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Mit vereinten Kräften

Die Gleichstellungsarbeit der DGB-Frauen in Ost und West (1990–2010)
Buch | Softcover
364 Seiten
2015
Psychosozial-Verlag
978-3-8379-2319-3 (ISBN)
CHF 27,85 inkl. MwSt
Nachdem sich die Frauen mit höheren Funktionen im DGB anfänglich vor allem um die strukturellen Probleme kümmerten, die die Wiedervereinigung mit sich brachte, standen später Themen wie Gleichstellung, Frauenquote, Kinderbetreuung und Mindestlohn im Mittelpunkt. Sibylle Plogstedt beleuchtet die Kämpfe der Gewerkschafterinnen mithilfe von Biografien, internen Protokollen und Interviews und zeigt deren Bedeutung für aktuelle Entwicklungen auf.
Die Geschichte des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) nach 1990 wurde entscheidend von der Wiedervereinigung geprägt: Millionen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern strömten in die West-Gewerkschaften. Doch ihre Erwartung, der DGB könne etwas gegen die wachsende Arbeitslosigkeit unternehmen, wurde nicht erfüllt; als Folge ging ein Großteil des Zuwachses wieder verloren und die Gewerkschaften gerieten in eine Krise, die erst durch Fusionen zu Großgewerkschaften aufgelöst werden konnte.

Nachdem sich die Frauen in den Vorständen der DGB-Gewerkschaften anfänglich vor allem um die strukturellen Folgen der Wiedervereinigung kümmerten, standen später Themen wie Gleichstellung, Frauenquote, Frauen in die Aufsichtsräte, aber auch Kinderbetreuung und Mindestlohn im Mittelpunkt. Sibylle Plogstedt beleuchtet die Kämpfe der Gewerkschafterinnen anhand von Biografien, internen Protokollen und Interviews. Das Ergebnis ist eine spannende Sozialgeschichte der Frauen nach der Wiedervereinigung und des Anteils, den die Gewerkschafterinnen daran hatten.

Sibylle Plogstedt, geboren 1945, Studium der Sozialwissenschaften in Berlin, 1965/69 Mitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, 1969 politische Haft in Prag; 1974/76 Berufsverbot an der FU-Berlin, 1976 Mitbegründerin der feministischen Frauenzeitschrift Courage, 1986/89 Redakteurin des Vorwärts in Bonn; lebt als freie Journalistin in Bonn, arbeitet für verschiedene Zeitschriften und das Fernsehen. Empfängerin der Hedwig-Dohm-Urkunde 2011 des Journalistinnenbundes.

Inhalt

Als der Osten zum Westen wurde
Eine Einleitung

1. Die Einheit der Gewerkschaften begann im Osten (1989/90)
Der DGB wird von der friedlichen Revolution überrascht
Die Einheit demokratischer gestalten
Wechsel an der Frauenspitze
Wer ist Ursula Engelen-Kefer?

2. Die West-Sicht
Alle reisen in die neuen Länder (1990–1993)
Kontakte aus der Zeit vor 1989
Die erste gesamtdeutsche Frauenkonferenz
Der DGB-Bundesfrauenausschuss tagt (1990/91)
Verlorene und gewonnene Sozialleistungen

3. Die Ost-Sicht
Die Wende in den Kombinaten (1983–1989)
Wer fürchtet sich vor der friedlichen Revolution? (1989)
Unabhängige oder gemeinsame Gewerkschaften? (1989/90)
Schwarze Schafe
Betreut in die West-Gewerkschaften
Die Einheit in den Kombinaten
Betriebsrätinnen für den Osten (Juni 1990)
Was da zusammengewachsen ist – das schwierige Thema Stasi

4. Streik – Erzieherinnen im Westen schließen die Kitas (1989/90)

5. Der Arbeitsmarkt, die Treuhand und die Kündigungswellen
Vom Aufbau der Arbeitsämter (1990)
Wurden die Frauen als Erste entlassen?
Der Aufbau der Frauenstrukturen ist abgeschlossen (1991/92)
Frauenarbeit – nichts für Ost-Frauen?

6. Potemkinsche Mitglieder (1991–1994)
Einschnitte in der DGB-Frauenarbeit (1993–1995)
Streit unter Vorstandsfrauen (1993/94)
Die Krise erreicht die Dachorganisation (1994)

7. Kein neues Grundgesetz (1993–1996)
Frauen auf die Fraueninsel?
Angela Merkel als Frauenministerin (1991–1996)

8. War die westliche Frauenpolitik kleinlich?
Koedukation im Osten
»Thüringer Weiber« – geschieden und mindestens ein Kind
Spagat zwischen Quote, Feminismus und Gleichberechtigung

9. Waren die Frauen die Verliererinnen der Einheit? (1991–1995)

10. Uns reicht’s!
Frauenstreiktag am 8. März 1994
Frauenausschüsse sind die Hüterinnen der Quote (1992)

11. Ursula Engelen-Kefer kandidiert nicht für den DGB-Vorsitz (1994)

12. Adieu für westliche Spitzenfrauen – Wer folgt nun?
Monika Wulf-Mathies: »Gehässigkeiten waren nicht vergnügungssteuerpflichtig« (1990–1994)
Britta Naumann: »Ich trete nicht mehr an« (1997)
Wer ist Eva-Maria Stange? (1997–2005)
Wer ist Margret Mönig-Raane?

13. Frauenförderung ist Umverteilung von Macht und Reichtum (1997)
»Das musst du aushalten« (1997)
Die Bundesrepublik auf Vorderfrau bringen (1998)

14. Krieg und Frieden (2001)

15. Fuünf kleine Tiger oder eine große Fusion (1997–2003/2007)
Fusionsbedingungen: Die K.o.-Kriterien der Frauen (1997–2000)
Fusionsopfer
Von der DAG zu ver.di – Hierarchien ziehen ein
Sorgen um die Zukunft des DGB (1997)
Andere Gewerkschaften, andere Kulturen (1997/98)
Wer ist Edeltraud Glänzer?
Wer ist Helga Schwitzer?

16. Bündnis für Arbeit (1996/1998–2002)
Die Hartz-Misere (1998–2003)
Peter Hartz, VW und die IG Metall (2002–2007)

17. Frauen in den Aufsichtsräten (2006)
Es gab sie
Veronika Keller-Lauscher als Arbeitsdirektorin

18. Betriebs- und Personalrätinnen (2000–2010)
… im Osten …
… und im Westen

19. Wenn Schwestern streiken (2003–2010)
Wer ist Ellen Paschke?
Honig in den Möppen, Putzfrauen im Streik (2004–2009)
Aus dem Leben einer Streikenden

20. Gleichstellung in der Privatwirtschaft und in den Betriebsräten (1999–2005)

21. Sozialpolitik und Riester-Rente (2001–2006)
Ursula Engelen-Kefer: Unfreiwillig in die Rente (2002–2006)
Rente mit 67 (2006/07)

22. Die Ingrid, bitte! (2006)
Es war eine Kampfkandidatur
Wer ist Ingrid Sehrbrock?

23. Sind das Alphafrauen?

24. Partnerzeit, Elternzeit, Elterngeld, Betreuungsgeld (2000–2013)

25. Perspektiven der Frauenabteilungen
Die Quote
Personalentwicklung für Frauen

26. Der DGB ohne Quote? (2010)
Wie die Kuh vom Eis kam und die Katze sich in den Schwanz biss
Was in die Satzung hineinkam (2009/10)

27. Ist die Krise der Gewerkschaften vorüber?

28. Der Mindestlohn (2004–2010/2014)
Ein Leben in Würde
Die Ungleichheit zwischen den Löhnen in Ost und West

29. Equal Pay – Wo bleibt der gleiche Lohn? (2002/2008–2010)

30. Eine kurze Geschichte der DGB-Frauen (1990–2010)

Abkürzungen

Literatur- und Quellenverzeichnis
Primärquellen
Literatur

Fotonachweise

Personenregister

»Die gewerkschaftliche Geschichtsschreibung hat bisher den Anteil der Frauen als Reformmotor in der Gewerkschaftsbewegung sträflich vernachlässigt. Die beiden zeitlich dicht aufeinander folgenden Untersuchungen von Plogstedt sind deshalb just in time erschienen – als ein Beitrag gegen den neoliberalen anti-gewerkschaftlichen Trend. Sie sind nicht nur für Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen als Standardwerk unerläßlich, sondern sind auch für diejenigen, die sich mit Gleichtellungspolitiken beschäftigen und frauenpolitisch etwas bewegen wollen, von hohem Interesse.«
Mechthild Veil, feministische studien, Nr. 2 November 2015


»In zwölf Interviews erzählen prominente Gewerkschafterinnen aus der West- und der Ost-Perspektive von den Herausforderungen der Wendezeit. Es geht um Schwierigkeiten bei der Mitgliedergewinnung, um enttäuschte arbeitsmarkt- und gleichstellungspolitische Erwartungen vieler Frauen, um die Quotendebatte, um prekäre Arbeit oder Equal Pay. Die Autorin zeichnet ein lebendiges Bild der gewerkschaftlichen Auseinandersetzungen der Nachwendejahre.«
einblick. Gewerkschaftlicher Info-Service, Nr. 8 vom 20.4.2015

»Was eine trockene Angelegenheit aus Quellenmaterial hätte werden können, wird bei Sibylle Plogstedt dank ausführlich zitierter, mit frappierender Offenheit geführter Interviews und einfühlsamer lebensgeschichtlicher Porträts von Frauen wie Ursula Engelen-Kefer, Margret Mönig-Raane, Monika Wulf-Mathies oder Eva-Maria Stange und vieler nicht so prominenter, gleichwohl tatkräftiger und mutiger Streikführerinnen, Betriebs- und Personalrätinnen zu einer spannenden, sogar unterhaltsamen Sozialgeschichte.«
Ulla Lessmann, ver.di news, 05.05.2015

»Wie im 1. Bd. ergänzen spannende Gruppen- und Einzelinterviews mit Gewerkschafterinnen die akribische Beschreibung von Konferenzen, Frauenstrukturen und –förderung, von Debatten um die Hartz-Misere, Sozialpolitik und Quoten.«
Florence Hervé, Wir Frauen 2/2015

»Nachvollziehbar wird, wie schwer es für die Protagonistinnen ist, sich innerhalb der eher männlich dominierten DGB-Strukturen durchzusetzen. Die Zusammenstellung bietet eine Fülle an Material, Kurzbiografien und Portraitfotos der Alphafrauen.«
Antonia Laudon, Weiberdiwan – Die feministische Rezensionszeitschrift, Frühling 2015

Erscheint lt. Verlag 24.3.2015
Reihe/Serie Sachbuch Psychosozial
Verlagsort Gießen
Sprache deutsch
Maße 148 x 210 mm
Gewicht 520 g
Themenwelt Sozialwissenschaften Politik / Verwaltung
Sozialwissenschaften Soziologie Gender Studies
Wirtschaft
Schlagworte Deutsche Einheit • Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) • Frauen- und Genderforschung • Geschichte Deutschlands • Gesellschaft • Gewerkschaftsforschung • Gleichstellung • Kulturgeschichte • Politik • Sozialgeschichte • Zeitgeschichte
ISBN-10 3-8379-2319-3 / 3837923193
ISBN-13 978-3-8379-2319-3 / 9783837923193
Zustand Neuware
Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR)
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