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Qi Gong und Tai Ji (eBook)

Verstehen, entdecken, leben
eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
150 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-72939-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Qi Gong und Tai Ji -  Annette Deinzer
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Qi Gong und Tai Ji stützen deine Gesundheit und helfen dir, deine Klarheit zu festigen und deine Lebensqualität zu steigern. Die vorliegende Schatztruhe ermöglicht dir eine Reise zu dir selbst, zu deinem inneren und ursprünglichen Wesen. Deine wahre Essenz möchte von dir entdeckt werden - du brauchst nur das richtige Handwerkszeug dazu. Das vorliegende Qi Gong und Tai Ji schenkt dir die Grundlagen, die dich auf den Geschmack bringen werden. Qi Gong und Tai Ji - verstehen - entdecken - leben!

Annette Deinzer begleitet Menschen mit Seminaren zu Qi Gong / Tai Ji auf ihrem Weg zu innerer Freiheit und der Entfaltung verborgener Fähigkeiten. In ihrem Seminarzentrum in Mittelfranken legt sie ein besonderes Augenmerk auf die Ganzheitlichkeit von Körper, Geist und Seele.

Annette Deinzer begleitet Menschen mit Seminaren zu Qi Gong / Tai Ji auf ihrem Weg zu innerer Freiheit und der Entfaltung verborgener Fähigkeiten. In ihrem Seminarzentrum in Mittelfranken legt sie ein besonderes Augenmerk auf die Ganzheitlichkeit von Körper, Geist und Seele.

Kapitel 2: Die Entstehungsgeschichte des Qi Gong

Unser aller Leben verläuft in Wellen. Wir durchschreiten Täler und erklimmen Berge. Wann immer es uns schlecht geht, so haben wir das Empfinden darüber nur, weil es uns vorher gut gegangen ist – und zukünftig auch wieder gut gehen wird. Auch andere Phänomene können wir nur deshalb erkennen, weil wir um ihre Gegenteile wissen; auf den Tag folgt die Nacht und auf den Sommer der Winter. Die Kräfte in der Natur gleichen sich immer wieder aus; so jedenfalls beschrieben es die alten Daoisten, als sie ihre Naturbeobachtungen niederschrieben. Diese Erkenntnis brachte sie zum Konzept von Yin und Yang und zu den fünf Wandlungsphasen, auf denen die alten Qi-Gong-Übungen basieren.

Zahlreiche Qi-Gong-Stile haben ihren Ursprung im Daoismus. Sie wurden in Klöstern oder heimlich von Mönchen an nur wenige weitergegeben.

Die Kunst des Qi Gong hat in seiner langen Geschichte zahlreiche Wandlungen, Blütezeiten und Schwierigkeiten erlebt, um schlussendlich bei dem heute modernen Qi Gong anzukommen.

Die Anfänge der Entwicklung des Qi Gong basieren auf Vermutungen, bereits vor 10.000 Jahren soll ein zeremonieller Stammestanz einen positiven Effekt auf die Tänzer erwirkt haben. Die Bewegungsfolge wurde als ›Großer Tanz‹ (Da Wu) bezeichnet. Die frühesten schriftlichen Hinweise auf Qi-Gong-ähnliche Bewegungsabläufe sind etwa 4.000 Jahre alt. Die Übungen wurden aufgrund von Erkenntnissen konstruiert, welche die Daoisten über Wochen hinweg zusammengetragen haben. Konkret begaben sie sich in die Natur und beobachteten widerstandsfähige Tiere, wie etwa die Katze (geschmeidig), den Kranich (ästhetisch) und die Schildkröte (langsam), um allgemeingültige Modelle zu entwickeln.

Zu dieser Zeit wurden Bewohner der Ufer des Gelben Flusses (Nordchina) besonders oft krank. Der Grund lag im feuchten Klima und den damit einhergehenden Überschwemmungen. Um sich selbst zu heilen, praktizierten sie Atemübungen und Körperbewegungen, die jenen angesprochenen Tieren nachempfunden waren. Die Krankheit sollte aus den Körpern »hinausgespült« werden, um damit wiederum den ungehinderten Fluss des Qi im gesamten Organismus zu gewährleisten.

Der Ursprung des Qi Gong ist bis zuletzt nicht geklärt, unter anderem weil nicht klar ist, welche Frühformen das spätere Qi Gong entscheidend beeinflusst haben. Die Grundlage von Qi Gong liegt jedoch in Bewegungsübungen, die die Lebensenergie fördern und Krankheiten heilen oder verhindern sollen. Derartige Übungen konnten in China bis ins dritte Jahrtausend vor Christus zurückverfolgt werden, auch wenn der heutige Begriff ›Qi Gong‹ noch relativ jung ist.

Die bislang wichtigste historische Quelle für die Entstehung ist ein Seidentuch aus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, das im Grab des Königs Ma entdeckt wurde. Auf ihm sind 44 Körperübungen abgebildet, die dem Qi Gong ähnlich sind und all seine entscheidenden Merkmale aufweisen. Auch diese Übungen waren nach Tieren benannt, die sie imitieren sollten, oder nach Krankheiten und Beschwerden, bei denen sie Linderung verschaffen sollten. Aus etwa derselben Zeit stammt außerdem das ›Huang Di Nei Jing Su Wen‹ (›Fragen und Antworten des Gelben Kaisers zum Inneren‹), ein frühes medizinisches Werk, in dem erstmals Körper- und Atemübungen wie die des späteren Qi Gong zur Heilung von Krankheiten beschrieben wurden.

Im Laufe der Jahrhunderte kombinierten sich viele der über das Land verbreiteten Techniken, wurden erweitert, spirituell angepasst oder verändert und führten zum Qi Gong. Noch immer sind die ursprünglichen Ziele und Wirkungen im Kerninhalt je nach Gruppierung und Schule divers: Gesundheit, langes Leben, geistige und spirituelle Entfaltung. Nährboden und Lehre waren hauptsächlich auf die Klöster und traditionellen Ärzte übergegangen, als sich Mitte des 20. Jahrhunderts die politische Ausrichtung Chinas zum Kommunismus wendete. Unter Maos Führung, insbesondere in Folge der sogenannten ›Kulturrevolution‹ in den 1960er- und 70er-Jahren, wurde von der chinesischen Regierung alles daran gesetzt, die als veraltet erscheinenden Praktiken, das spirituelle Erbgut sowie zahlreiche Kulturstätten zu vernichten. Viele Klöster wurden zerschlagen, Mönche und Nonnen vertrieben. Auch in der Medizin gab es einen Umschwung zu westlichen Praktiken und Standards. Ein Kompromiss wurde gesucht und führte zur Geburtsstunde des modernen Qi Gong zur Gesundheitsförderung, bei der dem Qi Gong ein großer Teil seiner religiösen und spirituellen Wurzeln genommen wurde.

Erst inmitten des 20. Jahrhunderts ergab sich der Name Qi Gong, der Zuschreibung nach durch den Arzt Liu Guizhen, der sich in seiner alltäglichen Tätigkeit in seiner Klinik in Beidaihe dem Energiehaushalt des menschlichen Körpers widmete und sich hierfür Methoden alter Tradition bediente. Er systematisierte das Qi Gong und hielt seine Arbeitsschritte fest, um damit eine Arbeitsgrundlage für andere Ärzte zu schaffen. Das wohl bedeutendste Produkt seiner Arbeit ist das Tai Ji / Qi Gong Shibashi, die 18 Harmoniefiguren, die auch zu einem wesentlichen Bestandteil meines Unterrichts geworden sind.

Im Laufe der nächsten Jahrzehnte ergab sich ein regelrechter Qi-Gong-Boom unter der chinesischen Bevölkerung. Besonders in den 80er- und 90er-Jahren wurde Qi Gong zum allgegenwärtigen Volkssport. Dieser Umstand sowie die Lockerung politischer Gegebenheiten nach Maos Tod führten dazu, dass alte Meister wieder begannen, traditionellere Stile des Qi Gong zu unterrichten. Zur Blütezeit der Bewegung wurden von offizieller Seite bis zu 2.000 Qi-Gong-Schulen mit insgesamt fast 200 Millionen (!) praktizierenden Schülern gezählt. Es entwickelten sich weitere neue – insbesondere therapeutische – Ansätze und Stile und in groß angelegten Forschungsprojekten wurde die Heilkraft des Qi Gong mit westlichen medizinischen Methoden untersucht.

Die heutigen offiziellen Formen des Qi Gong zur Gesundheitsförderung der Chinese Qi Gong Health Association sind das Ergebnis dieser Forschung, um sie so im Westen bekannt zu machen.

Doch auch viele der traditionellen Meister, die noch vor oder während der Kulturrevolution China verlassen haben, verbreiten im Ausland ihr Wissen heute noch weiter. Die Landschaft der verschiedenen Schulen und Stilrichtungen des Qi Gong ist trotz der neu geschaffenen gemeinsamen Basis noch immer verzweigt, vielfältig und faszinierend.

Vielfalt des Qi Gong

Obwohl Qi Gong heutzutage eine Vielfalt an äußeren und inneren Bewegungsübungen umfasst, wandelt es sich immer noch. Wer zehn verschiedenen Leuten dieselbe Bewegung vormacht, wird am Ende zehn verschiedene Ergebnisse bekommen, egal wie klein die Unterschiede auch sein mögen. Qi Gong bleibt lebendig und im stetigen Wandel, jede Generation fügt Neues hinzu. Oft ist die gleiche Form mit gleichem Namen benannt und doch unterschiedlich in ihrer Ausführung. Andere Formen entstanden aus der Zusammensetzung einer Übungsfolge, in der sich aus anderen Formen einzelne Übungen in einem anderen Kontext wiedersehen. So finden sich zum Beispiel der Fauststoß oder die Wolkenhände in vielen anderen Systemen wieder.

Die Vielfalt ermöglicht uns auch, einen bestimmten Fokus in und während der Übung und damit die Wirkweise auf ein bestimmtes Ziel zu setzen. Dadurch entstehen neue Übungen wie etwa das Herz- oder Leber-Qi-Gong. Die Grundstruktur und das Gedankengut bleiben erhalten, und dennoch darf jeder Mensch etwas von sich einbringen und sich individuell auf die Bewegung einlassen. Es ist ein ewiges Erkunden und Erforschen, auf dem Weg zu sich selbst.

Meine Einstellung ist: Wir sollten uns vor Augen halten, dass wir als Qi-Gong-Praktizierende ohne fundierte TCM-Ausbildung mit dem »universellen« Qi besser dran sind. Das universelle Qi folgt seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten, die aus den aktuellen Gegebenheiten erfolgen und daher ›seinen Weg‹ kennt.

Fazit

Es wird kontrovers diskutiert, was noch Tradition und schon modern ist. Wir können uns darauf einigen, dass der Wandel allgegenwärtig ist und dass nichts bleibt, wie es ist.

»Die Gegenwart ist es, mit der wir gleichsam auf dem Strom der Zeit reisen: An die Vergangenheit erinnern wir uns; die Zukunft erwarten wir.«

(Augustinus)

»Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.«

(Albert Einstein)

Jeder Meister in früheren Zeiten hat seine Intuition hineingelegt, jeder weitere Schüler seine Erfahrungen. Auf diese Weise entstanden unzählige Ausführungen von ein und derselben Übung. So ist es auch heute noch; jeder darf seine Übung und seinen Lehrer finden. Findest du den richtigen Lehrer, ist es leicht; fällt es dir schwer, probiere eine andere Lerntechnik. Jeder kann es lernen. Wie du später einmal schreibst, liegt sprichwörtlich in deiner Hand. Tradition heißt nicht, es genauso zu machen wie vor...

Erscheint lt. Verlag 15.11.2022
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Gesundheit / Leben / Psychologie Esoterik / Spiritualität
Medizin / Pharmazie Naturheilkunde
Schlagworte Alternative Heilmethoden • Qi Gong • tai ji • Tai Ji Quan • TCM • Traditionelle Chinesische Medizin
ISBN-10 3-347-72939-0 / 3347729390
ISBN-13 978-3-347-72939-1 / 9783347729391
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