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Europäische Zivilgesellschaft in Ost und West -

Europäische Zivilgesellschaft in Ost und West

Begriff, Geschichte, Chancen
Buch | Softcover
275 Seiten
2000
Campus (Verlag)
978-3-593-36581-7 (ISBN)
CHF 48,95 inkl. MwSt
"Zivilgesellschaft" - Begriffsgeschichte und Wirklichkeit in europäischer Perspektive
Ob im Feuilleton, in der intellektuell-politischen Debatte oder im Wissenschafts-Diskurs - der Begriff der "Zivilgesellschaft" hat Hochkonjunktur und gerät offenbar zum Modewort. Demgegenüber dient dieser Band einer genaueren Klärung des Begriffs. Er erprobt seinen Gebrauch für europäisch vergleichende, historische Forschung und seine Tauglichkeit für die Beurteilung aktueller Herausforderungen.

Der Band ging aus der Konferenz zum Thema "Europäische Zivilgesellschaft" des Zentrums für Vergleichende Geschichte Europas (ZVGE) hervor. Dessen Forschungsziel ist die neuartige Verbindung der Geschichte Westeuropas und der Geschichte Osteuropas. Dabei geht es um Themen wie Öffentlichkeit, Nationsbildung, Bürgertum, Lokalität und zentrale Kontrolle - all dies als Probleme der europäischen Geschichte seit der Aufklärung.
Der Begriff "Zivilgesellschaft" dient diesen Forschungssynthesen- und projek ten als Fluchtpunkt.

Ganz allgemein gesagt bedeutet "Zivilgesellschaft" einen Entwurf menschlichen Zusammenlebens, der in der Aufklärung entstand. Er beinhaltet die Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt, Toleranz, Selbständigkeit, Leistung als Kriterium für ökonomisches und soziales Kapital, Engagement für das allgemeine Wohl und ein hohes Maß an gesellschaftlicher Selbstorganisation. "Zivilgesellschaft" wird mitdefiniert durch ein distanziertes Verhältnis zum Staat. Sie verlangt die Einhaltung von Menschen- und Bürgerrechten, der Grundsätze des Rechts- und Verfassungsstaats sowie hohe Partizipationschancen.

Der Band ist in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil werden die Etappen der begrifflichen Debatte diskutiert. Jürgen Kocka beschreibt darin die Zivilgesellschaft als historisches Problem und Versprechen, Klaus von Beyme untersucht Karriere und Leistung des Begriffs, Karen Hagemann fragt nach der "Bürgergesellschaft" in geschlechtergeschichtlichen Perspektive und Chris Hann widmet sich dem Begriff in ethnologischer Sicht.

Im zweiten Teil geht es um die Realisierungen von "Zivilgesellschaft". Manfred Hildemeier untersucht Russland, Holm Sundhausen die Balkanländer, Jan Kren die tschechische Demokratie, Ivaylo Znepolski behandelt Bäuerliche Kultur und Bürgerliche Gesellschaft, Ton Nijhuis vergleicht das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft in den Niederlanden und in Deutschland, und Hartmut Kaelble untersucht schließlich Demokratie und europäische Integration seit 1950.

Manfred Hildermeier ist Professor i.R. für Osteuropäische Geschichte an der Universität Göttingen.

Jürgren Kocka war von 1973 bis 1988 Professor für Allgemeine Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Sozialgeschichte an der Universität Bielefeld und von 1988 bis 2009 Professor für die Geschichte der industriellen Welt an der FU Berlin.

Christoph Conrad lehrte von 2002 bis 2022 als Professor für Neueste Geschichte an der Universität Genf.

Vorwort

Etappen der begrifflichen Debatte

Jürgen Kocka
Zivilgesellschaft als historisches Problem und Versprechen

Klaus von Beyme
Zivilgesellschaft - Karriere und Leistung eines Modebegriffs

Karen Hagemann
Familie - Staat - Nation: Das aufklärerische Projekt der "Bürgergesellschaft" in geschlechtergeschichtlicher Perspektive

Chris Hann
Zivilgesellschaft oder Citizenship? Skeptische Überlegungen eines Ethnologen

Die Landkarte der Realisierungen

Manfred Hildermeier
Rußland oder Wie weit kam die Zivilgesellschaft?

Holm Sundhaussen
Chancen und Grenzen zivilgesellschaftlichen Wandels:
Die Balkanländer 1830-1940 als historisches Labor

Jan Kren
Die Tradition der tschechischen Demokratie

Ivaylo Znepolski
Bäuerliche Kultur und Bürgerliche Gesellschaft

Ton Nijhuis
So nah - so fern: Das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft in den Niederlanden im Vergleich zu Deutschland

Hartmut Kaelble
Demokratie und europäische Integration seit 1950

Zu den Autorinnen und Autoren

Erscheint lt. Verlag 15.11.2000
Verlagsort Weinheim
Sprache deutsch
Maße 150 x 212 mm
Gewicht 360 g
Themenwelt Geschichte Allgemeine Geschichte Zeitgeschichte
Schlagworte Bürgerliche Gesellschaft • Demokratie • Europa • Europa; Politik/Zeitgeschichte • Europa/Politische Theorie • Europa /Politische Theorie, Geschichtsschreibung • Geschichtsschreibung • HC/Geschichte/Zeitgeschichte (1945 bis 1989) • Politische Theorie • Staatsbürger • Zivilgesellschaft
ISBN-10 3-593-36581-2 / 3593365812
ISBN-13 978-3-593-36581-7 / 9783593365817
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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