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Nano(bio)technologie im öffentlichen Diskurs -

Nano(bio)technologie im öffentlichen Diskurs

Roger J. Busch (Herausgeber)

Buch | Softcover
272 Seiten
2008
Utz, Herbert (Verlag)
978-3-8316-0847-8 (ISBN)
CHF 39,20 inkl. MwSt
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In die Nanotechnologien werden große Hoffnungen gesetzt. Einst nebeneinander forschende Disziplinen wachsen im Zugriff auf die kleinsten Teilchen zusammen und erkennen Gestaltungsmöglichkeiten ungeahnten Ausmaßes. Dieser Zugriff auf kleinste Teilchen erregt in der allgemeinen Öffentlichkeit bislang kaum Aufmerksamkeit. Man befindet sich augenscheinlich in der Phase optimistischer Nutzenerwägungen. Doch es werden auch andere Perspektiven auf diesen wichtigen, neuen Technologiebereich diskutiert. Der vorliegende Sammelband dokumentiert solche Perspektiven - nicht etwa, um Nanotechnologien einer vernichtenden Kritik zu unterziehen, sondern um einen Diskurs anzubahnen, der zum frühest möglichen Zeitpunkt natur- und geisteswissenschaftliche Kompetenzen auf einander zu beziehen und auf diese Weise zu einer gesellschaftlich konsensfähigen Gestaltung der Anwendungen zu gelangen.

Die Beiträge wurden 2007 im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Klausurwochen am Institut TTN in München erstellt, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurden.
In die Nanotechnologien werden große Hoffnungen gesetzt. Einst nebeneinander forschende Disziplinen wachsen im Zugriff auf die kleinsten Teilchen zusammen und erkennen Gestaltungsmöglichkeiten ungeahnten Ausmaßes. Dieser Zugriff auf kleinste Teilchen erregt in der allgemeinen Öffentlichkeit bislang kaum Aufmerksamkeit. Man befindet sich augenscheinlich in der Phase optimistischer Nutzenerwägungen. Doch es werden auch andere Perspekti ven auf diesen wichtigen, neuen Technologiebereich diskutiert. Der vorliegende Sammelband dokumentiert solche Perspektiven nicht etwa, um Nanotechnologien einer vernichtenden Kritik zu unterziehen, sondern um einen Diskurs anzubahnen, der zum frühest möglichen Zeitpunkt natur- und geisteswissenschaftliche Kompetenzen auf einander zu beziehen und auf diese Weise zu einer gesellschaftlich konsensfähigen Gestaltung der Anwendungen zu gelangen.
Die Beiträge wurden 2007 im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Klausurwochen am Institut TTN in München erstellt, die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurden.

Autoren des Bandes in der Reihenfolge ihrer Beiträge: Roger J. Busch , Anton Lerf, Irene Brüske-Hohlfeld, Jürgen Altman, Michael Bruch, Gerhard Schmid, Michael Steinfeldt, Antje Heuer, Arianna Ferrari, Andreas Woyke, Julia Inthorn, Lorenz Kampschulte, Silke Domasch, Michael Zschiesche, Katharina Zöller, Jacqueline Luce, Joachim Scholderer

1;Inhalt;6
2;Nano(bio)technologie im öffentlichen Diskurs;8
3;Nano-Bio-Technologie. Eine Revolution? - Ansichten eines Chemikers;21
4;Nanobiotechnologie aus medizinischer Sicht;44
5;Militärische Nutzung der Nanotechnik - Gefahren, vorbeugende Begrenzungen und internationale Sicherheit;49
6;Möglichkeiten und Risiken der Nanotechnologien;61
7;Nanotechnologie und Qualitätssicherung;67
8;Nano(bio)technologie im interdisziplinären Diskurs - Erkenntnisse aus der prospektiven Technikbewertung von Nanotechnologien und Ansätze zu deren Gestaltung;73
9;Überflüssig oder Überfällig? Die Risikoregulierung auf dem Gebiet der Nanopartikel;94
10;Über Leitbilder der Nanobiotechnologien und Schwierigkeiten der Risikobewertung;108
11;Konkrete Risiken der Nanotechnologie im größeren Kontext - wissenschaftsgeschichtliche, wissenschaftsphilosophische und ethische Perspektiven;141
12;Kommunikation unter Unsicherheit - Ethische Aspekte der Risikokommunikation im Bereich Nanotechnologie;167
13;Nano-Kommunikation - Strategien zur Förderung einer realistischen öffentlichen Wahrnehmung der Nanotechnologie;180
14;Zwischen Wissenschaftskommunikation und Meinungsbild Überlegungen zur Verbraucherkonferenz: Nanotechnologie;193
15;Nanotechnologien in Medizin und Gesundheitswesen - Chancen und Risiken im Diskurs mit jungen Erwachsenen (Jugendforen Nanomedizin);211
16;Questions of Scale: Situating Bio in Scientists' Narratives of Nanoscience and Nanotechnology;234
17;Steht uns eine gesellschaftliche Stigmatisierung der Nanotechnologie bevor? Lehren aus der Biotechnologiedebatte;249
18;Die Autorinnen und Autoren;268
19;TTN-Akzente;270

Zum Problemfeld (Seite 7)

"Die Assekuranz ist besorgt", konstatierte die Swiss Re in ihrer Studie zur Risikowahrnehmung, die sie 2004 unter dem Titel 'Nanotechnologie: Kleine Teile - große Zukunft?' veröffentlichte. (Swiss Re 2004) Ausdrücklich hob der Schweizer Versicherungskonzern hervor, dass diese Besorgnis keine Folge neuer Schadenszenarien ist, deren Kalkulation zum Alltagsgeschäft jeder Versicherung gehört. Das spezifische Problem der Nanotechnologie identifiziert die Studie vielmehr in der prinzipiellen Unabschätzbarkeit möglicher Schadenspotenziale, womit diese Technologie zur risikotechnischen Kategorie der "revolutionären Entwicklung" (i.U. zur Kategorie evolutionärer Entwicklungen) zu rechnen sei.1 Zu diesem Ergebnis kommt die Swiss Re interessanterweise nicht erst aufgrund der Selbstorganisationsprozesse von Molekülen auf der Nano-Ebene, die ihrer Ansicht nach "noch immer in die Science-Fiction-Welt gehören " (Ebd., 8), sondern im Hinblick auf Produkte, die bereits kommerziell erhältlich sind oder in naher Zukunft (bis 2020) im Markt eingeführt sein werden. In ihrer Studie zur Risikoperzeption konzentriert sich die Expertenstudie deshalb vor allem auf das Gebiet der Nanopartikelherstellung und Materialentwicklung, die sie im Hinblick auf die potenziellen Auswirkungen für Mensch und Umwelt beschreibt. Doch um deren Potenziale insbesondere im medizinischen Bereich realistischerweise auch ausschöpfen zu können, bedarf es einer toxikologischen Langzeitforschung (Montague 2004, Royal Society &, The Royal Academy Of Engineering 2004), deren (spätere) Ergebnisse freilich immer der Fortschrittsdynamik nanotechnologischer Forschung hinterherhinken werden. In dieser Situation einer Ungleichzeitigkeit von Risikokalkül und anwendungsorientierter Technologieentwicklung wird der Erfolg dieser Forschung deshalb entscheidend von der Kultur der Risikokommunikation abhängen: "Sicher ist, dass die Nanotechnologie über kurz oder lang zum Public Issue wird.

Erscheint lt. Verlag 7.11.2008
Reihe/Serie TTN-Akzente ; 19
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 390 g
Einbandart Paperback
Themenwelt Geisteswissenschaften Philosophie Philosophie der Neuzeit
Schlagworte Biotechnologie • Biotechnologiedebatte • HC/Philosophie/20., 21. Jahrhundert • Nanoscience • Nanotechnologie • Qualitätssicherung • Risikoanalyse • Risikokommunikation • Technikfolgenabschätzung • Verbraucherkonferenz • Werktechnnik • Wissenschaftskommunikation • Wissenschaftsphilosophie
ISBN-10 3-8316-0847-4 / 3831608474
ISBN-13 978-3-8316-0847-8 / 9783831608478
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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