Visionen - Quantensprünge der Weisheit (eBook)
468 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-6926-4 (ISBN)
Johannes Simang, geboren in Marburg / Lahn 1952, ab 1953 in Berlin aufgewachsen, studiert in Marburg und Berlin. Als Theologe und Gemeindepfarrer habe ich immer Möglichkeiten gesehen, nicht Mühen und Beschwernisse. Vielleicht liegt darin ja der Unterschied von einem Job und dem Glauben, sich berufen zu fühlen.
Kap. II
Religiöse Visionen der Welt
Teil I
Religiöse Visionäre der klassischen Zeit
Sokrates
In der Dämmerung eines warmen Abends in Athen saßen die Schüler des Sokrates versammelt im Schatten eines alten Olivenbaums. Der sanfte Wind trug das Flüstern der Blätter, während die Sonne am Horizont verschwand und den Himmel in ein sanftes Orange tauchte. Sokrates, der große Denker, war in Gedanken vertieft, seine Augen schienen in die Ferne zu blicken, als ob er nicht nur die Welt um sich herum, sondern auch die unsichtbaren Dimensionen des Geistes und der Seele erkundete.
„Sokrates“, begann ein junger Schüler namens Glaukon, „was ist das Wesen des Guten? Ist es nicht das, wonach wir alle streben sollten?“
Sokrates lächelte und erwiderte: „Glaubst du, dass das Gute ein festes Ziel ist, Glaukon? Oder ist es vielmehr ein Weg, den wir beschreiten müssen? Lass uns gemeinsam darüber nachdenken.“
Mit diesen Worten begann er, die Gruppe mit seiner berühmten sokratischen Methode zu führen. Er stellte Fragen, die die Schüler dazu anregten, ihre eigenen Überzeugungen zu hinterfragen. „Was bedeutet es, gut zu sein? Ist es die Handlung selbst oder die Absicht dahinter?“
Die Diskussion entfaltete sich wie ein lebendiger Dialog zwischen den Schülern. Einige argumentierten, dass das Gute in den Gesetzen der Stadt zu finden sei, andere sahen es in den Tugenden des Individuums. Sokrates hörte aufmerksam zu und stellte immer wieder Fragen, die die Schüler tiefer in ihre eigenen Überlegungen führten.
„Aber was ist mit den Visionen, die uns leiten?“, fragte ein anderer Schüler, Aristides. „Könnte es nicht sein, dass göttliche Eingebungen uns den Weg weisen?“
Sokrates nickte nachdenklich. „Ah, die Visionen! Sie können uns inspirieren, aber sind sie nicht auch oft von unseren eigenen Wünschen gefärbt? Wie können wir unterscheiden, ob es die Stimme der Götter oder unsere eigene innere Stimme ist, die spricht?“
In diesem Moment trat eine ältere Frau hervor, die die Gruppe schon eine Weile beobachtet hatte. Es war Diotima, eine weise Priesterin, die für ihre tiefen Einsichten in die spirituelle Welt bekannt war. „Sokrates“, sagte sie, „vielleicht ist es das Streben nach Wahrheit, das uns zu den Visionen führt. Die Götter senden uns Zeichen, doch wir müssen bereit sein, sie zu empfangen und zu deuten.“
Sokrates lächelte sie an. „Diotima, du sprichst von einem hohen Ideal. Aber wie können wir sicher sein, dass wir die Wahrheit erkennen? Ist es nicht die Aufgabe des Philosophen, die Illusionen zu durchdringen?“
Die Diskussion nahm eine neue Wendung, als Diotima von den Visionen der Götter sprach, von den Träumen und Eingebungen, die den Menschen gegeben wurden. „Jeder von uns trägt eine Flamme in sich, die er entzünden muss“, erklärte sie. „Diese Flamme ist die Sehnsucht nach dem Göttlichen, die uns dazu drängt, über die Materie hinauszuschauen.“
Sokrates nickte zustimmend. „Und doch müssen wir vorsichtig sein, Diotima. Der Weg zur Erkenntnis ist oft gepflastert mit Irrtümern. Wir müssen unsere eigenen Überzeugungen ständig hinterfragen und bereit sein, uns von der Wahrheit führen zu lassen.“
Die Schüler lauschten gebannt, während die Dämmerung sich ausbreitete und die Sterne am Himmel zu leuchten begannen. Sokrates sprach über die Bedeutung der Selbstreflexion und des Dialogs, über die Notwendigkeit, die eigene Seele zu reinigen, um die göttlichen Visionen zu empfangen.
„Das Gute ist nicht nur ein Ziel, sondern auch ein Prozess“, sagte er. „Es ist das Streben nach Wissen, das uns näher zu den Göttern bringt. Wir müssen lernen, die Fragen zu lieben, nicht nur die Antworten.“
In dieser Nacht, während die Sterne über Athen funkelten, spürten die Schüler, dass sie Teil von etwas Größerem waren. Sokrates hatte ihnen nicht nur die Kunst des Fragens beigebracht, sondern auch die Bedeutung der Visionen, die uns führen können, wenn wir bereit sind, die Reise zu unternehmen.
Die Gruppe saß noch lange zusammen, diskutierte und philosophierte, während die Nacht ihre Geheimnisse entblätterte. Und inmitten dieser Gespräche keimte in jedem von ihnen der Wunsch, die eigene Flamme zu entzünden und die Visionen zu suchen, die sie auf ihrem Weg zum Guten leiten würden.
Platon
In einer Stadt, die in der Dämmerung der Unwissenheit gefangen war, lebte ein junger Mann namens Platon. Er war ein Schüler des Philosophen Sokrates, dessen scharfer Verstand in den Gassen der Stadt weithin gepriesen wurde. Doch während Sokrates die Menschen dazu anregte, über die Welt um sie herum nachzudenken, war Platon von einer tieferen Sehnsucht erfüllt. Er träumte von einer Wahrheit, die über das Sichtbare hinausging, einer Wahrheit, die er in den Worten seines Lehrers erahnte – der Idee des Guten.
Eines Abends, als die Sonne hinter den Hügeln verschwand und die Sterne am Himmel zu funkeln begannen, setzte sich Platon am Ufer eines ruhigen Flusses. Er blickte in das Wasser und sah sein eigenes Spiegelbild, doch seine Gedanken drifteten weit über die Oberfläche hinaus. „Was ist das Gute?“, fragte er sich. „Wo ist es zu finden, und wie kann ich es erkennen?“
In diesem Moment schien die Luft um ihn herum zu pulsieren, und eine Vision erschien ihm: Er fand sich in einer Höhle wieder, die von flackernden Schatten erhellt wurde. Menschen saßen an der Wand, gefesselt in ihren Positionen, und starrten auf die Schatten, die von einem Feuer hinter ihnen geworfen wurden. Diese Schatten waren alles, was sie kannten – die Realität, die sie für wahr hielten. Doch Alexios spürte, dass es mehr geben musste.
Er erinnerte sich an die Lehren seines Lehrers, die von der Welt der Ideen und der höheren Realität sprachen. Entschlossen, die Wahrheit zu finden, stand er auf und schritt aus der Höhle. Je weiter er ging, desto heller wurde das Licht. Schließlich trat er in die strahlende Sonne, und seine Augen, anfangs geblendet, gewöhnten sich bald an das Licht.
Hier sah er die Formen der Dinge in ihrer wahren Gestalt: Bäume, Flüsse, Berge – alles war durchdrungen von einer perfekten Idee, einer Essenz, die weit über das hinausging, was er zuvor gekannt hatte. Und in der Mitte all dieser Schönheit stand die Idee des Guten, strahlend und rein, ein Licht, das alles andere erhellte.
Platon fühlte sich von dieser Idee angezogen, als ob sie ihn zu sich rief. Er erkannte, dass das Gute nicht nur ein abstraktes Konzept war, sondern die Quelle aller Tugend, die Kraft, die das Universum zusammenhielt. Er wollte diese Wahrheit mit anderen teilen, doch als er sich umdrehte, sah er die Menschen in der Höhle, gefangen in ihren Illusionen. Er wusste, dass es seine Aufgabe war, sie zu befreien.
Mit einem neuen Sinn für Entschlossenheit kehrte er in die Höhle zurück. „Freunde!“, rief er. „Was ihr hier seht, sind nur Schatten! Es gibt eine höhere Wahrheit, eine Idee des Guten, die unser Leben erleuchten kann!“ Doch die Menschen schauten ihn an, verwirrt und skeptisch. Sie hatten ihr ganzes Leben lang nur die Schatten gesehen und konnten sich nicht vorstellen, dass es etwas Größeres gab.
Einige lachten ihn aus, andere schüttelten den Kopf. „Was weißt du schon?“, rief einer. „Die Schatten sind unser Leben. Sie sind real!“ Platon spürte die Verzweiflung in seinem Herzen. Doch er gab nicht auf. Er begann, die Menschen zu ermutigen, ihre Fesseln abzulegen und den Weg ins Licht zu wagen.
Tag für Tag sprach er zu ihnen, erzählte von seinen Erfahrungen und der Schönheit der Ideen. Einige begannen, ihm zuzuhören, ihre Neugier wurde geweckt von seiner Leidenschaft. Nach und nach wagten es einige, die Höhle zu verlassen, und als sie das Licht der Sonne erblickten, erlebten sie eine Transformation. Ihre Augen öffneten sich für die Wahrheit, und sie erkannten die Schatten für das, was sie waren.
Die Nachricht von Platons Lehren verbreitete sich, und bald kamen immer mehr Menschen, um die Ideen des Guten zu hören. Die Höhle, einst ein Ort der Dunkelheit, verwandelte sich in einen Raum des Lernens und der Erleuchtung. Platon wurde ein Lehrer, ein Wegweiser für jene, die bereit waren, den Pfad der Wahrheit zu gehen.
Doch die Reise war nicht ohne...
| Erscheint lt. Verlag | 3.4.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Biografien / Erfahrungsberichte |
| Schlagworte | Das Wohl der Mitmenschen ist das Ziel jeder Vision. • Die Vision übersteigt jede Realität. • Ein ethisch fragwürdiges Ziel ist nie eine Vision - es ist Wahn. • Ein Visionär kennt kein Scheitern ... er sucht neue Wege zum Ziel. • Visionäre sehen Möglichkeiten und Ziele. |
| ISBN-10 | 3-8192-6926-6 / 3819269266 |
| ISBN-13 | 978-3-8192-6926-4 / 9783819269264 |
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