Zum Hauptinhalt springen
Nicht aus der Schweiz? Besuchen Sie lehmanns.de

Spiel Form Künste

Zu einer Kunstgeschichte des Improvisierens

(Autor)

Bernd Ternes (Herausgeber)

Buch | Hardcover
380 Seiten
2010 | 1. Auflage
DISTANZ Verlag
978-3-86572-661-2 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Spiel Form Künste - Hans Ulrich Reck
CHF 28,90 inkl. MwSt
Anerkennung bekommt heute als Künstler, wer musikalisch virtuos, bildnerisch hermetisch, fragmentarisch und unbeholfen, konzeptuell jedenfalls strikt fern aller Rezepte sich behaupten kann. Es scheint sich als Versprechen eines unbedingt gegenakademischen Experimentierens - das Improvisatorische paradox zu einer neuen Doktrin des freien Kunstschaffens verfestigt zu haben. Das Thema greift jedoch mittlerweile - als Symptom wie als Versprechen in panisch aktualisierten Krisenzeiten - weit uber das Gebiet der Künste hinaus. In den Semantiken spätmoderner Gesellschaften hat sich mittlerweile die Auffassung ausgebreitet, bestimmte Begriffe seien deshalb hoch zu bewerten, weil mit ihnen eine sogenannte Zukunftsoffenheit, gar -tauglichkeit verbunden sei: allen voran Kreativität, Komplexitätssensitivität, emotionale Intelligenz, das Management von Nichtwissen - und nicht zuletzt (die Kunst der) Improvisation. Vor diesem Hintergrund entfaltet Hans Ulrich Reck in sieben kunst-, theorie- und gesellschaftshistorischen Rahmungen - u.a. zu Serge Brignoni, Gordon Matta-Clark, Henri Michaux, zum surrealistischen Film, zur Improvisation in Musik und Technik, zur europäischen Kunstlerausbildung und zum Konzept des kreativen Disegno - die sich verzweigenden Konfigurationen der Improvisation und des Aleatorischen. Vermieden wird eine mythisch-begriffliche Kategorisierung ebenso wie eine instrumentellbegriffliche Indienstnahme des Improvisierens, der es einzig um eine Fortsetzung des Gewohnten mit anderen, ungewohnten Mitteln geht.
Anerkennung bekommt heute als Künstler, wer musikalisch virtuos, bildnerisch hermetisch, fragmentarisch und unbeholfen, konzeptuell jedenfalls strikt fern aller Rezepte sich behaupten kann. Es scheint sich - als Versprechen eines unbedingt gegenakademischen Experimentierens - das Improvisatorische paradox zu einer neuen Doktrin des 'freien Kunstschaffens' verfestigt zu haben. Das Thema greift jedoch mittlerweile - als Symptom wie als Versprechen in panisch aktualisierten Krisenzeiten - weit über das Gebiet der Künste hinaus. In den Semantiken spätmoderner Gesellschaften hat sich mittlerweile die Auffassung ausgebreitet, bestimmte Begriffe seien deshalb hoch zu bewerten, weil mit ihnen eine sogenannte Zukunftsoffenheit, gar -tauglichkeit verbunden sei: allen voran Kreativität, Komplexitätssensitivität, emotionale Intelligenz, das Management von Nichtwissen - und nicht zuletzt (die Kunst der) Improvisation. Vor diesem Hintergrund entfaltet Hans Ulrich Reck in sieben kunst-, theorie- und gesellschaftshistorischen Rahmungen - u.a. zu Serge Brignoni, Gordon Matta-Clark, Henri Michaux, zum surrealistischen Film, zur Improvisation in Musik und Technik, zur europäischen Künstlerausbildung und zum Konzept des kreativen 'Disegno' - die sich verzweigenden Konfigurationen der Improvisation und des Aleatorischen. Vermieden wird eine mythisch-begriffliche Kategorisierung ebenso wie eine instrumentellbegriffliche Indienstnahme des Improvisierens, der es einzig um eine Fortsetzung des Gewohnten mit anderen, ungewohnten Mitteln geht.

Hans-Ulrich Reck ist Kunsthistoriker, Philosoph, Kurator, Publizist und seit 1995 Professor für Kunstgeschichte im medialen Kontext an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Zahlreiche Publikationen in den Bereichen Ästhetik, Kunstgeschichte, Gegenwartskunst, Medien- und Bildphilosophie. Zuletzt: Traum. Enzyklopädie (2010), Index Kreativität (2007), Eigensinn der Bilder. Bildtheorie oder Kunstphilosophie? (2007). In der FUNDUS-Reihe erschien 2010 der Doppelband Bazon Brock/Hans Ulrich Reck: Utopie und Evidenzkritik/Tarnen und Täuschen.

Erscheint lt. Verlag 2.11.2010
Reihe/Serie FUNDUS ; 197
Sprache deutsch
Maße 105 x 165 mm
Gewicht 345 g
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Kunstgeschichte / Kunststile
Schlagworte Ästhetik • Improvisation • Improvisation (musikal.) • Kunst • Kunsttheorie
ISBN-10 3-86572-661-5 / 3865726615
ISBN-13 978-3-86572-661-2 / 9783865726612
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
Haben Sie eine Frage zum Produkt?
Mehr entdecken
aus dem Bereich
kleine Kulturgeschichte einer brillanten Allianz

von Andrea Gnam

Buch | Softcover (2025)
Iudicium (Verlag)
CHF 33,90