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Starke Frauen in der Kunst

Künstlerinnen im Aufbruch zur Moderne
Buch | Softcover
124 Seiten
2018
Verlag für Regionalgeschichte ein Imprint von Aschendorff Verlag GmbH & Co. KG
978-3-7395-1079-8 (ISBN)
CHF 24,90 inkl. MwSt
Der Band stellt 20 Künstlerinnen vor, die im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Lippe gelebt und gearbeitet haben. Das Spektrum ihres künstlerischen Schaffens reicht von der Malerei über das Kunsthandwerk bis zur Fotografie. Eine künstlerische Betätigung war damals in höheren Kreisen als Zeitvertreib gerne gesehen, als ernsthafter Beruf jedoch als nicht standesgemäß verpönt. Für die als Malweiber verschrieenen Frauen war es ein steiniger Weg, als Künstlerinnen gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Ausstellung und Katalog laden dazu ein, Leben und Werk lippischer Präsente-Malerinnen und Malweiber neu zu entdecken.

Jürgen Scheffler. Geboren 1954 in Hemer. Studium: Geschichtswissenschaft und Germanistik in Göttingen, Marburg und Bielefeld. Leiter des Städtischen Museums in Lemgo. Forschungsschwerpunkte: Stadt- und Regionalgeschichte, Museumskunde, Geschichte der Heimatbewegung.

Stefan Wiesekopsieker, Dr. Geboren 1964 in Schötmar. Studium: Latein, Germanistik, Pädagogik und Geschichtswissenschaft in Münster und Osnabrück. Oberstudienrat am Rudolph-Brandes-Gymnasium, Bad Salzuflen. Veröffentlichungen zur neueren Geschichte Bad Salzuflens und Lippes.

Grußwort • 7
Irene Below: Kunst von Frauen sichtbar machen – Die Moderne der Frauen in Lippe? • 9
Mayarí Granados. Eine Bild-Chronistin in Schwalenberg: Elisabeth (Else) Ruest (1861-1945) • 19
Vera Scheef: »Wozu die ganze Welt, wenn ich nicht malte«: Ida Gerhardi (1862-1927) • 23
Bärbel Sunderbrink: Jelka Delius-Rosen – Licht und Schatten einer impressionistischen Malerin • 29
Stefan Wiesekopsieker: Die Detmolder Künstlerinnen und Honoratiorentöchter Martha Caesar, Margarethe Hasse, Margarete Krieger, Helene Krohn und Anna Piderit • 35
Jürgen Scheffler: Im Schatten des Braker Kirchturms: Marie Ewerbeck (1877-1960) • 51
Mayarí Granados: Als Berlinerin in Schwalenberg: die Künstlerin Nelly Cunow (1893-1982) • 57
Bärbel Sunderbrink: Die Gestalterin der deutschen Meisterschale – Die Goldschmiedekünstlerin Elisabeth Treskow • 61
Margret Klinke: Über-Leben – Die Künstlerin Ilse Häfner-Mode in Lippe • 65
Katharina Büttner-Kirschner: Die Texilkünstlerin Hanne-Nüte Kämmerer (1903-1981) • 71
Christina Pohl: Clara Ernst (1907-1972): Ein Künstlerinnenleben in der Kleinstadt Lage • 75
Christel Aytekin: Gertrud Eichenmüller-Sonntag (1908-1995) • 83
Roman G. Weber: Ein Leben aus gemeinsamen Aktionen – Gisela Wölbing und Gertrud van Dyck • 89
Ingrid Zimmermann: Sibylle Dotti: Kunst lehren – Kunst machen • 99
Uschi Schmitt: »… selbst eine Märchenfigur« – Die Welt der Katrin Höngesberg • 105
Benjamin Ochse: Die Autorenfotografin Hildegard Ochse (1935-1997) – First and Last | Anfang und Ende • 115
Autorinnen und Autoren • 122
Abbildungsnachweis • 124

Jürgen Scheffler und Stefan Wiesekopsieker hatten vor einiger Zeit angeregt, sich mit Künstlerinnen zu befassen, die in Lippe tätig waren, und sie in einer Ausstellung und in einem Begleitband zu präsentieren. Die Ausstellung ist unter dem Titel »Starke Frauen« vom 22. April bis zum 17. Juni in Schwalenberg zu sehen, der Begleitband ist wenige Tage vor der Eröffnung erschienen.
Es ist ein sehr schönes Buch geworden, haptisch ein Genuss, mit Texten, die man mit Vergnügen liest, und Abbildungen, die man mit Freude betrachtet. Es handelt tatsächlich von »starken« Frauen, von beeindruckenden Persönlichkeiten, die sich ihrer Talente und ihrer Möglichkeiten bewusst waren. Nicht alle suchten mit ihren Werken die Öffentlichkeit, nicht alle machten die Kunst zum Beruf, aber das waren individuelle Entscheidungen, die respektiert werden müssen. Es sind Malerinnen, Handwerkerinnen, die ihr Handwerk zur Kunst machten, Fotografinnen. Einige verließen Lippe – Paris war doch aufregender als Detmold –, andere kamen, manche, um zu bleiben, manche, um nach einiger Zeit das Land wieder zu verlassen. Aber es gab auch Künstlerinnen, die ihrer lippischen Heimat immer verbunden blieben.
Alle werden kenntnisreich und mit Empathie bedacht, von Ida Gerhardi und Jelka Rosen, die im Paris der Jahrhundertwende reüssierten, bis zu den »Präsentenmalerinnen« aus dem Detmolder Bürgertum, die ihre Werke nicht ausstellten und nicht verkauften. In diesem Buch stehen sie gleichwertig nebeneinander. Wie weit die Bandbreite der Interessen und des Schaffens reichen konnte, wird an der Goldschmiedin Elisabeth Tresckow deutlich, die nicht nur den Dreikönigenschrein in Köln nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg restaurierte, sondern etwas schuf, das Vielen aus unserer Leserschaft wohl bekannt ist, aber nicht mit ihrem Namen verbunden wird: jene »Salatschüssel« genannte Meisterschale des deutschen Vereinsfußballs.
Auch Fotografinnen gehören in den Reigen der hier vorgestellten Künstlerinnen. Gisela Wölbing und Gertrud van Dyck haben in Detmold ihre Leben und ihr Wirken miteinander verbunden. Von ihnen stammt eines der bekanntesten Porträts von Heinrich Drake, abgebildet ist auch ihre Aufnahme von Man Ray – ein Meisterwerk der Schwarzweißfotografie.
Schon allein dieses Bildes wegen muss der Band noch eine ganze Weile griffbereit auf dem Schreibtisch liegen bleiben.
Andreas Ruppert, in: Rosenland 20, 2018, 25.6.2018

Erscheinungsdatum
Reihe/Serie Schriften des Städtischen Museums Lemgo
Verlagsort Bielefeld
Sprache deutsch
Maße 190 x 260 mm
Gewicht 455 g
Einbandart Paperback
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Kunstgeschichte / Kunststile
Schlagworte Fotografie • Kunsthandwerk • Künstlerinnen • Lippe • Malerei • Malweiber • Moderne
ISBN-10 3-7395-1079-X / 373951079X
ISBN-13 978-3-7395-1079-8 / 9783739510798
Zustand Neuware
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