Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Leningrad.

Ein satirischer Kurzroman. Herausgegeben von Michael Düring.

Michael Düring (Herausgeber)

(Autor)

Buch | Hardcover
264 Seiten
2025 | 1. Auflage
Wachholtz (Verlag)
978-3-529-08708-0 (ISBN)
CHF 36,90 inkl. MwSt

Russland in den 1920er- Jahren: ein satirischer Weckruf aus einer »verkehrten Welt«


In diesem neu zu entdeckenden Roman gerät der namenlose Ich-Erzähler vom Anfang des 20. Jahrhunderts durch eine Zeitreise in das ihm fremde Leningrad der 1950er-Jahre. Allerdings hat er den Weltkrieg ebenso »verschlafen« wie die Russische Revolution. Dadurch fällt sein Vergleich der »alten« Zeit mit der fiktiven Gegenwart der 50er-Jahre besonders deutlich aus.Er bewegt sich wie ein Fremder im eigenen Land, in dem der Bestohlene aufgrund ihres »Reichtums« verurteilt werden und Diebe aufgrund ihres proletarischen Hintergrundes straffrei bleiben. Vor dem Auge des Lesers entsteht das Zerrbild einer zukünftigen Gesellschaft, das damals im Entstehen war und bis heute in eine beängstigende Gegenwart Russlands hinein wirkt: Die Presse existiert lediglich zu Propagandazwecken, die Kultur ist zensiert und uniformiert, die Gesellschaft ist auf Lüge und Doppelmoral aufgebaut, und die Menschen versuchen, in dieser »verkehrten Welt« jeder auf seine Weise und nach seinem Verstand zurechtzukommen.Mit Leningrad hat Michail Kosyrew vor genau100 Jahren einen bemerkenswerten negativen Staatsroman und zugleich einen prophetischen Text verfasst. Er geriet ab Mitte der 1920er-Jahre ins Visier der Kulturpolitik, in den 1930er-Jahren wurde er seiner Publikationsmöglichkeit beraubt, und 1942 starb er in Haft in Saratow an der Wolga, vermutlich in einem Gefängnishospital.

Michael Düring, geboren 1963 in Münster, studierte Slavistik und Anglistik in Münster. Seit 2006 hat er den Lehrstuhl für Slavistische Kultur- und Literaturwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel inne, seit 2018 die Ehrenprofessurwürde der Staatlichen Universität Irkutsk. Zahlreiche Publikationen und Übersetzungen zur polnischen, russischen und tschechischen Literatur. Zuletzt erschien von ihm (Hg.) Antoni Slonimski, "Zwei Mal das Ende der Welt" (Wachholtz 2023) und "Russische Satire nach dem Zerfall der Sowjetunion" (2024).

Der russische Schriftsteller MICHAIL KOSYREW (1892–1942) zählt mit seinem satirischen Roman „Leningrad“ (1925) zu den fortschrittlichen und systemkritischen Schriftstellern der frühen Sowjetunion, neben Jewgenij Samjatin oder Andrej Platonow. Kosyrews Leningrad-Roman reiht sich ein in den großen Strom der russischen St. Petersburg-Petrograd-Leningrad-Literatur von Fjodor Dostojewski über Alexander Blok bis zu Olga Martynowa.

Erscheinungsdatum
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Comic / Humor / Manga Humor / Satire
Literatur Klassiker / Moderne Klassiker
Schlagworte Düring • Kurzroman • Leningrad • Michail Kozyrew • Roman • Russland • Satire
ISBN-10 3-529-08708-4 / 3529087084
ISBN-13 978-3-529-08708-0 / 9783529087080
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
Mehr entdecken
aus dem Bereich
Kein Arztroman

von Eva Mirasol

Buch | Softcover (2025)
Ullstein (Verlag)
CHF 22,90
Kein Thriller (Obwohl man beim Dating auf viele Psychos trifft)

von Sebastian Fitzek

Buch | Softcover (2025)
Droemer (Verlag)
CHF 24,90
Kein Thriller

von Sebastian Fitzek

Buch | Softcover (2024)
Knaur Taschenbuch (Verlag)
CHF 19,90