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Ich habe das Theater immer sehr geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin

(Autor)

Jean L Rivière (Herausgeber)

Buch | Softcover
350 Seiten
2001
Alexander (Verlag)
978-3-89581-063-3 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Ich habe das Theater immer sehr geliebt, und dennoch gehe ich fast nie mehr hin - Roland Barthes
CHF 13,85 inkl. MwSt
Mit fünfzehn Jahren ist Roland Barthes bereits ein begeisterter Theaterbesucher, und als junger Student ist er Mitbegründer einer Theatergruppe an der Sorbonne. Seine Vorliebe für das antike Theater führt ihn 1938 nach Griechenland. 1940 schließt er sein Studium mit einer Diplomarbeit über die griechische Tragödie ab.
1954 sieht er im Rahmen des Internationalen Pariser Theaterfestivals die "Mutter Courage" des Berliner Ensembles. Barthes ist von der Spielweise des Brechtschen Theaters begeistert. Er interessiert sich immer mehr für die Soziologie des Theaters und wird zu einer treibenden Kraft der Zeitschrift "Théâtre populaire", die damals die brechtschen Positionen kompromißlos vertrat. Er verfaßt mehrere Leitartikel, die in dem Band erstmals versammelt sind. Das Buch bringt daneben grundsätzliche Essays, etwa über das antike Theater, Shakespeare und insbesondere über die französische Theateravantgarde. Hinter den Texten steht der Utopiegedanke eines Théâtre populaire, das avancierte Ästhetik, politischen Anspruch und eine Verankerung in allen Bevölkerungsschichten verbindet, das Theater, "das den Menschen vertraut".
"Keine Frage: Roland Barthes zetert und schwärmt, klagt und träumt nach bester Idealistenart. Das Thema fast sämtlicher Artikel, die erstmals auf deutsch vorliegen, ist das Theater als Fest und Erkenntnis, als Befreiung aus unverschuldeter Unmündigkeit." Süddeutsche Zeitung
Anfang der 60er Jahre distanziert sich Roland Barthes vom Theater, wendet sich schließlich von der Bühne ab, nachdem er sich jahrelang dafür begeistert hatte. Der einstige Redakteur der Zeitschrift "Théâtre populaire" reagierte oft völlig entnervt, ja zornig auf Theatervorstellungen, er, der sich zum Fürsprecher Brechts und des Théâtre national de Paris gemacht hatte, konnte für das Theater kein Interesse mehr aufbringen und langweilte sich. Auch über diesen Prozeß legt Barthes Zeugnis in seinen Schriften zum Theater ab.

Roland Barthes (1915-80), einer der bedeutendsten Kritiker der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, ist als einer der Initiatoren und Vorkämpfer der semiologischen Revolution bekannt geworden und für ein Werk, in dem sich biographisches Material und wissenschaftlicher Ansatz miteinander verflechten. Einen heute relativ unbekannten Teil seines Werkes verfasste er in den fünfziger Jahren. Zu dieser Zeit war Roland Barthes aktiv beteiligt an der Gründung und dem Erscheinen der Zeitschrift 'Teatre populaire', eines ebenso ästhetischen wie politischen Phänomens. Anfang der sechziger Jahre gibt Barthes das Theater auf, er besucht es nicht mehr, er schreibt so gut wie keinen Artikel mehr über Aufführungen. Aber er ist langfristig von seiner Erfahrung geprägt 'Im Herzen meines Werks, das Theater'. Er starb am 26. März 1980 an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Zuletzt hatte er am Collège de France einen Lehrstuhl für Semiologie.

Übersetzer Dieter Hornig
Verlagsort Berlin
Sprache deutsch
Maße 125 x 195 mm
Gewicht 405 g
Einbandart Paperback
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Theater / Ballett
Schlagworte Brecht, Bertolt • Essay • Hardcover, Softcover / Kunst/Theater, Ballett • HC/Kunst/Theater, Ballett • Nationaltheater • Politisches Theater • Rezensionen • Rezenssionen • Roland Barthes • Theater • Theatertheorie
ISBN-10 3-89581-063-0 / 3895810630
ISBN-13 978-3-89581-063-3 / 9783895810633
Zustand Neuware
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