Nostalgia - Sehnsucht nach Verlorenem (eBook)
500 Seiten
tredition (Verlag)
978-3-347-15558-9 (ISBN)
Maria Besgans ist im Sommer 1989 in Kasachstan geboren und lebt bereits seit dem sechsten Lebensjahr in Deutschland. Sie wohnt mit ihrem Ehemann an der Nordsee, welcher sie bei all ihren verrückten Einfällen unterstützt. Nicht selten artet es zu einer fantasiereichen Geschichte aus oder einer abenteuerlichen Reise. Maria ist nie eine Leseratte gewesen, doch sie liebt gute Geschichten. Als Kind hat sie Fantasiewelten erschaffen und ihre Freunde in den Bann gezogen, ob sie wollten oder nicht. Auch die Wissenschaft ist vor ihr nicht verschont geblieben. Sie verbindet diese zwei Welten der Realität und Fiktion, um so eine Brücke der Hoffnung zu erschaffen, dass es mehr da draußen gibt, als wir zu sehen und fühlen glauben.
Maria Besgans ist im Sommer 1989 in Kasachstan geboren und lebt bereits seit dem sechsten Lebensjahr in Deutschland. Sie wohnt mit ihrem Ehemann an der Nordsee, welcher sie bei all ihren verrückten Einfällen unterstützt. Nicht selten artet es zu einer fantasiereichen Geschichte aus oder einer abenteuerlichen Reise. Maria ist nie eine Leseratte gewesen, doch sie liebt gute Geschichten. Als Kind hat sie Fantasiewelten erschaffen und ihre Freunde in den Bann gezogen, ob sie wollten oder nicht. Auch die Wissenschaft ist vor ihr nicht verschont geblieben. Sie verbindet diese zwei Welten der Realität und Fiktion, um so eine Brücke der Hoffnung zu erschaffen, dass es mehr da draußen gibt, als wir zu sehen und fühlen glauben.
2
Neun Monate zuvor.
Oktober 2020
Eliyas Augen waren fest verschlossen, als sie die warmen hellen Sonnenstrahlen auf ihren Augenlidern spürte. Sie lag im Bett. Sie wälzte sich von der Seite auf den Rücken und stellte überraschend fest, wie ausgeruht sie an diesem Morgen doch war.
Genüsslich streckte sie sich und drückte ihren Kopf tiefer in das große Kissen. Sie zuckte plötzlich zusammen, als sie einen starken Schmerz am Kopf verspürte. Rasch öffnete sie die Augen. Und das, was sie sah, ließ sie kreidebleich werden. Ihre Augen wurden größer und sie erstarrte vor Schreck. Ihr Herzschlag beschleunigte sich.
»Große Güte! Wo bin ich?« Schnell hatte sie sich in eine aufrechte Position aufgerappelt.
Das Zimmer, in dem sie sich befand, war ihr fremd. Ein Bett, der Bettbezug war blau-weiß, ein Schrank auf der linken Seite, ein Tisch mit zwei Stühlen gegenüber von ihr und ein merkwürdiges schwarzes Bild hing an der Decke hinunter.
»Wo bin ich?«, wiederholte sie. Ihre Worte der Angst verwandelten sich in Verzweiflung. Sie bemerkte schnell ihr eigenartiges Nachtkleid in Hellblau, welches ihr über die Knie ging.
Ihre Hände wanderten an ihren Kopf, sie ertastete etwas.
»Was ist … Auu!« Sie setzte sich auf die Bettkante, ließ ihre nackten Füße den kalten Boden berühren. Noch einmal erfasste Eliya den Raum, in dem sie sich befand.
Dabei blieb ihr Blick an einer halb offenen Tür stehen. Dahinter schien ein weiterer Raum zu sein. Von ihrem Bett aus sah sie etwas reflektieren.
»Ein Spiegel«, glaubte sie zu erkennen. Sie sprang vom Bett, hetzte in den Raum, stieß die Tür weiter auf und schaute überrascht.
»Was … ist das?« Sie begutachtete die eigenartigen und doch bekannten Objekte in diesem viel kleineren Raum. »Das ist doch … eine Toilette und … das sieht aus wie … eine Dusche?« Der Anblick verwirrte sie. Sie wusste, sie kannte diese Objekte, und doch hatte sie das Gefühl, sie sehe so etwas zum ersten Mal. Zudem fiel ihr auf, wie sauber und rein dieser Raum war. Ihre Hand glitt auf das Waschbecken, welches sich unmittelbar links von ihr befand.
»Ein Raum nur für die körperliche Hygiene?«, staunte sie. Beeindruckt streichelte sie das Waschbecken, berührte den Klodeckel, dann den Duschkopf sowie die sandfarbenen Fliesen.
Erschrocken von dem Bild im Spiegel verharrte sie in ihrer Position, als stünde ein Geist davor. Sie blinzelte, bewegte sich langsam von links nach rechts und wieder zurück. Allmählich beruhigte sich ihr Puls. Nachdem sie diesen Geist als sich selbst erkannt hatte, trat sie näher an den Spiegel heran.
»Bin … das ich?« Sie war entsetzt über diese Gestalt. Sie wirkte sehr blass und dünn. Schattierungen unterstrichen ihre Augen und sie wirkte erschöpft.
Einige Minuten lang starrte sie in den Spiegel und in das ihr fremde Spiegelbild, bis sie sich wieder an den Kopf fasste. Ein weißer Verband versteckte ihren Hinterkopf und der Rest ihrer langen braunen Haare sträubte wild heraus. Einige ihrer Strähnen waren so fettig, dass sie wie lange Eiszapfen schwer an ihrer Schulter herunterhingen.
Den Tränen nah fasste sie nach ihren Strähnen und durchkämmte sie mit gespreizten Fingern.
Sie betrachtete sich von oben bis unten, senkte ihre Hände über das Nachtkleid und zupfte nervös daran.
Nach wenigen Minuten verließ Eliya das Badezimmer, setzte sich gedankenverloren auf das Bett und umklammerte voller Unsicherheit und Verwirrung ihre schlotternden Knie.
Sie merkte, es war ein Krankenzimmer, aber solch eines hatte sie noch nie in ihrem Leben gesehen.
»Ich versteh das nicht, wieso bin ich hier? Was ist passiert?«, quälten sie die Fragen.
Eliya war so durcheinander, dass sie keinen klaren Gedanken fassen konnte oder gar eine Erklärung für diese Situation. Es hatte nur wenige Sekunden gebraucht, bis ihre Augen wieder feucht wurden und Tränen wie ein Wasserfall plötzlich aus ihr herausbrachen. Sie vergrub ihr Gesicht zwischen den Knien in das Nachtkleid. Sie schluchzte, weinte aus tiefstem Inneren. Sie fühlte sich verloren und allein. Und mit einem Mal spürte sie eine tiefe, schmerzliche Leere in ihrem Herzen. Als hätte sie einen liebsten Menschen, dem ihre ganze Liebe galt und sie allen Sinn des Lebens durch diesen Verlust verloren.
Sie wusste nicht, woher dieses intensive und seltsame Gefühl kam und warum es sich gerade so anfühlte. Sie konnte es sich einfach nicht erklären.
Ihr Leib zitterte. Denn eins machte ihr am meisten Angst: Sie hatte keinerlei Erinnerungen.
Egal, an was sie sich versuchte zu erinnern, es gelang ihr einfach nicht. Angestrengt bemühte sie sich, sich das Gesicht ihrer Eltern vorzustellen. Überlegte, ob sie überhaupt noch Eltern hatte.
Sie drehte sich herum, warf sich verzweifelt mit dem Gesicht auf das Kissen und presste ihren Mund dagegen, bis sie mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte, hineinschrie. Irgendwann verstummte ihre Stimme vor Erschöpfung. Regungslos blieb sie liegen und fühlte, wie Müdigkeit sie überkam. Sie verspürte einen Druck im Kopf und konnte durch die Nase nur schwer atmen, ausgelöst durch die viele Aufregung und die unzähligen Tränen. Ihr Gesicht pochte, ihre Augen glühten und ihre Lippen fühlten sich geschwollen an. Sie versuchte erst gar nicht, gegen ihren schwachen Körper anzukämpfen, und schlief direkt ein.
»Gewiss ist alles nur ein Traum.«
***
Es vergingen vier weitere Stunden, da spürte Eliya einen warmen Hauch von Atem auf ihren Wangen. Mühsam öffnete sie ihre Augen. Sie erschrak, als sie ein weibliches Gesicht vor ihrem erblickte. Ein rothaariges junges Mädchen, wahrscheinlich so alt wie sie oder jünger, starrte Eliya neugierig an. Sie zuckte zurück.
»Hi, Unbekannte. Bitte, erschreck nicht. Mein Name ist Lili. Ich bin Krankenschwester, zumindest fange ich gerade damit an. Ich bin Azubi. Darf ich erfahren, wie du heißt?« Sie lächelte freundlich.
Weiche Züge formten das Gesicht des rothaarigen Mädchens. Auf ihrer kleinen Stupsnase verteilten sich vereinzelte feine Sommersprossen und ihre Statur war sehr zierlich gebaut. Sie wirkte sehr lebhaft auf sie, so rasch wie sich das junge Mädchen neben ihr bewegte. Ihre dunkelblauen kleinen Augen leuchteten Eliya an. Argwöhnisch begutachtete Eliya ihre viel zu roten Haare. So ein intensives Rot kannte sie bis jetzt nur aus der Natur, wie in Rosen oder Eukalyptusblüten.
Inzwischen beruhigte sich Eliyas Puls, nachdem sie erkannt hatte, dass dieses Mädchen ihr nichts tun wollte.
»Ich bin …« Eliya verstummte. »Mein Name ist … ist … hmm … El … Eli … El …«, stammelte sie. »Ich weiß es nicht. Ich erinnere mich an meinen Namen nicht?« Panik brach in ihr aus. Stürmisch sprang sie aus dem Bett. Sie lief im Zimmer umher, fasste sich immer wieder verwirrt an den Kopf. Adrenalin schoss in ihre Wangen und in wenigen Sekunden pochten sie vor Angst.
»Ich bin … ich heiße … mein Name ist … ist … El … Eli …«, versuchte sie es auf ein Neues.
»Hey, ganz ruhig. Beruhige dich, bitte.« Lili lief zu ihr und streichelte ihr behutsam über den Rücken. Dann begleitete sie das verwirrte Mädchen zurück ins Bett. »Es wird wieder alles gut. Was ist das Letzte, woran du dich erinnerst?«
Eliyas Herz raste, ihr Körper vibrierte vor Angst. Bestürzt starrte sie das rothaarige Mädchen an. »An … an … Schmerz.« Sie drückte ihre Finger verzweifelt zu einer Faust.
»Oh. Ja, du hast heftig was an den Kopf bekommen. Kannst du sagen, was es war? Oder wer es war? Erinnerst du dich wenigstens daran?«, fragte Lili nach und empfand in diesem Augenblick Mitleid mit diesem Mädchen.
Eliya strich über den Verband. »Ich habe etwas gegen den Kopf bekommen«, erwiderte sie nur.
»Ja, das hast du. Hat dich jemand niedergeschlagen und … ertränken wollen?«, versuchte Lili weiteres herauszufinden.
»Wie bitte?! Ertränken? Was? Warum ertränken?« Eliya fing bei der Vorstellung zu weinen an, denn sie verstand überhaupt nicht, was los war. Warum sollte so etwas damit zu tun haben, weshalb sie hier war?
»Bitte, weine nicht«, versuchte Lili sie zu beruhigen. »Ich weiß nicht, ob dich jemand ertränken wollte. Es ist nur so, du bist mit einer großen Kopfverletzung am Flussufer in Downton Hill gefunden worden. Zufällig von unserem Doktor. Daher hat er dich gleich in sein Krankenhaus gebracht, nach Bringstontrip«, erzählte sie.
»Also ist es ein Krankenhaus?«, vergewisserte Eliya sich.
»Ja. Kannst du dich denn an überhaupt nichts erinnern?« Lili...
| Erscheint lt. Verlag | 23.10.2020 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Die Nostalgia - Reihe | Die Nostalgia - Reihe |
| Illustrationen | Alexander Kopainski |
| Verlagsort | Ahrensburg |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Literatur ► Fantasy / Science Fiction ► Fantasy |
| Literatur ► Romane / Erzählungen | |
| Schlagworte | Abenteuer • Alchemie • Baby • Baron • Ben • Besgans • Billy • Bücher über Zeitreise • Die Nostalgia-Reihe • England • Erkenntnis • Familie • Fantasie • Fantasy • Fiktion • Frank • Freunde • Freundschaft • Friends • Gegenwart • Geheimnisse • Graf • Graf von Saint Germain • Heirat • Hochzeit • Höhle • Jäger • Jugendbuch • Kraft • Liebe • Liebesroman • Love • Lovestory • Macht • Magie • Magischer Stein • Maria • Maria Besgans • Maschine • Mut • Nostalgia • Nostalgia Band 2 • Nostalgia - Sehnsucht nacht Verlorenem • Nostalgia Sehnsucht nach Vergessenem • Nostalgia Sehnsucht nach Verlorenem • Nostalgie • Nostalgisch • Paradox • Parallelwelt • Raum und Zeit • Reim • Reise • Reisen • Reisende • Romantik • romantisch • Romantische Zeitreisen • Schickal • Science Fiction • Selbst • Selbstliebe • Sinn des Lebens • Stärke • Stein • Time • Timetraveler • Timetravelstory • Uhr • Untersberg • Vergangenheit • Verlust • viktorianisch • Viktorianisches Zeitalter • Wissenschaft • Wurmloch • Zauberei • Zeit • Zeitmaschine • Zeitphänomen • Zeitreise • Zeitreise Geschichte • Zeitreisende • Zeitreiseroman • Zeitreise Roman • Zukunft |
| ISBN-10 | 3-347-15558-0 / 3347155580 |
| ISBN-13 | 978-3-347-15558-9 / 9783347155589 |
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