Archäologische Studien zu Naukratis - Band III
Griechische Keramik des 7. und 6. Jahrhunderts v. Chr. aus Naukratis und anderen Orten in Ägypten
Seiten
2013
Wernersche Verlagsgesellschaft
978-3-88462-234-6 (ISBN)
Wernersche Verlagsgesellschaft
978-3-88462-234-6 (ISBN)
Teil 1: Udo Schlotzhauer: Untersuchungen zur archaischen griechischen Keramik aus Naukratis
Teil 2: Sabine Weber: Untersuchungen zur archaischen griechischen Keramik aus anderen ägyptischen Fundorten
Teil 3: Hans Mommsen mit Udo Schlotzhauer, Alexandra Villing und Sabine Weber: Herkunftsbestimmung von archaischen Scherben aus Naukratis und Tell Defenneh durch Neutronenaktivierungsanalyse
Die Frage nach dem Verhältnis der in saïtischer Zeit in Ägypten lebenden Griechen zu ihrem Gastland ist von der Forschung lange Zeit vernachlässigt worden. Die Bearbeitung der griechischen Keramik aus Ägypten aus dieser Zeit ist deshalb im Rahmen der Untersuchungen zu Naukratis von der Deutschen Forschungsgemeinschaft nachdrücklich, als Ergänzung zu den Studien zur Kleinplastik, empfohlen worden. Die Ergebnisse werden hier im dritten Band der Archäologischen Studien zu Naukratis vorgelegt. Soweit es Naukratis betrifft, konnte nur eine Auswahl der umfangreichen Funde behandelt werden, die zum größten Teil im British Museum, London, aufbewahrt werden. Die gesamte Keramik aus dem Emporion wird von den britischen Kollegen publiziert werden.
Die Untersuchungen der beiden Autoren sind im Teilprojekt Naukratis des Mainzer Sonderforschungsbereichs 295 mit dem Titel „Kulturelle und sprachliche Kontakte: Prozesse des Wandels in historischen Spannungsfeldern Nordostafrikas/Westasiens“ – mit Unterbrechungen in den Jahren 1997 bis 2003 (Sabine Weber) und 2000 bis 2003 (Udo Schlotzhauer) – entstanden. Es geht um Kulturkontakt, hervorgerufen durch Handel und durch die Präsenz von Griechen in Ägypten. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem British Museum und der anregenden Atmosphäre des Sonderforschungsbereichs unter der Leitung von Walter Bisang können die Autoren die Ergebnisse ihrer Studien nun vorlegen.
Wir wissen, dass die Griechen sich in saïtischer Zeit ihrem Gastland in gewisser Weise angepasst haben. An der griechischen Keramik aus Ägypten ist dies auf den ersten Blick nicht unmittelbar ablesbar. Bis auf eine bis jetzt überschaubare kleine Gruppe von lokal in Naukratis hergestellten Gefäßen nach griechischer Art wurde sie aus dem Mutterland importiert. Der im Titel des Mainzer Sonderforschungsbereichs angesprochene Prozess des Wandels betrifft deshalb – bis auf wenige Fälle von ägyptisierender Thematik und Übernahme ägyptischer Gefäßformen – nicht die handwerkliche Ausführung, sondern die Verwendung der Gefäße. Dies gilt allerdings nicht für die Keramik aus den Heiligtümern von Naukratis, sondern nur für die Gefäße aus den anderen ägyptischen Fundorten. Im emporion Naukratis sind im Kult gegenüber dem griechischen Mutterland – soweit bis jetzt erkennbar – keine Änderungen zu beobachten. Das Repertoire der Gefäßformen stimmt im Wesentlichen mit dem Bild überein, das wir aus den Heiligtümern in Ionien kennen. Wenig untersucht sind bis jetzt die mythologischen Themen der Darstellungen auf den Gefäßen. Über die archaische Gebrauchskeramik besitzen wir wenig Informationen, da sie mit Ausnahme von Transportamphoren nicht aufgehoben wurde. Hervorzuheben ist die Entdeckung der Naukratis-Werkstatt, deren Tätigkeit um 570 v. Chr. einsetzt. An der Keramik aus den zahlreichen anderen ägyptischen Fundorten ist dagegen die Anpassung der Griechen an das ägyptische Umfeld und ihr Leben im Dienst der pharaonischen Armee – also ihre Integration in die ägyptische Gesellschaft – deutlich zu erkennen. Auch die Griechen in Naukratis unterstanden, oberhalb der Ebene ihrer Selbstverwaltung durch prostatai, der Aufsicht durch Beamte des Pharao. Außerdem wird die vermutete Nachbarschaft des ägyptischen Orts Nokradj unmittelbar im Süden von Naukratis für ständige Kontakte zwischen beiden Ethnien gesorgt haben. Dennoch lässt sich annehmen, dass die Bedingungen für ein Leben in den eigenen Traditionen für die Griechen in der ägyptischerseits autorisierten Handelsniederlassung Naukratis günstiger waren als für Diaspora-Griechen im ägyptischen Heer an anderen Orten.
Teil 2: Sabine Weber: Untersuchungen zur archaischen griechischen Keramik aus anderen ägyptischen Fundorten
Teil 3: Hans Mommsen mit Udo Schlotzhauer, Alexandra Villing und Sabine Weber: Herkunftsbestimmung von archaischen Scherben aus Naukratis und Tell Defenneh durch Neutronenaktivierungsanalyse
Die Frage nach dem Verhältnis der in saïtischer Zeit in Ägypten lebenden Griechen zu ihrem Gastland ist von der Forschung lange Zeit vernachlässigt worden. Die Bearbeitung der griechischen Keramik aus Ägypten aus dieser Zeit ist deshalb im Rahmen der Untersuchungen zu Naukratis von der Deutschen Forschungsgemeinschaft nachdrücklich, als Ergänzung zu den Studien zur Kleinplastik, empfohlen worden. Die Ergebnisse werden hier im dritten Band der Archäologischen Studien zu Naukratis vorgelegt. Soweit es Naukratis betrifft, konnte nur eine Auswahl der umfangreichen Funde behandelt werden, die zum größten Teil im British Museum, London, aufbewahrt werden. Die gesamte Keramik aus dem Emporion wird von den britischen Kollegen publiziert werden.
Die Untersuchungen der beiden Autoren sind im Teilprojekt Naukratis des Mainzer Sonderforschungsbereichs 295 mit dem Titel „Kulturelle und sprachliche Kontakte: Prozesse des Wandels in historischen Spannungsfeldern Nordostafrikas/Westasiens“ – mit Unterbrechungen in den Jahren 1997 bis 2003 (Sabine Weber) und 2000 bis 2003 (Udo Schlotzhauer) – entstanden. Es geht um Kulturkontakt, hervorgerufen durch Handel und durch die Präsenz von Griechen in Ägypten. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem British Museum und der anregenden Atmosphäre des Sonderforschungsbereichs unter der Leitung von Walter Bisang können die Autoren die Ergebnisse ihrer Studien nun vorlegen.
Wir wissen, dass die Griechen sich in saïtischer Zeit ihrem Gastland in gewisser Weise angepasst haben. An der griechischen Keramik aus Ägypten ist dies auf den ersten Blick nicht unmittelbar ablesbar. Bis auf eine bis jetzt überschaubare kleine Gruppe von lokal in Naukratis hergestellten Gefäßen nach griechischer Art wurde sie aus dem Mutterland importiert. Der im Titel des Mainzer Sonderforschungsbereichs angesprochene Prozess des Wandels betrifft deshalb – bis auf wenige Fälle von ägyptisierender Thematik und Übernahme ägyptischer Gefäßformen – nicht die handwerkliche Ausführung, sondern die Verwendung der Gefäße. Dies gilt allerdings nicht für die Keramik aus den Heiligtümern von Naukratis, sondern nur für die Gefäße aus den anderen ägyptischen Fundorten. Im emporion Naukratis sind im Kult gegenüber dem griechischen Mutterland – soweit bis jetzt erkennbar – keine Änderungen zu beobachten. Das Repertoire der Gefäßformen stimmt im Wesentlichen mit dem Bild überein, das wir aus den Heiligtümern in Ionien kennen. Wenig untersucht sind bis jetzt die mythologischen Themen der Darstellungen auf den Gefäßen. Über die archaische Gebrauchskeramik besitzen wir wenig Informationen, da sie mit Ausnahme von Transportamphoren nicht aufgehoben wurde. Hervorzuheben ist die Entdeckung der Naukratis-Werkstatt, deren Tätigkeit um 570 v. Chr. einsetzt. An der Keramik aus den zahlreichen anderen ägyptischen Fundorten ist dagegen die Anpassung der Griechen an das ägyptische Umfeld und ihr Leben im Dienst der pharaonischen Armee – also ihre Integration in die ägyptische Gesellschaft – deutlich zu erkennen. Auch die Griechen in Naukratis unterstanden, oberhalb der Ebene ihrer Selbstverwaltung durch prostatai, der Aufsicht durch Beamte des Pharao. Außerdem wird die vermutete Nachbarschaft des ägyptischen Orts Nokradj unmittelbar im Süden von Naukratis für ständige Kontakte zwischen beiden Ethnien gesorgt haben. Dennoch lässt sich annehmen, dass die Bedingungen für ein Leben in den eigenen Traditionen für die Griechen in der ägyptischerseits autorisierten Handelsniederlassung Naukratis günstiger waren als für Diaspora-Griechen im ägyptischen Heer an anderen Orten.
| Zusatzinfo | Zahlreiche farbige Abbildungen auf 66 Tafeln |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 210 x 300 mm |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater ► Malerei / Plastik |
| ISBN-10 | 3-88462-234-X / 388462234X |
| ISBN-13 | 978-3-88462-234-6 / 9783884622346 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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