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Willy H. Schlieker

Aufstieg und Fall eines Unternehmers (1914-1980)
Buch | Hardcover
204 Seiten
2008
De Gruyter (Verlag)
978-3-05-004477-4 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Willy H. Schlieker - Richard H. Tilly
CHF 159,95 inkl. MwSt
Willy H. Schlieker gilt als eine der schillerndsten Unternehmerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit. Geboren 1914 als Sohn eines Hamburger Werftarbeiters, hat er die entscheidenden Schritte seines sozialen Aufstiegs in der NS-Zeit genommen. Schon in der Aufrüstungsphase gegen Ende der 1930er Jahre etablierte er sich im Eisen- und Stahlhandel. 1948 legte er mit dem Kauf eines ehemaligen schlesischen Eisenhandelsunternehmens den ersten Baustein seines zukünftigen Industriekonzerns. Bis Mitte der 1950er Jahre war er aufgrund seiner forschen und teilweise geradezu erfinderischen (und riskanten) Handelsgeschäfte mehrfacher Millionär geworden und stand an der Spitze seines diversifizierten Großunternehmens. Bis Anfang der 1960er Jahre hatte er die modernste Werft Deutschlands aufgebaut und in den Mittelpunkt seines Imperiums gesetzt. Finanzierungs- und Liquiditätsprobleme holten das Unternehmen jedoch 1962 ein: Der Zusammenbruch des Schlieker-Konzerns zählt zu den interessantesten und umstrittensten Fällen in der Geschichte von Unternehmenskrisen in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1960 und 2002.

1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Abkürzungsverzeichnis;8
3;Tabellenverzeichnis;10
4;Abbildungsverzeichnis;12
5;Vorwort;14
6;Einleitung;18
7;Kapitel 1: Jugend in der Wirtschaftskrise;26
8;Kapitel 2: Im Zweiten Weltkrieg;34
9;Kapitel 3: Kriegsende und frühe Anpassungsversuche;58
9.1;3.1. Die Wirtschaftslage in den ersten Nachkriegsjahren;58
9.2;3.2. Erste Anfänge: Der "Fall" Schlieker;62
9.3;3.3. Wendepunkt 1948;76
9.4;3.4. Exkurs: Die "Liberty Ship" Episode;93
10;Kapitel 4: Auf- und Ausbau eines Großunternehmens;98
10.1;4.1. Das "Wirtschaftswunder" der 1950er Jahre;98
10.2;4.2. Erste Aufbauversuche;107
10.3;4.3. Werft und Schiffbau - ein neues Zentrum des Konzerns;124
10.4;4.4. Werft und Konzern auf dem Höhepunkt;128
11;Kapitel 5: Krise und Zusammenbruch;138
11.1;5.1. Die Krise;138
11.2;5.2. Konkurs und Vergleich;149
11.3;5.3. Lehren des Zusammenbruchs;156
12;Kapitel 6: Schliekers Wirtschaftsleben nach Krise und Zwangsvergleich;174
13;Kapitel 7: Resümee;182
13.1;7.1. Die Sicht Schliekers;182
13.2;7.2. Der Unternehmer und sein Umfeld;188
14;Quellenverzeichnis;196
15;Literaturverzeichnis;198
16;Personenverzeichnis;204

"Tilly [verknüpft] den beruflichen Werdegang Schliekers geschickt mit der Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte der Bundesrepublik [...] und [stellt] grundsätzliche Überlegungen zu den Faktoren unternehmerischen Erfolgs bzw. Misserfolgs an [...]. Werner Bührer in: Archiv und Wirtschaft, 43 (2010) 3

Kapitel 2: Im Zweiten Weltkrieg (S. 33-34)

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1939 hatte weitere Beschränkungen des deutschen Außenhandels zur Folge, die sich stärker auswirkten als die seit 1936 obwaltenden Aufrüstungsbemühungen und Autarkiebestrebungen des NS-Staates. Obwohl die Siege der ersten Kriegsjahre der deutschen Wirtschaft einen Zugang zu den Ressourcen der besetzten Gebiete verschafften, war deren Ausnutzung an spezielle Bedingungen geknüpft. Für Schlieker schien jedenfalls der Kriegsbeginn ein Anlass, dem Außenhandelsgeschäft den Rücken zu kehren und zum damals größten Industriekonzern Deutschlands, den Vereinigten Stahlwerken (VSt), zu wechseln. Bald hatte er hier eine wichtige Stelle als Rohstoffkaufmann inne. Über seine Tätigkeit in dieser Position geben die Quellen nur wenig Aufschluß, aber schon 1941 scheint er dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der VSt, Walter Rohland, positiv aufgefallen zu sein. Rohland inzwischen als Rüstungsexperte bekannt, der später stellvertretender Vorsitzender der Reichsvereinigung für Eisen (RvE) und Leiter des "Panzer-Ausschusses" werden würde - war als Mitglied des "Industrierats" des Vierjahresplans tätig.

Hier stand er vor dem Problem, einen die Rüstungsproduktion störenden Engpass bei Nichteisen-Metallen beseitigen zu müssen.47 Für Rohland lag die Ursache des Engpasses im Verhalten der Verbraucher. Seiner Einschätzung nach forderten sie überhöhte Mengen an, um das Benötigte zu sichern. Von ihren Auftraggebern bekamen sie die dafür erforderlichen Kontingenten-Bescheinigungen. Das Problem lag aber weniger im Produktionsumfang als in der Zuteilung, wofür besonders Görings Luftwaffe - die verständlicherweise im Vierjahresplan immer bevorzugt wurde - verantwortlich gemacht wurde. Im Interesse eines wirtschaftlichen Rohstoffmanagements galt es also, die "Legierungszuteilung" in Ordnung zu bringen. Rohland beschrieb die Lösung, die dieser Erkenntnis folgte.

Erscheint lt. Verlag 18.8.2008
Reihe/Serie Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. Beihefte ; 14
Zusatzinfo 23 b/w ill.
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Maße 170 x 240 mm
Gewicht 545 g
Themenwelt Geschichte Teilgebiete der Geschichte Wirtschaftsgeschichte
Schlagworte 1960er • 1960er Jahre • Biografisch • Biographie • Bund • Bundesrepublik Deutschland • Business & Economics • BUSINESS & ECONOMICS, Industries, General • Coal Trade • Coal trade, Germany • Deutsch • Deutschland • Entrepreneurship • Entrepreneurship-Ansatz • fällen • Finanzierung • General • Genom • Germany • Geschichte • Global • Handelsgeschäfte • History • Hoff • Imperium • Industrie • Industries • Kant • Kauf • Konzern • Krieg • Liquidität • Marx • Miscellaneous • Nachkriegszeit • NS-Zeit • Persönlichkeit • Phase • Republik • Rüstung • Schiffbau • Schlieker, Willy H • Schlieker, Willy H. • Sohn • Stahl • Steel industry and trade • Steel industry and trade, Germany • Testen • Unternehmen • Unternehmer • Wirtschaftsgeschichte
ISBN-10 3-05-004477-2 / 3050044772
ISBN-13 978-3-05-004477-4 / 9783050044774
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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