Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Mein Leben war bunt (eBook)

Gute und schwere Lebenslagen

(Autor)

tredition (Herausgeber)

eBook Download: EPUB
2024 | 1. Auflage
316 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-384-16337-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Mein Leben war bunt -  Bärbel Beier
Systemvoraussetzungen
4,99 inkl. MwSt
(CHF 4,85)
Der eBook-Verkauf erfolgt durch die Lehmanns Media GmbH (Berlin) zum Preis in Euro inkl. MwSt.
  • Download sofort lieferbar
  • Zahlungsarten anzeigen
Die Höhen und Tiefen eines ganzen Lebens: Die Liebe zum ausgewählten Friseurberuf. Jede Herausforderung, Privat und Geschäftlich annehmen, sich nie unterkriegen lassen! Mecklenburg-Vorpommern, im Alter zur über alles geliebten Heimat geworden.

Bärbel Beier ist keine Schriftstellerin, sondern Friseurmeisterin und hatte einen eigenen Salon und mehrere Filialen. In ihrem Leben hat sie so viel erlebt, dass sie immer den Wunsch hatte, alles im Alter einmal zu einem Buch zu verarbeiten. Nach ihrem 75sten Geburtstag war es dann so weit. Sie ließ über 40 Bekannte und Verwandte den ersten Entwurf Probe lesen. Die Resonanz war so überwältigend, dass sie beschloss, ihr Buch zu veröffentlichen und dadurch auch anderen Menschen, in der Hoffnung ihnen auch ein paar schöne Lesestunden zu vermitteln, zur Verfügung zu stellen.

Bärbel Beier ist keine Schriftstellerin, sondern Friseurmeisterin und hatte einen eigenen Salon und mehrere Filialen. In ihrem Leben hat sie so viel erlebt, dass sie immer den Wunsch hatte, alles im Alter einmal zu einem Buch zu verarbeiten. Nach ihrem 75sten Geburtstag war es dann so weit. Sie ließ über 40 Bekannte und Verwandte den ersten Entwurf Probe lesen. Die Resonanz war so überwältigend, dass sie beschloss, ihr Buch zu veröffentlichen und dadurch auch anderen Menschen, in der Hoffnung ihnen auch ein paar schöne Lesestunden zu vermitteln, zur Verfügung zu stellen.

Meine Schulzeit

Mitte meines 2. Schuljahres zogen wir genau an das andere Ende der Stadt:

In der Geist war ein ganz neu erbauter Stadtteil von Lünen. Mit einer Familie, 3 erwachsenen Personen, mussten wir uns eine Wohnung teilen. Die Familie bewohnte das Schlaf-und Kinderzimmer. Wir das Wohnzimmer und die Küche. Das Bad wurde von allen benutzt.

Hier waren, nicht wie vorher im Lager, Nachbarn, die sich um alle Kinder kümmerten. Wir konnten also hervorragend in der ganzen Siedlung, die noch Baustelle war, in den Sand- und Schuttbergen toben.

Die ersten knapp 2 Jahre, bis die katholische Nikolaus Groß Schule fertig gestellt war, ging ich zur Friedrich Ebert Gemeinschaftsschule.

Auf dem Weg zur Schule lernte ich Maria kennen und es entstand eine dicke Freundschaft, die unser ganzes späteres Leben halten sollte und die noch heute besteht. Maria kam aus einer großen Familie, in der ich mich sauwohl fühlte und wohnte direkt nebenan. Zu meinen liebsten Erinnerungen gehören die Nachmittage, wo ich mit allen Kindern der Familie auf dem Fußboden hockte und im Fernsehen die Kinderstunde sehen konnte. Besonders schön waren die Abende. Meine Mutter und ich lagen im Bett und hörten gemeinsam im dunkeln Hörspiele im Radio. Am liebsten : Paul Tempel ! Aufstehen musste ich Morgens allein, weil meine Mutter in einer Gärtnerei arbeitete und sie schon längst weg war, wenn der Wecker, der auf einem Teller stand, damit ich ihn auch hörte, schellte. Es war o.k. für mich, dass ich allein klarkommen musste. Ich bin sogar der Meinung, dass ich zu dieser Zeit schon gelernt habe, selbstständig zu sein und zu handeln. Obwohl wir es schwer hatten, ich keine Puppe, keinen Puppenwagen, auch sonst kein Spielzeug besaß, fand ich diese Zeit nicht schlimm. Es war eben so…

Einmal waren wir in der Stadt. Ich sah in einem Schaufenster Rollschuhe. Ich muss so sehnsüchtig diese Rollschuhe angestarrt haben, dass meine Mutter fragte, ob ich sie haben möchte. Da ich wusste, dass wir für so etwas kein Geld über hatten sagte ich schweren Herzens: „ nein“. Meine Mutter ging in das Geschäft und kaufte mir die Rollschuhe!

Ich konnte mein Glück zwar kaum fassen, hatte aber doch ein klein wenig schlechtes Gewissen…

Wenn ich heute daran denke, ist mir erst richtig bewusst, was dieser Kauf für meine Mutter bedeutete. Aber es sollte das letzte Mal sein, dass sie mir heiß ersehnte Wünsche erfüllen musste. Kurz darauf fing ich an, selbst Geld zu verdienen …

Ungefähr zur gleichen Zeit meldete mich meine Mutter zum Akkordeonunterricht an. Dafür brauchte ich ein eigenes Akkordeon. Ich bekam eins mit 120 Bässen. Es war so groß, dass es mir bis fast unters Kinn reichte. Was ich viel später erst erfuhr, war, dass meine Mutter 2 Jahre das Instrument abzahlen musste.

Mit einem anderen Jungen, der etwas älter als ich war, marschierten wir jede Woche mit einem Bollerwagen, auf dem unsere beiden Instrumente lagen, über den Lippedamm zum Wirtshaus Plagge, wo der Unterricht stattfand. Es machte mir Spaß, aber nach einigen Monaten gab es keinen Unterricht mehr, weil der Musiklehrer in den Knast musste….

Aber unbedingt sollte ich Akkordeon spielen lernen, also bekam ich Einzelunterricht Zuhause.

Der neue Musiklehrer war ein unangenehmer fetter Mann, der während des ganzen Unterrichts fraß und mir, wenn ich falsch spielte, mit einem Taktstock oben auf die Finger haute. Das tat sehr weh und nach einigen Monaten weigerte ich mich, noch weiter Unterricht zu nehmen. Allerdings verriet ich meiner Mutter nicht, dass der Musiklehrer mich immer schlug, weil ich befürchtete, dass sie einen anderen sucht und der mich auch wieder schlägt….….

Ich hörte also ganz damit auf, Musikunterricht zu nehmen, was ich später immer bedauerte. Außerdem hatte ich immer ein schlechtes Gewissen meiner Mutter gegenüber, weil ich ihren sehnlichsten Wunsch nicht erfüllt habe.

Auf ihrem Sterbebett habe ich ihr erst verraten, was der Grund dafür war, dass ich mich damals weigerte, weiteren Musikunterricht zu nehmen…

Aber dann mit 60 Jahren fing ich tatsächlich doch noch mal damit an und lernte Keyboard zu spielen.

Ich hätte wer weiß was dafür gegeben, dass meine Mutter das noch erlebt hätte…

Neben ihrer Arbeit in der Gärtnerei nahm meine Mutter noch Putzstellen an und trug einmal die Woche mit mir den Lüner Anzeiger in der Geist aus. Ganz stolz war ich, als ich dann so mit 8 Jahren eine eigene Straße bekam, wo ich die Zeitung allein austragen durfte und auch das Geld dafür behalten konnte. Mit der Zeit wurde mein Revier immer größer und natürlich auch mein Verdienst.

Als ich gerade wieder Zeitung austrug, sah ich einige Kinder am Straßenrand, die offensichtlich auf etwas warteten. Neugierig fragte ich, worauf sie warteten und sie erzählten mir, dass sie von einem Bauern zum Arbeiten auf dem Feld abgeholt werden und 80 Pfennig pro Stunde verdienten.

4 Stunden am Tag. Das gefiel mir.

Als der Bauer kam, fragte ich, ob ich am nächsten Tag auch mitkommen könnte.

Ich konnte und hatte von da an die ganzen Schuljahre, bis ich in die Lehre kam, einen festen Job in den Rieselfeldern.

Bei diesem Bauern blieb ich aber nur den einen Sommer. Dann hörte ich, dass ein anderer Bauer 1,10 DM pro Stunde bezahlt. Allerdings holte der die Kinder nicht ab, sie mussten selbst kommen. Da ich schon inzwischen so viel verdient hatte, dass ich mir ein Fahrrad kaufen konnte, war das für mich kein Problem jeden Tag die 5 km zwei Mal zu fahren.

Auf der neuen Stelle fühlte ich mich so wohl, dass ich auch die gesamten Ferien ganztags dort arbeitete.

Oft durften wir Gemüse, das nicht so ganz der 1. Wahl entsprach, mitnehmen. Ganz stolz brachte ich es nach Hause und fühlte mich wie der

Ernährer der kleinen Familie.

Irgendwann wurde ich von der Eigentümerin eines kleinen Kolonialwarenladens, wo wir immer einkauften, gefragt ob ich nicht Lust hätte, statt beim Bauern zu arbeiten, ihren kleinen Enkelsohn zu verwahren. Der Stundenlohn sollte der Gleiche sein. Ich rechnete aus, dass dann ja die tägliche, Kilometerweite Fahrt in die Rieselfelder entfallen würde, ich also jeden Tag eine Stunde mehr arbeiten könnte und 1,10 DM mehr verdienen würde…

Außerdem machten das viele Freundinnen von mir und ich könnte den Winter durcharbeiten. Ich sagte zu. Der kleine Enkel entpuppte sich aber als total verzogenes Blag, mit dem noch nicht mal die Eltern fertig wurden. Nach einer Woche hatte ich die Nase voll, fuhr wieder in meine Rieselfelder und habe nie mehr als Babysitter gejobbt…

Im Winter, wenn ich nicht beim Bauern arbeitete, nahm meine Mutter mich oft zu ihren Putzstellen mit und sie übertrug mir kleinere Arbeiten. Mir gefielen die großen Wohnungen, die schönen Häuser und es entstand der Wunsch: So wollte ich auch einmal wohnen !

Und ich wohnte später auch so und hatte auch eine Putzfrau. …

In der Schule fand ich es ziemlich langweilig. Lernen brauchte ich nicht, was ich einmal gehört habe, behielt ich. Gedichte lernte ich auch nicht. Ich musste nur immer zusehen, dass ich nicht als Erste aufsagen musste. Ganz erstaunt war ich, als ich nach Jahrzehnten bei einem Klassentreffen von unserer langjährigen Klassenlehrerin erfuhr, dass sie das wusste. War ich doch immer in dem Glauben, dass es keiner gemerkt hätte.

Als ich später zur Meisterschule ging, klappte es aber mit dieser Methode nicht. Da musste ich erst mal lernen, wie man lernt…

Um irgendwie den langweiligen Unterricht in der Schule rumzukriegen, dachte ich mir kleine Geschichten aus und schrieb sie auf.

Aber am liebsten quatschte und störte ich. Bekam dafür sehr oft, besonders vom Direktor mit seinen knochigen Fingern, eine geknallt und es brachte mir 2 Mal eine saftige Bemerkung am Zeugnis und Vorladungen meiner Mutter in die Schule ein.

Zur Strafe durfte ich 3 Monate nicht fernsehen, wobei mir besonders meine liebste Krimiserie 77 Sunset Strip fehlte.

Irgendwann waren Halstücher modern, die in der Mitte durch Abnäher schmaler wurden. Ich fand die toll, kaufte mir Stoff im Stoffresteladen und nähte mir welche. Als mehreren Mitschülerinnen meine Halstücher gefielen, kaufte ich jede Menge Stoffreste, nähte Haufenweise Halstücher und verkaufte alle in der Schule und bei vielen meiner Zeitungskundinnen.

Im letzten Schuljahr wurden wir von einigen Lehrern gefragt, was wir denn beruflich lernen wollten. Meine Antwort kam immer wie aus der Pistole geschossen: Friseuse!

Obwohl ich während meiner ganzen Schulzeit nur 1 Mal beim Friseur war, also gar keine Vorstellung von dem Beruf hatte, kam für mich nichts anderes in Frage.

Unsere Klassenlehrerin und unser Pastor fanden diese Berufswahl von mir unmöglich, absolut nicht für mich geeignet und sie versuchten, mir andere Berufe schmackhaft zu machen. Ich reagierte bockig und gab immer zur Antwort: „ Wieso soll es denn nicht der richtige Beruf für mich sein? Ich mache meine...

Erscheint lt. Verlag 2.4.2024
Mitarbeit Cover Design: Bärbel Beier
Sonstige Mitarbeit: Bärbel Beier
Verlagsort Ahrensburg
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Literatur Romane / Erzählungen
Schlagworte Antwort • Arbeit • Bett • damals • Eltern • Ende • Essen • Familie • Frau • Geld • Jahre • Jahren • Kinder • Leute • Mann • meines • Moment • Neuen • oft • Paar • Recht • Sagen • SOFORT • Tag • Tage • Tür • Wasser • Wissen • Zeit • Zimmer
ISBN-10 3-384-16337-0 / 3384163370
ISBN-13 978-3-384-16337-0 / 9783384163370
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
EPUBEPUB (Wasserzeichen)

DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasser­zeichen und ist damit für Sie persona­lisiert. Bei einer missbräuch­lichen Weiter­gabe des eBooks an Dritte ist eine Rück­ver­folgung an die Quelle möglich.

Dateiformat: EPUB (Electronic Publication)
EPUB ist ein offener Standard für eBooks und eignet sich besonders zur Darstellung von Belle­tristik und Sach­büchern. Der Fließ­text wird dynamisch an die Display- und Schrift­größe ange­passt. Auch für mobile Lese­geräte ist EPUB daher gut geeignet.

Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür die kostenlose Software Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür eine kostenlose App.
Geräteliste und zusätzliche Hinweise

Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.

Mehr entdecken
aus dem Bereich
Die Autobiografie

von Daniel Böcking; Freddy Quinn

eBook Download (2025)
Edition Koch (Verlag)
CHF 9,75