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BILD/GESCHICHTE

Festschrift für Horst Bredekamp
Buch | Hardcover
XIV, 589 Seiten
2007
De Gruyter (Verlag)
978-3-05-004261-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

BILD/GESCHICHTE -
CHF 86,90 inkl. MwSt
Philine Helas u.a. (Hrsg.)

BILD/GESCHICHTE

Festschrift für Horst Bredekamp

Der Titel BILD/GESCHICHTE lässt eine Vielzahl von Verbindungen assoziieren – von der Geschichtlichkeit der Bilder bis zur Rolle der Bilder als ‚Akteure' in der Geschichte. Die beiden Begriffe bezeichnen die Pole, um die Horst Bredekamps Forschungen kreisen. Ihm zu Ehren entstand dieser Band, der vor allem wissenschaftliche, aber auch künstlerische Beiträge versammelt. Ausgehend von der These, dass eine kritische Wissenschaft des Bildes notwendig Bildgeschichte ist und eine Entkoppelung von Bild und Geschichte prinzipiell ein kritisches Verständnis von Bildern verhindert, gliedert sich der Band in sechs Sektionen: Disziplinäre Perspektiven, Vernetztes Wissen, Bild und Erkenntnis, Transformationen, Bild-Politik und Selbstbilder in Kunst und Wissenschaft. Er enthält interdisziplinäre Beiträge u.a. von Hans Belting, Gottfried Boehm, Friedrich Kittler, Dieter Grimm und Barbara M. Stafford, die wie auch Horst Bredekamp zu den wichtigsten, international renommierten Vertretern ihres Faches gehören.

Pressestimmen

"[Der Band lässt sich] als eine Art Reader charakterisieren, der in das Forschungsfeld Kunst-/Bildwissenschaft einführt, wobei die vorrangige fachliche Perspektive diejenige der modernen Kunstgeschichte ist."

Jens Jäger in: H-Soz-u-Kult, 4. Otkober 2007

Der Titel BILD/GESCHICHTE lässt eine Vielzahl von Verbindungen assoziieren – von der Geschichtlichkeit der Bilder bis zur Rolle der Bilder als ‚Akteure’ in der Geschichte. Die beiden Begriffe bezeichnen die Pole, um die Horst Bredekamps Forschungen kreisen. Ihm zu Ehren entstand dieser Band, der vor allem wissenschaftliche, aber auch künstlerische Beiträge versammelt. Ausgehend von der These, dass eine kritische Wissenschaft des Bildes notwendig Bildgeschichte ist und eine Entkoppelung von Bild und Geschichte prinzipiell ein kritisches Verständnis von Bildern verhindert, gliedert sich der Band in sechs Sektionen: Disziplinäre Perspektiven, Vernetztes Wissen, Bild und Erkenntnis, Transformationen, Bild-Politik und Selbstbilder in Kunst und Wissenschaft. Er enthält interdisziplinäre Beiträge u.a. von Hans Belting, Gottfried Boehm, Friedrich Kittler, Dieter Grimm und Barbara M. Stafford, die wie auch Horst Bredekamp zu den wichtigsten, international renommierten Vertretern ihres Faches gehören.

Philine Helas, geb. 1966 in Dresden, ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Kunst der Renaissance in Italien mit den Themenschwerpunkten Ikonografie, Festwesen, Kartografie sowie Repräsentation on Armut und Armenfürsorge.

Maren Polte studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Kiel und Köln. Bis 2006 war sie Assistentin am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin. 2009/10 hatte sie eine Gastprofessur an der Katholischen Universität in Leuven, Belgien. Sie lebt als freie Autorin in Brüssel.

1;Inhalt;6
2;Vorwort;12
3;Disziplinäre Perspektiven;16
3.1;Verzwickte Verwandtschaftsverhältnisse: Kunstgeschichte, Visual Culture, Bildwissenschaft;18
3.2;Im Eldorado der wahren Bilder? Naturwissenschaften machen Kunstgeschichte;30
3.3;Phönix und Eule. Anmerkungen zur kognitiven Struktur wissenschaftlicher Disziplinen;38
3.4;Von Marx zu Warburg in der Kunstgeschichte der Bundesrepublik;46
3.5;The Englishness of the Museum Britannicum;54
4;Vernetztes Wissen;70
4.1;Koralle und Pfau, Schrift und Bild im Wiener Dioskurides;72
4.2;Karten Kartenlesen Kartographie;88
4.3;Mens-Incognita. Landfalls on an Invisible Interior;98
4.4;Besuch aus dem All. Der Stein vom Mond und die Magie der Berührung;102
4.5;Sammlung und Synthese;116
4.6;Museen an der digitalen Grenze ;124
4.7; Die Kunstgeschichte ist ein technisches Fach . Bilder an der Wand, auf dem Schirm und im Netz;134
5;Bild und Erkenntnis;146
5.1;Der doppelte Tod. Eine Miszelle;148
5.2;Der Schuß ins Auge.Zum Imaginationstheater mittelalterlicher Bilderhandschriften;154
5.3;Superlative der Gebärdensprache: Kindermord;170
5.4;Hermetischer Kosmos: Aby Warburg und Roberto Longhi in Ferrara;186
5.5;Das Lächeln am Fuße der Seite. Noten zu einer Gelehrtenfreundschaft: Ernst Kantorowicz und Erwin Panofsky;198
5.6;Gombrichs Konzept des Bildes. Offene Fragen und mögliche Antworten;210
5.7;Himmelsschau und Teleskop. Der Blick hinter den Horizont ;220
5.8;Eine andere Erziehung der Sinne. Marcel Duchamps New Yorker Atelier als Wahrnehmungslabor;234
5.9;Hitchcocks Bildmagie;250
5.10;Der Mann von Jüterbog;262
6;Transformationen;266
6.1;Orestes im Mittelalter. Motive mythologischer Sarkophage in romanischer Skulptur;268
6.2;Wissensmehrung und Stilwandel: die antiken Wurzeln des Barock;278
6.3;Die Verwandlung der Stadt. Römische Festarchitekturen des 18. Jahrhunderts;290
6.4;Poussins Flora und die Flora des Praxiteles;302
6.5; Johannes ißt vom Kopf, Petrus vom Ohr des Kalbs ;314
6.6;Italienverehrung als Italienverachtung. Hans Sebald Behams Jungbrunnen von 1536 und die italiensche Kunst der Renaissance;324
6.7;Sancho Pansas dreitausenddreihundert Geißelhiebe;334
6.8;Schöpferische Zerstörung;342
6.9;Die Melancholie der Rigatoni in der Amatriciana oder: Römische Kochkunst als Ideenlieferant für ein Architekturprojekt;358
7;Bild-Politik;366
7.1;Die Idolatrieanklage im Prozeß gegen Bonifaz VIII.;368
7.2;Freiheit für Florenz. Donatellos Judith und ein Grabmal in Santa Maria sopra Minerva in Rom;390
7.3;Piero and the Music of the Fall .For Horst, as pixilated as I;398
7.4;Much ado about nothing. Leonardo s Fight for the Standard ;412
7.5;Kleidung als Bedeutungsträger. Zur Zehn-Gebote-Tafel aus der Marienkirche in Danzig;428
7.6;Der Contrat social und die Ordnung der Straße;446
7.7;Pajous Skulptur des Pascal .Zur Einheit von Naturwissenschaft und Glaube in d Angivillers Skulpturenauftrag der Hommes illustres;462
7.8;Ein Scherbengericht. Zur politischen Ikonographie von Heinrich von Kleists Lustspiel Der zerbrochne Krug;476
7.9;Geschichtsausstellungen. Zum Elend der Illustration ;496
7.10; We must leave the city to our children exactly as we found it. ;506
7.11;Über einige Schwierigkeiten des Verfassungsrechts mit der Kunst;514
8;Selbstbilder in Kunst und Wissenschaft;526
8.1;Der Lällekönig. Einsteins Arbeit an seiner Ikone;528
8.2;Ein Künstler absolut im Abseits: Christoph Gottfried Ringe. Maler Erfinder Selbstdenker;540
8.3;Ökonomie und Askese: Vincent van Gogh als célibataire français ;552
8.4;Wer sieht sich wie und möchte welches Bild von sich? Über die Selbstinszenierung in Bildnissen von Jan van Eyck bis Andy Warhol;564
8.5;Ruth Tesmar;578
8.6;Der Rehmstackerdeich oder Bau und Nebenbau. Mit dem terra marique turn hat Horst Bredekamp die Kunstgeschichte auf den Kurs des 21. Jahrhunderts gebracht;584
8.7;Stephan von vuene;589
9;Anhang;592
9.1;Namensregister;594

"[Der Band lässt sich] als eine Art Reader charakterisieren, der in das Forschungsfeld Kunst-/Bildwissenschaft einführt, wobei die vorrangige fachliche Perspektive diejenige der modernen Kunstgeschichte ist." Jens Jäger in: H-Soz-u-Kult, 4. Oktober 2007 "Die Festschrift berührt in der Vielfalt und Gelehrtheit ihrer Aufsätze eine ungeheure Fülle kunstwissenschaftlicher Aspekte. Insgesamt repräsentiert der Band das Selbstverständnis einer modernisierten Kunstgeschichte, die ihre klassischen Betätigungsfelder nicht aus den Augen verliert und weiterbestellt, zugleich aber auch um Horizonterweiterung und die Entdeckung von Neuland bestrebt ist. [...] Gelichwohl bleibt die vorgestellte Perspektive in erster Linie eine kunstwissenschaftliche, ganz im Sinne Bredekamps, der Bildwissenschaft nicht als neue Errungenschaft der jüngeren Vergangenheit, sondern als genuinen Teil der Kunstgeschichte betrachtet und visuelle Kompetenz insbesondere Kunsthistorikern zuspricht." Dr. Silke Eilers in: Image, 15. Januar 2008

Der doppelte Tod (S. 133-134)

Eine Miszelle

Bilder sind Totenfeiern der Natur: ars naturae mors. In seinem Trattato della pittura jedenfalls läßt Leonardo da Vinci keinen Zweifel daran, daß "die Malerei an sich nicht wirklich lebendig ist, sondern selbst leblos, lebendige Dinge nur ausdrückt."

Und in einem ersten Schritt konzessioniert Horst Bredekamp im Jahr 2005 diese Auffassung in einem Vortrag in der alten Aula der Heidelberger Universität als die vulgär gültige: "Jeder weiß, daß Bilder kein Eigenleben führen, und es wird wohl kaum jemand im Saal sein, der glauben würde, daß Bilder leben."2 Gerade weil das so ist, muß dem Maler, wenn er denn der Totenfeier seines arti.ziellen Tuns nicht entrinnen kann, in einem zweiten Schritt, so wiederum Leonardo, daran gelegen sein, seine Bilder .gürlich und farblich, das heißt plastisch so zu modellieren, daß in den Gebärden und Bewegungen der gemalten Personen ein Inneres derart zur Erscheinung kommt, daß wenigstens das Bild als Bildnis (engl. image) ‚lebendig' wird. Über ihre Expressivität können also Bilder als Totenfeiern mit Leonardo zu Lebensfeiern werden.

Gelingt das dem Künstler allerdings nicht, ist das Bild, wie Leonardo mehrfach hervorhebt, quasi "doppelt tot". Die gemalte Figur soll also mit "größter Lebendigkeit dargestellt werden [...], sonst wird diese doppelt tot sein, einmal, weil sie nur vorgestellt ist, und sodann weil sie weder Bewegung der Seele noch des Körpers zeigt."

Bilder sind Totenfeiern der Natur: ars naturae mors. In seinem Trattato della pittura jedenfalls läßt Leonardo da Vinci keinen Zweifel daran, daß "die Malerei an sich nicht wirklich lebendig ist, sondern selbst leblos, lebendige Dinge nur ausdrückt."

Und in einem ersten Schritt konzessioniert Horst Bredekamp im Jahr 2005 diese Auffassung in einem Vortrag in der alten Aula der Heidelberger Universität als die vulgär gültige: "Jeder weiß, daß Bilder kein Eigenleben führen, und es wird wohl kaum jemand im Saal sein, der glauben würde, daß Bilder leben."2 Gerade weil das so ist, muß dem Maler, wenn er denn der Totenfeier seines arti.ziellen Tuns nicht entrinnen kann, in einem zweiten Schritt, so wiederum Leonardo, daran gelegen sein, seine Bilder .gürlich und farblich, das heißt plastisch so zu modellieren, daß in den Gebärden und Bewegungen der gemalten Personen ein Inneres derart zur Erscheinung kommt, daß wenigstens das Bild als Bildnis (engl. image) ‚lebendig' wird. Über ihre Expressivität können also Bilder als Totenfeiern mit Leonardo zu Lebensfeiern werden.

Gelingt das dem Künstler allerdings nicht, ist das Bild, wie Leonardo mehrfach hervorhebt, quasi "doppelt tot". Die gemalte Figur soll also mit "größter Lebendigkeit dargestellt werden [...], sonst wird diese doppelt tot sein, einmal, weil sie nur vorgestellt ist, und sodann weil sie weder Bewegung der Seele noch des Körpers zeigt."

Leonardo zieht hier zum Vergleich und in der Tradition von Quintilian auch die begleitende Gestik eines guten Redners heran: "wenn gute Redner ihre Zuhörer zu etwas überreden wollen, so lassen sie stets die Bewegung der Arme und Hände übereinstimmend zu den Worten sich gesellen, obwohl es auch einige Leonardo zieht hier zum Vergleich und in der Tradition von Quintilian auch die begleitende Gestik eines guten Redners heran: "wenn gute Redner ihre Zuhörer zu etwas überreden wollen, so lassen sie stets die Bewegung der Arme und Hände &uu

Erscheint lt. Verlag 21.5.2007
Zusatzinfo 126 b/w and 11 col. ill.
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Maße 170 x 240 mm
Gewicht 1430 g
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Allgemeines / Lexika
Kunst / Musik / Theater Kunstgeschichte / Kunststile
Schlagworte ART • Arts, general • Aufsatzsammlung • Bredekamp, Horst • Festschriften (Kunst) • Geschichte • Ideologie • KA36 • Kunst • Kunstgeschichte • marx/engels • Politik • Visual Anthropology • Wissenschaft
ISBN-10 3-05-004261-3 / 3050042613
ISBN-13 978-3-05-004261-9 / 9783050042619
Zustand Neuware
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