Der große Finanzbetrug (eBook)
210 Seiten
Books on Demand (Verlag)
978-3-8192-4104-8 (ISBN)
Jörns Bühner beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Strukturen von Geld, Macht und gesellschaftlicher Transformation. Als kritischer Beobachter der Finanzwelt und leidenschaftlicher Aufklärer analysiert er wirtschaftliche Entwicklungen nicht nur ökonomisch, sondern auch politisch, historisch und kulturell. Sein viel beachtete Buch -Die Fiat-Falle- wurde zu einem wichtigen Impulsgeber für eine neue Generation von Lesern, die wirtschaftliche Mündigkeit und finanzielle Selbstverantwortung als Schlüssel zur Freiheit begreifen. Mit -Der große Finanzbetrug- setzt Bühner seinen Weg konsequent fort, investigativ, analytisch und verständlich. Seine Texte stoßen Debatten an, fördern Selbstdenken und motivieren zu bewussten Entscheidungen in einer Zeit des Umbruchs. Jörns Bühner schreibt unabhängig und erreicht mit seinen Arbeiten ein stetig wachsendes Publikum, das Fragen hat, nach Antworten sucht, sowie faktische Aufklärung und Klartext schätzt.
Kapitel 2
Die große Umstellung Was hinter den digitalen Zentralbankwährungen wirklich steckt
„Wenn du die Macht über das Geld veränderst, veränderst du nicht das Geld, du veränderst die Gesellschaft.“
Friedrich Dürrenmatt (frei interpretiert)
Alles beginnt mit einem Wort, das harmlos klingt. Digital. Es steht für Fortschritt, für Technik, für Effizienz. Für das Neue, das Unvermeidliche. Wenn eine Zentralbank davon spricht, ein digitales Zahlungsmittel einzuführen, denkt kaum jemand an Überwachung oder an Enteignung. Auch nicht an Programmierung menschlichen Verhaltens.
Es klingt doch eher nach Innovation. Und niemand will sich Innovation in den Weg stellen. Wer das tut, ist schnell der Ewiggestrige, der Fortschrittsverweigerer, der, der einfach nicht versteht, „wie die Welt heute funktioniert“.
Doch genau da beginnt die Irreführung. Denn digitale Zentralbankwährungen – oder CBDCs, wie sie global genannt werden (Central Bank Digital Currencies) – sind kein technisches Update. Sie sind kein digitaler Ersatz für Bargeld. Sie sind kein neutraler Entwicklungsschritt in einem ohnehin zunehmend bargeldlosen Zahlungsraum. Sie sind etwas anderes. Etwas Tieferes. Und wenn man es genau betrachtet: Etwas sehr Gefährliches.
Was ist eine digitale Zentralbankwährung überhaupt?
Ganz simpel ausgedrückt: Es handelt sich um digitales Geld, das direkt von einer Zentralbank ausgegeben wird – nicht wie heute über Geschäftsbanken oder Finanzinstitute, sondern direkt.
Die Zentralbank eröffnet quasi ein Konto für jede Bürgerin, jeden Bürger. Oder sie schafft eine digitale Geldform, die in einer staatlich kontrollierten Wallet gehalten wird. Kein Zwischenglied mehr. Kein Bankkonto im klassischen Sinn. Du, dein digitales Geld und die Zentralbank sind direkt verbunden.
Auf den ersten Blick klingt das vielleicht sogar gut. Die Notenbanken betonen: Es wird sicherer. Billiger. Demokratischer. Inklusion, Stabilität, Resilienz – lauter schöne Begriffe, mit denen man in Brüssel oder Frankfurt jedes Projekt glattbügeln kann.
Der digitale Euro zum Beispiel, so verspricht es die Europäische Zentralbank, soll „eine verlässliche Ergänzung zum Bargeld“ sein. Nicht als Ersatz, versteht sich. Natürlich nicht.
Doch wer zwischen den Zeilen liest und wer die Pläne der EZB, der Bank of England, der US-Notenbank Fed oder der chinesischen Zentralbank analysiert – merkt schnell:
Die Ergänzung ist nur die Übergangsform. Die Vorstufe. CBDCs sollen das Herzstück eines neuen Geldsystems bilden. Und dieses System sieht völlig anders aus als das, was wir kennen.
Es beginnt damit, dass Geld nicht mehr nur ein Tauschmittel ist – sondern ein Werkzeug der Steuerung. Und CBDCs machen genau das möglich. Sie sind programmierbar.
Das heißt: Geld kann an Bedingungen geknüpft werden. Es kann festgelegt werden, wofür du es ausgeben darfst – oder wofür nicht. Es kann ein Ablaufdatum haben. Es kann regional begrenzt sein. Es kann an Verhaltensregeln geknüpft werden. Und es kann – wenn du aus Sicht der Zentralbank oder der Politik etwas falsch gemacht hast – einfach deaktiviert werden.
Das ist keine Theorie. Das ist kein Drehbuch für einen Netflix-Thriller. Das ist Stand der technischen Entwicklung. Und es wird längst offen diskutiert – nur nicht in der Tagesschau.
Im Oktober 2023 veröffentlichte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ein Papier mit dem Titel “Central Bank Digital Currencies: A New Tool for Monetary Policy.” Darin wird nicht nur die steuernde Wirkung solcher Währungen als nützlich beschrieben – sie wird explizit als Vorteil genannt. Die Zentralbank könne künftig „gezielte Impulse“ setzen, indem sie Ausgabenverhalten beeinflusst. Was freundlich klingt, ist in Wahrheit eine zentrale Planwirtschaft im modernen Gewand.
Und währenddessen schlafen die Parlamente. Oder schlimmer noch: Sie nicken es ab. In der EU wurde im Frühjahr 2024 die rechtliche Grundlage für den digitalen Euro im Europäischen Parlament mit großer Mehrheit durchgewinkt. Wenige Abgeordnete stellten kritische Fragen.
Die meisten verließen sich auf das, was in den Vermerken stand: Datenschutz, Freiwilligkeit, Parallelbetrieb mit Bargeld. Was sie nicht sagten: All diese Versprechen gelten nur, solange der politische Wille es erlaubt.
Denn eines ist klar: Wer CBDCs einmal einführt, kann die Schraube jederzeit nachziehen. Und wenn das Bargeld bis dahin bereits aus dem Alltag verschwunden ist – wer wird dann noch widersprechen?
Wenn du das erste Mal von einer digitalen Zentralbankwährung hörst, denkst du vielleicht: „Ist das nicht wie Bitcoin, nur staatlich?“ Und genau an dieser Stelle beginnt die große Verwechslung – eine, die nicht zufällig geschieht, sondern mit Absicht befördert wird.
Denn der Eindruck, es handle sich bei einem digitalen Euro oder einem digitalen Dollar um eine Art „staatliche Kryptowährung“, ist eine strategische Täuschung. Sie soll Vertrautheit schaffen, technologische Offenheit suggerieren und dich glauben lassen, du bekommst etwas Modernes, vielleicht sogar Fortschrittliches.
Doch die Wahrheit ist: CBDCs haben mit zum Beispiel mit Bitcoin nichts gemein. Im Gegenteil – sie sind das totale Gegenteil.
Beginnen wir mal mit den Grundlagen. Bitcoin ist ein dezentrales, offenes Netzwerk. Es kennt keine zentrale Instanz, keine Behörde, keine Institution, die über dein Geld entscheidet. Es ist nicht nur digital – es ist ein Code, ein Protokoll, das jedem gehört und von niemandem kontrolliert wird.
Die Anzahl der Bitcoin ist begrenzt. Die Regeln sind transparent. Jeder kann sie prüfen, niemand kann sie heimlich ändern. In dieser Welt gibt es kein Konto, das dir gesperrt wird, kein Algorithmus, der dein Verhalten bewertet, keine Bank, die dir sagt, was du mit deinem Guthaben tun darfst. Bitcoin ist Freiheit in technischer Form – radikal, unbequem, aber konsequent.
CBDCs hingegen sind das genaue Gegenteil. Sie sind zentralisiert, vollständig kontrolliert, staatlich reguliert und technisch manipulierbar. Du hast vielleicht eine App auf deinem Handy, vielleicht sogar eine Wallet – doch der Zugriff auf dein Guthaben liegt nicht mehr bei dir.
Er liegt bei einer Behörde, einer Zentralbank, die per Knopfdruck dein Geld einfrieren, umleiten oder blockieren kann. Und mehr noch: Sie kann Regeln einführen, die dafür sorgen, dass dein Geld gar nicht mehr dir „gehört“, sondern nur noch genutzt werden darf – so, wie es vorgesehen ist.
Ein Beispiel: In einem CBDC-System kann festgelegt werden, dass du eine staatliche Unterstützung – etwa ein Energiegeld oder einen Notfallbonus – nur für bestimmte Produkte ausgeben darfst. Oder nur in bestimmten Regionen. Oder nur in einem bestimmten Zeitraum. Das klingt zunächst logisch. Warum nicht gezielt helfen?
Aber was, wenn diese Steuerung irgendwann ausgeweitet wird? Was, wenn man festlegt, dass du dein ganz normales Geld nur noch für „klimafreundliche“ Produkte nutzen darfst? Oder dass du keine Flugtickets mehr kaufen darfst, wenn dein CO₂-Budget erschöpft ist? Oder dass du dein Geld verlierst, wenn du es zu lange sparst?
All das ist nicht nur möglich – es ist bereits in technischen Machbarkeitsstudien vorgesehen. Die EZB hat in internen Papieren bereits darüber diskutiert, ob der digitale Euro ein Ablaufdatum haben könnte. Auch in China wird der digitale Yuan als Instrument zur Verhaltenslenkung getestet – dort wird er bereits bei ausgewählten Konsumentengruppen zeitlich begrenzt freigegeben, um den Konsum zu stimulieren. Wer nicht rechtzeitig einkauft, verliert das Guthaben.
Das ist keine Hypothese, sondern das ist Realität.
Und nun stell dir vor, du lebst in einem solchen System. Du erhältst deinen Lohn in digitalem Zentralbankgeld. Du kaufst ein, du zahlst Miete, du sparst – alles digital, alles überwachbar, alles jederzeit steuerbar. Was passiert, wenn du einmal aus der Reihe tanzt? Wenn du regierungskritisch bist? Wenn du an einer Demonstration teilnimmst, die plötzlich als „gefährdend“ eingestuft wird? Wird dein Konto eingefroren? Werden deine Transaktionen blockiert? Bist du plötzlich „technisch arbeitsunfähig“?
Die Vorstellung mag extrem wirken, aber sie ist mehr als nur denkbar. Und in einer Welt, in der Datenpolitik zunehmend zur Machtpolitik wird, ist sie immer wahrscheinlicher. Denn wer die Kontrolle über das Geld hat, hat die Kontrolle über das Leben.
CBDCs sind nicht absolut nicht neutral. Sie sind nicht nur Technologie. Sie sind ein politisches Werkzeug – das mächtigste, das ein Staat je besessen hat.
Und während die Öffentlichkeit von „Fintech“, „Blockchain“ und „digitaler Innovation“ spricht, wird im Hintergrund ein System installiert, das mit echter Dezentralität, wie Bitcoin sie bietet, nichts zu tun hat – außer der sprachlichen Nähe, die verschleiern soll, wie grundverschieden diese beiden Ideen...
| Erscheint lt. Verlag | 1.8.2025 |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Finanzierung |
| ISBN-10 | 3-8192-4104-3 / 3819241043 |
| ISBN-13 | 978-3-8192-4104-8 / 9783819241048 |
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