Kropp, Georg * 1.12.1865 Swinemünde (Pommern) + 21.1.1943 Wüstenrot. Sozialreformer und Publizist. Begründer des deutschen Bausparwesens. Initiiert 1921 mit Gleichgesinnten aus der Blaukreuz- und Methodistenbewegung die Gemeinschaft der Freunde, aus der 1924 in seinem Wohnort Wüstenrot, Lkr. Heilbronn, die erste deutsche Bausparkasse entsteht, Vorläuferin der seit 1930 in Ludwigsburg (Württ.) beheimateten Wüstenrot Bausparkasse AG. Hauptwerk: Aus Armut zum Wohlstand (1920, erw. Neuaufl.1926).
„Taten, nicht Tinte – Werke, nicht Worte“, Georg Kropps Lebensmotto! Wer war Georg Kropp? Welche nachhaltig wirkende Lebensleistung hat er vollbracht? Wie ist sein Name mit Gemeinde und Bausparkasse Wüstenrot verbunden? Wüstenrot als Bausparkasse ist ein international bekannter Begriff. Wenige wissen jedoch, dass der Name auf den Gründungsort Wüstenrot im Landkreis Heilbronn hinweist. Hier gründete Georg Kropp vor rund 90 Jahren die Bausparkasse „Gemeinschaft der Freunde“, die erste dieser Form auf dem europäischen Kontinent und Vorläufer der heutigen Wüstenrot Bausparkasse AG in Ludwigsburg. Die Idee – besser gesagt, die Vision – Millionen von Menschen ihren Traum vom Eigenheim zu erfüllen, geht auf den am 1. Dezember 1865 im pommerschen Swinemünde geborenen Wüsten-roter Ehrenbürger, Schriftsteller, Verleger, Kaufmann, Botaniker und Drogisten Georg Kropp zurück. In seiner 1920 erstmals publizierten Schrift Aus Armut zum Wohlstand, deren erweiterte, 1926 erschienene Zweitauflage wir hier unverändert wieder abdrucken, brachte Georg Kropp zum ersten Mal seine Gedanken zum Eigenheim-orientierten Zwecksparen der Öffentlichkeit zu Papier. „Jeder Familie ein Eigenheim“, konnte man seinerzeit auf den Werbeplakaten der Gemeinschaft der Freunde lesen. „Was nützt dem Vogel die Freiheit in der Luft, wenn er keine Stelle für einen Nestbau hat?“, dachte er. Denn Kropp war nicht nur eine überaus vielseitig begabte Persönlichkeit, sondern praktizierender Christ mit stark ausgeprägter sozialer Verantwortung. Zeit seines Lebens hat er sich für die „Bodenlosen“, damals größtenteils ärmlich lebende Mitmenschen, eingesetzt. Getreu seinem Lebensmotto stellte Georg Kropp bereits 1912 bei einer Großversammlung des Guttempler-Ordens den Antrag, seinen Mitgliedern durch Zwecksparen den Bau von Eigenheimen oder wenigstens Plätzen in Altenheimen zu ermöglichen. Sein Antrag stieß damals jedoch bei den „Ordenskollegen“ größtenteils auf Ablehnung. Gezeichnet von mehreren harten Schicksalsschlägen in seiner eigenen Familie, ging Georg Kropp völlig in seiner Arbeit auf und gründete – zielstrebig und unermüdlich für seine Idee kämpfend – 1921 die Gemeinschaft der Freunde (GdF), aus welcher dann am 16. Februar 1924, nach Überwindung der Inflationszeit, die Bausparkasse erwuchs. Bereits am 7. April 1924 unterzeichnete ein Eisenbahner aus Heidenheim/Brenz den ersten Bausparvertrag. Nur zwei Jahre später waren schon 11.000 Bausparverträge zu verwalten. Die GdF entwickelte sich regelrecht zu einer Institution! Privates und berufliches Leben von Bausparkassengründer Georg Kropp waren kaum voneinander zu unterscheiden. Morgens wurde das Kroppsche Wohnzimmer in seinem ersten Wüstenro-ter Domizil in der Haller Straße 3 – dem heutigen Bauspar-Museum – in ein Büro umfunktioniert, wenn Familie mit Mitarbeiter aßen, räumte man Akten und Schreibmaschine beiseite. Außer einem eher bescheidenen Gehalt erhielten die Angestellten anfänglich Kost und Logis frei. Die Bausparkasse expandierte stark. Mangelhafte Verkehrs- und Postwege sowie der fehlende Wohnraum für die Mitarbeiter veranlassten den Aufsichtsrat, den Sitz des Unternehmens 1930 nach Ludwigsburg zu verlegen. Kropp blieb seiner Wahlheimat treu und ging daher den Weg des Unternehmens nach Ludwigsburg nicht mit, sondern verbrachte seinen Lebensabend in der Gemeinde Wüstenrot, welche ihn 1930 mit der Ehrenbürgerwürde auszeichnete. Sein in schwierigen Zeiten unermüdlicher Einsatz für den Standort Wüstenrot, sowie sein soziales Engagement sollten damit gebührend gewürdigt und honoriert werden. Im Alter von 77 Jahren verstarb Georg Kropp in Wüstenrot im Januar 1943. Im Hinblick auf seine Verdienste um die Gemeinde fand er seine letzte Ruhe in einem Ehrengrab auf dem Wüstenroter Gemeindefriedhof. Der Gründervater der Bausparkasse geriet bei Bausparkasse und Gemeinde Wüstenrot nie in Vergessenheit. So erinnert heute vor allem das Wüstenroter Bauspar-Museum an seinen uner-müdlichen Einsatz. Genauere Einblicke in seine Biografie liefert das 1983 entstandene Lebensbild Georg Kropps von Eberhard Langer, welches hier in diesem Band ebenfalls neu ediert wird. Kropps in wirtschaftlich schwieriger Zeit entstandene Idee des Bausparens nach dem Ersten Weltkrieg und der Inflationszeit, sorgte bei gerade auch vielen sozial schlechter gestellten Men-schen dafür, dass sie erstmalig Wohneigentum bilden konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg trug seine Bausparidee wesentlich zum zügigen Wiederaufbau nach dem Krieg, sowie zum deutschen Wirtschaftswunder bei. Als Wegbereiter vieler anderer Bausparunternehmen wie Schwäbisch Hall, BHW oder den Öffentlichen Bausparkassen hat sich Georg Kropp einen bleibenden Platz in der deutschen Wirtschaftsgeschichte bereitet! Wer also war Georg Kropp? - ein weitsichtiger Visionär, der die Bedeutung des Eigentums an Wohnraum, Grund und Boden für eine soziale und wirtschaftliche Entwicklung rechtzeitig erkannt hatte, - ein Erfinder und nachhaltig wirkender Unternehmer mit volkswirtschaftlich und sozial wichtigen Impulsen, - ein vielseitig gebildeter und begabter Generalist, unendlich fleißig, hartnäckig und zielstrebig, trotz vieler Rückschläge und Enttäuschungen, - ein Natur- und Menschenfreund zugleich, mit offenen Augen und großem Herz und - schließlich eine willensstarke Persönlichkeit mit hoher gesellschaftlicher Verantwortung, geprägt durch einen tiefen christlichen Glauben. Wie viele andere bedeutende Persönlichkeiten teilte auch Georg Kropp das Los, oftmals unterschätzt worden zu sein. Dem möchte die Gemeinde Wüstenrot entgegenwirken. Als Trägerin des seit 1996 bestehenden Bauspar-Museums soll die nun begründete Schriftenreihe Georg Kropps Andenken dadurch pflegen, dass darin bedeutende Dokumente der Bauspargeschichte neu aufgelegt wie auch neue wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte des Bausparens publiziert werden. Mit der „Magna Charta“ des deutschen Bausparwesens, Georg Kropps Haupt- und Schlüsselwerk „Aus Armut zum Wohlstand“ ist die Reihe nun gestartet. Wir wünschen uns, dass das vorliegende Buch zur sachlichen Information, fundierten Meinungsbildung und adäquaten Würdigung von Georg Kropp wesentlich beitragen wird. Wüstenrot im November 2012 Heinz Nägele, Bürgermeister
| Erscheint lt. Verlag | 28.11.2012 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Schriftenreihe des Bauspar-Museums Wüstenrot ; 1 |
| Zusatzinfo | Teilweise originale Handschriften von Georg Kropp |
| Sprache | deutsch |
| Maße | 148 x 210 mm |
| Gewicht | 290 g |
| Einbandart | Englisch Broschur |
| Themenwelt | Sachbuch/Ratgeber ► Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft ► Wirtschaft |
| Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Spezielle Betriebswirtschaftslehre | |
| Schlagworte | Bausparen • Bauspargeschichte • Bausparkasse • Biografien/Erinnerungen • Kropp • Kropp, Georg • Wüstenrot • Wüstenrot Stiftung |
| ISBN-10 | 3-87336-945-1 / 3873369451 |
| ISBN-13 | 978-3-87336-945-0 / 9783873369450 |
| Zustand | Neuware |
| Informationen gemäß Produktsicherheitsverordnung (GPSR) | |
| Haben Sie eine Frage zum Produkt? |
aus dem Bereich