Praxishandbuch Risikomanagement und Rating (eBook)
XI, 325 Seiten
Betriebswirtschaftlicher Verlag Gabler
978-3-8349-9192-8 (ISBN)
Prof. Dr. Peter Reichling ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung und Banken an der Universität Magdeburg. Seine Schwerpunkte sind Performancemessung und Risikomanagement. Seit einigen Jahren ist er außerdem in der Unternehmensberatung mit den Schwerpunkten Financial-Due-Diligence und Risikomanagement tätig. Daniela Bietke und Antje Henne sind Mitarbeiterinnen von Professor Reichling. Reichling und Henne haben das 'Praxishandbuch Finanzierung' geschrieben, das 2005 ebenfalls bei Gabler erschienen ist.
Prof. Dr. Peter Reichling ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung und Banken an der Universität Magdeburg. Seine Schwerpunkte sind Performancemessung und Risikomanagement. Seit einigen Jahren ist er außerdem in der Unternehmensberatung mit den Schwerpunkten Financial-Due-Diligence und Risikomanagement tätig. Daniela Bietke und Antje Henne sind Mitarbeiterinnen von Professor Reichling. Reichling und Henne haben das "Praxishandbuch Finanzierung" geschrieben, das 2005 ebenfalls bei Gabler erschienen ist.
Vorwort zur zweiten Auflage 5
Inhaltsverzeichnis 7
Rating 13
1. Institutionelle Grundlage: Basel II 15
1.1 Historie zur Eigenkapitalunterlegungspflicht 15
1.1.1 Eigenkapitalunterlegungspflicht in Deutschland 15
1.1.2 Internationale Harmonisierung der Eigenkapitalunterlegungspflicht 16
1.1.3 Umsetzung von Basel II in europäisches Recht 20
1.1.4 Umsetzung von Basel II in deutsches Recht 21
1.2 Die neuen Vorschriften zur Eigenkapitalunterlegung 21
1.2.1 Regulatorisches Eigenkapital 23
1.2.2 Risikogewichtete Aktiva 26
1.2.3 Eigenkapitalunterlegung des Kreditrisikos 28
1.2.4 Eigenkapitalunterlegung des Marktrisikos 35
1.2.5 Eigenkapitalunterlegung des operationellen Risikos 37
1.3 Auswirkungen auf die Kreditkonditionen 39
2. Gegenstand und Methoden des Ratings 44
2.1 Der Ratingbegriff 45
2.2 Methoden der Bonitätsbeurteilung 46
2.2.1 Heuristische Methoden 46
2.2.2 Statistische Modelle 52
2.2.3 Kausalanalytische Modelle 53
2.2.4 Mischformen 55
2.2.5 Anforderungen an Bonitätsbeurteilungsmethoden 56
3. Externes Rating 58
3.1 Externe Ratingverfahren 58
3.1.1 Externe Ratings und Basel II 59
3.1.2 Ablauf eines externen Ratings 59
3.2 Internationale Ratingagenturen 62
3.3 Deutsche Ratingagenturen 69
3.4 Regulierung von Ratingagenturen 75
3.5 Ratingklassen und Ausfallwahrscheinlichkeit 77
3.5.1 Ausfallquote und -wahrscheinlichkeit 77
3.5.2 Kumulierte Ausfallquoten und -wahrscheinlichkeiten 78
3.5.3 Ratings im Zeitablauf 80
4. Bankinternes Rating 83
4.1 Voraussetzungen für den IRB-Ansatz 83
4.2 Bestandteile interner Ratingsysteme 85
4.3 Ausgestaltung interner Ratingsysteme 87
4.4 Vergleich externer und interner Ratings 94
4.5 Aktuelle Entwicklungen 95
5. Bilanzrating 97
5.1 Die Altman’schen Insolvenzprognosemodelle 98
5.1.1 Der Z-Score 98
5.1.2 Der ZetaTM-Score 100
5.1.3 Der Z’’-Score 102
5.1.4 Anwendungshürden für das Z’’-Modell 105
5.2 Logit-Regressionsanalysen 106
6. Ratingvalidierung 110
6.1 Rating Accuracy 111
6.2 Messung der Trennschärfe von Ratingfunktionen 113
6.2.1 Die Kontingenztabelle 113
6.2.2 Receiver Operating Characteristic und Area under Curve 117
6.2.3 Cumulative Accuracy Pro.le und Accuracy Ratio 118
6.2.4 Die stochastische Tendenz 121
6.3 Die Trennschärfe der Ratings von Standard & Poor’s
Literaturhinweise zum Rating 132
Kreditrisikomanagement 137
7. Kreditbewertung 139
7.1 Der optionspreistheoretische Ansatz 140
7.1.1 Das Grundmodell 140
7.1.2 Erweiterungen des Grundmodells 150
7.2 Der ratingbasierte Ansatz 159
7.2.1 Das Grundmodell 161
7.2.2 Diskussion und Erweiterungen des Grundmodells 165
7.3 Vergleich der beiden Ansätze 174
8. Kreditkonditionen 175
8.1 Komponenten des Kreditzinssatzes 176
8.2 Berechnung der einzelnen Komponenten 178
8.3 Kalkulation des Kreditzinssatzes 181
9. Kapitalkosten bei Ausfallrisiko 185
9.1 Klassische Unternehmensbewertung 186
9.1.1 Von der Investitionsrechnung zur Unternehmensbewertung 186
9.1.2 Berechnung risikoangemessener Eigenkapitalkosten 189
9.2 Berücksichtigung des Ausfallrisikos in den Kapitalkosten 193
9.2.1 Optionscharakter von Eigen- und Fremdkapital 194
9.2.2 Ausfallrisikoangemessene Kapitalkosten 197
9.2.3 Verlauf der ausfallrisikoangemessenen Kapitalkosten 198
Literaturhinweise zum Kreditrisikomanagement 203
Risikomanagement im Unternehmen 207
10. Grundlagen des Risikomanagements 209
10.1 Risikomanagement und KonTraG 209
10.2 Das Risikomanagementsystem 212
10.2.1 Anforderungen an ein Risikomanagementsystem 213
10.2.2 Der Risikomanagementprozess 214
10.2.3 Elemente eines Risikomanagementsystems 217
11. Risikoinventar und Risk Map 218
11.1 Aufbau und Inhalt eines Risikoinventars 219
11.2 Risikobereiche der Unternehmung 219
11.3 Bestimmung der Risikorelevanz 231
11.3.1 Das Absicherungsprofil 231
11.3.2 Die Risk Map 232
11.3.3 Die Risikobewertung 234
11.3.4 Die Risikoaggregation 235
11.4 Risikoberichterstattung 238
12. Indikatorenbenchmarking und Frühwarnsystem 240
12.1 Benchmarking 241
12.1.1 Unternehmensindikatoren 241
12.1.2 Aufbau eines Indikatorensystems 242
12.2 Indikatorenkatalog und Indikatorenbenchmarking 244
12.2.1 Die Wertschöpfungskette 244
12.2.2 Auswahl der Indikatoren 246
12.2.3 Auswertung des Indikatorenbenchmarkings 248
12.2.4 Unternehmensindikatoren zum Benchmarking 250
12.3 Indikatorengestütztes Frühwarnsystem 253
12.3.1 Arten von Frühwarnsystemen 254
12.3.2 Indikatorengestützte Früherkennung 255
13. Soft Facts Scoring 258
13.1 Erfolgsfaktorenforschung 258
13.1.1 Empirische Ermittlung der relevanten Erfolgsfaktoren 258
13.1.2 Theoriebasierte Vorgehensweise 259
13.2 Erhebung der Soft Facts im Unternehmen 260
13.2.1 Der Binnenbereich 260
13.2.2 Die Rahmenbedingungen 265
13.3 Beurteilung von Soft Facts 266
13.3.1 Das Scoringmodell 267
13.3.2 Beispiele für die Kriterienhinterlegung von Soft Facts 271
13.4 Integration in die Risikoberichterstattung 276
Literaturhinweise zum Risikomanagement im Unternehmen 279
Anhang 281
14. Rendite und Risiko 283
14.1 Renditen und Wertpapierkurse als Zufallsgrößen 283
14.1.1 Ex-post- versus Ex-ante-Renditen 284
14.1.2 Die Rendite als diskrete Zufallsgröße 284
14.1.3 Renditen und Wertpapierkurse als stetige Zufallsgrößen 289
14.1.4 Ausfallorientierte Risikomaße 294
14.2 Die Volatilität 294
14.2.1 Unterjährige und kontinuierliche Verzinsung 294
14.2.2 Diskret versus kontinuierlich berechnete Renditen 295
14.2.3 Berechnung der Volatilität an Wertpapierbörsen 297
14.3 Der Betakoeffizient 301
14.3.1 Lineare Kleinste-Quadrate-Regression 301
14.3.2 Berechnung des Betakoeffizienten an Wertpapierbörsen 303
14.3.3 Der Korrelationskoeffizient 305
14.4 Der Value at Risk 308
14.4.1 Definition 308
14.4.2 Berechnung über Parameter des Unternehmenserfolgs 309
14.4.3 Berechnung über Parameter der Eigenkapitalrendite 309
14.5 Die Ausfallwahrscheinlichkeit 310
14.5.1 Berechnung 311
14.5.2 Einflussgrößen 311
14.6 Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Risikomaßen 313
Literaturhinweise zum Anhang 314
Abkürzungsverzeichnis 325
7. Kreditbewertung (S. 332-333)
Die Ermittlung des Wertes von Krediten ist in der heutigen Finanzdienstleistungspraxis unumgänglich. Soll ein Kredit erstmalig vergeben oder an einen institutionellen Anleger verkauft werden, ist für diese Transaktion ein Preis zu bestimmen. Sollen die einem Kredit zugrunde liegenden Risiken durch die Nutzung von Kreditderivaten isoliert gehandelt werden und taucht dabei der Kredit als Basisinstrument auf, so ist die Kenntnis seines Wertes ebenfalls notwendig, um einen Preis für das Kreditderivat zu finden. Das im Risikocontrolling übliche Marking to Market bedeutet zudem eine ständige Neubewertung von Krediten, durch die der Kreditwert stets seinem aktuellen Marktwert entspricht. Dieses Kapitel stellt zwei Ansätze zur Ermittlung von Kreditwerten dar.
Dem optionspreistheoretischen Ansatz zur Kreditbewertung liegt zugrunde, dass der Wert eines Unternehmens, hier aufgefasst als Marktwert sämtlicher Unternehmensaktiva, der Summe der Marktwerte des Eigenkapitals und der Fremdkapitalbestandteile des Unternehmens entspricht. Dabei stellen sowohl die einzelnen Fremdkapitalbestandteile als auch das Eigenkapital zustandsabhängige Kontrakte (Contingent Claims) dar. Ist z. B. eine Kreditzahlung fällig, hängt die Höhe der tatsächlichen Zahlung an die Kreditgeber vom Zustand ab, in dem sich das Unternehmen befindet. Entweder ist das Unternehmensvermögen im Zahlungszeitpunkt groß genug, um den Kredit vollständig zu bedienen, oder das Unternehmen befindet sich im Insolvenzzustand, sodass sein noch vorhandenes Vermögen auf die Fremdkapitalgeber übergeht, die dieses dann verwerten. Folglich ergeben sich die Höhe der tatsächlichen Zahlungen an die Kreditgeber und damit auch der Kreditwert selbst aus dem jeweiligen Unternehmenswert. Unternehmenskredite als Contingent Claims bzw. Optionen auf diesen Unternehmenswert können deshalb mithilfe der Optionspreistheorie bewertet werden.
Im ratingbasierten Ansatz wird das Kapitalwertkonzept direkt aufgegriffen. Danach ergibt sich der Wert eines sicheren Zahlungsstroms als Barwert der zukünftigen Zahlungen. Zukünftige Kreditzahlungen sind jedoch aufgrund des Ausfallrisikos mit Unsicherheit behaftet und fallen deshalb mitunter geringer aus als die vertraglich vereinbarten Zahlungen. Selbst ein risikoneutraler Investor wird folglich einem ausfallrisikobehafteten Kredit einen geringeren Wert zumessen als einer ausfallrisikofreien Anlage mit gleichem geplanten Zahlungsstrom. Um diesem Umstand gerecht zu werden, benutzt man Bonitätsaufschläge in den Diskontierungszinssätzen. Liegt für einen Kreditnehmer ein Rating vor, sollte dies insbesondere Auskunft darüber geben, welches Ausfallrisiko mit dem entsprechenden Kredit verbunden ist. Im ratingbasierten Ansatz werden nun für die verschiedenen Ratingklassen Bonitätsaufschläge in den Zinssätzen ermittelt. Der Wert eines Kredits ergibt sich dann als Barwert der vertraglich vereinbarten Kreditzahlungen, berechnet mithilfe der risikoangepassten Diskontierungsfaktoren.
Dieses Kapitel ist deshalb wie folgt gegliedert: Abschnitt 7.1 stellt das Grundmodell zur optionspreistheoretischen Kreditbewertung dar und skizziert einige Erweiterungen. Abschnitt 7.2 beschäftigt sich mit dem ratingbasierten Ansatz. Dabei werden in einem recht einfachen Modell mit risikoneutralen Marktteilnehmern für die verschiedenen Ratingklassen Bonitätsaufschläge auf die Renditestruktur ermittelt. In Abschnitt 7.3 werden die betrachteten Ansätze hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen bei der Kreditbewertung miteinander verglichen.
7.1 Der optionspreistheoretische Ansatz
Wesentlich für optionspreistheoretische Ansätze zur Kreditbewertung ist die Modellierung der Entwicklung des Unternehmenswertes. Deshalb findet man häufig die Bezeichnung Firm Value Approach. Die Entwicklung des Unternehmenswertes hat wiederum Auswirkungen auf die Entwicklung der Kapitalstruktur, weshalb optionspreistheoretische Ansätze auch als Structural Models bezeichnet werden. Wir werden in diesem Abschnitt zunächst das Grundmodell der optionspreistheoretischen Kreditbewertung darstellen und anschließend einige praxisrelevante Erweiterungen skizzieren.
7.1.1 Das Grundmodell
Die Idee, sämtliche Finanzierungsbestandteile eines Unternehmens als Optionen auf den Unternehmenswert zu verstehen und folglich mithilfe der Optionspreistheorie zu bewerten, findet man bereits in den bahnbrechenden Arbeiten zur Optionspreistheorie von FISCHER BLACK und MYRON SCHOLES bzw. ROBERT C. MERTON aus dem Jahr 1973.
MERTON formulierte diesen Ansatz 1974 in einem weiteren Aufsatz erstmalig aus, weshalb ihm das Grundmodell zur optionspreistheoretischen Kreditbewertung zugeschrieben wird.
| Erscheint lt. Verlag | 17.12.2007 |
|---|---|
| Zusatzinfo | XI, 325 S. |
| Verlagsort | Wiesbaden |
| Sprache | deutsch |
| Themenwelt | Wirtschaft ► Betriebswirtschaft / Management ► Unternehmensführung / Management |
| Schlagworte | Ausfallrisiko • Bewertung • Bilanzrating • Kreditbewertung • Rating • Ratingagentur • Ratingverfahren • Risiko • Risikomanagement • Risk Map • RM |
| ISBN-10 | 3-8349-9192-9 / 3834991929 |
| ISBN-13 | 978-3-8349-9192-8 / 9783834991928 |
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