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Prophetie und Gericht (eBook)

Der Judasbrief als Zeugnis urchristlicher Prophetie. E-BOOK
eBook Download: PDF
2009 | 1. Auflage
416 Seiten
Vandenhoeck & Ruprecht Unipress (Verlag)
978-3-89971-642-9 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Prophetie und Gericht -  Christian Blumenthal
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In dieser Studie werden die Gerichtsaussagen des Judasbriefes eingehend auf ihren Inhalt, ihre Funktion und ihren Anspruch im Textganzen untersucht. Ausgehend von einer detaillierten Analyse der Struktur des Judasbriefes und einer Untersuchung der Kommunikationssituation kann der Streitpunkt zwischen dem Briefschreiber und seinen Gegnern bestimmt werden: Es geht um das Festhalten bzw. die Ablehnung des Parusieglaubens. In der um diesen Glauben kreisenden Auseinandersetzung, in welcher der Autor nicht weniger als die Identität seiner Gemeinde auf dem Spiel stehen sieht, spricht er dann in Hinordnung auf die für ihn zentrale Erwartung des universalen Endgerichts (Jud 14-15) verschiedene Strafgerichtsankündigungen über seine Gegner aus. Fragt man weiter nach dem Anspruch dieser Ankündigungen, so tritt im Vergleich mit den einschlägigen Aussagen zur urchristlichen Prophetie bei Paulus und mit der Prophetie der Offenbarung die prophetische Dimension des Judasbriefes zu Tage: Der Brief erweist sich so als Zeugnis der urchristlichen Prophetie.

Christian Blumenthal, geboren 1979, Studium der Katholischen Theologie und der Sprachen des christlichen Orients (vornehmlich Koptisch, Armenisch und Syrisch) an der Universität Bonn und am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom, 2006 Diakonenweihe, 2007 Priesterweihe, ab 2007 eingesetzt als Kaplan an St. Cornelius in Viersen-Dülken (Niederrhein). Seit 2021 ist er Professor für Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

Christian Blumenthal, geboren 1979, Studium der Katholischen Theologie und der Sprachen des christlichen Orients (vornehmlich Koptisch, Armenisch und Syrisch) an der Universität Bonn und am Päpstlichen Bibelinstitut in Rom, 2006 Diakonenweihe, 2007 Priesterweihe, ab 2007 eingesetzt als Kaplan an St. Cornelius in Viersen-Dülken (Niederrhein). Seit 2021 ist er Professor für Neues Testament an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn.

Inhalt 9
Vorwort 17
Vorbemerkungen 19
Einleitung: Zu Ansatz und Fragestellung der Arbeit aus forschungsgeschichtlicher Perspektive 21
E.I Der Einstieg: Jud als Midrasch zum Thema Gericht – Ellis’ Gattungsbestimmung als Anknüpfungspunkt 21
E.II Zum Stand der Erforschung der urchristlichen Prophetie 28
E.III Differenzierung im Bereich der Gerichtsvorstellungen 40
E.IV Zu Ansatz und Fragestellung der Arbeit 44
E.V Aufbauplan der vorliegenden Studie 46
E.Z Bevor es losgehen kann ... – Anmerkungen zur literarischen Integrität und textkritische Erwägungen 49
A. Gliederung und Analyse des Textaufbaus 57
A.I Vorüberlegungen und Hinführung unter forschungsgeschichtlicher Perspektive 57
A.II Erste Gliederung des Jud anhand sprachlich-formaler Merkmale 59
A.III Jud als Brief – Gliederung anhand brieftypischer Formelemente 73
A.IV Die Analyse der Textkomposition des Judasbriefes 117
A.Z. Die Gegner als Leugner der Parusie Jesu Christi zum Gericht 150
B Analyse der Gerichtsaussagen 179
B.I Abgrenzung des semantischen Feldes 179
B.II Detailanalyse der Gerichtsaussagen in briefchronologischer Reihenfolge 183
B.III Die Person des Richters – Theologie und Christologie des Judasbriefes 228
B.IV Schlussreflexion des zweiten Hauptteils 248
B.Z Funktionsbestimmung der Gerichtsaussagen im Horizont von Ethos und Identität 255
C. Die prophetische Dimension der Gerichtsankündigungen 277
C.I Hinführung und Problemanzeige 277
C.II Bestimmung des Ausgangspunktes 278
C.III Erster Zugang: Jud 4–19 als prophetische Unheilsankündigung – Der formkritische Ansatz 280
C.IV Der notwendige zweite Zugang: Der Weg über die prophetische Erkenntnis 304
C.V Geistbesitz und Rückbindung an das überlieferte Glaubensgut 348
C.Z Prophetische Unheilsankündigung in Jud und Offb – ein Vergleich mit dem Sendschreiben an die Gemeinde in Thyatira 365
D. Zusammenfassung und Schlussreflexion 373
Abkürzungsverzeichnis 379
Quellen und Literatur 380
A. Quellentexte 380
B. Hilfsmittel (Wörterbücher, Grammatiken, Konkordanzen, Lexika) 387
C. Kommentare zum Judasbrief 389
D. Literatur zum Judasbrief (ausgenommen Kommentare) 390
E. Sekundärliteratur (außer Kommentaren und Spezialliteratur zum Judasbrief) 392
Register 411

"C. Die prophetische Dimension der Gerichtsankündigungen (S. 275-276)

C.I Hinführung und Problemanzeige

Im letzten großen Hauptteil dieser Studie ist eine Frage ins Zentrum zu rücken, deren Beantwortung für das Verständnis der Gerichtsaussagen weit reichende Folgen hat und die bis zu diesem Zeitpunkt noch offen geblieben ist: Welchen Anspruch hat Judas mit seinen Gerichtsaussagen und vor allem mit den gegen seine Gegner gerichteten, ausdrücklichen Strafgerichtsankündigungen verbunden? Oder genauer formuliert: Lassen sich im Brief Anhaltspunkte ausfindig machen, die auf einen spezifischen Anspruch auf Judas’ Seite schließen lassen? Vergegenwärtigen wir uns vorab: Unstrittig ist, dass die (Straf-)Gerichtserwartungen für Judas nicht bloße rhetorische Argumentationsmittel sind, als stünde dahinter keine realistische Erwartung.

Vielmehr bringt er damit seine Überzeugung und seinen Glauben zum Ausdruck, dass Jesus Christus am Ende der Tage wiederkommen wird, um als Richterkyrios einen Gerichtsprozess gegen alle Menschen anzustrengen und die ¢sebe‹j zu überführen und entsprechend zu verurteilen.

Gilt dies für Judas’ allgemeinen Erwartungshorizont (Parusie zum Endgericht), ist zugespitzt auf den Anspruch der Ankündigung der endgerichtlichen Verurteilung der Gegner in V.4 zu fragen: Was verbindet Judas mit seiner Proklamation: ›Die Gegner sind die seit langem bereits definitiv und unumstößlich Verurteilten!‹? Steht diese Ankündigung in einer inneren Relation zum erwarteten Gerichtshandeln des Kyrios im Endgericht, d.h. verleiht Judas seiner Überzeugung Ausdruck, dass seine Proklamation der endgerichtlichen Verurteilung der Gegner die Entscheidung des Kyrios im Endgericht gleichsam antizipiert?

Dieser Fragestellung nachzugehen, ist umso drängender, wenn man bedenkt, dass Judas in V.9 den Erzengel Michael ausdrücklichen feststellen lässt, dass der Kyrios allein richten und strafen darf, dann aber zugleich ein Urteil über seine Gegner ausspricht. C.II Bestimmung des Ausgangspunktes Einen wegweisenden Anhaltspunkt für die Beantwortung des in C.I. skizzierten Fragenkomplexes hinsichtlich eines bestimmten Anspruch auf Judas’ Seite hält eine textimmanente Beobachtung bereit, die beim Stichwort proef»teusen in der Zitateinleitung in V.14a ansetzt: Denn dadurch zeigt Judas an, dass er die zentrale Gerichtsaussage seines Briefes als Prophezeiung begreift und sie auch so von seinen Adressaten verstanden wissen will.

Auf dieser Spur scheint auch der unter konzentrischem Gliederungsfokus im Mittelpunkt stehende V.11 zu liegen, der die Form eine prophetischen Weherufes aufweist und zu Überlegungen herausfordert, ob Judas nicht mit einem prophetischem Anspruch – an dieser Stelle aber auch in V.4 – seinen Gegnern die endgerichtliche Verurteilung proklamiert."

Erscheint lt. Verlag 29.4.2009
Reihe/Serie Bonner Biblische Beiträge
Bonner Biblische Beiträge
Mitarbeit Herausgeber (Serie): Frank-Lothar Hossfeld, Rudolf Hoppe
Verlagsort Göttingen
Sprache deutsch
Themenwelt Geisteswissenschaften Religion / Theologie
Schlagworte Exegese • Judasbrief • Jüngstes Gericht • Prophetie • Theologie/Christentum
ISBN-10 3-89971-642-6 / 3899716426
ISBN-13 978-3-89971-642-9 / 9783899716429
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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