Transparenz der Risikoberichterstattung (eBook)
XIV, 333 Seiten
Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
978-3-8349-9959-7 (ISBN)
Dr. Bogna Filipiuk hat an der Europa-Universität 'Viadrina' in Frankfurt/Oder in Betriebswirtschaftslehre promoviert. Sie ist bei der Europäischen Kommission, Generaldirektion Unternehmen und Industrie, tätig.
Dr. Bogna Filipiuk hat an der Europa-Universität „Viadrina“ in Frankfurt/Oder in Betriebswirtschaftslehre promoviert. Sie ist bei der Europäischen Kommission, Generaldirektion Unternehmen und Industrie, tätig.
Inhaltsverzeichnis 7
Abbildungsverzeichnis 11
Tabellenverzeichnis 13
1 Einleitung 15
1.1 Problemstellung der Arbeit: Risikotransparenz 15
1.2 Forschungsbedarf und Zielsetzung der Arbeit 19
1.3 Aufbau der Arbeit 21
2 Unternehmen und Risiko 24
2.1 Diskussion des Risikobegriffes 24
2.2 Begriffe des Risikomanagements und des Risikomanagementsystems 30
2.3 Risikomanagement in der Unternehmensführung 33
2.4 Prozess des Risikomanagements 56
2.5 Organisatorische Aspekte des Risikomanagements 79
2.6 Zusammenfassung 82
3 Kapitalmarkt und Transparenz 85
3.1 Rolle der Information in der Investitionsbeziehung 85
3.2 Investitionsverhalten in konkurrierenden Erklärungsmodellen 90
3.3 Ableitung des Informationsbedarfs am Kapitalmarkt 112
3.4 Formulierung des Transparenzpostulates 116
3.5 Zusammenfassung 118
4 Transparenz der Informationsversorgung 120
4.1 Umfassende Kapitalmarktkommunikation durch Investor Relations 120
4.2 Informationsübermittlung mittels externer Berichterstattung 122
4.3 Defizite der Pflichtberichterstattung am deutschen Kapitalmarkt 128
4.4 Erweiterung zur kapitalmarktkonformen Berichterstattung 136
4.5 Anforderungen an transparente Informationsversorgung 142
4.6 Zusammenfassung 145
5 Transparenz der Risikoberichterstattung 148
5.1 Risikotransparenz und Risikoberichterstattung 148
5.2 Gesetzliche Grundlagen der Risikotransparenz 149
5.3 Systematisches Risikomanagement und Risikotransparenz 176
5.4 Modell der Risikotransparenz 179
5.5 Zusammenfassung 185
6 Umsetzung der Risikotransparenz 187
6.1 Forschungsbedarf und Zielsetzung der empirischen Untersuchung 187
6.2 Methodische Grundlagen der Untersuchung 199
6.3 Vorgang der empirischen Untersuchung 203
6.4 Analyse und kritische Würdigung der Untersuchungsergebnisse 209
7 Schlussfolgerungen und Ausblick 261
Anhang 267
Literaturverzeichnis 293
"2 Unternehmen und Risiko (S. 10)
„Risiko-Management soll unternehmerische Initiativen, Innovationen und Wachstum nicht verhindern, sondern mithelfen, Gewinnpotenziale realistisch einzuschätzen und zu realisieren""
2.1 Diskussion des Risikobegriffes
Das Wort „Risiko"" wird auf das frühitalienische Wort „risicare"" (= „wagen"" im Sinne einer Entscheidungsfindung) zurückgeführt, bzw. ebenfalls auf das italienische Wort „resecum"" (= „Felsklippe""), das zu einem Inbegriff des Wagnisses bzw. der Gefahr wurde. Als „Wagnis"" bzw. als „Gefahr"" wird das subjektiv empfundene Gefühl genannt, nicht alle künftigen Entwicklungen vorhersehen und beherrschen zu können.
Dem Begriff Risiko wird jedoch eine engere Bedeutung zugeschrieben, indem er generell als kalkulierte Bedrohung eines Wertes für jemanden durch etwas – z.B. Sachverhalte oder Handlungen – definiert wird. In Anlehnung an Aristoteles werden zudem komplementäre Sach- und Wertaspekte des Risikos unterschieden, womit der objektive Sachverhalt und der subjektive Wert eines Risikos gemeint sind. Die Wertaspekte des Risikos wurden insbesondere durch die Risikoforschung im psychologischen und im soziologischen Bereich aufgegriffen.
Die wirtschaftswissenschaftliche Risikoforschung nahm ihren Anfang mit der mikroökonomischen Theorie der rationalen Wahl und der zugrunde liegenden Abgrenzung des Risikos als messbare Unsicherheit bei der Entscheidung, die auf Frank H. Knight zurückgeht. Dieses Konzept bildete dann die Grundlage für makroökonomische Überlegungen, insbesondere für die Kapitalmarkttheorie.
Das Risiko wurde als Varianz bzw. Standardabweichung der Rendite einer Investition ausgedrückt und von der sog. Modernen Portfoliotheorie als fundamentales Element einer Investitionsentscheidung modelliert. Die CAPM und APT-Modelle brachten in einem weiteren Schritt das Investitionsrisiko eines einzelnen Titels in einen quantifizierbaren Zusammenhang mit dem Markt und leiteten die Unterscheidung des systematischen und des unsystematischen Risikos ab.
Da diese durch zahlreiche Annahmen idealisierte und von der Empirie nicht eindeutig bestätigte Sichtweise kaum praktische Hinweise z.B. bezüglich des tatsächlichen Charakters oder der Struktur der mit einer Investition zusammenhängenden Risiken geben konnte, mussten andere Wege gefunden werden, um diese Risiken für die Praxis verstehbar, messbar und steuerbar zu machen.
Dies geschah durch die Verlagerung der Betrachtungsweise von der Sicht des aggregierten Kapitalmarktes zu der individuellen Perspektive der realen Marktteilnehmer: der Investoren und der Unternehmen. Während die empirische Risikowahrnehmung aus der Sicht der Investoren den Kern der Behavioral Finance bildet, widmet sich das betriebswirtschaftliche Risikoverständnis der Wahrnehmung der Risiken durch Unternehmen.
Die Tatsache, dass für ein börsennotiertes Unternehmen die größte Gefahr dann besteht, wenn sich die Investoren von ihm abwenden, sorgt für Konvergenz dieser beiden Sichtweisen. Sie impliziert, dass die Risikowahrnehmung des Investors in die Risikowahrnehmung des Unternehmens miteinbezogen wird. Aus diesem Grund ist die betriebswirtschaftliche Auffassung des Risikobegriffes, die anschließend dargestellt wird, für die Risikotransparenz im Sinne dieser Arbeit ausschlaggebend.
In der Betriebswirtschaftslehre wurden verschiedene Ansätze zum Risikoverständnis entwickelt. Den bekanntesten Systematisierungsversuch unternahm Imboden, indem er drei Gruppen der betriebswirtschaftlichen Risikofassungen unterschied: die Gruppe der extensiven Fassungen, die Gruppe der entscheidungsbezogenen Fassungen und die Gruppe der informationsorientierten Fassungen.
Das von der frühen BWL vertretene extensive Verständnis sah das Risiko als Begleiterscheinung jeder wirtschaftlichen Tätigkeit, die sich als Misserfolg in Form eines Kapital- oder Vermögensverlustes oder auch entgangenen Gewinns ausdrückt38. Charakteristisch für diese Phase ist die Auffassung vom Risiko als eine schicksalhafte Erfolgsbedrohung, so dass die Risikoursachen oder Beeinflussungsmöglichkeiten seitens der Unternehmer gar nicht thematisiert wurden."
| Erscheint lt. Verlag | 29.1.2009 |
|---|---|
| Zusatzinfo | XIV, 333 S. |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Finanzierung |
| Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Unternehmensführung / Management | |
| Wirtschaft ► Volkswirtschaftslehre | |
| Schlagworte | Berichterstattung • Ertragssteuerung • Kapitalallokation • Kapitalmarkt • Risiko • Risikotransparenz • RM • Wettbewerbsfaktor |
| ISBN-10 | 3-8349-9959-8 / 3834999598 |
| ISBN-13 | 978-3-8349-9959-7 / 9783834999597 |
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