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Helmina von Chézy. Leben und Kunst in Paris seit Napoleon I.

Bénédicte Savoy (Herausgeber)

Buch | Hardcover
XXIV, 768 Seiten
2009
De Gruyter (Verlag)
978-3-05-004628-0 (ISBN)

Lese- und Medienproben

Helmina von Chézy. Leben und Kunst in Paris seit Napoleon I. -
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Die junge Berlinerin Helmina von Hastfer (1783-1856), geborene Klencke, reist 1801 nach Paris, um als Journalistin aus dem politischen und kulturellen Zentrum Europas zu berichten. In einer Zeit, in der die Reiseliteratur boomt und der Bedarf an Information aus fernen Metropolen groß ist, wird sie bald Mitarbeiterin der von Friedrich Schlegel herausgegebenen Zeitschrift Europa, verfasst Beiträge für deutsche Zeitschriften wie Eunomia oder London und Paris und gibt von 1803 1804 die Französischen Miscellen für Johann Friedrich Cotta heraus. Das Werk Leben und Kunst in Paris seit Napoleon dem Ersten (zweibändig 1805 und 1807 publiziert) ist das Resümee der ersten Jahre ihrer journalistischen und schriftstellerischen Tätigkeit in der französischen Hauptstadt. Chézy schildert darin zahlreiche Besuche in privaten und öffentlichen Kunstsammlungen und Museen, zu denen sie aufgrund ihrer guten Verbindungen zur französischen Gesellschaft Zugang hatte.

Neben Berichten über das Musée Napoléon, kaiserliche Schlösser wie Malmaison oder das gerade eingerichtete St. Cloud, die Gemäldesammlung Lucien Bonapartes, die Industrie-Ausstellung von 1806 oder die Porzellanmanufaktur in Sèvres finden sich Schilderungen von Napoleons Reisen nach Köln und Boulogne oder über den Besuch von Papst Pius VII. in Paris. Anekdoten, Briefe und Gedichte, die Chézy während ihres Aufenthaltes in Paris verfasste, Übersetzungen arabischer und persischer Gedichte ihres zweiten Ehemannes, des Orientalisten Antoine Léonard de Chézy, sowie Übersetzungen altfranzösischer Gedichte ergänzen die Schilderungen. In der vorliegende Publikation wird das in Vergessenheit geratene und nur schwer zugängliche Werk, dessen Themenvielfalt und Ausführlichkeit einzigartig unter den Berichten über Paris aus der Zeit um 1800 ist, erstmals seit seinem Erscheinen wieder veröffentlicht und durch einen ausführlichen Kommentar erschlossen.

Als die achtzehnjährige Berlinerin Helmina von Chézy im Jahre 1801 in Paris eintrifft, hat die Absicherung ihres Lebensunterhalts höchste Priorität. So etabliert sie sich rasch als kompetente Journalistin, verfasst für deutsche Blätter, darunter Schlegels Europa, unzählige Beiträge über das quirlige Leben in der französischen Hauptstadt, befreundet sich dabei mit allen, die in Paris den kulturellen Ton angeben, bis sie 1804 beschließt, das große zusammenhängende Buch zu schreiben: Leben und Kunst in Paris seit Napoleon I. Dieses Werk, erschienen in Weimar in den bewegten Jahren 1805/07, erzählt aus der Perspektive und mit dem jugendlichen Ernst einer Anfang zwanzigjährigen Deutschen eine aufregende Geschichte von ästhetischem Suchen und Finden in den gigantischen, aus ganz Europa nach Paris zusammengebrachten Sammlungen im Louvre, der Nationalbibliothek und den kaiserlichen Schlössern. Es gibt Einblicke in die junge Malerszene der napoleonischen Jahre, formuliert gewagte Überlegungen zur Stellung von Frauen, Müttern und armen Leuten im post-revolutionären Frankreich, begeistert sich für mittelalterliche und orientalische Dichtung … Chézys jugendliches Werk ist die bedeutendste Quelle in deutscher Sprache über das kulturelle Leben in Paris um 1800, das einzigartige Porträt einer neuen Hauptstadt des öffentlichen Wissens und der freien Kunstwahrnehmung. Nach zweihundert Jahren wird dieses gewaltige Buch hier nun mit ausführlichen Kommentaren dem Leser und der Forschung wieder zugänglich gemacht. Kommentiert von Mara Bittner, David Blankenstein, Lisa Hackmann, René Hartmann, Matthias Heuser, Sophie Jung, Eva-Maria Knels, Malte Lohmann, Nadine Ott, Philippa Sissis, Nina Struckmeyer.

Bénédicte Savoy; Studium der Germanistik in Paris; seit April 2009 Professorin am Institut für Geschichte und Kunstgeschichte der TU Berlin.

1;Inhaltsverzeichnis;6
2;Vorwort;10
3;Editorische Notiz;25
4;Leben und Kunst in Paris seit Napoleon dem Ersten;26
4.1;Erster Theil 1805;28
4.1.1;Zueignung an Vivant Denon;30
4.1.2;Einleitung;32
4.1.3;I. Kaiserliche Schlösser;36
4.1.4;II. Der Kaiser in Boulogne ( Aus einem Briefe von V. D.);50
4.1.5;III. Der Kaiser in Kölln 1803;54
4.1.6;IV. Der Mameluck Rustan;58
4.1.7;V. Schilderung der Französinnen Madame F. Recamier und F. Beauharnois ( Brief an Adelaide in Berlin);60
4.1.8;VI. Sommerabende auf dem Lande;70
4.1.9;VII. Die Kunstausstellung 1804 ( Aus einem Briefe an Dorothea);88
4.1.10;VIII. Klagen der Maria Stuart um ihren Gemahl Franz ( Aus dem Alt- Französischen);98
4.1.11;IX. Lied des Gerhart von Nevers von seiner Eurianthe;108
4.1.12;X. Klagelied der Fürstin Eglantina um Gerhart;109
4.1.13;XI. Sonnet Justinens von dem schlafenden Ritter im Walde;110
4.1.14;XII. Die Imperial- Bibliothek ( Historische Notiz);112
4.1.15;XIII. Die Manuscripten-Bibliothek;118
4.1.16;XIV. Etwas über die Mythologie der Indianer ( Aus Indischen Sanskrit- Manuscripten der I. Bibliothek ausgezogen);136
4.1.17;XV. Das Kupferstich-Kabinet bei der Imperial- Bibliothek;140
4.1.18;XVI. Pius der Siebente in Paris;142
4.1.19;XVII. Kunstkabinette in Privathäusern;144
4.1.20;XVIII. Gemäldegallerie im Pallast des Luxembourg;156
4.1.21;XIX. Das Musäum Napoleon ( An Fräulein Wilhelmine v. Knebel in Berlin);166
4.1.22;XX. Die Antiken-Gallerie;186
4.2;Zweiter Theil 1806;188
4.2.1;I. Das Museum Napoleon ( Fortsetzung von Nr. XIX des 1sten Theils);190
4.2.2;II. Zeichnungs-Saal;238
4.2.3;III. Erinnerungen aus den ersten Jahren meines hiesigen Aufenthalts;248
4.2.4;IV. Über Theater in Paris, in Betracht ihres Verhältnisses mit der Gesellschaft;260
4.2.5;V. Neigung des Volkes zu Theater und Kunstgegenständen;268
4.2.6;VI. Architektur-Museum von Dufourny;270
4.2.7;VII. Kupferstich-Kabinet der Kaiserlichen Bibliothek;274
4.2.8;VIII. Frühlings- Hymne der Liebe Nach dem Altfranzösischen der Clotilde;292
4.2.9;IX. Persische Manuscripte der Kaiserlichen Bibliothek von A. L. Chezy ( Fortsetzung von S. 155 des 1sten Theils dieses Werks);294
4.2.10;X. Manuscripte Arabischer, Persischer und Türkischer Historiker auf der Kaiserlichen Bibliothek;320
4.2.11;XI. Poesien nach alten Gallischen Versen ( Aus den Manuscripten der Imperial- Bibliothek);332
4.2.12;XII. Das Cabinet der Medaillen und Antiken der Kaiserlichen Bibliothek;348
4.2.13;XIII. Versuch einer Übersicht der neuen französischen Schule;358
4.2.14;XIV. Versuch über Volksleben und Charakter in Paris;394
4.2.15;XV. Sentimentale Phantasieen;402
4.2.16;XVI. Sevres;410
4.2.17;XVII. Die Industrie- Ausstellung Im Palais du corps Legislatif 1806;416
5;Kommentar 1. Teil;440
6;Kommentar 2. Teil;578
7;Bibliographie;732
8;Namensregister;756
9;Autorinnen und Autoren;790
10;Danksagung;792
11;Abbildungsnachweis;793

"Im Kontext eines journalistischen Schreibens über Paris ist Chézys Publikation ein herausragendes Beispiel dafür, dass trotz der damals vermuteten Schwerfälligkeit des Buchmarkts das Thema für eine größere Veröffentlichung tragfähig war, nicht nur das Zeitschriftenformat füllte. [...] Zweifellos ist die kommentierte Neuausgabe [...] für Kunsthistoriker wie auch für alle, die sich mit dem deutsch-französischen Kulturtransfer um 1800 beschäftigen, außerordentlich bedeutsam." Jochen Strobel in: sehepunkte, 10 (2010) 7/8 "Für den Kunsthistoriker ist [Chézys] Werk eine Fundgrube und eine aufregende Chronik des Kunst-Geschmacks jener Zeit; für den gebildeten Leser bietet sie einen einzigartigen Einblick in die Zeit des Empire als aufblühende Kunstlandschaft. Um sich in ihrem Werk, das eine überwältigende Fülle von Material bietet, zurecht zu finden, hat die Herausgeberin durch eine Gruppe ihrer Berliner Studenten [...] einen vorzüglichen Kommentar von 300 Seiten erarbeiten lassen, der immer dann Orientierung gibt, wenn man als Leser von den Fakten schier erschlagen wird. Das Werk ist eine Rarität, frei von allen Konventionen und erfrischend ungezügelt, verglichen mit den vielen Deutschen, die zu dieser Zeit dem Bann von Paris erlegen waren." Lerke von Saalfeld in: Die Welt, 14. November 2009 "Alles, was die Autorin sieht, und alles, was sie anekdotisch erzählt, ist in dieser Neuausgabe kommentiert: Orte, Akteure, Institutionen, Ereignisse. So wird der politische Kontext diser Berichte aus dem Empire greifbar." Lothar Müller in: Süddeutsche Zeitung, 25. September 2009

Erscheint lt. Verlag 8.7.2009
Verlagsort Berlin/Boston
Sprache deutsch
Maße 150 x 240 mm
Gewicht 1290 g
Themenwelt Kunst / Musik / Theater Kunstgeschichte / Kunststile
Geisteswissenschaften Geschichte Regional- / Ländergeschichte
Geschichte Teilgebiete der Geschichte Kulturgeschichte
Schlagworte 1800; Geistes-/Kultur-Geschichte • ART • Arts, general • Chézy, Helmina • EMA11 • Europa • Frankreich • Geschichte • Geschichte 1801-1807 • Heilige • Heß • Kultur • Künste • Kunstgeschichte • Mittelalter • Museums • Napoleon Bonaparte • Ostseeraum • Paris • Paris; Berichte/Erinnerungen • Paris (France) • Quelle • Revolution • Wahrnehmung
ISBN-10 3-05-004628-7 / 3050046287
ISBN-13 978-3-05-004628-0 / 9783050046280
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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