Machet gut, Schwatte!
Geschichten zum Abschied von unserer Kohle
Seiten
2017
|
1. Auflage
Henselowsky u. Boschmann (Verlag)
978-3-942094-69-6 (ISBN)
Henselowsky u. Boschmann (Verlag)
978-3-942094-69-6 (ISBN)
2018 ist Schicht im Schacht. Mit dem Bergbau im Ruhrgebiet, mit dem Schwarzen Gold, mit unserer Kohle. Zum Abschied sagen 16 Autorinnen und Autoren "Machet gut, Schwatte", mit Geschichten rund um Hausbrand und Grubenwehr, Kohlekajal und Kohlenklau, Zeche Hugo und Ernst Kuzorra, Dauerbrenner und unvergängliche Fußabdrücke, Brikett in Zeitungspapier, Deputat und Grubenluft, eine Halde namens Hilde und Täubchen, die Hänschen hießen, Pfeilerholz und Pittermesser sowie einen felligen Brötchenbelag. Mit vielen Abschiedsfotos rund um unseren Liebling von Friedhelm Wessel.
Mein Großvater, der einst aus dem Saarland ins Ruhrgebiet kam, erklärte mir sehr früh den Bergbau. Opa August malochte nämlich, nachdem er einen schweren Unfall erlitten hatte, in Osterfeld auf der Zeche Jacobi als Anschläger am Schacht. Er war für das Be- und Entladen des Förderkorbes zuständig und hatte die Aufsicht bei der Seilfahrt der Kumpel. Ein verantwortungsvoller Posten. Damals, als Opa August den Weg ins Revier fand, gab es etwa 170 Zechen, auf denen rund 350000 Kumpel einfuhren. Mit Opa August ging ich als „Köttel“ manchmal auf Tour, wenn ich ihn vom Pütt abgeholt hatte. Irgendwann, es war der Tag der Arbeit und Opa hatte keine Schicht, zog es uns bis nach Bottrop-Fuhlenbrock. Er zeigte mir in einem kleinen Birkenwäldchen eine große runde Metallplatte. „Hier entsteht demnächst eine neue Zeche. Unter dieser Platte befindet sich der tiefe Schacht. Hier wird das Schwarze Gold irgendwann ans Tageslicht kommen.“ Später sollten hier sein Sohn, mein Onkel Hermann und mein Vetter Werner einfahren. Als Opa August 1958 seine letzte Schicht auf Jacobi verfuhr, meinte er nur: „So, ab heute ist Schicht im Schacht.“ Mit dieser Aussage konnte ich damals noch nichts anfangen. Heute schon, und vermutlich werde ich 2018 hautnah dabei sein, wenn nach 1000 Jahren Bergbau im Ruhrrevier die letzte Schicht verfahren wird und es bei uns im Pott unwiederbringlich heißen wird: „Machet gut, Schwatte.“ (Friedhelm Wessel)
Mein Großvater, der einst aus dem Saarland ins Ruhrgebiet kam, erklärte mir sehr früh den Bergbau. Opa August malochte nämlich, nachdem er einen schweren Unfall erlitten hatte, in Osterfeld auf der Zeche Jacobi als Anschläger am Schacht. Er war für das Be- und Entladen des Förderkorbes zuständig und hatte die Aufsicht bei der Seilfahrt der Kumpel. Ein verantwortungsvoller Posten. Damals, als Opa August den Weg ins Revier fand, gab es etwa 170 Zechen, auf denen rund 350000 Kumpel einfuhren. Mit Opa August ging ich als „Köttel“ manchmal auf Tour, wenn ich ihn vom Pütt abgeholt hatte. Irgendwann, es war der Tag der Arbeit und Opa hatte keine Schicht, zog es uns bis nach Bottrop-Fuhlenbrock. Er zeigte mir in einem kleinen Birkenwäldchen eine große runde Metallplatte. „Hier entsteht demnächst eine neue Zeche. Unter dieser Platte befindet sich der tiefe Schacht. Hier wird das Schwarze Gold irgendwann ans Tageslicht kommen.“ Später sollten hier sein Sohn, mein Onkel Hermann und mein Vetter Werner einfahren. Als Opa August 1958 seine letzte Schicht auf Jacobi verfuhr, meinte er nur: „So, ab heute ist Schicht im Schacht.“ Mit dieser Aussage konnte ich damals noch nichts anfangen. Heute schon, und vermutlich werde ich 2018 hautnah dabei sein, wenn nach 1000 Jahren Bergbau im Ruhrrevier die letzte Schicht verfahren wird und es bei uns im Pott unwiederbringlich heißen wird: „Machet gut, Schwatte.“ (Friedhelm Wessel)
Friedhelm Wessel, Jahrgang 1944, verbrachte seine Kindheit und Jugend zwischen der Jacobi-Siedlung in Oberhausen und dem Dichterviertel in Herne. Eigentlich sollte er Ingenieur werden, entschied sich aber schließlich 1970 für den Journalismus. Zunächst als Freier zwischen Mülheim und Dortmund, dann ab 1973 als Redakteur in Gelsenkirchen und Bottrop. 2007 ging er in den Ruhestand und erkundet seitdem als Autor die Geschichte und Geschichten des Ruhrgebiets.
| Erscheinungsdatum | 18.08.2017 |
|---|---|
| Zusatzinfo | Wunderschöne Fotos von Friedhelm Wessel |
| Verlagsort | Bottrop |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 170 x 250 mm |
| Gewicht | 300 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Literatur ► Anthologien |
| Geschichte ► Allgemeine Geschichte ► Zeitgeschichte | |
| Schlagworte | Bergbau • Bergbau; Bericht/Erinnerung • Kohle • Ruhrgebiet • Ruhrgebiet; Geschichten • Zechen |
| ISBN-10 | 3-942094-69-X / 394209469X |
| ISBN-13 | 978-3-942094-69-6 / 9783942094696 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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