Marken für die Ewigkeit (eBook)
224 Seiten
REDLINE Verlag
978-3-96267-279-9 (ISBN)
Hermann H. Wala ist Inhaber von WALA STRATEGY & BRAND CONSULTANTS. Der gefragte Marketingstratege war lange für das Konzernmarketing von Hubert Burda verantwortlich. Außerdem war er Berater für Gruner + Jahr, BayWa AG, Vodafone, ProSiebenSat1 und Sky. Im Redline Verlag ist von ihm bereits 'Meine Marke' und 'Ich, endlich einzigartig' erschienen.
Hermann H. Wala ist Inhaber von WALA STRATEGY & BRAND CONSULTANTS. Der gefragte Marketingstratege war lange für das Konzernmarketing von Hubert Burda verantwortlich. Außerdem war er Berater für Gruner + Jahr, BayWa AG, Vodafone, ProSiebenSat1 und Sky. Im Redline Verlag ist von ihm bereits "Meine Marke" und "Ich, endlich einzigartig" erschienen.
Einführung – mein Versprechen an Sie
Ich hätte niemals gedacht, dass ich das laute Gelächter der Gäste spätabends auf der Terrasse der Pizzeria direkt gegenüber meiner Wohnung vermissen könnte. Doch in diesen verrückten Tagen ist es so. Seit Wochen herrscht Stille. Mitten im Herzen Münchens. Auf der Maximilianstraße und ihren Nebenstraßen, wo Schickeria, Touristen aus der ganzen Welt, Künstler und Geschäftsleute von früh bis spät aufeinandertreffen und dieses ganz besondere Gefühl in mir erwecken. Ein Gefühl der Heimat. Doch in dieser Zeit ist vieles anders, denn nicht nur mein Stammitaliener hat geschlossen. Die Nobelboutiquen sind zu. Die Kunstgalerien sind zu. Touristengruppen aus China oder den Emiraten fehlen. München steht in dieser Sekunde still – und ist nicht alleine. Die ganze Welt scheint in diesem Augenblick in den Energiesparmodus übergegangen zu sein. Und der Grund ist gerade einmal 160 Nanometer groß, also 0,000016 Zentimeter, und somit nur unter einem Mikroskop erkennbar. SARS-CoV-2, besser bekannt als das Coronavirus.
Ob Sie meine einleitenden Worte in einer Zeit lesen werden, die vergleichbar mit der ist, in der ich sie geschrieben habe? Ich hoffe nicht. Ich wünsche mir, dass wir schnell wieder mehr lachende Gesichter statt Atemschutzmasken auf der Straße und in den Geschäften sehen. Ich wünsche mir, dass mein Italiener schnell wieder seine Terrasse öffnen kann. Ich wünsche mir sogar die Touristengruppen wieder. Aber ich weiß nicht, wann wir wieder in diesen sogenannten »Normalzustand« zurückkehren werden – wenn es diesen Zustand in Zukunft überhaupt noch geben sollte. Ich weiß, das klingt gruselig. Aber genau deshalb schreibe ich dieses Buch. Denn ich will nicht der Nächste sein, der für Schreckensszenarien und Angstmacherei knapp 25 Euro verlangt. Außerdem bin ich kein Arzt, kein Virologe und kein Politiker (zum Glück!), sondern Markenstratege. Und das seit knapp 30 Jahren. Bevor wir beginnen, möchte ich Ihnen deshalb zwei Dinge versprechen.
Versprechen Nummer eins: Ich werde auf das Thema Corona so gut es geht verzichten. Das hier ist kein »Corona-Buch«, die Pandemie ist vielmehr die Initialzündung und der Aufhänger für mich und meinen Verlag, ein Thema zu behandeln, welches jede Pandemie, jede Krise, jeden Wirtschaftscrash oder jeden Krieg überdauert. Der Titel sagt es schon: Es geht um die Ewigkeit. Und sind wir mal ehrlich: Wir möchten, dass das Buch sich auch noch in zehn Jahren verkauft...
Versprechen Nummer zwei: Es wird um Marken gehen – mein Herzensthema. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich dabei pragmatisch vorgehe. Ich nehme den Titel Marken für die Ewigkeit ernst. Nachdem Sie das Buch gelesen haben, sollen Sie das Handwerkszeug haben, mit Ihrer Marke in jeder Zeit Menschen zu berühren, begeistern und bewegen.
Warum dieses Buch nicht morgen entstehen durfte
Vor fast genau zehn Jahren schrieb ich den Best- und Longseller Meine Marke. Elf Auflagen und sogar eine Übersetzung für den chinesischen Markt später bin ich überzeugt, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt für dieses neue Buch ist. »Neu«, weil es keine verkappte zwölfte Auflage im neuen Gewand ist, sondern einen Schritt weiter geht. Besser gesagt, weil es einen Schritt weiter gehen muss. Lassen Sie mich einige Gründe genauer erläutern, warum ich glaube, dass jede Marke auf dieser Welt – von Weltmarken wie Apple über mittelständische Unternehmen bis zu lokalen Marken wie den kultigen Fleischermeister aus der Nachbarschaft – auf große Veränderungen im Markt, in der Gesellschaft und somit auch im Konsumentenverhalten stoßen wird.
Grund 1: Die Welt dreht sich immer schneller
Ich weiß, Sie haben diesen Satz in den letzten Jahren vermutlich unzählige Male gehört. Und faktisch ist er auch nicht korrekt. Dennoch habe ich mich in den letzten Wochen und Monaten häufiger mit dieser Aussage auseinandergesetzt und habe nach Dingen gesucht, die diese These im übertragenen Sinne bestätigen oder widerlegen können. Und das, was mir dabei vor Augen geführt wurde, hat mich dann doch überrascht. Denn vor ziemlich genau zehn Jahren, als ich Meine Marke verfasste, war vieles noch ganz anders. Hier einige Beispiele:
- Als ich 2010 damit begann, Meine Marke zu schreiben, war Instagram noch gar nicht im App Store. Das geschah erst im Oktober 2010. Heute nutzen die App deutlich über eine Milliarde Menschen auf der Welt, und täglich werden über 100 Millionen Fotos und Videos auf der Plattform gepostet.1
- 2010 musste ich noch jeden einzelnen Lieblingssong bei iTunes kaufen oder mir die CD im Elektronikgeschäft besorgen. Spotify wurde erst kurze Zeit später wirklich bekannt und machte unbegrenztes Musik-Streamen auf legale Weise möglich. Mittlerweile sollen über 50 Millionen Songs auf der Plattform verfügbar sein.2 Tendenz stark steigend.
- Snapchat, Uber, Lyft und TikTok waren 2010 alle noch nicht existent, Sprachassistenten wie Amazon Alexa & Co. ebenfalls nicht.
- 2010 war Barack Obama in seiner ersten Amtszeit als US-Präsident. Donald Trump wechselte erst ein Jahr zuvor von den Demokraten zu den Republikanern.3
- Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) wurde erst drei Jahre später gegründet. Heute hat sie nach der CDU/CSU und der SPD die drittmeisten Sitze im deutschen Bundestag.4
- Greta Thunberg war im Jahr 2010 sieben Jahre alt. Vor Kurzem wurde sie von der Time zur »Person des Jahres 2019« gewählt und reiht sich damit in eine Liste an Preisträgern wie beispielsweise Angela Merkel, Papst Franziskus oder Martin Luther King ein.5
- 2010 lag der Leitzins der Europäischen Zentralbank noch bei 1 Prozent. Seit 2016 liegt dieser bei 0 Prozent.6
Überlegen Sie doch mal: Welche dieser Entwicklungen hatte in den letzten zehn Jahren den größten Einfluss auf Ihr Unternehmen und damit auch auf Ihr Marketing? Natürlich ist nicht jede Entwicklung für jede Marke von höchster Relevanz, doch zumindest im Bereich des technologischen Fortschrittes (insbesondere im Bereich Social Media) erlaube ich mir die These aufzustellen, dass sich bei jeder Marke auf dieser Welt etwas getan hat. Einige Marken haben diese Chance hervorragend genutzt – andere weniger. Die wichtigste Botschaft ist jedoch eine andere: Die Entwicklung wird noch schneller vorangehen. Wir erleben erst den Anfang.
Ich bin davon überzeugt, dass die technischen Errungenschaften, die wir in den kommenden zehn Jahren erreichen werden, die Meilensteine der 2010er-Jahre in den Schatten stellen werden. Ich möchte Sie nicht mit Fachsimpelei über Cloud-Computing und KI langweilen – das können Technologie-Experten aus der Praxis deutlich besser als ich. Mich interessieren vielmehr die Folgen für Marken. Um den technischen Hintergrund deshalb so kurz wie möglich zu halten, starten wir am besten einfach mit einem Gedankenexperiment, welches ich gerne nutze, um zu skizzieren, in welcher Zeit wir derzeit leben.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen vor dem Brandenburger Tor in Berlin und gehen 30 Schritte in Richtung Osten. Jeder Ihrer Schritte ist dabei doppelt so lang wie der vorherige. Ihr erster Schritt ist also ein Meter lang, der zweite Schritt zwei Meter, der dritte Schritt vier Meter und so weiter. Wie weit kommen Sie? Bis zum »Hotel Adlon«? Bis zum Alexanderplatz? Bis zur polnischen Grenze? Nein. Sie würden mehr als 13-mal die Welt umrunden. Schwer vorstellbar, richtig? Das liegt daran, dass unser Gehirn gerne linear denkt. Dieses Beispiel zeigt jedoch eindrucksvoll die Macht des exponentiellen Wachstums – und genau das ist das Tempo, mit dem die Digitalisierung voranschreitet. Für diejenigen unter Ihnen, die sich näher mit der technischen Komponente dahinter auseinandersetzen wollen, empfehle ich mehr zum Thema »Moore’s Law« zu recherchieren. Für alle anderen kürze ich es ab und möchte nur zwei Fakten nennen:
- Im Jahr 1950 war die »Z4« der einzig funktionierende Computer in Kontinentaleuropa. Würde man heute versuchen, die gesamte Leistung eines iPhones in den Z4-Computer einzubauen, bräuchte man die Fläche von ganz Berlin.
- Das Radio brauchte ganze 38 Jahre, um die ersten 50 Millionen Menschen auf der Welt zu erreichen. Das Internet brauchte sieben Jahre. Apps wie Pokémon Go benötigen mittlerweile teilweise nur noch 19 Tage.7
Wie Sie sehen, haben wir es also mit einer Temposteigerung in zweierlei Hinsicht zu tun. Denn nicht nur die Technologie nimmt immer rasanter immer größere Dimensionen an, sondern auch ihre Rezeption. Auch dahinter steckt wieder ein Gesetz: »Metcalfe’s Law«. Dieses ist im Prinzip eine Faustformel, die besagt, dass der Nutzen eines Kommunikationssystems...
| Erscheint lt. Verlag | 10.10.2021 |
|---|---|
| Vorwort | John Strelecky |
| Verlagsort | München |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Marketing / Vertrieb |
| Schlagworte | Branding • Corona • hermann wala • Ich endlich einzigartig • Karriere • Marke • Marken für die Ewigkeit • Markenstrategie • Marketing • Meine Marke • Personal Branding • Positionierung • Werbung |
| ISBN-10 | 3-96267-279-6 / 3962672796 |
| ISBN-13 | 978-3-96267-279-9 / 9783962672799 |
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