Banken auf der Suche nach strategischem Profil (eBook)
XII, 156 Seiten
Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
978-3-8349-9223-9 (ISBN)
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Tietmeyer war Bundesbankpräsident und ist Präsident des European Center for Financial Services (ecfs).
Prof. Dr. Bernd Rolfes ist Inhaber des Lehrstuhls für Banken und betriebliche Finanzwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, und Gesellschafter des Zentrums für ertragsorientiertes Bankmanagement.
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hans Tietmeyer war Bundesbankpräsident und ist Präsident des European Center for Financial Services (ecfs). Prof. Dr. Bernd Rolfes ist Inhaber des Lehrstuhls für Banken und betriebliche Finanzwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, Campus Duisburg, und Gesellschafter des Zentrums für ertragsorientiertes Bankmanagement.
Vorwort 6
Inhaltsübersicht 8
Autorenverzeichnis 9
Abbildungsverzeichnis 11
Zwischen Kostendegression und Kundennahe- Welche Unternehmenskonzepte haben Zukunft? 13
Einleitung 15
I. Zur derzeitigen Verfassung der deutschen Banken 16
II. Mogliche Ursachen fur die Rentabilitatsschwache der deutschen Kreditwirtschaft 22
III. Charakteristika erfolgreicher Geschaftsmodelle 32
Fazit 39
Literaturverzeichnis 41
Von den Sozialsystemen bis zur Bankenpolitik: Wohlstand durch Veränderung 44
Online meets Offline - Die One-to-One-Bank fur den modernen Anieger von morgen 58
I. comdirect bank - Ein Player in einem Markt mit Potenzial 59
II. Der „moderne Anieger" als relevante Kundengruppe 60
III. One-to-One-Banking fur den modernen Anieger 62
Fazit 67
Verbünde vs. Konzerne 69
I. Was unterscheidet Verbiinde von Konzernen? 71
II. Uberblick iiber den deutschen Bankensektor und seine Organisationsformen 77
III. Der genossenschaftliche FinanzVerbund in Deutschland 87
IV. Ausblick: Der FinanzVerbund ist gut fur die Zukunft geriistet 91
Fusionen als Konigsweg der Konsoiidierung im deutschen Bankenmarkt? 99
I. Merger-Mania und (k)ein Ende? 101
II. Anpassungsdruck in der deutschen Kreditwirtschaft 102
III. Motive, Chancen und Risiken von Fusionen 103
IV. Empirischer Befund: Fusionen als Werttreiber 105
V. Kein Blindflug in die Konsolidierung: Zur Notwendigkeit differenzierter Bindungsund Profilierungsstrategien 107
VI. Fusionszwang 113
WeiterfiJhrende Literatur 113
Die Bedeutung einer „Bad Bank'' fur die Strukturveranderung im deutschen Bankengewerbe 118
Einleitung 119
I. Definitionsversuche des Begriffs „Bad Bank" 120
III. Aufgaben und Ziele einer „Bad Bank" 123
IV. Darstellung MAK-konformer Bearbeitungsprozesse fiir Problemkredite 125
V. Beispiel fiir eine „Bad Bank" - Die BAG Bankaktiengesellschaft 127
VI. Saulenubergreifende Moglichkeiten und Grenzen der BAG-Sanierungsmodelle 129
Fazit 130
Aufbrechen klassischer Wertschopfungsketten - Die Rolle der unabhangigen Finanzdienstleister im Privatkundengeschaft 132
Einleitung 133
I. Aufbrechen der Wertschopfungskette im Bankengeschaft 135
II. Aktuelle Entwicklungstendenzen im Privatkundengeschaft 139
III. Wege zur Optimierung des Bankenvertriebs 141
Schlussbetrachtung 144
Die S-Finanzgruppe NRW- Ein Player im Herzen Europas 146
Einleitung 147
I. Die Sparkassen in Westfalen-Lippe: kommunal, wirtschaftlich gesund und selbststandig 148
II. Wettbewerbliche Herausforderungen fur die Sparkassen in Westfalen-Lippe 151
1. Zunehmende Kapitalmarktorientierung durch den Wegfall der staatlichen Haftungsgarantien 151
2. Demographischer Wandel in Deutschland 153
3. Etablierung der WestLB AG als Fenster zur Welt 159
Fazit 161
Stichwortverzeichnis 163
Von den Sozialsystemen bis zur Bankenpolitik: Wohlstand durch Veränderung (S. 32-34)
DR. GUIDOWESTERWELLE
Bundesvorsitzender FDP
Meine sehr geehrten Dannen und Herren, verehrte Gastgeber,
herzlichen Dank für die freundliche Einführung und herzlichen Dank dafür, dass ich einem so kompetenten Gremium vortragen darf. Ich freue mich sehr darüber, dass Sie mit mir den Vertreter einer vorübergehend kleineren Partei eingeladen haben. Gemäß unseren Vereinbarungen werde ich Ihnen zunächst etwas mehr als eine halbe Stunde meine Gedanken vortragen und hoffe, dass wir im Anschluss daran miteinander ins Gespräch kommen. Da wir heute nicht durch die Mattscheibe getrennt sind, glaube ich, es ist vernünftiger, dass wir hier miteinander einen Dialog führen.
Ich möchte zunächst einmal aus meiner Sicht sagen: Das Entscheidende, was wir in Deutschland machen müssen, ist eine strukturelle Veränderung. Mein persönlicher Albtraum ist es, dass wir im nächsten Jahr vielleicht eineinhalb, vielleicht auch zwei Prozent Wirtschaftswachstum bekommen werden - wie in diesem Jahr. Und dass dann Entwarnung in der deutschen Gesellschaft herrscht - auch Entwarnung bei denen, die ökonomische Vernunft für sich in Anspruch nehmen. Dass man dann im Grunde genommen die Meinung vertritt, jetzt sei reformiert worden, mit der Agenda 2010 und Hartz eins, zwei, drei, vier - und jetzt sei Deutschland aus der Krise raus.
Wenn das die Reaktion der Deutschen auf ein Wirtschaftswachstum von eineinhalb oder zwei Prozent wäre, dann wird Deutschland scheitern. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns in Deutschland nicht in einer konjunkturellen Schwierigkeit befinden, wir Deutschen befinden uns vielmehr in einer nachhaltigen, strukturellen Schwierigkeit. Meiner Meinung nach wird dieses Land auch mit einem Wirtschaftswachstum von eineinhalb Oder zwei Prozent nur weiter abgehangt und wird nicht wieder eine Spitzenposition in Europa für sich erobern können. Meiner Meinung nach wird ein solches schwaches Wachstum nur bewirken, dass sich der Abstand zu unseren internationalen Mitbewerbern - zu unseren Wettbewerbern im Rahmen der Globalisierung - weiter vergrößert. Schauen wir uns einmal an, was sich in den letzten zwanzig, fünfundzwanzig Jahren getan hat. 1980 habe ich Abitur gemacht. Wir brauchen uns nur mal anzusehen, wie die Lage damals war und wie sie heute ist.
Wir hatten einen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Es gab ja eine Zeit vor Helmut Kohl. Bundeskanzler Helmut Schmidt wurde in Karikaturen international, vor allem aber in Europa oft als der Lehrmeister dargestellt. Zusammen mit dem Vizekanzler Hans Dietrich Genscher trat er bei europäischen Gipfeln auf und verkündete stolz: „So müsst ihr es machen, dann geht es euch auch so gut wie Deutschland." Stellen Sie sich bitte vor, heute würde ein deutscher Bundeskanzler auf einen europäischen Gipfel fahren und sagen: „So müsst ihr es machen, dann geht es euch so gut wie Deutschland." Das hatte realsatirische Ausmaße.
Wir reden da nicht über Beispiele von vor hundert oder zweihundert Jahren, sondern über einen Zustand, den ich persönlich mit meinen 42 Jahren ganz bewusst miterlebt habe. Wenn wir den Zeitraum noch etwas großzügiger fassen, nehmen wir zum Beispiel meinen Lebenszeitraum insgesamt, dann reden wir über das Jahr 1961. 1961 hatte Deutschland eine Staatsquote von etwa einem Drittel. Im Jahr 2004 ist ein sehr interessantes Buch von Herrn Prof. Sinn veröffentlich worden, das Sie zweifelsohne kennen, ansonsten würde ich mir erlauben, es Ihrer Aufmerksamkeit zu empfehlen. Danach wird die Staatsquote mittlerweile auf etwa 56 % geschatzt. Jetzt mögen sich die Damen und Herren Professoren darüber streiten, ob die Zahl 56 % stimmt oder ob es doch nur 49,5 % sind und ob man das am Bruttoinlandsprodukt oder an einer anderen Große messen müsse.
| Erscheint lt. Verlag | 14.12.2007 |
|---|---|
| Reihe/Serie | Schriftenreihe des European Center for Financial Services | Schriftenreihe des European Center for Financial Services |
| Zusatzinfo | XII, 156 S. |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Finanzierung |
| Wirtschaft ► Volkswirtschaftslehre | |
| Schlagworte | Banken • Bankenaufsicht • Bankenmarkt • Bankgewerbe • Bankmanagement • Finanzdienstleistung • Fusion • Privatkundengeschäft • Strategie |
| ISBN-10 | 3-8349-9223-2 / 3834992232 |
| ISBN-13 | 978-3-8349-9223-9 / 9783834992239 |
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