Ausbildungsfähigkeit im Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Politik und Praxis (eBook)
VII, 245 Seiten
VS Verlag für Sozialwissenschaften
978-3-531-90839-7 (ISBN)
Prof. Dr. Elisabeth Schlemmer ist Direktorin des Zentrums für Sekundarbildung und Ausbildungsfähigkeit der Pädagogischen Hochschule Weingarten.
Prof. Dr. Herbert Gerstberger ist stellv. Direktor des Zentrums für Sekundarbildung und Ausbildungsfähigkeit der Pädagogischen Hochschule Weingarten.
Prof. Dr. Elisabeth Schlemmer ist Direktorin des Zentrums für Sekundarbildung und Ausbildungsfähigkeit der Pädagogischen Hochschule Weingarten. Prof. Dr. Herbert Gerstberger ist stellv. Direktor des Zentrums für Sekundarbildung und Ausbildungsfähigkeit der Pädagogischen Hochschule Weingarten.
Inhalt 5
Vorwort 9
Was ist Ausbildungsfähigkeit? Versuch einer bildungstheoretischen Einordnung 13
Zusammenfassung 13
1 Einleitung 13
2 Die bildungssoziologische Dimension von Ausbildungsfähigkeit 14
3 Die erziehungswissenschaftliche Dimension von Ausbildungsfähigkeit 18
4 Die didaktische Dimension von Ausbildungsfähigkeit 27
5 Fazit 30
Literatur 31
Globalisierung, wachsende Unsicherheit und der Wandel der Arbeitsmarktsituation von Berufsanfängern in modernen Gesellschaften 35
Zusammenfassung 35
1 Einleitung 35
2 Globalisierung und wachsende Unsicherheit in modernen Gesellschaften 37
3 Globalisierung und der Umgang mit wachsender Unsicherheit auf der individuellen Ebene 40
4 Filterung des Globalisierungsprozesses durch länderspezifische Institutionen 42
5 Mobilitätsmechanismen im Globalisierungsprozess 43
6 Die Veränderung der Arbeitsmarktsituation der Berufsanfänger im Globalisierungsprozess – Empirische Ergebnisse des GLOBALIFE Projekts 49
Literatur 54
Statuspassagen junger Frauen zwischen Schule und Berufsausbildung im interkulturellen Vergleich 55
Zusammenfassung 55
1 Einleitung 55
2 Die Berufsfindung junger Frauen – eine Frage der Aneignung und Verwertung von Bildung 57
3 Statuspassagen junger Frauen zwischen Schule und Berufsausbildung – Ergebnisse einer interkulturell vergleichenden Untersuchung5 60
4 Schlussdiskussion: Voraussetzungen für Ein- und Ausstiege auf dem Weg in die berufliche Bildung 65
Literatur 66
Ausbildungsfähigkeit – ein pädagogisches Problem? 69
Zusammenfassung 69
1 Einleitung 69
2 Ausbildungsfähigkeit – ein kurzer Blick auf die Kompetenzforschung 71
3 Die Thüringer Studie „Ausbildungsfähigkeit von Regel- und Berufsschülern“ 77
4 Kritik und Perspektiven 82
Literatur 88
Die Sekundarstufe I im Spiegel der empirischen Bildungsforschung: Schulleistungsentwicklung, Kompetenzniveaus und die Aussagekraft von Schulnoten 91
Zusammenfassung 91
1 Einleitung 91
2 Schulleistungsentwicklung unter einer historischen Perspektive 92
3 Leistungszuwachs im Laufe der Sekundarstufe I 97
4 Schulnoten, Schulleistungsniveau und Ausbildungserfolg 99
5 Ausblick 104
Literatur 104
Vom Begriff der Eignung zum Begriff der Ausbildungsreife – ein pragmatischer Vorschlag 109
Zusammenfassung 109
1 Vorbemerkung 109
2 Berufliche Eignung 111
3 Zum Verständnis von Ausbildungsreife 121
4 Unterschiedliche Anforderungen als Bezugsrahmen für Prognosen in der praktischen Beratungs- und Vermittlungsarbeit 124
5 Der Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife – Anmerkungen zu seiner Verwendung 126
Literatur 129
Reife, Fähigkeit oder Kompetenz? Über die pädagogisch- didaktische Bedeutung von Leitbegriffen im Arbeits- und Berufsfindungsprozess 131
Zusammenfassung 131
1 Einführung 131
2 Die Leitbegriffe des Expertenkreises 132
3 Leitbegriff Ausbildungsfähigkeit 136
4 Leitbegriff: Arbeits- und Berufsfindungskompetenz1 137
5 Von der Kompetenzfacette zum Kompetenzmodell 139
6 Der Einbezug der Domäne 144
Bildungsstandards Stufe I: Informationen zur Arbeitswelt und zur Berufsfindung wahrnehmen, verstehen und wiedergeben 144
Bildungsstandards Stufe II: Bewerten und Beurteilen von Informationen und Gegebenheiten zur Arbeitswelt und zur Arbeits- und Berufsfindung 144
Bildungsstandards Stufe III: Berufsfindungsentscheidungen anhand definierter Prioritäten treffen und begründete Handlungen vollziehen 145
Bildungsstandards Stufe IV: Eigenständiges Analysieren, Synthetisieren und Gestalten komplexer, die Arbeitswelt und die Berufsfindung betreffender Prozesse 146
Literatur 146
Weitere Internetquellen 147
Defizite in der Berufsvorbereitung – Was ist ein gelingender Übergang von der Schule in den Beruf? 149
Zusammenfassung 149
1 Die Herausbildung des Berufswunsches als biographischer Prozess 149
2 Das Dilemma der Schule: Allgemeine Bildung und Individualisierung – neue Chancen in der Berufswahlvorbereitung 152
3 Berufswahl und Ausbildungsbeginn als sozialökologischer Übergang 154
4 Sozialtechnologische Steuerung oder Förderung biographischer Übergänge? 156
5 Was sich abspielt: Die Abstimmung von (Berufs-)Welt- und Selbsterfahrung – und was erforderlich ist 157
Literatur 158
Ausbildungsfähigkeit und Lebenslanges Lernen unter biographischer und sozialisationstheoretischer Perspektive 161
Zusammenfassung 161
1 Einführung 161
2 Die Beteiligung an Beruflicher Weiterbildung 162
3 Einstellungen zu Informellem Lernen 170
4 Diskussion 172
Literatur 172
Ausbildung von argumentativ-logischen Fähigkeiten 175
Zusammenfassung 175
1 Einleitung 175
2 Rekonstruktion argumentativer Fähigkeiten 176
3 Die Ebenen der Rekonstruktion 178
4 Methodisches Vorgehen an einem Beispiel 181
5 Ergebnisse der Untersuchung 185
6 Die Bedeutung der Logik für die Deutschdidaktik 187
7 Fazit 188
Literatur 188
Kompetenzen im Lesen und Schreiben von Hauptschülerinnen und Hauptschülern für die Ausbildung – eine Befragung von Handwerksmeistern 191
Zusammenfassung 191
1 Fragestellung und Einordnung 191
2 Untersuchungsanlage 192
3 Ergebnisse 195
4 Relevante Qualifikationen für die Einstellung 201
5 Ergebnisse und Schlussfolgerungen 202
Literatur 205
Aspekte der Interdisziplinarität im naturwissenschaftlichen Unterricht und mögliche Effekte auf Ausbildung und Beruf 207
Zusammenfassung 207
1 Einleitung 207
2 Interdisziplinarität und der Fächerverbund Naturwissenschaftliches Arbeiten 208
3 Reflexivität und der Fächerverbund Naturwissenschaftliches Arbeiten 211
4 Transversalität und mögliche Konkretisierungen 214
5 Ästhetische Produktion und Präsentation auf der Basis mathematischer und naturwissenschaftlicher Inhalte 219
6 Effekte auf Ausbildung und Beruf 223
Literatur 224
Mathematikunterricht im Spannungsfeld zwischen Fertigkeiten und Kompetenzen 227
Zusammenfassung 227
1 Routinen sind wichtig 227
2 Routinen sind hilfreich 228
3 Routinen sind gefährlich 228
4 Routinen werden neu bewertet 229
5 Routinen werden auf neuen Wegen geübt 230
6 Fazit 231
Literatur 231
Wirksamkeit von Lernarrangements in der kaufmännischen Erstausbildung – Zur Bedeutung von Vorwissen und Bildungsabschlüssen 233
Zusammenfassung 233
1 Zur Diskussion um „Ausbildungsfähigkeit“ 233
2 Zur Wirkung von Selektionsmechanismen an der ersten Schwelle 235
3 Prozessanalysen Selbstorganisierten Lernens 235
4 Fazit 245
Literatur 246
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren 249
Was ist Ausbildungsfähigkeit? Versuch einer bildungstheoretischen Einordnung (S. 13)
Elisabeth Schlemmer
Zusammenfassung
Der Artikel bietet eine Einleitung in den Reader und versucht über eine bildungstheoretische Einordnung in bildungssoziologische, erziehungswissenschaftliche und didaktische Dimensionen die Beiträge zu würdigen. Ausbildungsfähigkeit wird anhand von acht Thesen als Bildungskategorie abgehandelt: Globalisierung als makrosoziologische Bedingung, gesellschaftliche Partizipationschancen, Anschlussfähigkeit von Bildungsprozessen im Übergang Schule/Arbeitswelt, Defizitperspektive vs. bildungswissenschaftliche Definition von Ausbildungsfähigkeit bezogen auf die Ebenen der Lernenden und der Institutionen, Interstrukturalität und Interdisziplinarität von Ausbildungsfähigkeit sowie die Forderung nach Schulreform durch Vernetzung von allgemeiner und beruflicher Bildung.
1 Einleitung
Die Schule hat die Aufgabe, die nachwachsende Generation für eine gelingende Partizipation an der Gesellschaft zu bilden und zu erziehen. Sie hat dabei auch auf die Arbeitswelt und deren Qualifikationsanforderungen vorzubereiten. Im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt entfalten sich das Potenzial der Allgemeinen Bildung und die in der Schule erworbenen Kompetenzen je nach
1. gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und deren Stabilität bzw. Wandel, sowie je nach Geschlecht, sozialer und nationaler Herkunft,
2. pädagogischen Konstrukten der Schulen (Schulart und Didaktik),
3. individuellen Interessen, Motivation und Leistungsfähigkeit sowie nach 4. deren Nachfrage bzw. Akzeptanz aufgrund betrieblicher Anforderungen.
Diese Bildungsaspekte werden in der öffentlichen und der wissenschaftlichen Diskussion in Verbindung gesetzt zu Ausbildungsfähigkeit. Sie stellen die basalen Einflussfaktoren für die Berufswahl und den Erfolg bei der Suche nach ei- nem Ausbildungsplatz dar. Im Folgenden werden diese Faktoren systematisch abgehandelt und kritisch in Abgrenzung gegen ideologische Vorstellungen von Ausbildungsfähigkeit diskutiert.
2 Die bildungssoziologische Dimension von Ausbildungsfähigkeit
Die Globalisierung führt zu einem Wandel der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Bildungsprozesse. Prozesse der Globalisierung wirken sich nicht nur auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt, sondern auch auf – dem Arbeitsmarkt vorgelagerte – national organisierte Institutionen und in Folge dessen auf individuelle Lebens- und Erwerbsverläufe aus (Blossfeld i.d.B.). Blossfeld (ebd.) legt dar, dass Institutionen und Sozialstrukturen einer Nation einerseits eng verwoben sind und eine länderspezifische Komplementarität bilden.
Dazu gehört in Deutschland auch die spezifisch bildungspolitische Relation der allgemeinen und beruflichen Bildungsinstitutionen. Die duale Berufsausbildung in Deutschland organisiert den Übergang von der Schule in den Beruf über eine institutionelle „Brücke zwischen Ausbildung und Betrieb, damit die Qualifikationen gesichert, „planmäßiger verlaufen.
Die Stärke der dualen Ausbildung liegt zum einen darin, dass durch die betriebliche Ausbildung Nähe zum Betrieb bzw. „Industrienähe erreicht wird und durch die parallele schulische Ausbildung zugleich die individuelle Mobilität beim Betriebswechsel aufgrund der erworbenen Berufsqualifikation erleichtert wird.
Im internationalen Vergleich geht die duale Ausbildung aufgrund dieser engen Koppelung von Ausbildungsabschluss und Berufschance, wie Blossfeld (i.d.B.) feststellt, jedoch mit einer geringeren beruflichen Mobilität einher.
Die Ausbildung durch das Training „on-the-job führt hingegen zu einer rascheren Heranführung an neu entstehende, zukunfstorientierte Berufstätigkeit, bei jedoch geringerer „sozialer Sicherheit im Karriereverlauf, wie Blossfeld empirisch nachweist.
Die Globalisierung bedingt folglich, dass sich die verschiedenen nationalen Berufsbildungssysteme nach Maßgabe der Inklusionsgeschwindigkeit von jungen Menschen in expandierende Wirtschaftssektoren bzw. in (neue) Berufe resp. (partiell nur noch!) berufliche Tätigkeiten. D.h. auch die im dualen Bildungssystem erworbenen Berufsqualifikationen sind in Bezug auf zukünftige, sich schnell wandelnde betriebliche Nutzbarkeit zu überprüfen.
| Erscheint lt. Verlag | 5.2.2008 |
|---|---|
| Zusatzinfo | VII, 245 S. |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Bildungstheorie | |
| Sozialwissenschaften ► Pädagogik ► Schulpädagogik / Grundschule | |
| Sozialwissenschaften ► Politik / Verwaltung | |
| Schlagworte | berufliche Bildung • Bildung • Bildungsprozess • Bildungsprozesse • Chancengleichheit • Didaktik • Erziehung • Erziehungswissenschaft • Gesellschaft • Globalisierung • Kompetenz • Learning and Instruction • Migration • Pädagogik • Wirtschaftspädagogik |
| ISBN-10 | 3-531-90839-1 / 3531908391 |
| ISBN-13 | 978-3-531-90839-7 / 9783531908397 |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
DRM: Digitales Wasserzeichen
Dieses eBook enthält ein digitales Wasserzeichen und ist damit für Sie personalisiert. Bei einer missbräuchlichen Weitergabe des eBooks an Dritte ist eine Rückverfolgung an die Quelle möglich.
Dateiformat: PDF (Portable Document Format)
Mit einem festen Seitenlayout eignet sich die PDF besonders für Fachbücher mit Spalten, Tabellen und Abbildungen. Eine PDF kann auf fast allen Geräten angezeigt werden, ist aber für kleine Displays (Smartphone, eReader) nur eingeschränkt geeignet.
Systemvoraussetzungen:
PC/Mac: Mit einem PC oder Mac können Sie dieses eBook lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. den Adobe Reader oder Adobe Digital Editions.
eReader: Dieses eBook kann mit (fast) allen eBook-Readern gelesen werden. Mit dem amazon-Kindle ist es aber nicht kompatibel.
Smartphone/Tablet: Egal ob Apple oder Android, dieses eBook können Sie lesen. Sie benötigen dafür einen PDF-Viewer - z.B. die kostenlose Adobe Digital Editions-App.
Buying eBooks from abroad
For tax law reasons we can sell eBooks just within Germany and Switzerland. Regrettably we cannot fulfill eBook-orders from other countries.
aus dem Bereich