EUROPRISMA - Meine Seelenreisen
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Erst spät in meinem Leben bin ich in den Genuss des Reisens gekommen; mehr dazu unter „Ein paar Worte zu mir“. Wenn mir eine Gegend oder Stadt gefiel, wenn sie besondere Stimmungen und Schwingungen in mir weckte, war mir ein Besuch zu wenig. Also fuhr oder flog ich öfters hin, hielt meine Eindrücke fest und brachte sie zu Hause sprachlich in Form.
Und so entstanden meine Impressionen, die zuerst nur Weihnachtsgeschenke an Nachbarn, Freunde und Kollegen waren. Doch während sich meine Sammlung innerhalb von zehn Jahren zusehends vermehrte, keimte in mir eine Idee, die schließlich zu einem Herzensanliegen wurde:
Eine Flaschenpost, in der ich die Lichtstrahlen des Prismas Europa einfange - sprich, Erinnerungen an Landschaften, Gegenden und Städte, wie sie waren, bevor der Prozess der Globalisierung und Digitalisierung so rasch voranschritt, dass niemand von uns aktuell einschätzen kann, wie sich die Gesichter der Länder und Städte Europas, die in Jahrhunderten entstanden sind, sich vielleicht in nur wenigen Jahren verändern werden.
Dem Kalender nach bin ich eine Achtundsechzigerin, sprich, ich wurde 1968 geboren und bin in einem Dorf in Oberfranken aufgewachsen, genau gesagt, im ehemaligen Dreiländereck zwischen der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik und der Tschechoslowakei. Auch dreißig Jahre nach dem Mauerfall ist diese Gegend mit ihren dunklen Nadelwäldern und ihren Wiesen und Feldern auch heute noch still, einsam und abgelegen. In meiner Kindheit und frühen Jugend waren Bücher, Fernsehsendungen und Kinofilme meine Tore zur Welt, bis ich mit meinem Schulabschluss nach Coburg und später nach Erlangen zog, wo ich Fremdsprachen studierte und mein Diplom als Fremdsprachenkorrespondentin und Übersetzerin erwarb. Als ich mit zwanzig Jahren nach München ging, um mir im wahrsten Sinn des Wortes mein Leben zu erarbeiten, war der Gedanke zu reisen für mich ebenso irreal, als hätte ich in einer Raumfähre zum Mond fliegen wollen; dafür war mein familiäres Netzwerk viel zu eng, ebenso wie meine finanzielle Situation. Erst im Alter von vierzig Jahren hatte ich mir die Grundlagen geschaffen, um mich ein wenig auf der Welt umzusehen, ohne Löcher in meinen Geldbeutel zu reißen. Heute sind die Impressionen, die ich auf den folgenden Seiten festgehalten habe, mein persönlicher Dank an die Länder und Städte, die mir mit ihrer Geschichte, ihren Lebensrhythmen und ihrer Atmosphäre Nahrung für Geist und Seele waren.
Mein philosophischer Leitgedanke Als ich sechzehn Jahre alt war, stieß ich an meiner Schule in einem „Lesebuch für 9. und 10. Klassen“ erstmals auf Kants berühmte Aussage zur Frage „Was ist Aufklärung?“: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist die Unfähigkeit, sich seines eigenen Verstandes ohne der Leitung eines anderen zu bedienen.“ (…) „Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist der Wahlspruch der Aufklärung.“ (Zitat aus Kants Traktat: „Was ist Aufklärung?“) Seither haben mich diese Worte durch mein Leben begleitet und dienten mir in Situationen als Wegweiser, in denen ich eine Entscheidung treffen musste, wie es für mich weitergehen sollte. Bis heute beinhalten diese Worte für mich •das Recht, Glaubenssätze, wissenschaftliche Thesen und Philosophien vor dem Hintergrund des eigenen Denkens und Fühlens und der eigenen Lebenserfahrung zu hinterfragen und zu bezweifeln, unabhängig davon, was Autoritäten, Religionsstifter und Ideologen verkünden; •den Aufruf, das Schicksal in die Hand zu nehmen und auf seine Möglichkeiten zu vertrauen und •die Aufforderung, Geist und Herz zu bilden, so gut es gehen mag, dem Licht und der Freiheit entgegenzustreben und zu der Bestimmung zu stehen, die man tief in sich spürt. Ich habe mehr als dreißig Jahre meines Lebens gebraucht, um zu erkennen, dass all dies mit Egoismus nichts zu tun hat. – Im Gegenteil! Geht man den Weg nicht, zu dem es einen aus der Tiefe drängt, weil man glaubt, egoistisch und eigennützig zu handeln und verzichten zu müssen, aus welchen Gründen auch immer, führt dies zu Unzufriedenheit, Bitterkeit und Gram, mit der man sich und anderen auf Dauer das Leben vergiftet und zur Hölle auf Erden macht.
| Erscheinungsdatum | 31.01.2020 |
|---|---|
| Zusatzinfo | Cover selbst entworfen |
| Verlagsort | Neuried |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 150 x 225 mm |
| Gewicht | 20 g |
| Themenwelt | Literatur |
| Reisen ► Reiseberichte | |
| Schlagworte | biographisch • Europa • Reiseerzählungen |
| ISBN-10 | 3-00-062596-8 / 3000625968 |
| ISBN-13 | 978-3-00-062596-1 / 9783000625961 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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