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Der Osten war rot - Hans P Bärtschi

Der Osten war rot

Ein gescheiterter Weltverbesserer (1967-1987). Postkommunistische Reportagen (1988-2008)
Buch | Hardcover
393 Seiten
2008
Chronos (Verlag)
978-3-0340-0916-4 (ISBN)
CHF 47,95 inkl. MwSt
«Der Osten war rot» ist eine Reise ins Innere. Im doppelten Sinn. Die Reise führt ins Innere einer der vielen kommunistischen Parteien, die es nach 1968 gab. Nach der Wende kontrastieren Reisen in alle ehemals sozialistischen Länder die Situation der Jahre 1968-1988.
'Der Osten war rot' ist eine Reise ins Innere. Im doppelten Sinn. Die Reise führt ins Innere einer der vielen kommunistischen Parteien, die es nach 1968 gab. Nach der Wende kontrastieren Reisen in alle ehemals sozialistischen Länder die Situation der Jahre 1968-1988. Genaue Aufzeichnungen offenbaren ein Leben voller Hoffnungen und voller Machtmissbrauch in der Politsekte der schweizerischen Maoisten. Der Autor bricht in seinem Zweifeln über die richtige Linie immer wieder aus, indem er Länder des real existierenden Sozialismus bereist - mit wachsender Enttäuschung. Sein besonderes Interesse gilt den Industrie- und Transportbetrieben in Jugoslawien, Albanien, Rumänien, in den Ländern des sowjetisch kontrollierten Ostblocks und schliesslich in China. Auch die Erwartungen ans letzte gelobte Land, Kambodscha, enden in niederschmetternden Enttäuschungen: Der real existierende Sozialismus erweist sich, immer wieder, als Despotie. Der Protagonist begräbt seine Selbstmordabsichten mit dem befreienden Austritt aus der Politsekte.Nach der Wende kontrastieren Reisen in alle ehemals sozialistischen Länder die Situation der Jahre 1968-1988. Die kapitalistischen Raubzüge haben Infrastrukturen zerstört und viele Menschen zur Hoffnungslosigkeit verdammt. Der von amerikanischen Liberalisierern 1989 inszenierte Neubeginn endet mit einem Fiasko für die Förderer des 'kreativen Chaos': In vielen Ostländern werden nationalistische Regierungen gewählt. Russland verwandelt sich nach den wilden Jahren von einem Geheimdienstland mit ideologischer Parteikontrolle in eins ohne Kontrolle. Chinas schrankenloser Kapitalismus untergräbt zunehmend die westliche Wirtschaft. Der Autor belegt diese Entwicklung mit starken Bildern von seinen Reisen ins Innere dieser Länder: in die strategisch entscheidenden Industrie- und Transportbetriebe.

Hans-Peter Bärtschi 1950 geboren, studierte an der ETH Zürich Architektur und ist Autor von zahlreichen Fachbüchern, Artikeln sowie Radio- und Fernsehsendungen vor allem zur Industriekultur und -archäologie sowie zum Städtebau.

Aus dem Inhalt:
1967 - 1987 (Auszüge)
Eine bessere Welt muss möglich sein
Aufbruch in den Balkan - Untreu Gott und verliebt - Bloss raus, ins ferne wilde Fremde
Der Kommunarde wird Studentenführer
Kommunen, Bunker und besetzte Häuser - Studentenpolitik als Beruf - Das verlorene Paradies - alle waren für die Revolution
Ins Abseits
Architekturstudium und Agitation für die Schweizer Armee - Albanien: Das kleine Paradies spaltet sich vom grossen ab - Ein neues gelobtes Land: Rumänien
Schon besetzt
Oktobergruppe statt Partei - Verhaftet in Ungarn - Tschechoslowakei zur Zeit der Dissidenz
Wahnsinn unter Stalin
Der 70%-Stalin und die GuLager 1926 - 1953 - Die Werke der Parteischule schulen - Eine neue Glaubenskrise: Solchenyzins GuLag-Werk
Freundschaft mit China
Dengs Säuberungen, Maos Kommunen - Gerichtsvorladung wegen Chinareise
Austritt = Ausschluss
Konsultation bei Altkommunisten - Warten auf die Rehabilitierung

Inhalt 1988 - 2008 (Auszüge)
Reisen ins Innere
Industrie- und Bahnexpeditionen 1988 - 2008
Die letzte Reise vor den Kriegen
Jugoslawien 1990 - Slowenien, umkämpftes Alpenrefugium - Schwierige Gastfreundschaft
Zwischen und nach vier Kriegen
Serbien 2004, Bosnien 2007
Ins Abseits
Das Spiel mit der Demokratie: Rumänien 2007 - Privatisierte Gewinne, kollektivierte Verluste
Nationalismus ersetzt internationale Solidarität
Revier 1993, Danzig 2007 - Schlesien während der Raubüberfälle 1993 - Entsolidarisierung
Der alte Kalte Krieg weicht dem neuen
20 neue Nationalstaaten und fast ebenso viele neue Despoten - Still dümpelt das Atomarsenal vor sich hin
Wahnsinn von Stalin bis Putin
6000 Kilometer Besinnungsfahrt durch die Hydro-GuLager 1997, 2004 - Gorki, GuLag, Gift
Freundschaft mit Chinas Opposition
Eiswind Datong - Tiänanmen 1988, 1989 - Annullation nach dem Tiänanmen-Blut bad
Psychisch kriegsversehrt
Durch Kambodscha 2003 - Slums und Tempel
Die letzte Front
Sozialismus war immer despotisch - Kapitalismus ist nicht immer despotisch - Vom schwierigen Umgang mit der Vergangenheit

Erscheint lt. Verlag 8.10.2008
Verlagsort Zürich
Sprache deutsch
Maße 155 x 225 mm
Gewicht 737 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Schlagworte Kalter Krieg • Kommunismus • Maoismus • Maosismus • Ostblock • Realer Sozialismus • Reportagen • Sozialismus • Transformationsländer
ISBN-10 3-0340-0916-X / 303400916X
ISBN-13 978-3-0340-0916-4 / 9783034009164
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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