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Geschichten der Hoffnung (eBook)

Von der Begegnung mit inspirierenden Menschen
eBook Download: EPUB
2022 | 1. Auflage
272 Seiten
Piper Verlag
978-3-492-60071-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Geschichten der Hoffnung -  Heather Morris
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Von der Autorin des internationalen Bestsellers 'Der Tätowierer von Auschwitz' In diesem inspirierenden Handbuch für das Leben präsentiert Heather Morris die Geschichten der bemerkenswerten Menschen, denen sie auf ihrem Weg begegnet ist, und die Lektionen, die sie für uns bereithalten. Sie erzählt von der Weisheit ihres Großvaters, der Neugier ihrer Kinder und der unendlichen Güte von Lale Sokolov, dem »Tätowierer von Auschwitz«. Es ist ihr bisher persönlichstes Buch, in dem sie von den prägenden Erlebnissen ihres Lebens erzählt, und wie sie gelernt hat, denen, die sich ihr anvertrauen, wirklich zuzuhören - eine Fähigkeit, die wir ihrer Meinung nach alle lernen können.

Die gebürtige Neuseeländerin Heather Morris ist eine internationale Bestsellerautorin, die sich leidenschaftlich für Geschichten vom Überleben, der Widerstandsfähigkeit und der Hoffnung einsetzt. Im Jahr 2003, als sie in einem großen öffentlichen Krankenhaus in Melbourne arbeitete, wurde sie einem älteren Herrn vorgestellt, der »vielleicht eine erzählenswerte Geschichte hat«. Der Tag, an dem sie Lale Sokolov traf, veränderte beider Leben. Ihre Freundschaft wuchs und Lale begab sich auf eine Reise der Selbsterkenntnis, indem er ihr die intimsten Details seines Lebens während des Holocausts anvertraute. Aus Lales Geschichte wurde ihr erstes Buch »Der Tätowierer von Auschwitz«, das bei Piper erschien, ebenso wie der Folgeband »Das Mädchen aus dem Lager - der lange Weg der Cecilia Klein«.

Die gebürtige Neuseeländerin Heather Morris ist eine internationale Bestsellerautorin, die sich leidenschaftlich für Geschichten vom Überleben, der Widerstandsfähigkeit und der Hoffnung einsetzt. Im Jahr 2003, als sie in einem großen öffentlichen Krankenhaus in Melbourne arbeitete, wurde sie einem älteren Herrn vorgestellt, der "vielleicht eine erzählenswerte Geschichte hat". Der Tag, an dem sie Lale Sokolov traf, veränderte beider Leben. Ihre Freundschaft wuchs und Lale begab sich auf eine Reise der Selbsterkenntnis, indem er ihr die intimsten Details seines Lebens während des Holocausts anvertraute. Aus Lales Geschichte wurde ihr erstes Buch "Der Tätowierer von Auschwitz", das bei Piper erschien, ebenso wie der Folgeband "Das Mädchen aus dem Lager - der lange Weg der Cecilia Klein".

Einleitung


 

1. Januar 2020. Ein neuer Tag, ein neues Jahr, ein neues Jahrzehnt. Ein leises Gefühl von Hoffnung, für uns Einzelne und für uns als Mitglieder der globalen Gemeinschaft, dass es ein »gutes Jahr« wird. Oder wie Lale Sokolov sagte, mein lieber Freund, dessen unglaubliche Geschichte ich im Tätowierer von Auschwitz erzählt habe: »Wenn du am Morgen aufwachst, ist es ein guter Tag.« Gute Vorsätze, neue und alte aus den letzten Jahren, werden gefasst, vielleicht unseren Nächsten, unseren Liebsten zugeflüstert. Wenn wir unsere Hoffnungen und Wünsche für das Jahr formulieren, so heißt es, dann ist es wahrscheinlicher, dass sie sich erfüllen.

Das Feuerwerk von letzter Nacht, egal ob wir es am Nachthimmel oder vor dem Fernseher verfolgt haben, ist erloschen, die Partys sind zu Ende, alle möglichen Hausmittel gegen Kater kommen zum Einsatz. Ich wohne in Melbourne an der Ostküste von Australien. Bei uns wurde dieses Jahr zurückhaltend gefeiert, an vielen Orten gab es kein Feuerwerk. Trotzdem formulierten wir unsere Wünsche, Hoffnungen und Träume, aber auch die waren zurückhaltend. Wir alle sorgten uns wegen der Waldbrände, die vor etwa einer Woche ausgebrochen und noch längst nicht unter Kontrolle waren. Nein, sie wüteten immer schlimmer. Viel schlimmer.

In den folgenden Wochen wurden Städte ausgelöscht, Menschen verloren ihr Leben, ihre Häuser, ihre Nachbarschaft. Die Folgen für Flora und Fauna waren verheerend. Es gingen Bilder um die Welt, auf denen die beiden bekanntesten Symbole Australiens – Kängurus und Koalas – zu Symbolen der Zerstörung und Verzweiflung wurden. Neuseeland, Kanada und die USA schickten Feuerwehrleute zur Unterstützung in dieser schon bald nationalen Katastrophe. Drei von ihnen kehrten nicht heim zu ihren Familien – sie starben, als bei einem Einsatz ihr Löschflugzeug abstürzte.

Prominente aus der ganzen Welt spendeten hohe Summen für die Betroffenen. Kleine Kinder verzichteten auf ihre Sommerferien und verkauften auf der Straße Kekse, um irgendwie Geld zu sammeln. Vom britischen Königshaus trafen gute Wünsche und Gebete ein. Aus der ganzen Welt kamen Künstler nach Australien und veranstalteten das größte Livekonzert, das es hier je gegeben hatte. Viele Millionen Dollar gingen an die Einsatzkräfte und an die Hilfsorganisationen, die sich um die Betroffenen kümmerten.

Mehrere Wochen lang schien es, als könnte nichts diese ungeheuerliche Feuersbrunst stoppen, zu der sich kleinere Brände vereint hatten und die aus den Bergen auf die Küste zuhielt. Das Schlimmste erwarten, das Beste hoffen. In diesem Fall war das Beste sintflutartiger Regen. Alle beteten wir um Regen. Und am Ende kam er. Der Himmel öffnete sich, und tagelang regnete es – eine große Hilfe beim Löschen vieler Feuer. Die Wassermassen richteten auf den ausgetrockneten Böden weitere schlimme Schäden an, es kam zu Erdrutschen, wo das Gelände durch den Verlust stabilisierender Bäume brüchig geworden war. Jetzt überflutete das Wasser kleine Städte, ertränkte Vieh, zerstörte noch mehr Häuser.

Die Ereignisse, die Australien im Januar 2020 heimsuchten, fanden weltweit Beachtung, nicht etwa, weil so etwas sonst nirgends vorkommt, sondern weil Australien wegen des Sommers auf der Südhalbkugel das einzige Land war, das am Anfang dieses neuen Jahrzehnts in Brand stand. Die nördliche Halbkugel erholte sich noch von ihrem eigenen Höllensommer. Dabei stand das Schlimmste noch bevor. Genau in dieser merkwürdigen Zeit der Verunsicherung hörten wir zum ersten Mal das Wort Coronavirus oder Covid-19.

Seither hat sich die Welt über alle Maßen, über allen Glauben, ja über jedes Verständnis hinaus verändert. Wir alle erleben eine Pandemie ungekannten Ausmaßes; niemand, der heute auf der Welt ist, hat so etwas schon einmal mitgemacht. Für uns als Einzelne und als Gemeinschaft ist das Stressniveau wie nie zuvor gestiegen. Jobverluste. Scheidungen. Eine Krankheit, von der viele sich nur langsam oder auch gar nicht erholen werden. Tod. In unseren klassischen und sozialen Medien werden jeden Tag neue tragische Geschichten erzählt. Rund um die Uhr sind sie verfügbar, und wir wenden uns ab und sehen doch wieder hin, so groß ist unser Bedürfnis, bei solchen Katastrophen Zuschauer zu sein. Wir sind zusammengerückt, aber leider sind wir auch auseinandergerückt. Vielleicht können einige von uns das emotionale, gesundheitliche und ökonomische Leid auch nur eingerollt in der Embryonalhaltung ertragen.

Seitdem versuchen wir, füreinander zu sorgen. Schließlich sind wir Herdentiere, brauchen menschliche Verbindungen und Kontakt. Wir suchen das Positive in unserem neuen Leben. Das Lächeln eines kleinen Kindes, das den Überlebensschmerz vergisst, kann in einem emotionalen Tief ein gewaltiger Antrieb sein. Aufzustehen, weil ein Haustier auf sein Futter wartet, bringt viele von uns durch den ganzen Tag. Isolierung wirkt sich auf viele von uns verheerend aus. Wo ist meine Herde? Wo ist mein Stamm? Erinnern wir uns: Sie sind da, wie wir selbst, und warten auf den Tag, an dem wir sagen können: »Wir haben das gemeinsam durchgestanden. Jetzt sind wir stärker.« Die vielen Memes, die uns daran erinnern, dass unsere Großväter für uns einen Krieg ausgefochten haben, während von uns lediglich verlangt wird, auf dem Sofa zu sitzen und Netflix zu schauen, verharmlosen das echte Trauma, das es für so viele Menschen bedeutet, sich gezwungenermaßen isolieren zu müssen. Lale sagte immer: »Man braucht einfach nur morgens aufzuwachen.« Vielleicht sind wir heute aufgefordert, in mehr als einer Hinsicht aufzuwachen.

Könnte es sein, dass unsere Erde uns auffordert, das Tempo zu drosseln? Fleht sie uns nicht seit Jahrzehnten an, uns besser um sie zu kümmern? Wie oft muss sie uns noch warnen, bis wir anfangen, ihr zuzuhören? Viele tun das längst. In fast jedem Land streiten Regierungen und Wissenschaftler in den letzten Jahren immer heftiger über die Auswirkungen des Klimawandels. Bewundernswerte, inspirierende Aktivisten, Jung und Alt schließen sich dem Anliegen an und erklären den Mächtigen, erklären uns allen, dass es höchste Zeit ist, den Mund zu halten und unserer Erde zuzuhören.

Covid-19 ist ein gemeinsamer Feind, der keinen Unterschied macht zwischen Religion, Politik, sexueller Orientierung, Hautfarbe oder Alter, und seine Auswirkungen sind weltweit spürbar. Angesichts dieses unbekannten, neuen Feindes machen wir Dinge anders, und das hat unerwartete, positive Folgen. Nach nur wenigen Wochen in dieser Krise berichteten China und viele europäische Städte von saubererer Luft und weniger Verschmutzung. Während wir uns drinnen verschanzten, wurde der Himmel heller, die Flüsse sauberer. Wir konnten sehen, was uns draußen erwartete.

Von meinem Schreibtisch aus sehe ich durchs Fenster auf die Straße. Heute sehe ich da keine Autos und Lieferwagen, sondern Menschen. Männer und Frauen jeden Alters, allein, zusammen, viele mit kleinen Kindern, noch mehr mit Hunden. Sie spazieren über die Straßen, sie reden miteinander, ich höre sie bis hier. Sie hören einander zu. Ihre Hunde bellen andere Hunde an, die sich hinter Holzzäunen verstecken, aber doch präsent sind. Sie halten Abstand, sie nehmen einander wahr. Viele bleiben für einen kleinen Plausch stehen. Was sagen mir diese Interaktionen? Zum ersten Mal seit Menschengedenken haben wir ein gemeinsames Ziel. Einen gemeinsamen Feind, den wir besiegen werden, wenn wir alle unseren Beitrag dazu leisten.

Mitten im Lockdown beobachtete ich einmal einen Lieferwagen, der vor einem Nachbarhaus parkte; ein junges Mädchen holte eine Kiste voller Lebensmittel aus dem Laderaum. Unwillkürlich musste ich lächeln, denn mit dem Baguette, das oben herausragte, wirkte die Szene fast hollywoodreif. Ich sah zu, wie das Mädchen an die Tür klopfte, die Kiste auf die Veranda stellte und einen Schritt zurücktrat. Die ältere Dame, die in dem Haus wohnt, hatte sie wohl kommen sehen, denn die Tür ging augenblicklich auf. Ich hörte, wie sie sagte: »Danke, danke«, wieder und wieder. Ich hörte das Zittern in ihrer Stimme. Hätte ich in diesem Moment sprechen müssen, hätte ich keinen Ton herausgebracht. Mit einem breiten Lächeln und einem »Sehr gerne, dann bis übermorgen!« hüpfte das Mädchen zu ihrem Wagen zurück.

Wenn ich später an diese Szene zurückdachte, ging mir nicht die ältere Frau durch den Kopf, sondern das junge Mädchen. Hatte sie sich für diesen Dienst gemeldet, weil sie ihren Job...

Erscheint lt. Verlag 24.2.2022
Übersetzer Elsbeth Ranke
Zusatzinfo Mit 11 Schwarz-Weiß-Abbildungen
Sprache deutsch
Original-Titel Stories of Hope
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Schlagworte 2. Weltkrieg • Antisemitismus • Arbeitslager • Auschwitz • Biografie • Buch • Bücher • Das Mädchen aus dem Lager • Deportation • Der Junge mit dem gestreiften Pyjama • Der Tätowierer von Auschwitz • Drittes Reich • Exil • Gefangene • Geschichte • Holocaust • John Boyne • Juden • Judenverfolgung • Konzentrationslager • KZ • Nationalsozialismus • Nazis • Polen • Schindlers Liste • Wahre GEschichte • Zeitzeugen • Zweiter Weltkrieg
ISBN-10 3-492-60071-9 / 3492600719
ISBN-13 978-3-492-60071-2 / 9783492600712
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