Die "Terminshoheit" des Gerichts und das Recht auf Verteidigung
Zur Terminierung und Vertagung der Hauptverhandlung bei Verhinderung des Verteidigers
2017
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-155311-0 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-155311-0 (ISBN)
Francis Kasten untersucht den Konflikt zwischen der terminlichen Verhinderung des Verteidigers und der allgemein angenommenen Terminshoheit des Vorsitzenden. Hinter dieser rein organisatorisch erscheinenden Frage verbirgt sich eine erhebliche Einschränkung des Rechts des Angeklagten auf den Beistand eines Verteidigers.
§ 137 StPO garantiert dem Angeklagten ein uneingeschränktes Recht auf Beistand eines Verteidigers und somit auch die Anwesenheit des Verteidigers in der Hauptverhandlung. Dieses Recht des Angeklagten wird faktisch durch die Terminierung der Hauptverhandlung eingeschränkt. Die Rechtsprechung geht von einer in § 213 StPO normierten Terminshoheit des Vorsitzenden aus und versteht § 228 Abs. 2 StPO als Einschränkung des § 137 StPO für die Terminierung und Vertagung der Hauptverhandlung. Francis Kasten gibt eine Übersicht über die umfangreiche Rechtsprechung und untersucht, ob die Terminierungspraxis mit den Grundrechten des Angeklagten in Einklang zu bringen ist. Dazu werden Aspekte wie die Zumutbarkeit der Selbstverteidigung, das Beschleunigungsgebot und Belange der Strafrechtspflege genauer betrachtet. Die Arbeit bietet zudem eine bisher in der Strafrechtswissenschaft fehlende systematische Auslegung von § 213 StPO und § 228 Abs. 2 StPO. Francis Kasten probes the conflict which arises when the inability of the defence lawyer to attend a trial clashes with the judge's generally accepted supreme right to schedule the hearing. Concealed behind this seemingly pure question of organisation lurks a considerable obstacle to the accused's right to the help of a chosen counsel.
§ 137 StPO garantiert dem Angeklagten ein uneingeschränktes Recht auf Beistand eines Verteidigers und somit auch die Anwesenheit des Verteidigers in der Hauptverhandlung. Dieses Recht des Angeklagten wird faktisch durch die Terminierung der Hauptverhandlung eingeschränkt. Die Rechtsprechung geht von einer in § 213 StPO normierten Terminshoheit des Vorsitzenden aus und versteht § 228 Abs. 2 StPO als Einschränkung des § 137 StPO für die Terminierung und Vertagung der Hauptverhandlung. Francis Kasten gibt eine Übersicht über die umfangreiche Rechtsprechung und untersucht, ob die Terminierungspraxis mit den Grundrechten des Angeklagten in Einklang zu bringen ist. Dazu werden Aspekte wie die Zumutbarkeit der Selbstverteidigung, das Beschleunigungsgebot und Belange der Strafrechtspflege genauer betrachtet. Die Arbeit bietet zudem eine bisher in der Strafrechtswissenschaft fehlende systematische Auslegung von § 213 StPO und § 228 Abs. 2 StPO. Francis Kasten probes the conflict which arises when the inability of the defence lawyer to attend a trial clashes with the judge's generally accepted supreme right to schedule the hearing. Concealed behind this seemingly pure question of organisation lurks a considerable obstacle to the accused's right to the help of a chosen counsel.
Geboren 1978; Magister-Studium Geschichte und Sozialwissenschaften an den Universitäten Bielefeld und Wuppertal; Studium der Rechtswissenschaften an der Ruhr-Universität Bochum; 2006 Erste juristische Staatsprüfung; 2009 Zweite juristische Staatsprüfung; 2016 Promotion; 2016 Richter im Bezirk des LSG NRW und Zuweisung an das Sozialgericht Duisburg.
| Erscheint lt. Verlag | 13.7.2017 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Veröffentlichungen zum Verfahrensrecht |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Recht / Steuern ► Öffentliches Recht |
| Recht / Steuern ► Privatrecht / Bürgerliches Recht | |
| Recht / Steuern ► Strafrecht ► Strafverfahrensrecht | |
| Schlagworte | § 213 StPO • § 228 Abs. 2 StPO • Beschleunigungsgebot • Der Laie in der mündlichen Hauptversammlung • Recht auf den Wahlverteidiger |
| ISBN-10 | 3-16-155311-X / 316155311X |
| ISBN-13 | 978-3-16-155311-0 / 9783161553110 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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