Jüdische Hagiographie im mittelalterlichen Aschkenas
Seiten
2006
Mohr Siebeck (Verlag)
978-3-16-148575-6 (ISBN)
Mohr Siebeck (Verlag)
978-3-16-148575-6 (ISBN)
Lucia Raspe untersucht eine Reihe hagiographisch stilisierter Erzählungen über die großen Gestalten des mittelalterlichen deutschen Judentums. Sie zeigt, daß die Anknüpfung traditioneller Erzählstoffe an bestimmte historische Figuren einer primär literarischen Dynamik geschuldet ist, in der Martyrologie, Historiographie, Literaturgeschichte, Familienüberlieferung und das stets zwiespältige Beispiel der christlichen Heiligenlegende sämtlich eine Rolle spielten.
Ein Corpus hagiographisch stilisierter Erzählungen über die großen Gelehrten des mittelalterlichen Aschkenas wird am Ausgang des 16. Jahrhunderts fast gleichzeitig in zwei einflußreichen Druckwerken greifbar, dem hebräischen Schalschelet haqabbala und dem jiddischen Mayse Bukh. Lucia Raspe verfolgt vier solcher Erzählungen, in denen sich die beiden Überlieferungskreise berühren, in die handschriftliche und die dahinter zu vermutende mündliche Überlieferung zurück, sie fragt nach dem eigentlichen Erzählanlaß und dem Kontext der ersten Niederschrift. Auf einer breiten Textgrundlage kann sie zeigen, daß die Anknüpfung traditioneller Erzählstoffe an bestimmte historische - oder als historisch aufgefaßte - Figuren einer primär literarischen Dynamik geschuldet ist, in der Martyrologie, Historiographie, Literaturgeschichte, Familienüberlieferung und das stets zwiespältige Beispiel der christlichen Heiligenlegende sämtlich eine Rolle spielten. Gleichzeitig lassen die stark lokal geprägten Texte ahnen, wie sich die hagiographische Überlieferung innerhalb der jeweiligen Gemeinden in Ansätzen lokaler jüdischer Heiligenverehrung niedergeschlagen haben könnte.
Ein Corpus hagiographisch stilisierter Erzählungen über die großen Gelehrten des mittelalterlichen Aschkenas wird am Ausgang des 16. Jahrhunderts fast gleichzeitig in zwei einflußreichen Druckwerken greifbar, dem hebräischen Schalschelet haqabbala und dem jiddischen Mayse Bukh. Lucia Raspe verfolgt vier solcher Erzählungen, in denen sich die beiden Überlieferungskreise berühren, in die handschriftliche und die dahinter zu vermutende mündliche Überlieferung zurück, sie fragt nach dem eigentlichen Erzählanlaß und dem Kontext der ersten Niederschrift. Auf einer breiten Textgrundlage kann sie zeigen, daß die Anknüpfung traditioneller Erzählstoffe an bestimmte historische - oder als historisch aufgefaßte - Figuren einer primär literarischen Dynamik geschuldet ist, in der Martyrologie, Historiographie, Literaturgeschichte, Familienüberlieferung und das stets zwiespältige Beispiel der christlichen Heiligenlegende sämtlich eine Rolle spielten. Gleichzeitig lassen die stark lokal geprägten Texte ahnen, wie sich die hagiographische Überlieferung innerhalb der jeweiligen Gemeinden in Ansätzen lokaler jüdischer Heiligenverehrung niedergeschlagen haben könnte.
Geboren 1965; Studium der Judaistik und der Nordamerikastudien in Tübingen, Chapel Hill (North Carolina), Berlin und Jerusalem; 2003 Promotion; wissenschaftliche Assistentin am Seminar für Judaistik an der Universität Frankfurt/Main.
| Erscheint lt. Verlag | 11.5.2006 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Texts and Studies in Medieval and Early Modern Judaism |
| Verlagsort | Tübingen |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 164 x 246 mm |
| Gewicht | 755 g |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Religion / Theologie ► Judentum |
| Geisteswissenschaften ► Sprach- / Literaturwissenschaft ► Literaturwissenschaft | |
| Schlagworte | Aschkenas • HC/Religion/Theologie/Judentum • Heilige • Heilige / Hagiografie • Judaistik • Mittelalter |
| ISBN-10 | 3-16-148575-0 / 3161485750 |
| ISBN-13 | 978-3-16-148575-6 / 9783161485756 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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