KOMM - Wir ziehen in die Stadt (eBook)
130 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7549-8996-8 (ISBN)
Der Autor, Jahrgang 1950, ist seit 50 Jahren verheiratet und hat zwei Söhne sowie zwei Enkelkinder. Er war Leiter des Fachbereiches Jugend und Soziales bei einer Kommunalverwaltung. Seit der Pensionierung ist er freiberuflich als Dozent vor allem für Sozialverfahrensrecht tätig. Bereits 1997 hat er im Verlag C.H.Beck, München, einen Ratgeber mit dem Titel 'Hundert Wege zu mehr Geld' veröffentlicht. Aktuell ist er auch ehrenamtlich engagiert, u.a. für die Landeshauptstadt Hannover.
Der Autor, Jahrgang 1950, ist seit 50 Jahren verheiratet. Er hat zwei Söhne und zwei Enkelkinder. Bis zu seiner Pensionierung war er zuletzt Leiter des Fachbereiches Jugend und Soziales bei einer Kommunalverwaltung. Seitdem ist er freiberuflich als Dozent für Sozialverfahrensrecht tätig. Bereits 1997 hat er im Verlag C.H.Beck, München, einen Ratgeber mit dem Titel "Hundert Wege zu mehr Geld" veröffentlicht. Aktuell ist er auch ehrenamtlich aktiv, u.a. für die Landeshauptstadt Hannover.
Kapitel 1
Die Vorgeschichte
Wir befinden uns im Jahr 2019. Seit rund 40 Jahren leben Marion und ich in unserem eigenen Haus mit großem Grundstück in einem Dorf im südlichen Niedersachsen.
Abb.: Umrisse des Dorfes
Die beiden Söhne sind vor etwa 25 und 20 Jahren kurz nach ihrer Volljährigkeit ausgezogen und haben sich anderweitig orientiert. Seit dieser Zeit leben wir allein in unserem Haus mit ausgebautem und nun ungenutzten Dachgeschoss auf einem Grundstück mit rund 1.000 qm einschließlich des schon erwähnten großen Gartens.
Der ältere Sohn hat vor 20 Jahren in unserem Ort das Haus seiner Großeltern mütterlicherseits mit einem Wohnrecht für sie übernommen und einige Jahre später für sich und seine Familie damit angefangen, an dem Haus an-, um- und auszubauen, drinnen und draußen, also überall wo es etwas zu bauen oder zu erneuern gibt.
Dabei haben Marion und ich über die Jahre viel geholfen und dabei auch ziemlich viel Zeit verbracht. Marion's Eltern sind leider Anfang 2006 kurz hintereinander verstorben. Wir alle hatten ein besonders inniges und liebevolles Verhältnis zu ihnen. Sie waren wundervolle Menschen. Für uns bleiben sie unvergessen.
Der jüngere Sohn Sven wohnt seit seinem Auszug und einer kurzen Zwischenstation in Aachen nun schon lange in Hannover. Hier hat er vor einigen Jahren eine Eigentumswohnung im Stadtbezirk List erworben und diese nach seinen Vorstellungen kernsaniert und umgebaut.
So nun wieder zum Jahr 2019. Wir leben also seit vielen Jahren allein in diesem für uns zu großen Haus. So geht es sicherlich auch anderen Menschen, wir aber fühlen uns mit dieser Situation nicht mehr so richtig wohl. Sei es mit dem Haus und dem auch zu pflegenden Grundstück oder sei es mit dem Gedanken, dass sich das noch jahrelang so hinziehen kann.
Marion und mich nervt seit einiger Zeit der erhebliche Unterhaltungsaufwand für Haus und Garten. Vor allem der Garten erfordert immer wieder pflegerische Arbeiten. Wir sind zum Teil auch selber Schuld an diesem Aufwand, da wir es früher versäumt haben, das Grundstück möglichst pflegeleicht zu gestalten.
So haben wir heute viele unterschiedlich gestaltete Bereiche mit Rasenflächen, Gartenkies, Büschen, Obstbäumen, Fichten, Steingarten und Blumenbeeten. Während uns die Arbeiten früher nicht weiter belastet haben, tun sie das aber seit einiger Zeit.
Wir hätten heute wahrscheinlich einen wesentlich geringeren Unterhaltungs- und Pflegeaufwand, wenn das Grundstück in früheren Zeiten fast nur mit Rasenflächen bedeckt worden wäre. Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer und außerdem bin ich auch kein Freund des Rasenmähens, so dass solche Überlegungen heute auch nicht weiterhelfen.
Irgendwie sind wir nach einigen Jahren im Ruhestand nicht mehr so richtig zufrieden mit unserer momentanen Lebenssituation.
Kann es Schicksal sein ?
In dieser Zeit geschieht etwas, das ich im nachhinein auch als einen Fingerzeig oder Wink des Schicksals für unser weiteres Leben verstehen könnte.
Es ist Winterzeit, die Sonne scheint, und Marion möchte im Harz in einer Schneelandschaft spazieren gehen. Auf dem Rückweg zum Auto in einer Bergstadt im Oberharz passiert es dann. Marion rutscht auf einem eisglatten Straßenstück aus und erleidet dabei einen doppelten Wadenbeinbruch. Den Vorfall hat ein jüngeres Paar aus einem Haus gesehen. Sie helfen freundlicherweise sofort mit einem Notruf und auch mit einer Decke. Wir wollen uns später noch erkenntlicher zeigen, als nur Danke gesagt zu haben, aber mehr möchten die beiden nicht. An dieser Stelle daher nochmals „Danke mit Hochachtung und Respekt“ an die beiden Helfenden.
Es ist für Marion das erste Mal in ihrem Leben, dass sie mit einem KTW (Krankentransportwagen) in ein Krankenhaus gefahren wird. Auf die OP muss sie noch 6 Stunden warten, da sie zuvor eine Riesen-Currywurst mit Beilage verspeist hat. Die OP verläuft problemlos, und nach drei Tagen wird sie entlassen. In der Folgezeit leiden dann nicht nur ihre Knochen, sondern vor allem auch ihre Beweglichkeit und ihr Allgemeinbefinden.
Auch für mich gibt es Anfang 2019 ein gesundheitliches Problem mit einem Abzess im Rücken, zu dem der Hausarzt bei meinem Kontrollbesuch meint, dass ich mich noch heute ins Krankenhaus begeben solle. Also fahren Marion und ich gleich ins nächste etwa 20 Kilometer entfernte Krankenhaus.
Es schauen sich zwei Assistenzärzte das Geschwür an und anschließend ein Oberarzt, der entscheidet, das nun ausreichend betrachtete Stück gleich operativ zu entfernen. Ich habe keine Einwände und komme bald in den Operationssaal.
Für einen Freitagnachmittag sind bis auf eine Ausnahme alle Betten im Vorbereitungs- und Aufwachbereich leer. Ich habe ein seltsames Gefühl und denke an den kölschen Grundsatz „Ett hätt noch immer jot jejange“ (Paragraph 3).
Was soll's, mit freundlichen Worten wird mir eine Substanz zum Schlafen eingeführt. Ich wache auch bald wieder auf. Alles ist planmäßig verlaufen, Marion und ich reden noch eine Weile entspannt mit der Krankenschwester, dann fährt Marion mich nach Hause. Zu dem Zeitpunkt weiß ich allerdings noch nicht, dass es mit dem Heilungsprozess längere Zeit Probleme geben wird.
So verbringen wir nun die nächsten Wochen mit körperlichen Handicaps, können uns aber noch selbst versorgen. Dabei merken wir aber ziemlich deutlich, dass wir doch in unserer Beweglichkeit und Mobilität eingeschränkt sind und dass ein solcher Zustand - wenn er denn von Dauer wäre - für uns wegen des vorhandenen und zu pflegenden Hausgrundstücks und wegen der fehlenden Infrastruktur in unserer dörflichen Umgebung nur unzureichend aufgefangen werden kann.
Es müssen immer längere Wege und Strecken gefahren werden, was aber mit zunehmendem Alter auch nicht einfacher wird und dann wohl auch nicht immer sichergestellt werden kann.
Wir haben eine Idee
Für uns liegt der Kern des Problems also sowohl in der ständigen Unterhaltung und Pflege von Haus und Garten als auch in der von uns angenommenen unzureichenden Versorgungsstruktur vor Ort und vor allem noch darin, dass bestimmte Kontakte und Beziehungen in unserem Umfeld nicht mehr bestehen.
Für Marion ist zudem die Lage des Hauses ein Problem. Wenn ich nicht mehr leben sollte, würde sie in dem Haus nicht länger wohnen wollen. Das Haus steht in einem Siedlungsgebiet am Dorfrand. In der Nachbarschaft gibt es nur freistehende Einfamilienhäuser mit großen Grundstücken und dahinter in südlicher Richtung nur landwirtschaftlich genutzte Felder.
Marion ist etwas ängstlich veranlagt und wenn die Straßenbeleuchtung im Dorf spätestens ab 23:00 Uhr ausgeschaltet und kein Vollmond zu sehen ist, ist es Zeit, die Rollläden herunterzulassen, Fenster zu schließen und alle Türen zu sichern. Sollte sie mal allein über Nacht zu Hause sein, ist an einen ruhigen und entspannten Schlaf nicht zu denken. Es wird dann lange ferngesehen, um irgendwann einschlafen zu können.
Das sind für Marion also keine idealen Voraussetzungen für eine spätere alleinige Nutzung des Hausgrundstücks. Das Ganze würde durch einen der Söhne auch nicht übernommen werden, da sie selbst Immobilienbesitzer sind, und die Enkelkinder werden höchstwahrscheinlich nicht in unserem Dorf bleiben. Marion müsste sich dann - sicherlich mit Hilfe der Söhne - aber trotzdem alleinstehend mit dem Hausverkauf beschäftigen.
Angesichts dieser Aussichten fragen wir uns dann fast gleichzeitig, wo denn eine Lösung für die von uns gesehenen Probleme liegen könnte und kommen dabei – auch wieder gemeinsam – auf eine Idee, die wir zunächst nicht ganz ernst nehmen.
Wir könnten doch das Haus verkaufen und uns eine Mietwohnung suchen. Wir überlegen uns das dann noch etwas länger und hin und her und erinnern uns dabei an einen Kurzurlaub am Müritzsee vor einem Jahr, als wir in einem neuen Hotel in einem kleinen Appartment mit Seeblick waren. Das gefiel uns auch von den Räumlichkeiten wunderbar und Marion meinte, das könnte mit einem zusätzlichen Zimmer doch was fürs Alter sein, so als Altersruhewohnsitz.
Was nun tun? Am Müritzsee wollen wir dann doch nicht unseren Lebensabend verbringen. Also überlegen wir weiter.
In der Wahrnehmung unserer heutigen Lebenssituation spielt eine nicht unwichtige Rolle, dass sich aus unserem Bekannten- und Freundeskreis frühere langjährige Beziehungen aufgelöst haben und von unseren Nachbarn im Dorf einige für uns wesentliche Personen leider verstorben sind.
So war es früher
Gleichwohl gibt es für uns immer noch viele Kontakte im Dorf und auch Beschäftigungsmöglichkeiten. Marion hat vor einiger Zeit eine Klönrunde mit einem monatlichen Treffen im örtlichen Pfarrhaus mit acht weiteren Personen gegründet. Und auch für mich gibt es im Vorstand des örtlichen Heimatvereins verschiedene Aufgaben mit einem gewissen Zeitaufwand.
Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten im Dorf oder in der Gemeinde in...
| Erscheint lt. Verlag | 26.1.2023 |
|---|---|
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Biografien / Erfahrungsberichte |
| Schlagworte | Altersvorsorge • Altwerden • Stadtleben_im_Alter |
| ISBN-10 | 3-7549-8996-0 / 3754989960 |
| ISBN-13 | 978-3-7549-8996-8 / 9783754989968 |
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