Von der Eigenkirche zum Volkseigenen Betrieb: Erwin Jacobi (1884-1965)
Arbeits-, Staats- und Kirchenrecht zwischen Kaiserreich und DDR
2021
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-160393-8 (ISBN)
Mohr Siebeck (Hersteller)
978-3-16-160393-8 (ISBN)
Erwin Jacobi (1884-1965) war einer der bekanntesten Vertreter der Disziplinen Öffentliches Recht und Arbeitsrecht in der Weimarer Republik. 1933 verlor er aus rassistischen Gründen seinen Lehrstuhl. Ab 1946 konnte er wieder in Leipzig lehren und mußte als Senior der Fakultät die sozialistische Umgestaltung der Universität miterleben. Martin Otto legt die erste wissenschaftliche Biographie des Arbeits-, Staats und Kirchenrechtlers vor.
Martin Otto legt mit seinem Buch die erste wissenschaftliche Biographie des Arbeits-, Staats- und Kirchenrechtlers Erwin Jacobi vor. Jacobi gehörte zu den Pionieren der Arbeitsrechtswissenschaft in der Weimarer Republik. Als Staatsrechtler war er gemeinsam mit Carl Schmitt als großzügiger Interpret der Diktaturkompetenz des Reichspräsidenten bekannt geworden ("Schmitt-Jacobische Formel"). Entsprechend vertrat er 1932 gemeinsam mit Carl Schmitt die Regierung von Papen vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich im sogenannten "Preußenschlagverfahren". Auf Jacobis Veröffentlichungen der Weimarer Zeit gehen der bis heute gebräuchliche arbeitsrechtliche Betriebsbegriff und der Terminus "Verfassungsdurchbrechung" zurück. 1933 aus rassischen Gründen von der Universität Leipzig entfernt, gehörte er nach 1945 zu den ersten Professoren der neubegründeten Juristenfakultät. In der DDR als "fortschrittlicher Bürgerlicher" geduldet, versuchte er nach Möglichkeit, die wissenschaftliche Autonomie der Universität zu wahren, durchschaute aber immer mehr die Widersprüchlichkeiten der DDR-Wissenschaftspolitik. Aufgrund seiner Prominenz besaß er eine gewisse Autonomie, die es ihm erlaubte, auch unbequeme Dinge (Wahlrecht und Situation der Kirchen im Ostblock) anzusprechen, auch Westkontakte und - reisen waren ihm möglich. Die Bespitzelung durch die Staatssicherheit und ein teilweises Verbot von Schriften verhinderte dies nicht. Das Buch verbindet die Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland im 20. Jahrhundert mit der Wissenschaftsgeschichte der DDR. Martin Otto has written the first scholarly biography of Erwin Jacobi. Jacobi, who was educated in ecclesiastical law, was not only one of the founders of modern labor law, he was also a respected teacher of constitutional law in the Weimar period and, together with Carl Schmitt, participated in the dispute on methodology. In 1933 he was dismissed by the National Socialists and in 1946 he returned to the University of Leipzig, with which he remained associated for the rest of his life. The author looks into Jacob's private and public life and also investigates the network of the most significant political scandal in which Jacobi was involved (Prussia versus Reich, 1932). He also describes the struggle for the autonomy of the university and of jurisprudence in the early GDR.
Martin Otto legt mit seinem Buch die erste wissenschaftliche Biographie des Arbeits-, Staats- und Kirchenrechtlers Erwin Jacobi vor. Jacobi gehörte zu den Pionieren der Arbeitsrechtswissenschaft in der Weimarer Republik. Als Staatsrechtler war er gemeinsam mit Carl Schmitt als großzügiger Interpret der Diktaturkompetenz des Reichspräsidenten bekannt geworden ("Schmitt-Jacobische Formel"). Entsprechend vertrat er 1932 gemeinsam mit Carl Schmitt die Regierung von Papen vor dem Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich im sogenannten "Preußenschlagverfahren". Auf Jacobis Veröffentlichungen der Weimarer Zeit gehen der bis heute gebräuchliche arbeitsrechtliche Betriebsbegriff und der Terminus "Verfassungsdurchbrechung" zurück. 1933 aus rassischen Gründen von der Universität Leipzig entfernt, gehörte er nach 1945 zu den ersten Professoren der neubegründeten Juristenfakultät. In der DDR als "fortschrittlicher Bürgerlicher" geduldet, versuchte er nach Möglichkeit, die wissenschaftliche Autonomie der Universität zu wahren, durchschaute aber immer mehr die Widersprüchlichkeiten der DDR-Wissenschaftspolitik. Aufgrund seiner Prominenz besaß er eine gewisse Autonomie, die es ihm erlaubte, auch unbequeme Dinge (Wahlrecht und Situation der Kirchen im Ostblock) anzusprechen, auch Westkontakte und - reisen waren ihm möglich. Die Bespitzelung durch die Staatssicherheit und ein teilweises Verbot von Schriften verhinderte dies nicht. Das Buch verbindet die Geschichte des öffentlichen Rechts in Deutschland im 20. Jahrhundert mit der Wissenschaftsgeschichte der DDR. Martin Otto has written the first scholarly biography of Erwin Jacobi. Jacobi, who was educated in ecclesiastical law, was not only one of the founders of modern labor law, he was also a respected teacher of constitutional law in the Weimar period and, together with Carl Schmitt, participated in the dispute on methodology. In 1933 he was dismissed by the National Socialists and in 1946 he returned to the University of Leipzig, with which he remained associated for the rest of his life. The author looks into Jacob's private and public life and also investigates the network of the most significant political scandal in which Jacobi was involved (Prussia versus Reich, 1932). He also describes the struggle for the autonomy of the university and of jurisprudence in the early GDR.
ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Privatrechtsgeschichte sowie Handels- und Gesellschaftsrecht der FernUniversität in Hagen.
| Erscheint lt. Verlag | 10.11.2021 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Beiträge zur Rechtsgeschichte des 20. Jahrhunderts |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geschichte ► Teilgebiete der Geschichte ► Militärgeschichte |
| Recht / Steuern ► Öffentliches Recht | |
| Recht / Steuern ► Rechtsgeschichte | |
| Schlagworte | Arbeitsrecht • Kirchenrecht • Neueste Geschi • Öffentliches Recht • Rechtsgeschichte |
| ISBN-10 | 3-16-160393-1 / 3161603931 |
| ISBN-13 | 978-3-16-160393-8 / 9783161603938 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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