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Haarmann (eBook)

Der berüchtigste deutsche Serienmörder der Neuzeit

(Autor)

eBook Download: EPUB
2025 | 3., Überarbeitete Fassung
223 Seiten
Null Papier Verlag
978-3-96281-878-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Haarmann - Theodor Lessing
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Friedrich Haarmann war ein Serienmörder, der wegen Mordes an insgesamt 24 Jungen und jungen Männern im Alter zwischen 10 und 22 Jahren vom Schwurgericht Hannover am 19. Dezember 1924 zum Tode verurteilt wurde. Er wird auch Der Vampir, Der Schlächter, Der Kannibale und Der Werwolf von Hannover genannt. Der Kriminalfall Haarmann diente als Vorlage für Bücher, Verfilmungen, Theaterstücke, Kunstwerke und Lieder. Der Autor verfolgte den Prozess 1925 als Augenzeuge. Er sprach die zwielichtige Rolle der ermittelnden Polizei an (u.a. war Haarmann als Polizeispitzel geführt). Daraufhin wurde er vom Prozess ausgeschlossen. Sein Buch gilt als seriöses zeitgenössisches Werk. Null Papier Verlag

Karl Theodor Richard Lessing (1872-1933) war ein deutscher Philosoph, Schriftsteller und Publizist. Der von drei Attentätern in der Tschechoslowakei erschossene Autor gehört zu den ersten bekannten Opfern des Nationalsozialismus. Aufmerksamkeit erregte 1925 sein Bericht über den Prozess gegen den Serienmörder Fritz Haarmann, den er als Augenzeuge verfolgte.

Karl Theodor Richard Lessing (1872–1933) war ein deutscher Philosoph, Schriftsteller und Publizist. Der von drei Attentätern in der Tschechoslowakei erschossene Autor gehört zu den ersten bekannten Opfern des Nationalsozialismus. Aufmerksamkeit erregte 1925 sein Bericht über den Prozess gegen den Serienmörder Fritz Haarmann, den er als Augenzeuge verfolgte.

Vorwort
Erster Teil
Ort und Zeit des Dramas
Die ersten Leichenfunde
Das Signalement
Elternhaus und Jugend
Auf der Verbrecherlaufbahn
Die Zeit der Revolution 1918/19
Stellung zur Polizei
Die Geschlechtsverbrechen
Zur Seelenkunde
Der Freund
Psychologische Bemerkungen
Hugo
Mordidyll: Neue Straße 8
In der »Roten Reihe«
Die Entdeckung
Das Geständnis
Zweiter Teil – Der Prozess
Das Gericht
Die Anklage
Die beiden Angeklagten
Die Zeugen
Die Art der Tötung
27 Mordfälle
1. Friedel Rothe,
2. Fritz Franke, der Berliner,
3. Wilhelm Schulze aus Coolshorn,
4. Roland Huch,
5. Hans Sonnenfeld,
6. Ernst Ehrenberg,
7. Heinrich Struß aus Egestorf,
8. Paul Bronischewski aus Bochum,
9. Richard Gräf,
10. Wilhelm Erdner aus Gehrden,
11. Hermann Wolf,
12. Heinz Brinkmann aus Clausthal,
13. Adolf Hannappel aus Düsseldorf,
14. Adolf Hennies,
Zwischenspiel – Der Fall Keimes
15. Ernst Spiecker,
16. Heinrich Koch,
17. Willi Senger,
18. Hermann Speichert,
19. Alfred Hogrefe aus Lehrte,
20. Hermann Bock,
21. Wilhelm Apel aus Leinhausen,
22. Robert Witzel,
23. Heinz Martin aus Chemnitz,
24. Fritz Wittig aus Kassel,
25. Friedrich Abeling,
26. Friedrich Koch aus Herrenhausen,
27. Erich de Vries,
Rechtstechnisches
Der Ausschluss der Kritik
Das Todesurteil
Ergebnis
Unser aller Schuld
Nachwort
Anmerkungen

Ort und Zeit des Dramas


Han­no­ver, die Haupt­stadt der gleich­na­mi­gen Pro­vinz und der Mit­tel­punkt der nie­der­säch­si­schen Lan­de, liegt an den letz­ten Aus­läu­fern des deut­schen Mit­tel­ge­bir­ges, von wel­chem aus sich die nord­deut­sche Ebe­ne mit ih­ren san­di­gen Kie­fern- und Hei­de­be­zir­ken bis fern zur Nord­see­küs­te hin­ab­zieht. Das Flüss­chen Lei­ne, vom Eichs­fel­de kom­mend und die zwi­schen Harz und We­ser­ber­gen ein­ge­senk­te hü­ge­li­ge Mul­de Göt­tin­gens durch­flie­ßend, er­reicht un­ter­halb Elze, zwi­schen dem Hil­des­hei­mer Wald und dem Os­ter­wald her­vor­bre­chend, die kah­le nord­deut­sche Ebe­ne; von Han­no­ver ab macht der Fluss einen Bo­gen nach Wes­ten und mün­det hin­ter Hu­de­müh­len im Gro­ßen Moor. Das »Hohe Ufer«, dort wo der Fluss die Deis­ter­bä­che Ihme und Föße auf­nahm und in schnel­lem Lau­fe die Alt­stadt durch­eilt, hat wohl dem um 1050 zu­erst er­wähn­ten Ort den Na­men ge­ge­ben: »Ho­no­ver­e«. – Eine Stadt im Grü­nen! Denn ein Wald­gür­tel, die Ei­len­rie­de ge­nannt, 2500 Mor­gen weit, um­zieht die Stadt in wei­tem Halb­kreis und lässt nur nach Sü­den die Ebe­ne of­fen, in wel­che sich die so­ge­nann­te Masch (oder Marsch) hin­ein­schiebt, ein was­ser­rei­ches, sump­fi­ges Flach­land, an des­sen Rand wie­der­um Wald­hü­gel, ge­nannt Deis­ter (von Dix­ter-Dicht­wald), die Stadt um­gren­zen. We­ni­ge eu­ro­päi­sche Städ­te ha­ben zwi­schen 1850 und 1900 so völ­lig ihr Ant­litz ver­än­dert. Bis 1866 war Han­no­ver die welt­fern-vor­neh­me Re­si­denz der al­ten eng­li­schen Wel­fen­kö­ni­ge. In dem grü­num­busch­ten Idyll der durch sechs­hun­dert Jah­re träu­men­den Nie­der­sach­sen­stadt schlu­gen die ers­ten Ler­chen der deut­schen Ly­rik: Höl­ty und Bür­ger, so­dann die Früh­nach­ti­gal­len der Ro­man­tik: die Brü­der Schle­gel; hier grü­bel­ten Lich­ten­berg und Lei­se­witz, Det­mold und Fe­der, und vor al­lem der wis­sens­reichs­te deut­sche Den­ker: Leib­niz. Mo­ritz und If­f­land sind hier ge­bo­ren, so­wie Hart­le­ben und Frank We­de­kind. Als Han­no­ver 1866 durch Bis­marck für Preu­ßen an­nek­tiert wur­de, hat­te die Stadt kaum 70.000 Ein­woh­ner. Aber in der Zeit nach dem sieg­rei­chen Krieg mit Frank­reich, zwi­schen 1870 und 1873, in der so­ge­nann­ten Grün­der­zeit, hielt die In­dus­trie macht­voll Ein­zug, so­dass die klei­nen lieb­li­chen Dör­fer der Um­ge­bung, Hain­holz, Döh­ren, Lim­mer, List bald zu ru­ßi­gen Fa­brik­vor­or­ten sich wan­del­ten. Eine Tech­ni­sche Hoch­schu­le wur­de ge­baut; die Deis­ter­koh­le ge­schürft, und vollends än­der­te sich das Stadt­bild, als der schiff­ba­re Rhein-We­ser-Lei­ne-Kanal an­ge­legt und in den großen »Mit­tel­land­ka­nal« über­führt wur­de, gleich­zei­tig aber die rie­si­gen Ka­lischät­ze des Bo­dens rund um Han­no­ver ab­ge­baut zu wer­den be­gan­nen. Eine ein­zi­ge Fa­brik­an­la­ge, die so­gen. »Con­ti­nen­tal«, wel­che sich mit dem Her­stel­len künst­li­chen Kaut­schuks be­schäf­tig­te, mach­te bin­nen we­ni­ger Jah­re aus dem klei­nen Vo­r­ort Vah­ren­wald ein fünf­zehn­tau­send­köp­fi­ges Pro­le­ta­ri­er­vier­tel. Braue­rei­en, Spin­ne­rei­en, Woll­wä­sche­rei­en, die Ma­schi­nen­fa­bri­ken von Gebr. Kör­ting und Ge­org Ege­storff und die so­gen. Han­o­mag, eine Wa­gen- und Wag­gon­fa­brik wan­del­ten das jen­seits der Ihme ge­le­ge­ne Dorf Lin­den in eine Fa­brik­vor­stadt von über hun­dert­tau­send Be­am­ten- und Pro­le­ta­ri­er­fa­mi­li­en. Im­mer­hin war die­se Ent­wick­lung zu Geld­herr­schaft und Wer­ker­tum, dar­un­ter die alte Adels- und Bau­ern­kul­tur Nie­der­sach­sens er­stick­te, kei­nes­wegs un­ge­wöhn­lich. Sie war das all­ge­mei­ne We­sens­ge­prä­ge des wil­hel­mi­ni­schen Deutsch­lands. Wah­res Höl­len­cha­os aber setz­te ein, als dies preu­ßi­sche Machtreich zer­brach und eine an Tö­ten und »Re­qui­rie­ren« ge­wöhn­te, im fünf­jäh­ri­gen Welt­krieg ver­wil­der­te Ju­gend, alle Zucht und Form ab­schüt­telnd, in die völ­lig arm­ge­wor­de­ne, aus­ge­zo­ge­ne Hei­mat zu­rück­kehr­te. 14 Mil­lio­nen Tote! Im Os­ten Hun­ger­s­nö­te, wel­che gan­ze Län­der­stri­che da­hin­raff­ten und schließ­lich da­hin führ­ten, dass El­tern ihre Kin­der, Kin­der ihre El­tern fra­ßen. Ent­ar­tung, Ver­ar­mung, Ver­wir­rung oh­ne­glei­chen. Das deut­sche Geld auf dem Welt­markt so ent­wer­tet, dass nur durch das im­mer neue Dru­cken und Hin­aus­schleu­dern im­mer neu­er wert­lo­ser Pa­pier­fet­zen ein trost­lo­ses Schein­le­ben von Tag zu Tag ge­fris­tet wur­de. In die­ser so­ge­nann­ten »In­fla­ti­ons­zeit«, an­he­bend mit dem Zu­sam­men­bruch der deut­schen Hee­re im Welt­krieg und den Stür­men der deut­schen Re­vo­lu­ti­on, be­gann die Be­deu­tung der Stadt Han­no­ver als ei­nes in­ter­na­tio­na­len Durch­gangs- und Schie­ber­mark­tes plötz­lich zu wach­sen. Die Stadt be­her­berg­te um 1918 etwa 450.000 Men­schen. Knapp vier Ei­sen­bahn­stun­den von Ber­lin, Deutsch­lands großem Was­ser­kopf ent­fernt, knapp acht Stun­den ent­fernt von Köln (wo da­mals Eng­län­der-, Fran­zo­sen- und Bel­gier­herr­schaft be­gann), war Han­no­ver der güns­tigs­te Mit­tel­punkt für das Tausch-, Schie­ber- und Trans­ak­ti­ons-Ge­schäft, wel­ches Tau­sen­de er­nähr­te. Alle Welt leb­te von Spe­ku­la­ti­on. Da Geld nichts mehr galt, und nur Sach­wer­te das Le­ben fris­ten konn­ten, so wur­de auf­ge­kauft, ge­tauscht und ge­stoh­len wie nie zu­vor. Und zwi­schen Ber­lin, in wel­ches der sla­wi­sche, wen­di­sche, pol­ni­sche, jü­di­sche Os­ten ein­ström­te, Ams­ter­dam, wo viel Reich­tum ab­floss nach Hol­land und Eng­land und end­lich Köln, wel­ches nach Bel­gi­en und Frank­reich die Brücke schlug, lag Han­no­ver aufs güns­tigs­te in der Mit­te, so­dass sich hier auf­zu­tun ver­moch­ten hun­dert neue Grün­dun­gen, hun­dert neue Ver­gnü­gungs- und Las­ter­stät­ten, die ein schlim­mes Händ­ler-, Schie­ber-, Pa­ra­si­ten- und Schma­rot­zer­volk ins Land brach­ten, lang­sam zer­fres­send die alte bür­ger­li­che Tüch­tig­keit und eh­ren­fes­ten So­li­di­tät der (wie ein großer Dich­ter sie nann­te) »fahls­ten un­se­rer Städ­te«.

An drei Stel­len der Stadt er­hob sich ein Gau­ner-, Heh­ler- und Pro­sti­tu­ti­ons­markt oh­ne­glei­chen, des­sen die Be­hör­den nicht mehr Herr wur­den. Zu­nächst im Bahn­hof und auf den ihn um­ge­ben­den Plät­zen. Hier wur­de in der schwe­ren Brot­mar­ken­zeit, wo man Brot, Fleisch und Milch nur in kleins­ten Ra­tio­nen ge­gen teu­res Geld und nach stun­den­lan­gem »Schlan­gen­stehn« er­hal­ten konn­te, un­ter der Hand ein schwung­haf­ter Han­del mit ge­stoh­le­nem und heim­lich ge­schlach­te­tem Nutz­vieh, auch mit Ka­nin­chen, Zie­gen, Hun­den und Kat­zen, mit Kar­tof­feln, Mehl und mit al­ler­hand ge­pasch­ter und ver­scho­be­ner Ware ge­trie­ben; vor al­lem aber mit Klei­dern, Wä­sche und Schu­hen. Hier ver­sam­mel­ten sich all­nächt­lich in den...

Erscheint lt. Verlag 1.7.2025
Verlagsort Neuss
Sprache deutsch
Themenwelt Literatur Biografien / Erfahrungsberichte
Schlagworte Der Totmacher • Hannover • Hinrichtung • Serienkiller • Serienmörder • True Crime
ISBN-10 3-96281-878-2 / 3962818782
ISBN-13 978-3-96281-878-4 / 9783962818784
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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