze Menschheit erzittern lässt? Es gehört zu einer großen Familie von Viren, die durch Tiere übertragen werden, und trägt den Namen »Coronavirus«, weil die Spike-Proteine auf seiner Oberfläche unter dem Mikroskop an die Zacken einer Krone erinnern. SARS-CoV-2 ist bereits das siebte Coronavirus, das im Menschen nachgewiesen wurde, verursacht aber im Gegensatz zu seinen Artgenossen nicht nur eine Triefnase.
Die Abkürzung SARS steht für schweres akutes respiratorisches Syndrom (englisch severe acute respiratory syndrome und bedeutet, dass das Virus eine potenziell tödliche Atemwegserkrankung verursacht. »CoV« zeigt an, dass es sich um ein Coronavirus handelt, und die Zahl 2 identifiziert es als kleinen Bruder des SARS-CoV-1, eines anderen Coronavirus, das (in diesem Fall bewiesenermaßen) aus einem chinesischen Labor entwich und die asiatische SARS-Epidemie zwischen 2002 und 2004 auslöste. Es verbreitet sich über Aerosole, die Speicheltröpfchen, die wir beim Sprechen, Husten, Niesen und sogar beim Atmen absondern. Deshalb ist es extrem ansteckend.
Sein Modus Operandi und unser Schutz dagegen
Der SARS-CoV-2-Erreger befällt die Atemwege seines Opfers und vermischt sich mit Speichel. Beim Sprechen verbreiten wir eine Wolke von virushaltigen Tröpfchen. Wenn ein gesunder Mensch sich zu lange in dieser Wolke aufhält, steckt er sich an. Deshalb sollten Sie folgende Schutzmaßnahmen beachten:
- Wenn Sie sich sicherer fühlen, tragen Sie in Innenräumen eine Maske bei engem Kontakt mit anderen, damit eventuell kontaminierte Speicheltröpfchen nicht in die Luft gelangen.
- Soziale Distanzierung (social distancing): Halten Sie einen Sicherheitsabstand von ungefähr 1,5 Meter ein, um außerhalb der Aerosolwolke zu verbleiben.
Wenn wir in die Hände husten und niesen, unsere Lippen berühren, in den Augen reiben oder sogar in der Nase popeln (igitt!), gelangen Krankheitserreger an unsere Hände, und wir verteilen sie fröhlich auf alles, was wir berühren. So schützen Sie sich vor einer Schmierinfektion:
- Waschen Sie Ihre Hände gut mit Seife oder desinfizieren Sie sie mit einem der inzwischen nur zu gut bekannten Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis.
- Reinigen Sie Gegenstände wie Gläser, Besteck und Esstisch sowie Oberflächen wie Schreibtische, Tastaturen, Türen und Türgriffe, die Sie regelmäßig berühren.
Ein trojanisches Pferd
Eine infizierte Person kann das Virus als »stiller Träger« unwissentlich übertragen und weitherum verbreiten. Dies ist der Fall bei asymptomatischen Patienten und Menschen, die sich noch in der präsymptomatischen Phase befinden, das heißt erst später Symptome entwickeln.
Hat man das Virus einmal eingeatmet, vermehrt es sich zunächst in den Schleimhäuten von Nase und Rachen. Über seine Spike-Proteine dockt es an den Zellwänden an und schleust seine RNA in die Zelle. Die kontaminierte Zelle folgt der Bauanleitung des RNA-Codes und stellt Virusbauteile her, woraufhin sich das Virus vervielfältigen kann.
Am 11. Februar 2020 gibt die Weltgesundheitsorganisation WHO der Lungenkrankheit, die durch das in allen betroffenen Ländern identifizierte SARS-CoV-2-Virus verursacht wird, den Namen Covid-19 (coronavirus disease 2019). Am 11. März 2020 stuft sie Covid-19 aufgrund seiner weltweiten Verbreitung offiziell als Pandemie ein. Das Coronavirus kann beim Menschen vier Formen der Covid-Erkrankung auslösen:
- Asymptomatisches Covid-19: Die infizierte Person verspürt keine oder nur so leichte Symptome, dass sie sich nicht weiter darum kümmert. Diese Form der Infektion ist an sich harmlos, dient aber dem Virus als »trojanisches Pferd«. Es kann sich unbemerkt verbreiten.
- Covid-19 mit leichtem Verlauf: Die häufigste Form der Krankheit, die Sie wahrscheinlich aus eigener Erfahrung kennen. Fieber, Gliederschmerzen, Erschöpfung, Durchfall, also die Symptome einer leichten Grippe. Dazu kommen aber fast immer Symptome, die Covid von der saisonalen Grippe unterscheiden, insbesondere der Geruchs- und Geschmacksverlust, der ein paar Tage, aber auch mehr als ein Jahr anhalten kann. Bei leichtem Verlauf kann man die Krankheit in den eigenen vier Wänden auskurieren, gesunder Menschenverstand und unter Umständen die Hilfe des Hausarztes reichen völlig aus.
- Covid-19 mit moderatem Verlauf: Aus der leichten Grippe entwickelt sich schnell eine virale Lungenentzündung mit Sauerstoffmangel im Blut. Der Patient hat das Gefühl zu ersticken und muss im Krankenhaus über eine Nasenbrille oder eine Gesichtsmaske mit Sauerstoff versorgt werden.
- Covid-19 mit schwerem Verlauf: Die übliche Dosierung der Sauerstoffzufuhr (immerhin neun Liter Sauerstoff pro Minute) reicht nicht mehr aus, um die Gewebe, darunter auch die des Gehirns, mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Der Patient wird mit einem akuten Atemnotsyndrom (acute respiratory distress syndrome, ARDS) auf die Intensivstation verlegt.
Die »Maschinerie« der öffentlichen und privaten Krankenhäuser des deutschen Gesundheitssystems hat während der ersten Wellen vorbildlich funktioniert. Doch während die Patienten mit schwerem Verlauf adäquat behandelt wurden, hat man leichtere Formen zu oft als harmlos betrachtet und unterschätzt.
Denn gerade in diesen Fällen dauern Beschwerden wie Fieber, Husten, Atemnot, Erschöpfung, Gliederschmerzen, Engegefühl in der Brust oder Gehirnnebel häufig an oder tauchen genau dann wieder auf, wenn der Patient das Gefühl hat, auf dem Weg der Genesung zu sein. Die Rede ist von Long Covid.
Ein Buch, das Sie begleitet
Bestimmt halten Sie dieses Buch in den Händen, weil Sie – oder einer Ihrer Angehörigen – zu den Betroffenen gehören. Wir werden Sie über Ihre Symptome aufklären. Vor allem aber zeigen wir Ihnen Lösungen auf, um diese unsichtbare Erkrankung zu überwinden, die Ihre familiäre oder berufliche Umgebung oft nicht versteht.
Unser Ratgeber basiert auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, zu dem täglich neue Erkenntnisse hinzukommen, und es ist so vollständig wie möglich.
Nicht alle unsere Lösungsvorschläge sind durch Publikationen in bekannten internationalen Fachzeitschriften belegt. Manche sind das Ergebnis medizinischer Vernunft und unserer großen Erfahrung in der Betreuung von Sportlern und Kranken, deren körperliche Verfassung optimiert werden soll.
Und sie funktionieren, wenn auch nicht immer so schnell und einfach, wie Sie hoffen mögen. Erwiesenermaßen verbessern sie die Lebensqualität der Patienten, die unter den Langzeitfolgen einer Covid-Erkrankung (auch PASC genannt, post acute sequelae of SARS-CoV-2) leiden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie wieder zu Ihrem »alten Zustand« zurückfinden. Dabei stützen wir uns auf einen ganzheitlichen (den Menschen als Ganzes betrachtenden) und multidisziplinären (die Analyse verschiedener Gesundheitsexperten berücksichtigenden) Ansatz, um Ihre funktionellen Fähigkeiten (Ihren Formzustand) zu evaluieren.
Das Wichtigste ist, dass Sie sich hundertprozentig für Ihre Rehabilitation einsetzen. Dazu gehört, dass Sie regelmäßig trainieren, die Selbsttests machen und Ihre Fortschritte im Auge behalten. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Ihr Beitrag für die Genesung entscheidend ist. Zum gleichen Ergebnis kam man auch in den angelsächsischen Ländern.1 Stecken Sie so viel Zeit und Energie wie möglich in das Unterfangen.
Je eher Sie mit einer Reha beginnen, desto größer sind die Chancen, dass Sie sich wieder völlig erholen. Aus der Praxis wissen wir, dass man nicht länger als sechs Monate warten sollte. Nach dieser Zeitspanne dauert der Genesungsprozess länger. Genau deshalb ist dieses Buch so wichtig. Es gibt Ihnen eine Gebrauchsanweisung an die Hand, damit Sie schnell reagieren können.
Unser Buch lädt Sie dazu ein, in die noch ungeschriebene Geschichte des Long Covid einzutauchen und das Abenteuer seiner ganzheitlichen Behandlung mitzuerleben. Das Long-Covid-Programm haben unsere Teams am Krankenhaus Foch in Suresnes und am Institut Médical Sport Santé in Paris, die über eine in Frankreich einzigartige Erfahrung verfügen, im Juni 2020 in gemeinsamer Arbeit entwickelt.
Das Rehabilitationsprogramm ist an individuelle Bedürfnisse angepasst, damit alle Patientinnen und Patienten wieder zu ihrer alten Gesundheit zurückfinden.
Auf den folgenden Seiten bekommen Sie nützliche Tipps von Ernährungsberatern, Fachund...
| Erscheint lt. Verlag | 15.5.2022 |
|---|---|
| Übersetzer | Katrin Bosshardt |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Gesundheit / Leben / Psychologie ► Krankheiten / Heilverfahren |
| Schlagworte | Achtsamkeit • Antriebslosigkeit • Atemnot • Coronavirus • Depression • Herz-Kreislaufprobleme • Immunsystem stärken • Konzentrationsschwäche • Langzeitfolgen • Natürlich heilen • Neuinfektion • Pandemie • Rehabilitation • Therapie |
| ISBN-10 | 3-7453-1893-5 / 3745318935 |
| ISBN-13 | 978-3-7453-1893-7 / 9783745318937 |
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