Schumpeters Reithosen
Campus (Verlag)
978-3-593-38159-6 (ISBN)
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Paul Stratherns Geschichte der wichtigsten Wirtschaftstheorien führt den Leser zu faszinierenden Denkern wie Adam Smith, Karl Marx, John Maynard Keynes und Joseph Schumpeter.
Neben Klassikern der Ökonomie begegnet uns aber auch der Mitbewohner da Vincis und Erfinder der doppelten Buchführung: Luca Pacioli. Oder der flüchtige schottische Mörder John Law, der Frankreichs Finanzwelt mit der Einführung des Papiergelds revolutionierte. Und John von Neumann, das düstere Genie, das die Spieltheorie entwickelte, die Wirtschaft und Politik im 20. Jahrhundert prägte.
Paul Strathern ist in Deutschland als Autor populärwissenschaftlicher Bücher bekannt (u.a. Mendelejews Traum, 2000), veröffentlicht aber auch Romane, einige davon preisgekrönt. Er schreibt regelmäßig für den Observer und das Wall Street Journal.
Inhalt
Prolog9
1.Etwas entsteht aus nichts21
2.Der reichste Mann der Welt48
3.Die Zeit vor Adam Smith75
4.Der Gründervater95
5.Französische Optimisten, britische Pessimisten122
6.Schöne neue Welten151
7.Das Lustprinzip176
8.Proletarier aller Länder, vereinigt euch!188
9.Maß für Maß213
10.Moderne Zeiten233
11.Der rechte Mann zur rechten Zeit252
12.Das Spiel, das alle Spiele beendet277
Epilog: Das Spiel geht weiter290
Weiterführende Quellen309
Register311
"Dem Autor gelingt es, Theorien leicht und verständlich zu präsentieren." (Süddeutsche Zeitung)
Schumpeters Reithosen
"Paul Stratherns Buch ist großartig geschrieben." (Die Welt, 18.11.2006)
Schrullige Theoretiker
"Verständlich, amüsant und geistreich." (Der Standard, 21.11.2006)
John Law wurde 1671 als Sohn eines Goldschmieds in Edinburgh geboren. Wie in diesem Gewerbe üblich, offerierte sein Vater auch einfache Bankdienstleistungen, nahm Bargeld entgegen, das die Kunden auf ein Konto einzahlten, und gab Kredite. Die Noten, die die Goldschmiede für die Einlagen ihrer Kunden als Quittungen ausgaben, waren die früheste Form von Papiergeld auf den britischen Inseln, auch wenn es sich nicht um gesetzliche Zahlungsmittel handelte. Das Geschäft florierte, und bald konnte sich Law senior das bescheidene Landgut Lauriston an der Küste westlich der Stadt kaufen. Sein Sohn zeigte in der Schule eine erstaunliche Begabung in Arithmetik, und in den Ferien eignete er sich die Grundkenntnisse des Bankwesens an. Das Zusammenspiel von Mathematik und Geld faszinierte Law, und bald begann er, über diese mächtige Verbindung eigene Gedanken zu entwickeln.
Im Alter von 21 Jahren führte Law in Londons High Society ein angenehmes Leben, ohne für seine kostspieligen Vorlieben - Kleidung und Frauen - eine erkennbare Einkunftsquelle zu haben. Doch machte er sich seine abstrakten mathematisch-monetären Spekulationen praktisch zunutze, indem er seine Gewinnchancen im Glücksspiel blitzschnell vorausberechnete. Aber Laws flotter Lebenswandel nahm schon bald eine abrupte Wende. Seine bisherige Existenz fand damit zwar ihr jähes Ende, doch eröffnete ihm dies die Chance, seine Begabung voll zu entfalten. 1694 wurde er in eine Auseinandersetzung um eine Frau verwickelt und von einem stadtbekannten Lebemann namens Beau Wilson zum Duell gefordert. Wilson bekam bei diesem Zweikampf ein Schwert "in den Bauch" und starb wenig später an den Folgen dieser Verletzung. Law wurde des Mordes beschuldigt, vor Gericht gestellt und in Tyburn zum Tod durch Erhängen verurteilt.
Laws Duell mit Wilson war der Höhepunkt einer raffinierten Int-rige, in die auch Elizabeth Villiers, die Mätresse Karls II., verwickelt war, die Wilson aus dem Weg schaffen wollte. Villiers' Freunde organisierten Laws Flucht aus dem Gefängnis und verbrachten ihn auf ein Schiff in die Niederlande. Er wurde steckbrieflich gesucht und auf seine Ergreifung eine Belohnung ausgesetzt. Der Steckbrief in der London Gazette gab folgende Beschreibung Laws: "Captain John Lawe, Schotte, zuletzt wegen Mordes im King's Bench inhaftiert, 26 Jahre alt, ein hochgewachsener, schlanker Mann, gut gebaut, etwa sechs Fuß groß, mit dicken Pockennarben im Gesicht, einer langen Nase, spricht laut und in einem starken Dialekt." Diese Angaben sind irreführend (vermutlich mit Absicht). Denn Law hatte weder einen militärischen Rang noch ein pockennarbiges Gesicht, und er sprach mit vornehmer Zurückhaltung; aber er war tatsächlich groß, "gut gebaut" und hatte eine markante Nase. Zeitgenossen schildern ihn als einen äußerst gut aussehenden Mann, von angenehmem Charakter, den die Männer mochten und die Frauen ausgesprochen anziehend fanden.
Nach seinen "Lehrjahren" in London war Law somit gezwungen, sich im europäischen Exil durchs Leben zu schlagen. Die Stationen seiner Reisen in den folgenden zehn Jahren verloren sich im Ungefähren, ganz wie Law selbst es wohl gewünscht hatte. Er frequentierte die Spieltische der besseren Gesellschaft von Brüssel, Genf, Genua und Venedig und zog weiter, wenn der Druck seitens
wütender Ehemänner und verärgerter Spieltischpartner allzu groß wurde. Aber Law war mehr als nur ein Vorläufer Casanovas. Sein Leben verlief von nun an nach einem genau berechneten Plan. Er spielte den vom Pech verfolgten Gentleman, den die Aura irgendeiner skandalträchtigen Vergangenheit umgab. Die Damen ließen sich von ihm bezaubern, seine Mitspieler am Kartentisch einlullen. Laws zahllose Verführungen jedoch gehören wohl eher ins Reich der Legende, und seine geradezu unheimliche Fähigkeit, Gewinnchancen zu kalkulieren, machte er sich nur in entscheidenden Situationen zunutze, um seine Gewinne als reine Glückssache erscheinen zu lassen. Er gewann eine be
| Übersetzer | Rita Seuss, Sonja Schuhmacher |
|---|---|
| Sprache | deutsch |
| Maße | 140 x 215 mm |
| Gewicht | 576 g |
| Einbandart | gebunden |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft ► Wirtschaft |
| Wirtschaft | |
| Schlagworte | Friedman, M. • Geschichte • HC/Sachbücher/Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Wirtschaft/Allgemeines, Nachschl • Keynes, John M. • Kulturgeschichte • Law, J. • Marshall, A. • Marx, Karl • Mill, John St. • Neumann, J. von • Owen, R. • Pacioli, L. • Ricardo, D. • Smith, Adam • Wirtschaft • Wirtschaftsgeschichte • Wirtschaftstheorie |
| ISBN-10 | 3-593-38159-1 / 3593381591 |
| ISBN-13 | 978-3-593-38159-6 / 9783593381596 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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