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Basiswissen Geldanlage - Hans-Jürgen Gratz

Basiswissen Geldanlage

Eigene Ziele mit eigener Strategie erreichen
Buch | Hardcover
272 Seiten
2012
SIGNUM Wien (Verlag)
978-3-85436-435-1 (ISBN)
CHF 27,95 inkl. MwSt
  • Titel ist leider vergriffen;
    keine Neuauflage
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Eine umfassende, systematische, aber kompetente und kritische Darstellung aller wichtigen Finanzprodukte bietet dieses Buch eines Fachmanns. Das Vertrauen der Anleger in die Beratungs kompetenz der Banken ist vielfach enttäuscht worden. Zu eindeutig standen offenbar deren Eigeninteressen im Vordergrund. Der emanzipierte Anleger lernt, die Finanzprodukte einzuschätzen, und mit dem eigenen Risikoprofil zu vergleichen. Ein ausführliches Kapitel widmet sich anhand der drei Säulen allein der Altersvorsorge. Ein besonderes Kapitel ist dem Grauen Kapitalmarkt gewidmet. Insgesamt wird eine kompetente persönliche Anleitung für eine vernünftige und am Bedarf des Anlegers orientierte Geldanlage geboten.

Der Autor Hans-Jürgen Gratz, inzwischen im Un-Ruhestand, hat Rechts- und Staatswissenschaften studiert und ist Volljurist. In seinem Berufsleben geriet er aber eher zum klassischen Banker, den sein Weg von der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau über große Geschäftsbanken in die Leitung der ersten deutschen grünen Bank, der Ökobank, geführt hat. Von dort aus gründete er das erste deutsche Unternehmen, das ausschließlich umweltverträgliche Projekte finanzierte.

Wie bei vielen Dingen, die wir nicht so genau kennen, sind wir auch für unsere Geldanlage auf umfassende, verständliche und kompetente Informationen angewiesen. Dies gilt umso mehr in einer Zeit, in der sich Weltwirtschaft und Finanzsysteme in einem Zustand befinden, der die Politik als hilflos erscheinen lässt. Das verunsichert viele Menschen, die Geld anlegen wollen und müssen; sei es für das Alter, sei es aus einer Erbschaft. Der Anteil der staatlichen Rente an unserer Altersversorgung nimmt ständig ab, und die Zahl der Rentner hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte verdoppelt. Die Folgen kennen wir seit Jahren: künftig immer niedrigere Renten. Andererseits wird bei geschätzten 5,7 Millionen Erbfällen ein Viertel des Vermögens der privaten Haushalte bis 2020 vererbt. Immerhin werden in 33% der Erbfälle zwischen 150 000 und 250 000 Euro weitergegeben. Um den Zweck dieses Buches deutlich zu machen: Man findet hier kein Handbuch und auch keinen Ratgeber mit der Aussage, wie man an oder außerhalb der Börse mit bestimmten Finanzinstrumenten oder Strategien schnell und/oder viel Geld verdient. Gäbe es hierfür ein Rezept, würden Finanzmarkt und Börse so schon längst nicht mehr bestehen. Vielmehr erfährt man hier umfassend und deutlich, welche Möglichkeiten es gibt, Geld entsprechend den persönlichen Verhältnissen, Kriterien und dem eigenen Risikobewusstsein anzulegen. Die Geldanlage, das heißt das Vermehren von Geld mit Geld, ist eine heikle Angelegenheit. Dabei ist zuerst zu unterscheiden zwischen Vermehren und Verdienen. Durch die Geldanlage als Spekulation auf einen meist kurzfristigen Gewinn, ähnlich dem Spielcasino, wird Geld schlicht vermehrt - meist auf Kosten anderer Anleger. Hohen Gewinnchancen stehen dabei hohe Verlustrisiken gegenüber. Da bei diesen Geschäften der Normalanleger den Profis immer unterlegen ist, sollten wir es besser vermeiden. Der Begriff Verdienen ist gerechtfertigt, wenn wir Unternehmen oder anderen Gesellschaften durch den Kauf von Aktien Eigenkapital und durch den Kauf von Anleihen direkt oder indirekt zu Geld verhelfen. Damit werden diese in die Lage versetzt, reale Mehrwerte zu erzielen, die als eine Steigerung des Sozialprodukts uns allen indirekt zugute kommen. Dieses Buch will daher einmal verdeutlichen, welche Möglichkeiten der Geldanlage eher als Spekulation und welche als vernünftige Geldanlage einzuordnen sind. Dann wird erläutert, wie zwischen Risiko und Absicherung abzuwägen ist. Und schließlich, wo und warum in unserem Finanzsystem so vieles im Argen liegt, dass wir als Geldanleger geradezu gezwungen sind, uns um die Anlage unseres Geldes selbst zu kümmern. Warum aber bleibt die Geldanlage für die meisten Menschen eine eher undurchsichtige Materie? Die Antwort darauf ist einfach: Normalerweise sehen wir uns an, was wir kaufen wollen, ein Auto beispielsweise. Wir kennen die Preise, vertrauen auf die Technik des Herstellers und sehen uns das Auto dann genau an, bevor wir es kaufen. Darüber hinaus erhalten wir eine Gewährleistung des Herstellers dafür, dass der Kaufgegenstand auch seinen Zweck erfüllt. So oder ähnlich ist es mit den meisten Kaufobjekten. Sogar eine Software können wir zwar nicht sehen, aber sehr wohl auf dem PC ausprobieren und dabei feststellen, ob sie unseren Erwartungen entspricht. Ein Finanzprodukt erfüllt dagegen selten auch nur eine dieser Voraussetzungen. Seine Beschreibung ist außerdem oft komplex, dadurch schwer erklärbar und meist auch noch durch den Anbieter gefärbt. Letztlich weiß der Anleger bei den meisten Finanzprodukten erst viel später, manchmal erst nach Jahrzehnten, ob er überhaupt das Richtige gekauft hat. Dies alles erklärt, warum es so wichtig ist, zuerst die Wirkungsweise einer Geldanlage zu verstehen, um dann ihre Risiken wie auch ihre Chancen einschätzen zu lernen. Erst wenn man eine Vorstellung hat, wie eine Kapitalanlage funktioniert, ist man in der Lage zu erkennen, ob sie unseren Wünschen und Bedürfnissen entspricht und ob noch weitere Informationen benötigt werden. Wenn Letzteres notwendig wird, ist es wichtig zu wissen, wo diese Informationen zu finden sind. Hinzu kommt eine psychologische Komponente. Für viele von uns ist die Beschäftigung mit Geld und vor allem seiner sinnvollen künftigen Verwendung eine eher unangenehme Sache. Das betrifft oft auch ihr Verhältnis zu allem, was Geld betrifft. Sie sind deswegen eigentlich glücklich zu schätzen, was auch dem Ergebnis einer Studie des Schweizer Ökonomen Professor Bruno S. Frey entspricht. Danach sind die meisten Menschen, die an den Börsen agieren, mit ihrem Leben weniger zufrieden als jene, die sich von den Finanzmärkten fernhalten. Eine neuere Studie zeigt denn auch, dass fast die Hälfte der Verbraucher zwischen 18 und 39 Jahren die Beschäftigung mit Geld zwar als notwendig erachtet, sich aber nur ungern mit diesem Thema auseinandersetzt. Wir dürfen dabei nur das alte, aber zutreffende Sprichwort nicht vergessen: Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt. Daher ist es auch für Menschen mit einer distanzierten Einstellung gegenüber allem, was mit der Anlage und Verwaltung von Geld zu tun hat, ganz wichtig zu wissen, wie Geldanlagen funktionieren. Dieses Buch soll daher zugleich helfen, die für die Geldanlage bei vielen von uns bestehenden Schranken abzubauen. Einigen Menschen, die im Finanzbereich tätig sind, werden große Teile dieser Ausführungen nicht gefallen; das ist hinzunehmen, weil eine richtige Beschreibung der Geldanlagen nicht ohne die kritischen Hinweise auskommt, wo in unserem heutigen Finanzsystem etwas faul ist, weil der Kunde Geldanleger schlecht beraten, für dumm verkauft oder gar über den Tisch gezogen wird. Nach einer kürzlichen Untersuchung stufen sich zwar knapp 50% der Bundesbürger als Finanzexperten (!) ein. Nach den Antworten auf entsprechende Fragen mussten die Interviewer aber 15% der Befragten als unwissend und knapp 50% als Anfänger einstufen. Das große und für unsere ganz persönliche Zukunft so wichtige Gebiet der Kapitalanlagen ist also für die meisten Bundesbürger noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Die sich dort bietenden vielfältigen Möglichkeiten und erst recht die mit der Geldanlage verbundenen Fallstricke sind weitgehend unbekannt. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass ein immenser Bedarf an Aufklärung über dieses Gebiet besteht. Da das Thema für die meisten von uns aber eher trocken wirkt, helfen auch die sehr ausführlichen Risikobeschreibungen der Banken und anderer sich dazu berufen fehlender Experten kaum etwas, da sie nicht gelesen werden, jedenfalls nicht vom Normalanleger. Viele dieser Bücher sind außerdem entweder für den Absatz bestimmter Finanzprodukte oder von Finanzexperten mit einem Namen in der Branche geschrieben und dienen als einträgliches Zubrot. Aufgrund der Unübersichtlichkeit und Produktvielfalt auf den Finanzmärkten ist die Entscheidung für eine bestimmte Geldanlage selbst für Kenner der Materie schwierig geworden. Die professionelle Beratung darüber ist daher eine überaus verantwortungsvolle Aufgabe. Nicht nur die inzwischen unüberschaubare Vielzahl der Angebote, sondern auch die Beachtung der vielen ganz unterschiedlichen persönlichen Voraussetzungen des Anlegers schaffen Probleme, die eine gute Beratung immens schwierig machen. Zudem entsteht für den Berater ein erheblicher Zeitaufwand, den die notwendigen, schriftlich festzuhaltenden und anschließend auszuwertenden persönlichen Daten erfordern; hinzu kommt die Aufklärung über die Risiken der einzelnen Anlagen. Doch selbst für eine schon als aufwendig geltende Beratung nimmt sich heute der Bank- oder Finanzberater nur in den seltensten Fällen mehr als eine Stunde Zeit. Dieser Zeitraum ist aber nicht ausreichend, selbst wenn der Berater wirklich kompetent und selten genug auch noch neutral berät. Als Anleger ist man daher gut beraten, sich selbst bereits vor einem solchen Gespräch, sofern es überhaupt sinnvoll erscheint, intensiv mit den wichtigsten Finanzanlagen vertraut zu machen. Im Zusammenhang damit hat noch ein anderes Motiv zu diesem Handbuch geführt: Bis vor wenigen Jahrzehnten gab es in den Banken wie im Großteil der übrigen Wirtschaft ein gewisses Gleichgewicht zwischen den Interessen der Kapitaleigner bzw. den Aktionären einer Bank und denen der Angestellten. Letztere konnten sich als wichtigen Teil ihrer Bank empfinden und wurden von der Geschäftsführung auch als solche gesehen. Die weltweit zusammengerückten und mit dem Schlagwort Globalisierung zu kennzeichnenden Märkte sind inzwischen von scharfer Konkurrenz und der Priorität der Kapitalinteressen, das sind die Aktionäre der Unternehmen geprägt. Ein für uns alle einschneidendes Ergebnis dessen sind die letzten Finanzkrisen und die daraus entstandenen extremen Verunsicherungen der Finanzmärkte wie der Kapitalanleger. Ein weiteres Ergebnis dieser Entwicklung ist die dadurch veränderte Stellung und Einstellung der Bankangestellten, hier insbesondere der Berater bei den größeren Banken. Sie fühlen sich mit der Bank kaum noch verbunden, da sie ausschließlich nach ihrem derzeitigen Wert für das Ergebnis der Bank beurteilt werden. Dieses Prinzip gilt bis hinauf zu den leitenden Managern. Denn die Bank selbst bzw. ihr Management will kurzfristige Erfolge sehen. Der einzelne Berater wird folgerichtig vor allem an seinen Verkaufserfolgen gemessen; teilweise kann er sein niedriges Grundgehalt nur durch die Verkaufsprovisionen auf ein normales Maß erhöhen. Alles das sind denkbar schlechte Voraussetzungen für ein gutes und neutrales Beratungsgespräch.

Erscheint lt. Verlag 23.8.2012
Sprache deutsch
Maße 143 x 230 mm
Gewicht 510 g
Einbandart gebunden
Themenwelt Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Geld / Bank / Börse
Sachbuch/Ratgeber Beruf / Finanzen / Recht / Wirtschaft Wirtschaft
Wirtschaft Betriebswirtschaft / Management Finanzierung
Schlagworte Altersvorsorge • Bank • Finanzen • Finanzprodukt, Kapitalmarkt • Geldanlage • Geldanlage; Ratgeber • Grundwissen • Kapitalanlage; Ratgeber • persönliche Strategie • Privatanleger • Ratgeber • Risikoprofil • Tipps
ISBN-10 3-85436-435-0 / 3854364350
ISBN-13 978-3-85436-435-1 / 9783854364351
Zustand Neuware
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