Gustav Schwab: Schillers Leben - Band 192e in der gelben Buchreihe (eBook)
782 Seiten
neobooks Self-Publishing (Verlag)
978-3-7541-9231-3 (ISBN)
Geboren am 19. Juni 1792 in Stuttgart; gestorben am 4. November 1850 in Stuttgart. Er studierte 1809-1814 in Tübingen Philologie und Philosophie, dann Theologie am Evangelischen Stift. Er begann seine Berufstätigkeit 1818 als Professor für Latein am Stuttgarter Obergymnasium. 1837 trat er ein Pfarramt im Dorf Gomaringen bei Tübingen an, wurde 1841 Stadtpfarrer in Stuttgart, 1842 Dekan und 1845 als Oberkonsistorialrat und Oberstudienrat Leiter der höheren Schulen in Württemberg.
Geboren am 19. Juni 1792 in Stuttgart; gestorben am 4. November 1850 in Stuttgart. Er studierte 1809-1814 in Tübingen Philologie und Philosophie, dann Theologie am Evangelischen Stift. Er begann seine Berufstätigkeit 1818 als Professor für Latein am Stuttgarter Obergymnasium. 1837 trat er ein Pfarramt im Dorf Gomaringen bei Tübingen an, wurde 1841 Stadtpfarrer in Stuttgart, 1842 Dekan und 1845 als Oberkonsistorialrat und Oberstudienrat Leiter der höheren Schulen in Württemberg.
Aus dem Vorwort zum ersten Druck
Aus dem Vorwort zum ersten Druck
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Die Veranlassung zu diesem Versuch einer gedrängten und doch möglichst vollständigen Biografie des großen Lieblingsdichters der Deutschen hat meine Mitwirkung bei der Erstellung seines Standbildes gegeben, der ein wiederholtes Studium seiner Werke vorangehen musste, das sich sehr natürlicher Weise auch nachher fortgesetzt hat.
Der Plan meiner Darstellung soll, wie ich zu hoffen wage, durch sie selbst klar werden. Die Hauptquellen und Hilfsmittel, welche zu benutzen waren, sind größtenteils so bekannt, dass ich hier ihr Verzeichnis, das man bei anderen Biografen Schillers, am vollständigsten in H. Dörings (Johann Michael Heinrich Döring (* 8. Mai 1789 in Danzig; † 14. Dezember 1862 in Jena) war ein deutscher Schriftsteller, Übersetzer, Theologe und Mineraloge. Bekannt wurde er vor allem als Biograf Goethes und Schillers.) neuestem Abriss von Schillers Leben findet, nicht wiederholen will. Nur so viel sei bemerkt, dass aus den Quellen, soweit sie mir zugänglich waren, von mir immer unmittelbar geschöpft worden ist, dass ich zu dem Ende namentlich die verschiedenen Briefwechsel Schillers der genauesten Durchsicht unterworfen habe, und dass die Lebensbeschreibungen Dörings, Carlyle's, Hoffmeisters und Hinrichs', die von entschiedenem, wenn auch sehr verschiedenartigem Verdienst sind, von mir zwar vielfältig, aber hauptsächlich nur dann unmittelbar benutzt worden sind, wenn mir einzelne Quellen für mein Studium nicht zu Gebot standen, oder, wenn ich besonders treffende Ansichten aus ihnen hervorzuheben, manchmal auch Behauptungen, denen ich nicht beipflichten konnte, zu widersprechen hatte. Dass es mir nicht einfallen konnte, die größeren kritisch-historischen Werke der beiden letztgenannten Schriftsteller durch meine Arbeit überflüssig machen zu wollen, brauche ich wohl nicht erst zu sagen. Wo ich es für passend erachtete, habe ich stets unter dem Text durch die nötigen Zitate auf meine Quellen und Subsidien verwiesen. Nicht wenig Neues ist übrigens teils aus übersehenen gedruckten Notizen und Urteilen hinzugekommen, teils aus mündlichen und brieflichen Mitteilungen von Zeitgenossen des großen Dichters an den Biografen, teils auch endlich aus Urkunden und aus bisher unbekannten, oder unvollständig mitgeteilten Briefen Schillers, die zusammen gleichzeitig mit gegenwärtiger Lebensbeschreibung veröffentlicht werden. [Urkunden über Schiller und seine Familie; mit einem Anhang von fünf neuen Briefen u. s. w. von G. Schwab. Stuttgart, S. G. Liesching 1840.] Dass der Verfasser seine eigenen Erfahrungen auf dem Gebiet der Poesie zur Erklärung und Beurteilung mancher Phänomene in der Entwicklungsgeschichte des Dichters zu benutzen sich erlaubt hat, wird man ihm, da es mit der nötigen Bescheidenheit geschehen ist, nicht verübeln.
Für die Jugendgeschichte meines Helden zog ich eine von den meisten meiner Vorgänger entweder ganz übersehene oder nur aus dritter Hand und daher unvollständig benutzte Schrift mit gehöriger Vorsicht zurate. Sie führt den Titel: „Schiller der Jüngling, oder Szenen und Charakterzüge aus seinem früheren Leben. Stendal, bei Franzen und Große, 1806.“ Döring nennt als deren Verfasser K. W. Ömler. Dieselbe wimmelt zwar von Unrichtigkeiten; wo sie aber ihre Gewährsmänner nennt oder erraten lässt, worunter Moser in Ludwigsburg, der Jugendfreund Schillers, und Beil in Mannheim die wichtigsten zu sein scheinen, durfte ihren Angaben, die zuweilen anderswo vergebens Gesuchtes und nicht Unwichtiges enthalten, unbedenklich Glauben geschenkt werden. Ihr Gegenstück von demselben Verfasser „Schiller, oder Szenen und Charakterzüge aus seinem späteren Leben“ stand mir nicht zu Gebote. Die ebenfalls nicht unergiebige „Skizze einer Biografie“ u. s. w. (Leipzig bei Karl Tauchnitz 1805) soll, nach Dörings Versicherung, J. G. Gruber (Johann Gottfried Gruber (* 29.November 1774 in Naumburg/Saale; † 7. August 1851 in Halle (Saale); Pseudonyme: Adolph Grimm, Joseph aus der Grube, Iocosus Hilarius) war ein deutscher Kritiker und Literaturhistoriker.) zum Verfasser haben. Ihr Vorbericht aber ist mit P. unterzeichnet, Stil und Behandlungswelse des Gegenstands erinnern durchweg an die Schrift „Schiller der Jüngling.“
Während der Korrektur des dritten Buches erschien der dritte und letzte Band von Eduard Boas' (Eduard Boas Eduard Boas (geboren 18. Januar 1815 in Landsberg an der Warthe; gestorben 12. Juni 1853 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller und Literaturhistoriker.) Nachträgen zu den sämtlichen Werken Schillers, und konnte so leider nur noch teilweise von mir benutzt werden. [Ist in diesem zweiten Druck nach Möglichkeit geschehen.]
In diesem dritten Band des Herrn Boas erhalten wir auch Schillers ältestes, bekannt gewordenes Gedicht, eine Schilderung des menschlichen Lebens, vom Jahr 1775. Für seine Jugendgeschichte sind folgende Strophen nicht unwichtig:
Trägt der Knabe seine ersten Hosen,
steht schon ein Pedant im Hinterhalt,
der ihn hudelt, ach! und ihm der großen
Römer Weisheit auf den Rücken malt.
Beut uns Jugend ihre Rosenhände.
Welche Güter bringt die Zaub'rin dar?
Mädchen, Schulden, Eifersucht, am Ende
Hörner oder die Pistolen gar.
Sind wir Männer, kommt ein anderer Teufel,
Ehrgeiz heißt er, oft auch heißt er Weib.
Nahrungssorgen quälen, so wie Zweifel
einen Narrenschädel, unsern Leib.
Die erste dieser drei Strophen zeichnet uns Schillers Lehrer Jahn zu Ludwigsburg, der in dieser Biografie als Präzeptor bezeichnet worden ist, [Auch noch im ersten Buch des neuen Drucks.] was er auch in der Tat war; nur führte er schon im Jahr 1773 (s. Urkundenbuch S. 39) den Professorstitel. Die zweite und dritte Strophe muss uns in dem Urteil bestärken, dass Schillers Unbefangenheit in einem Institut, in welchem unreife Knaben mit überreifen in beständiger Berührung standen, sehr frühzeitig gestört worden ist.
Bei Boas lernen wir nun auch ein merkwürdiges Theatermanuskript des Fiesko, die Bühnenbearbeitung von 1784, (III. 47–227) kennen. „Das Stück ist nicht blos umgearbeitet, sondern das glühende Erz, aus dem es besteht, ist vom Dichter in eine ganz andere Form gegossen worden.“ Hier findet der Leser den von uns Seite 177 erwähnten Schluss des Fiesko, nach welchem dieser nicht stirbt, sondern in Verrina's Armen auf den Thron des Dogen verzichtet. Auch die anstößige Szene zwischen Verrina und seiner Tochter auf dem Sofa (vergleiche diese Biografie Seite 220) ist, höchst wahrscheinlich auf Wolfgang Heriberts von Dalberg Rat, hier gänzlich geändert.
Zugleich erfahren wir, dass die erste Auflage des Stücks (Mannheim, Schwan 1784) wirklich „dem Herrn Professor Abel in Stuttgart gewidmet“ ist.
Wolfgang Heribert Freiherr von Dalberg (* 18. November 1750 in Mainz, an diesem Tag getauft dort in St. Emmeran; † 27. September 1806 in Mannheim) war führender Beamter zunächst in der Kurpfalz, später im Großherzogtum Baden und erlangte Bekanntheit vor allem als Intendant des Nationaltheaters in Mannheim.
Somit ist die andere Nachricht, welche den Fiesko Herrn v. Dalberg dediziert sein lässt, wohl ein Irrtum, den mein zweiter Druck vergebens zurechtzulegen bemüht war.
Der Don Carlos in Prosa, den uns Boas mitteilt, ist von Schillers altem Bekannten, D. Albrecht, nach des Ersteren Tod, schon im Jahr 1808 durch den Druck bekannt gemacht worden. (Vergl. Jördens IV, 469.) Außerdem gibt uns Boas (III, 436 ff.) eine kostbare Reliquie in einem von Schiller für das Theater im Jahr 1796 zum Don Carlos hinzugedichteten Monolog, der dem Publikum die dunkle Handlungsweise des Malthesers erläutern sollte. Er ist im Ton des Wallensteins geschrieben.
Eine neue Schwierigkeit erwächst durch die Mitteilung aus Haug's schwäbischem Magazin, Jahrgang 1780, Stück I, S. 53 (Boas III, 451) wo es heißt: „Herr Schiller, ein geschickter Zögling der Militärakademie, hat am 10. Januar im Examinationssaal, vor dem durchlauchtigsten Herzog und Hof, eine öffentliche deutsche Rede gehalten ‚von den Folgen der Tugend.‘“
Diese Rede besitzen wir jetzt, seit dem Dezember 1839, durch die Mitteilung des Freiherrn F. von Böhnen, eines Verwandten der Herzogin Franziska, abgedruckt aus dem von Schiller eigenhändig geschriebenen, mit allegorischer Zeichnung, Samteinband und goldenen Buchstaben verzierten Original. Nach diesem Original nun wurde die Rede von dem fünfzehnjährigen Schiller schon am 10. Januar 1775 und nicht am 10. Januar 1780 gehalten. [Vergl. Biogr. Redezausg. S. 481. Oktavausg. S. 38. 39. Note (wo statt F. von Böhnen durch einen Druckfehler F. von Böhner steht).] Wie ist der Verstoß bei dem Augen- und Ohrenzeugen Balthasar Haug zu erklären?
Balthasar Haug (* 4. Juli 1731 in Stammheim bei Calw; † 3. Januar 1792 in Stuttgart) war ein deutscher Geisteswissenschaftler und Autor.
Ich führe diesen Widerspruch als Beispiel an, wie schwer die Kritik in manchen Fällen dem Biografen werden musste, wodurch denn auch die vielen Berichtigungen im ersten Buch der Sedezausgabe ihre Entschuldigung finden dürften. Dem Oktavdruck sind sie bereits einverleibt.
Boas (III, 9) hält die auch von mir erwähnte [Redezausg. S. 332, Oktavdruck S. 277.] Einzeichnung Schillers in das Album der Schwarzburg:
Auf diesen Höhen sah auch ich
dich, freundliche Natur – ja dich!
für eine heitere Persiflage des gespreizten Dilettantismus, der mit Naturbegeisterung prunkt; früher meinte er, dieser Reim sei das schlaffe, abgezwungene Erzeugnis...
| Erscheint lt. Verlag | 21.5.2022 |
|---|---|
| Reihe/Serie | gelbe Buchreihe | gelbe Buchreihe |
| Verlagsort | Berlin |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Biografien / Erfahrungsberichte |
| Schlagworte | Dichter • Dramatiker • Glocke • Goethe • Herder • Poesie • Räuber • Schiller • Weimar • Württemberg |
| ISBN-10 | 3-7541-9231-0 / 3754192310 |
| ISBN-13 | 978-3-7541-9231-3 / 9783754192313 |
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