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Ehepaar, ruhig, solvent, mit Hund sucht... (eBook)

...unsere abenteuerliche Odyssee zum neuen Zuhause
eBook Download: EPUB
2023 | 1. Auflage
303 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-9729-1 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ehepaar, ruhig, solvent, mit Hund sucht... -  Peter mit Ewa Wolff
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Nahezu zehn Millionen Deutsche Staatsbürger ziehen jährlich um. Eigentlich eine ganz normale, eine alltägliche Angelegenheit, so ein Umzug. Eigentlich. Die allerdings in Zeiten grassierender Wohnraumknappheit und explodierender Mieten, zudem beeinflusst von einer Epoche politischer Wirren und zunehmender Umweltkatastrophen zu einer wahrhaftigen Herausforderung werden kann. Unvermittelt muss sich das Autorenehepaar einer Klage auf Zahlung von Mietrückständen, gefolgt von einer Eigenbedarfskündigung und einer Räumungsklage erwehren. Parallel dazu wird die Suche nach einem neuen Zuhause für drei Jahre zum zentralen Lebensthema des Ehepaars. Begleiten Sie die Autoren auf ihrer Reise durch die Gerichtssäle und zu den zahlreichen Objektbesichtigungen, die geprägt sind von skurrilen Erlebnissen, Pleiten, Pech & Pannen, aber auch von überzogenen Ansprüchen und falschen Entscheidungen. Ewa und Peter Wolff gelingt ein vortrefflicher Mix aus Unterhaltung und Information, der nicht nur für Wohnungssuchende lesenswert ist.

Eine Liste der Veröffentlichungen findet sich auf der Homepage www.wolffslaute.de

Peter Wolff lebt mit Ehefrau und Hund nahe Köln . Der studierte Betriebswirt entdeckte seine Leidenschaft für das Schreiben als freier Mitarbeiter der 'Kölnischen Rundschau' und beim 'Kicker Sportmagazin', hauptberuflich war er als Gruppenleiter im Controlling, als Geschäftsführer einer Entsorgergemeinschaft und als Leiter der Seminarplanung in der Erwachsenenbildung tätig. Peter Wolff schrieb bislang sieben erzählende Sachbücher, (zwei davon unter einem Pseudonym) sowie zwei Kriminalromane.

Ein Traum wird wahr


Das Köln zwei Rheinseiten hat, hat mich eigentlich nie sonderlich interessiert. Sicherlich gab es immer einmal wieder Anlässe, zu denen ich per Fahrrad, Motorroller, Straßenbahn oder Auto eine der acht Kölner Rhein-brücken überquerte: die Diskothek `New York“ im Luft-hansagebäude, eine neue Freundin, die im Rechtsrhei-nischen lebt, ein Heimspiel des KEC, der Papstbesuch im „wir sind Papst-Jahr“ 2005. Aber auf den Gedanken, einmal auf der `Schäl Sick` zu leben, und das auch noch aus voller Überzeugung, wäre ich nie gekommen.

Der Ausdruck Schäl Sick wird abgeleitet vom kölschen Wort schäle für „blinzeln“, verwandt mit „schielen“ oder „scheel anblicken“ und soll seinen Ursprung in Zeiten der Treidelschifffahrt haben. In früheren Zeiten, als es noch keine Dampfschifffahrt gab, wurden Kähne, sogenannte Treidelschiffe, von Pferden flussaufwärts gezogen. Die Tiere wurden dabei vom Sonnenlicht reflektierenden Wasser geblendet, sodass sie das andere Ufer nur `erblinzeln` konnten (03). Heute versteht man unter der `Schäl Sick` in Köln und Umgebung die `schlechte` oder `falsche` Seite des Rheins.

Als für mich anno 2014 ein komplett neuer Lebens-abschnitt beginnt, weil ich erfahre, dass ich mich einer schweren Erkrankung stellen muss, von einer langjährigen Beziehung in eine neue wechsele und mit der neuen Frau an meiner Seite eine neue Wohnung suchen muss, komme ich quasi wie die berühmte Jungfrau zum Kind auf die rechtsrheinische Rheinseite und ziehe übergangsweise mit meinem Hund in die 58-Qudratmeter-Wohnung meiner neuen Herzdame nach Köln-Gremberg.

Der Spott einiger meine treuesten Weggefährten ist mir ob des Wechsels der Rheinseite gewiss. Verhält es sich doch so, dass es auch im dritten Jahrzehnt des einundzwanzigsten Jahrhunderts immer noch einige Kölner Zeitgenossen gibt, die es für verwerflich halten, nicht auf der `richtigen` Seite Kölns zu leben. Dort, wo der Dom steht, sich die Gässchen und bunten Häuser der Altstadt befinden, der 1.FC Köln seine Heimspiele austrägt, und auf der einzig und allein (seit 2023 ist das erfreulicherweise anders!) am höchsten aller Kölner Feiertage der Rosenmontagszug durch die Straßen zieht.

Meine ersten Eindrücke in Gremberg und Umgebung scheint den „Schäl Sick-Nörglern“ Recht zu geben: hier muss ich nicht unbedingt leben, denke ich mir. Aller-dings sorgen mein 4beiniger Freund und mein Bewe-gungsdrang dafür, dass sich diese Meinung schnell än-dert. Ich habe mir eine Laufstrecke zusammengeschu-stert, auf der ich mit meinem Hund von der Wohnung meiner neuen Freundin, die für fünf Monate auch meine werden wird, über Poll bis ans Rheinufer laufen kann und inklusive Rückweg auf die gut zehn Kilometer Lauf-strecke komme, die mein Standard sind.

Und so begann eigentlich alles, was ich im Folgenden erzähle, eigentlich schon bevor es begann, nämlich beim Joggen durch Köln-Poll in Richtung Rhein.

Zweimal in der Woche, jeweils montags und donners-tags, ist `Lauftag“ und da laufe ich fortan die auserkorene Strecke und stelle schnell fest, dass da ein Abschnitt auf dem Weg gen Rhein ist, bei dem es mir jedes Mal warm ums Herz wird, wenn ich ihn passiere. Eigenartig, habe ich so noch nicht erlebt. Ich ertappe mich dabei, just auf dieser Passage meiner Laufstrecke regelmäßig zu entschleunigen, um mir die Gegend immer genauer anzuschauen, am Ende bleibe ich sogar das ein‘ oder andere Mal kurz stehen. Es dauert nicht lange, dann muss ich mich Ewa mitteilen.

„Kennst Du die Ecke Poll hinter der Siegburger Straße. Am Wasserfeld, In der Gracht, Poller Damm und so?“

„Die Straßennamen nicht, aber ich weiß so ungefähr, welche Gegend Du meinst. Warum fragst Du?“

„Da könnte ich leben.“

„Aha. Aber das ist doch auf der `Schäl Sick`“, neckt Ewa mich.

„Trotzdem. Die Gegend da…und der Rhein ist so nah…also, wenn da mal was zu haben ist…“

„Ich glaub’s nicht. Hast Du das Deinen Freunden schon erzählt?“

Je öfter ich durch meine neue Herzensgegend laufe, desto mehr wächst meine Begeisterung. Längst schon ist das `da KÖNNTE ich leben `einem `da WILL ich leben`-Gefühl gewichen, das mich mehr und mehr in seinen Bann zieht. Der Suchauftrag `51105 Köln` bei Immo-bilienscout, genauer kann man seine Suche nach gewissen Straßen leider nicht spezifizieren, ist schnell angelegt, wie ein Luchs achte ich zudem jeden Mon- und Donnerstag darauf, ob nicht irgendwo ein `Zu vermie-ten`- Schild an einem Haus angebracht ist. Wohl wissend, dass es eine solche Form der Bewerbung einer zu vermietenden Immobilie im Internet-Zeitalter kaum mehr gibt.

Das Laufen durch ist mir längst nicht mehr genug, da bekommt man eh viel zu wenig mit. Fortan führen uns auch unsere gemeinsamen Spaziergänge mit dem Hund immer öfter in das anheimelnde Fleckchen Erde in Köln-Poll. Wir variieren die Wege, um auch wirklich alles von der neuen Wunschheimat zu sehen. Auf einem dieser Spaziergänge bleiben wir auf einmal abrupt und wie vom Blitz getroffen stehen. Zu unserer linken steht ein offensichtlich schon längere Zeit unbewohntes Haus, ringsum von Grün umgeben. Das Tor zum Grundstück steht offen, wir können der Versuchung nicht widerstehen und betreten bedächtig das Grundstück.

„Das ist unser Haus. Wir müssen herauskriegen, wem das gehört, dann kaufen und renovieren wir es.“

„Genau!“

Zuhause angekommen Googlen wir sofort nach Adressen, die uns eventuell weiterhelfen können:

`Poller Bürgerverein` - schon mal gut.

`Siedlergemeinschaft Poller Damm`– noch besser.

Keiner kann uns helfen. Bei meine nächsten Laufrunde laufe ich extra an dem Objekt unserer Begierde vorbei und erblicke auf einem Nachbargrundstück einen Mann, der im Garten

„Das können Sie vergessen. Das wird alles abgerissen hier und neu bebaut. Die Pläne stehen schon. Ich muss auch raus.“

Unsere Enttäuschung ist nicht allzu groß – ähnliches hatten wir angesichts des Zustands des Hauses befürchtet.

Statt Frust zu schieben, erwacht der Kampfgeist in uns und uns wird uns beiden klar: Wir müssen handeln! Es reicht nicht aus, im Internet auf ein entsprechendes Angebot zu warten oder nach sehnsüchtig nach Hinweisschildern an den Häusern der Wunschgegend Ausschau zu halten – Action ist gefragt! Und so kommen wir auf die Idee, Flugzettel zu entwerfen, und in sämtliche Briefkästen, die für uns aus irgendeinem Grund vielversprechend wirken, zu werfen.

Paar mit 4beinigem Anhang sucht Haus oder Gartenwohnung in der Poller Damm-Siedlung. Tel.: 01573-714….

Die Aktion ist nicht erfolgreich – niemand meldet sich. Aber der liebe Gott hat offenbar unsere Bemühungen genau registriert und ist bereit, uns für unsere Mühen zu belohnen: Anfang 2015 steht tatsächlich eines der Häuser in `unserem` Poll zur Vermietung. Einfach so steht das da im `Immobilienscout` - wir können es kaum glauben. Ich renne zum Telefon und rufe die Maklerin an. Das Haus ist noch zu haben – wo soll ich unterschreiben? denke ich bei mir. Allerdings weiß die gute Frau zu berichten, dass das Vermieterehepaar am liebsten beide Wohnungen zusammen vermieten möchte. Wundert uns, denn das Haus besteht aus zwei Wohnungen, zwei in sich geschlossenen Wohneinheiten, durch ein Treppenhaus mit fünfzehn Stufen getrennt. Und kommt so für Familien mit Kindern, erst recht mit kleinen, kaum in Frage. Was unsere Chancen, die Auserwählten zu sein, deutlich erhöht, befinden wir.

„Würden Sie denn das ganze Haus mieten wollen?“, fragt die Maklerin mich.

„Ja, kein Problem“. lautet meine spontane Antwort. Und diese zeigt Wirkung. Ich nehme an, dass die gute Frau kaum erwartet hätte, das Objekt, dass aus zwei Wohnungen besteht, so schnell an Mann & Frau zu bringen.

„Dann lassen Sie uns schnellstmöglich einen Termin vor Ort machen. Die Vermieter kommen auch.“

„Sehr gern.“ Ich lege auf und gebe die `Becker-Faust` zum Besten. Ewas Begeisterung hingegen hält sich in Grenzen.

„Wir können doch nicht das ganze Haus mieten. Das ist doch viel zu groß und auch viel zu teuer.“

„Dann ziehen eben meine Eltern mit ein.“

„Was?!“

„Ja. Überleg` doch mal. Das wäre doch ideal.“

Kurz zur damaligen Situation: meine Mutter ist im Herbst 2014 an Demenz erkrankt, mein Vater befindet sich bereits in den 90ern, ist geistig noch fit, aber körperlich zunehmend gebrechlich. Die beiden leben in einer 78-Quadratmeter-Wohnung im Kölner Westen und kriegen den Haushalt zunehmend schlechter geregelt, so dass wir schon seit geraumer Zeit überlegen, wie es mit ihnen weitergehen soll. Kann man es noch verantworten, die Beiden alleine leben zu lassen? Soll man eine Hausangestellte engagieren? Müssen Sie in ein Heim?

„Meinst Du wirklich?“

„Ich denke, das wäre für alle die beste Lösung. Wirklich.“

Die wir umgehend umzusetzen versuchen. Während meine Mutter, wohl nicht zuletzt, weil sie einen Großteil ihrer Kindheit im benachbarten Ensen verbracht hat, direkt bereit zum Umzug ins rheinnahe Poll ist, lehnt mein Vater unser Vorhaben kategorisch ab.

„Mich muss man hier auf der Bahre raustragen.“ Also, wenn es so kommen sollte, wird es eher der Sarg sein, denke ich bei mir, aber egal. Seine Argumente sind aus seiner Sicht sogar nachvollziehbar – also das eine, das er eigentlich nur hat. „Ich komme ja nicht mehr auf die Straße. Wenn ich hier am Fenster auf die Aachener Straße gucke, sehe ich wenigstens ab und an ein paar Leute, die ich kenne. Aber da…“. Mir fällt kein Gegenargument ein – weil es keines gibt.

„Das...

Erscheint lt. Verlag 18.6.2023
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Schlagworte Mietsretigikeiten • Räumungsklage • Umzug • Wohnrecht • Wohnungssuche
ISBN-10 3-7549-9729-7 / 3754997297
ISBN-13 978-3-7549-9729-1 / 9783754997291
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