Die »digitale Revolution« greift tief in nahezu alle Lebensbereiche der Weltgesellschaft ein und wird in endlosen Schleifen medial thematisiert. Glaubwürdige Versuche, Digitalisierung zu begreifen, müssen deshalb transdisziplinär sein. Die vorherrschenden Selbstverständigungsversuche über das Digitale fetischisieren jedoch immer noch die Vorstellung, Digitalisierung sei zuerst und maßgeblich eine Technikrevolution. Auch die halbherzigen Versuche der Politik, auf das, was man dann ihre »Herausforderungen« nennt, zu reagieren (»schnellere Netze, mehr künstliche Intelligenz!«), leiden an einer Überfaszination von Technik.
Um den digitalen Kulturwandel zu verstehen, sind jedoch weder rein technikorientierte Ansätze noch die gängigen Großtheorien des Sozialen hinreichend: Wir brauchen vielmehr phänomenal gehaltvolle kulturreflexive Analysen von – eben noch – auffälligen Veränderungen in signifikanten Praxisbereichen aus der ganzen Breite unserer Lebenswelt, bevor die mächtige, technikgetriebene kulturelle Normalisierungsarbeit alle Brüche glättet und die Oberflächen schließt.
Die Beiträge in diesem Heft beschäftigen sich mit der Entstehungsgeschichte der Digitalisierung ebenso wie mit den durchdringenden Veränderungen in den verschiedensten Feldern – bis hin zur digitalen Wirtschaft, Online-Psychotherapie und Selfie-Praktiken.
Ralf Konersmann (* 18. Februar 1955 in Düsseldorf) ist ein deutscher Philosoph. Derzeit ist er Lehrstuhlinhaber am Philosophischen Seminar der Universität Kiel. Er wurde 1987 zum Dr. phil. promoviert, war von 1987 bis 1993 wissenschaftlicher Mitarbeiter und wissenschaftlicher Assistent an der Fernuniversität in Hagen, habilitierte sich 1993 und war von 1993 bis 1996 Professor für Kulturtheorie und Kulturphilosophie an der Universität Leipzig. Seit 1996 ist er Lehrstuhlinhaber des Lehrstuhls für Philosophie und ihre Didaktik an der Universität Kiel und seit 2000 Direktor des Philosophischen Seminars. Im Oktober 2005 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Hamburg berufen. Ralf Konersmann ist Autor zahlreicher Aufsätze, Essays, Artikel und Feuilletons und Mitherausgeber des Historischen Wörterbuchs der Philosophie sowie – seit 2007 – der Zeitschrift für Kulturphilosophie. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf den Gebieten Begriffsgeschichte und Historische Semantik, Metaphorologie, Kulturphilosophie, Geschichte und Kritik des Sehens sowie Philosophie und ihre Didaktik.
Dirk Westerkamp ist Professor für theoretische Philosophie an der Christian-Albrechts-Universität Kiel und Mitherausgeber der »Zeitschrift für Kulturphilosophie«. Zuletzt erschien in der »Blauen Reihe«: Sachen und Sätze. Untersuchungen zur symbolischen Reflexion der Sprache (2014).
JÖRG PHIL FRIEDRICH ist Philosoph und IT-Unternehmer. Er schreibt für verschiedene Online- und Print-Medien zu philosophischen Aspekten der Gegen- wart und der vernetzten Welt. 2012 er- schien sein Buch Kritik der vernetzten Vernunft.
Dirk Baecker ist Seniorprofessor für Soziologie an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. Jüngste Buchpublikationen: 4.0 der Die Lücke, die der Rechner lässt, Leipzig: Merve 2018; Intelligenz, künstlich und komplex, Leipzig: Merve 2019; Wozu Wirtschaft, Marburg: Metropolis 2020.
JÜRGEN HARDT (geb. 1943) ist Diplompsychologe, Psychologischer Psychotherapeut und Psychoanalytiker (DPV/DGPT) und Gründungspräsident der PTK Hessen.
JULIA GENZ, Prof. Dr., studierte in Tübingen Germanistik und Rhetorik und wurde 2017 als Professorin für Literaturwissenschaft an die Universität Witten/Herdecke berufen. Ihre Schwerpunkte sind europäische Literaturen des 18. bis 21. Jahrhunderts, Ästhetik und Poetik, Medien- und Kulturreflexion sowie Medientheorie.
ROBERTO SIMANOWSKI (geb. 1963), ist Kultur- und Medienwissenschaftler an der Universität Basel und an der Pontifícia Universidade Católica do Rio de Janeiro. Forschungsinteressen: Postmodernismus, Multikulturalismus, Ästhetik und digitale Medien.
PINI IFERGAN, Ph.D., ist Senior Lecturer an der Bar-Ilan Universität in Tel Aviv. Forschungsinteressen: Deutsche Philosophie, Deutscher Idealismus, philosophische Diskurse der Moderne, Philosophische Anthropologie.
KIRAN DESAI-BREUN, PD Dr. phil., geboren in Bombay, Indien. Studium der Philosophie und Germanistik in Bombay und Erfurt. Privatdozentin für Philosophie am Philosophischen Seminar der Universität Erfurt. Forschungsschwerpunkte: Anfänge der Philosophie in Griechenland und Indien.
CHRISTINE ABBT, Prof. Dr., SNF-Förderungsprofessorin in Philosophie an der Universität Luzern. Forschungsschwer- punkte: Politische Philosophie; Ästhetik und Philosophie der Literatur und Kunst; Gedächtnis- und Erkenntnistheorie.
Thematisch vor allem Phänomenologie und Philosophie des Bewußtseins und der Intentionalität; Methodenfragen; Verbindung zur kognitiven Psychologie und Neurowissenschaft.
IVANA PERICA ist Lektorin am Institut für Politikwissenschaft der Universität Wien.
Philipp Seitz, Dr. phil., promovierte am Philosophischen Seminar der Bergischen Universität Wuppertal (2017) und vertritt derzeit eine Professur für Theorien der Sozialen Arbeit an der Staatlichen Studienakademie Breitenbrunn. Forschungsschwerpunkte: philosophische Anthropologie, Kultur- und Sozialphilosophie, Kulturtheorie.
Enno Rudolph, Emeritus für Philosophie an der Universität Luzern (Schweiz). 1974 Promotion über Kant an der Universität Heidelberg. 1983 Habilitation über Aristoteles daselbst. Von 1977 bis 1999 zuständig für den philosophischen Arbeitsbereich am »Interdisziplinären Forschungszentrum FESt« in Heidelberg. Von 1990 bis 1999 apl. Professor an der Universität Heidelberg. Von 1999 bis 2011 ordentliche Professor für »Kulturphilosophie und Politische Philosophie« an der Universität Luzern (Schweiz). Gründer (2004) und Leiter (bis 2011) des »Kulturwissenschaftlichen Instituts« daselbst. Zahlreiche Gastprofessuren im In- und Ausland. Wichtigste Publikationen: Odyssee des Individuums (1991); Ernst Cassirer im Kontext (2003); Machtwechsel der Bilder (hrsg. zus. m. Thomas Steinfeld, 2013); Wege der Macht. Philosophische Theorien der Macht von den Vorsokratikern bis heute (2017); Der Europäer Erasmus von Rotterdam. Ein Humanismus ohne Grenzen (2018); Edition von: Niccolò Machiavelli, Il Principe/Der Fürst, zweisprachig it./dt., versehen mit Übersetzung, Kommentar und Einleitung (2019); Niccolò Machiavelli. Historische Vernunft und politische Macht. Ein Portrait (2020; im Druck); zahlreiche Veröffentlichungen zur Philosophie der Renaissance.
| Erscheinungsdatum | 17.10.2018 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Zeitschrift für Kulturphilosophie ; 2018/1 |
| Co-Autor | Jörg Phil Friedrich, Dirk Baecker, Jonathan Hardt, Birger P. Priddat, Jürgen Hardt, Julia Genz, Ramón Reichert, Roberto Simanowski, Pini Ifergan, Kiran Desai-Breun, Christine Abbt, Cornelia Wild, Marcel René Marburger, Ivana Perica, Philipp Seitz, Enno Rudolph |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 155 x 235 mm |
| Gewicht | 350 g |
| Einbandart | kartoniert |
| Themenwelt | Geisteswissenschaften ► Philosophie ► Philosophie der Neuzeit |
| Wirtschaft ► Volkswirtschaftslehre | |
| Schlagworte | Digitalisierung • Kulturphilosophie • Ökonomie • Philosophie der Technik • Psychologie |
| ISBN-10 | 3-7873-3585-4 / 3787335854 |
| ISBN-13 | 978-3-7873-3585-5 / 9783787335855 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
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