St. Ursula in München-Schwabing
Schiermeier, Franz (Verlag)
978-3-943866-21-6 (ISBN)
Die Pfarrkirche St.?Ursula, errichtet 1894 bis 1897, ist das urbanistische Zentrum des aufstrebenden Stadtteils Schwabing und die einzige Kirche im Stil der Neorenaissance in München. Da sie die Kriege unzerstört überstand, bietet sie noch weitgehend ein Ensemble des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Ihr Architekt war August Thiersch (1843?-1916), Professor an der Technischen Hochschule in München. Bekannt wurde Thiersch auch als Theoretiker: durch seine 1883 erschienene Proportionslehre in dem maßgeblichen Handbuch der Architektur, der Richtschnur für Architekten bis zur Klassischen Moderne.
Das auf mehrjährigen Archivstudien der Autorin, Professorin für Kunstgeschichte an der Universität Erlangen-Nürnberg, basierende Buch bietet erstmals eine Biographie des bedeutenden Architekten, beschreibt die Planungsphasen und die Baugeschichte der Kirche mit Abbildungen aller relevanten Pläne und bisher nicht publizierten Entwürfe und Fotos zur Ausstattung von St.?Ursula. Die wichtigsten Aussagen der Proportionslehre von August Thiersch mit ihrem Bezug zur Kirche St.?Ursula bilden den Abschluss des Buches.
Sibylle Appuhn-Radtke ist tätig am Zentralinstitutfür Kunstgeschichte in München,Professorin an der Universität Erlangen-Nürnberg und Dozentin an der Hochschule für Philosophie in München. Sie ist durch Lehrveranstaltungen, Publikationen und Vorträge auf dem Gebiet der Architekturgeschichte ausgewiesen. Als Mitglied des Arbeitskreises Bauhütte engagiert sie sich seit 2006 für die Erhaltung von St. Ursula.
Vorwort
Quellenlage und Forschungsstand
Biographie und Tätigkeit von August Thiersch
Familiäre Prägung
Jugend und Studium
Berufstätigkeit als Ingenieur und Assistent für Baukunst
Familiengründung
Lehrtätigkeit und Publikationen
Denkmalpflege und "Volkserziehung"
Archäologische Rekonstruktionen und Entwürfe
Eine neue Pfarrkirche für Schwabing
Das Dorf Schwabing und die alte Ursulakirche
Mitnutzung und Erbe von St.?Nicolai
Die Architektur des Neubaus
Ein Fehlstart
Neubeginn: August Thiersch
Das Projekt an der Leopoldstraße
Planungen für den Kaiserplatz
Der Plansatz von 1889
Bauausführung ab 1894
Baumaterialien
Modifikationen der Baupläne von 1889
Die Kuppel
Der Turm
Der Verbindungsgang zur Kirche, Pfarrhaus und Pfarrgarten
Die architektonische Gliederung des Innenraums und seine Vorbilder
Die Weihe am 10. Oktober 1897
Bauschulden
Die Bebauung des Kaiserplatzes nach 1897
Architekturhistorische Referenzen und urbanistische Wirkung
Die Ausstattung der Kirche bis zum Tod des Architekten (1916)
Bauplastik, Mosaik und Wandmalerei am Außenbau
Die Südfassade
Östliche Querhausfassade mit Ostportal
Ortsfeste Innenausstattung
Farbverglasung
Orgelempore und Orgel
Ausstattung des Langhauses
Wandverkleidung und figürliche Ausstattung der Seitenschiffe
Die Kanzel
Der Taufstein
Geplanter und ausgeführter Dekor von Kuppel und Querhaus
Der Chor: Hochaltar und Chorgestühl
Der Hochaltar
Die Chorseitenkapellen
Die Marienkapelle
Geplante und realisierte Wandmalerei
Die Josephskapelle
Veränderungen des Chorbereichs in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
Die Sakristei
Bewegliche Ausstattung
Neorenaissance als Brücke zur Moderne
Die Proportionslehre August Thierschs
Der Modellbau St.?Ursula - ein Spiegel der Proportionslehre?
Thierschs Verhältnis zur Moderne
Anmerkungen
Quellen
Bibliographie
Bildnachweis
Namensregister
Impressum
Vorwort Im Jahr 2005 wurde klar, dass das Baudenkmal St. Ursula, genannt „Schwabinger Dom“, akut in seinem Bestand gefährdet sei und deshalb Restaurierungsmaßnahmen geplant werden müssten. Der mit diesem Problem konfrontierte Hausherr, Pfarrer David W. Theil, regte daraufhin einen Arbeitskreis an, der Informationsmaterial zusammen stellte und durch die Organisation von unterschiedlichen Aktionen zum finanziellen Grundstock für den ersten Bauabschnitt, die Stabilisierung und Restaurierung des Glockenturms, beitrug. Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kultur stellten sich dankenswerterweise für Vorträge oder öffentliche Interviews zur Verfügung; bildende Künstlerinnen und Künstler stifteten eigene Werke. Der Kirchenmusiker Johannes Tribus sorgte zusammen mit eigenen und fremden Kräften für anspruchsvolle Benefizkonzerte. 2011 konnte die Turmsanierung abgeschlossen werden, unterstützt durch Förderbeiträge der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Bayerischen Landesstiftung und privater Sponsoren. Das Gelingen der Sanierung ist der Zusammenarbeit mehrerer Institutionen und Firmen zu verdanken. Pfarrer Theil, der inzwischen zum Dekan gewählt und zum Geistlichen Rat ernannt worden ist, hat sich in dieser Zeit als würdiger Nachfolger des Bauherrn Peter Erlacher (1847–1920) erwiesen; im Zeitalter des Barock hätte man ihm für seine unermüdliche Tätigkeit den Titel eines „secundus fundator“ (zweiten Gründers) -verliehen. Durch meine Profession fiel mir die Aufgabe der wissenschaftlichen Recherche zu. Daraus erwuchsen zunächst Informationsmaterialien in gedruckter und digitaler Form, Vorträge und Aufsätze. Als die architekturhistorische Relevanz des Bauwerks und der erhaltenen Quellen immer klarer wurde, entstand mein Plan zu diesem Buch. Es soll nicht nur einen Beitrag zur Architekturgeschichte zwischen Historismus und Moderne liefern, sondern eine Quellenbasis für praktische Entscheidungen bei allen künftigen Maßnahmen in St. Ursula anbieten. Für fruchtbare Gespräche danke ich Mitgliedern der Familie Thiersch, insbesondere Carola, Katharina und Paul Thiersch, Urenkeln des Architekten von ?St. Ursula, die mir großzügig Einblick in die Familengeschichte sowie in unpublizierte Bild- und Textquellen gewährten, außerdem dem Architekten Helmut Rudolf Peuker, der durch eine Teilvermessung der Kirche zur Interpretation beitrug. Die gesamte Arbeit hätte aber nicht getan werden können ohne die Unterstützung der Sammlungen, die Dokumente zu St. Ursula aufbewahren (siehe Quellenverzeichnis). Besonders fruchtbar war die Arbeit an den reichhaltigen Beständen des Architekturmuseums der TUM. Allen Mitarbeitern dieser Häuser sei herzlich gedankt. Dass das Buch in dieser Ausstattung erscheinen kann, war nur durch Zuschüsse von verschiedenen Seiten möglich. Zu danken ist dem Erzbischöflichen Ordinariat München und Freising, der Kirchenstiftung St. Ursula, dem in der ehemaligen Villa Haymann (August Thiersch) amtierenden Verein Kraftfahrer-Schutz e.V., München, sowie dem Ehepaar B. und E. Otte. Dem Verleger Franz Schiermeier, der mutig das kaufmännische Risiko übernommen hat, verdanke ich eine außerordentlich engagierte und kundige Betreuung. Zusammen mit Edgar Hohl verantwortet er das überlegt gestaltete Layout dieses Buches. Hilfe beim Korrekturlesen gaben dankenswerterweise Lena Glassmann, Gudrun Lohwasser, Paul Thiersch und Esther P. Wipfler. Derzeit finden Voruntersuchungen an der Vierungskuppel statt, nach deren Ergebnissen die Maßnahmen des zweiten Bauabschnitts geplant werden können. Es ist zu hoffen, dass dieses Buch die überregionale Bedeutung des „Schwabinger Doms“ anschaulich werden lässt und weitere Menschen motiviert, seine Erhaltung zu unterstützen. München, im August 2013?Sibylle Appuhn-Radtke
Vorwort
Im Jahr 2005 wurde klar, dass das Baudenkmal St. Ursula, genannt "Schwabinger Dom", akut in seinem Bestand gefährdet sei und deshalb Restaurierungsmaßnahmen geplant werden müssten. Der mit diesem Problem konfrontierte Hausherr, Pfarrer David W. Theil, regte daraufhin einen Arbeitskreis an, der Informationsmaterial zusammen stellte und durch die Organisation von unterschiedlichen Aktionen zum finanziellen Grundstock für den ersten Bauabschnitt, die Stabilisierung und Restaurierung des Glockenturms, beitrug. Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Kultur stellten sich dankenswerterweise für Vorträge oder öffentliche Interviews zur Verfügung; bildende Künstlerinnen und Künstler stifteten eigene Werke. Der Kirchenmusiker Johannes Tribus sorgte zusammen mit eigenen und fremden Kräften für anspruchsvolle Benefizkonzerte.
2011 konnte die Turmsanierung abgeschlossen werden, unterstützt durch Förderbeiträge der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Bayerischen Landesstiftung und privater Sponsoren. Das Gelingen der Sanierung ist der Zusammenarbeit mehrerer Institutionen und Firmen zu verdanken. Pfarrer Theil, der inzwischen zum Dekan gewählt und zum Geistlichen Rat ernannt worden ist, hat sich in dieser Zeit als würdiger Nachfolger des Bauherrn Peter Erlacher (1847-1920) erwiesen; im Zeitalter des Barock hätte man ihm für seine unermüdliche Tätigkeit den Titel eines "secundus fundator" (zweiten Gründers) -verliehen.
Durch meine Profession fiel mir die Aufgabe der wissenschaftlichen Recherche zu. Daraus erwuchsen zunächst Informationsmaterialien in gedruckter und digitaler Form, Vorträge und Aufsätze. Als die architekturhistorische Relevanz des Bauwerks und der erhaltenen Quellen immer klarer wurde, entstand mein Plan zu diesem Buch. Es soll nicht nur einen Beitrag zur Architekturgeschichte zwischen Historismus und Moderne liefern, sondern eine Quellenbasis für praktische Entscheidungen bei allen künftigen Maßnahmen in St. Ursula anbieten.
Für fruchtbare Gespräche danke ich Mitgliedern der Familie Thiersch, insbesondere Carola, Katharina und Paul Thiersch, Urenkeln des Architekten von ?St. Ursula, die mir großzügig Einblick in die Familengeschichte sowie in unpublizierte Bild- und Textquellen gewährten, außerdem dem Architekten Helmut Rudolf Peuker, der durch eine Teilvermessung der Kirche zur Interpretation beitrug. Die gesamte Arbeit hätte aber nicht getan werden können ohne die Unterstützung der Sammlungen, die Dokumente zu St. Ursula aufbewahren (siehe Quellenverzeichnis). Besonders fruchtbar war die Arbeit an den reichhaltigen Beständen des Architekturmuseums der TUM. Allen Mitarbeitern dieser Häuser sei herzlich gedankt.
Dass das Buch in dieser Ausstattung erscheinen kann, war nur durch Zuschüsse von verschiedenen Seiten möglich. Zu danken ist dem Erzbischöflichen Ordinariat München und Freising, der Kirchenstiftung St. Ursula, dem in der ehemaligen Villa Haymann (August Thiersch) amtierenden Verein Kraftfahrer-Schutz e.V., München, sowie dem Ehepaar B. und E. Otte.
Dem Verleger Franz Schiermeier, der mutig das kaufmännische Risiko übernommen hat, verdanke ich eine außerordentlich engagierte und kundige Betreuung. Zusammen mit Edgar Hohl verantwortet er das überlegt gestaltete Layout dieses Buches.
Hilfe beim Korrekturlesen gaben dankenswerterweise Lena Glassmann, Gudrun Lohwasser, Paul Thiersch und Esther P. Wipfler.
Derzeit finden Voruntersuchungen an der Vierungskuppel statt, nach deren Ergebnissen die Maßnahmen des zweiten Bauabschnitts geplant werden können. Es ist zu hoffen, dass dieses Buch die überregionale Bedeutung des "Schwabinger Doms" anschaulich werden lässt und weitere Menschen motiviert, seine Erhaltung zu unterstützen.
München, im August 2013?Sibylle Appuhn-Radtke
| Erscheint lt. Verlag | 18.10.2013 |
|---|---|
| Zusatzinfo | farb. u. schw.-w. Abb., hist. Zeichn. u. Pläne |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 230 x 270 mm |
| Gewicht | 950 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Kunst / Musik / Theater ► Kunstgeschichte / Kunststile |
| Schlagworte | Kaiserplatz • München-Schwabing, Kunst; Architektur • Sankt Ursula (München-Schwabing) • Schwabing • Thiersch • Thiersch, August • Ursula |
| ISBN-10 | 3-943866-21-1 / 3943866211 |
| ISBN-13 | 978-3-943866-21-6 / 9783943866216 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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